Michael Laudrup

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Michael Laudrup

Michael Laudrup im März 2015

Spielerinformationen
Geburtstag 15. Juni 1964
Geburtsort FrederiksbergDänemark
Größe 183 cm
Position Mittelfeldspieler
Vereine in der Jugend
0000–1973
1973–1976
1976–1980
Vanløse IF
Brøndby IF
Kjøbenhavns Boldklub
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1981
1982–1983
1983–1989
1983–1985
1989–1994
1994–1996
1996–1997
1997–1998
Kjøbenhavns Boldklub
Brøndby IF
Juventus Turin
Lazio Rom (Leihe)
FC Barcelona
Real Madrid
Vissel Kōbe
Ajax Amsterdam
14 0(3)
38 (23)
102 (16)
60 0(9)
167 (40)
62 (12)
15 0(6)
21 (11)
Nationalmannschaft
1980
1980–1981
1982
1982–1998
Dänemark U-17
Dänemark U-19
Dänemark U-21
Dänemark
4 0(2)
19 (12)
2 0(0)
104 (37)
Stationen als Trainer
2000–2002
2002–2006
2007–2008
2008–2009
2010–2011
2012–2014
2014–2015
Dänemark (Co-Trainer)
Brøndby IF
FC Getafe
Spartak Moskau
RCD Mallorca
Swansea City
Lekhwiya
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Michael Laudrup (* 15. Juni 1964 in Frederiksberg) ist ein ehemaliger dänischer Fußballspieler und derzeitiger -trainer.

Während seiner aktiven Karriere galt er als einer der besten Spielmacher der Welt. Seit 2007 ist er Mitglied der Hall of Fame des dänischen Sports. Sein Vater Finn, sein jüngerer Bruder Brian und sein Onkel Ebbe Skovdahl waren auch Profifußballer. Seine Söhne Mads und Andreas sind ebenfalls im Profifußball aktiv.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein erstes Ligaspiel bestritt Laudrup 1982 als 17-Jähriger für Brøndby IF und erzielte in seiner ersten Saison in 24 Spielen 15 Tore. Er wurde im Sommer 1983 von Juventus Turin verpflichtet. Da zu dieser Zeit jeder Serie A-Verein nur zwei ausländische Spieler im Kader haben durfte und Juventus bereits mit Michel Platini und Zbigniew Boniek zwei ausländische Spieler unter Vertrag hatte, verlieh man ihn für ein Jahr an den Aufsteiger Lazio Rom. Dort wurde er sofort Stammspieler, schoss in seinem ersten Serie A-Spiel gegen Hellas Verona zwei Tore und hielt mit seiner Mannschaft in der Saison 1983/84 die Klasse. Im Sommer 1984 lieh Juventus ihn für ein weiteres Jahr an Lazio aus. Nach dieser Saison stieg der Verein in die Serie B ab. In seiner Zeit bei Lazio Rom stand Laudrup in allen 60 Ligaspielen auf dem Platz. Im Sommer 1985 ging er schließlich zu Juventus Turin und gewann in der Saison 1985/86 die italienische Meisterschaft und den Weltpokal.

Nach drei Jahren wechselte er im Jahr 1989 nach Spanien zum FC Barcelona. Dort gewann er 1992 mit dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister seinen zweiten internationalen Titel. In 36 Ligaspielen erzielte er als Spielmacher 13 Tore. Alle Meisterschaften von 1991 bis 1995 gingen entweder an den FC Barcelona oder an Real Madrid, zu denen er 1994 gewechselt war. Laudrup gewann viermal den Titel mit Barcelona, einmal mit Real Madrid.

Nach zwei Jahren in der spanischen Hauptstadt wechselte er zur Saison 1996/97 in die japanische J. League zu Vissel Kōbe. Nach einem Jahr ging er in die Niederlande zu Ajax Amsterdam. Die Spielzeit 1997/98 sollte seine letzte Spielzeit werden. Laudrup gewann mit Ajax Pokal und Meisterschaft und erzielte in dieser Spielzeit in 21 Spielen elf Tore. Er hatte damit den Meistertitel in drei verschiedenen Ländern mit vier verschiedenen Vereinen gewonnen.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudrup bestritt zwischen 1982 und 1998 104 Länderspiele für die dänische Nationalmannschaft. An seinem 18. Geburtstag gab er sein Debüt in der Nationalmannschaft und erzielte im Spiel gegen Norwegen ein Tor, sein erstes von insgesamt 37. Wegen eines Konfliktes mit dem Nationaltrainer Richard Møller Nielsen stand er nicht im Kader für die Europameisterschaft 1992, sodass er den einzigen internationalen Titel für die Dänen verpasste. 1995 wurde er aber Confed-Cup-Sieger nach einem 2:0-Sieg im Finale gegen Argentinien; Laudrup erzielte dabei die zwischenzeitliche 1:0-Führung. Nach der Niederlage im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1998 gegen Brasilien beendete er seine Karriere.

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudrup begann seine Trainerkarriere im Jahr 2000 als Co-Trainer der dänischen Nationalmannschaft an der Seite von Morten Olsen. Von 2002 bis 2006 war er gemeinsam mit John Jensen Trainer des dänischen Vereins Brøndby IF, mit dem er 2003 den dänischen Pokal und 2005 den Pokal und die Meisterschaft der SAS-Liga gewann. Im Mai 2006 trat Laudrup gemeinsam mit Jensen zurück, nachdem sie sich mit Brøndby nicht über eine Vertragsverlängerung hatten einigen können. Diese war in erster Linie an den unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen beider Parteien gescheitert.

Von Juli 2007 bis Juni 2008 war Laudrup als Nachfolger von Bernd Schuster Trainer des spanischen Erstligisten FC Getafe. Von September 2008 bis April 2009 trainierte er den russischen Klub Spartak Moskau,[1] ab 2010 war er Trainer bei RCD Mallorca. Nach einem Streit mit der Clubführung trat er am 27. September 2011 zurück.[2] Zur Saison 2012/13 verpflichtete Swansea City Laudrup als Cheftrainer.[3] Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag und trat die Nachfolge von Brendan Rodgers an, der zum FC Liverpool gewechselt war. Im Februar 2014 wurde Laudrup entlassen.[4]

In weiterer Folge unterschrieb er im Sommer 2014 einen Einjahresvertrag beim katarischen Meister Lekhwiya und lotste ehemalige Schützlinge wie José Manuel Flores nach Katar.[5] Nachdem er mit den Katarern in der Saison 2014/15 erneut Meister geworden war und mit dem Verein den Qatar Crown Prince Cup und den Sheikh Jassim Cup gewonnen hatte, verlängerte er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht mehr.[6]

Erfolge und Auszeichnungen als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juventus Turin (1983–1989)
FC Barcelona (1989–1994)
Real Madrid (1994–1996)
Ajax Amsterdam (1997–1998)

Persönliche Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisonstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein Liga Saison Liga Nat. Pokal Europapokal Andere Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
Kjøbenhavns Boldklub 1. Division 1981 14 3 - - - - - - 14 3
Gesamt 14 3 - - - - - - 14 3
Brøndby IF 1. Division 1982 24 15 - - - - - - 24 15
1983 14 8 - - - - - - 14 8
Gesamt 38 23 - - - - - - 38 23
Lazio Rom Serie A 1983/84 30 8 5 0 - - - - 35 8
1984/85 30 1 5 3 - - - - 35 4
Gesamt 60 9 10 3 - - - - 70 12
Juventus Turin Serie A 1985/86 29 7 6 2 6 2 - - 41 11
1986/87 20 3 6 1 4 5 - - 30 9
1987/88 27 0 7 2 4 2 - - 39 4
1988/89 26 6 7 2 8 3 - - 41 11
Gesamt 102 16 26 7 22 12 - - 150 35
FC Barcelona Primera División 1989/90 32 3 7 2 3 1 - - 42 6
1990/91 31 9 5 2 7 0 - - 42 11
1991/92 36 13 2 2 11 3 - - 49 18
1992/93 37 10 4 4 4 0 - - 45 14
1993/94 31 5 1 0 6 1 - - 38 6
Gesamt 167 40 19 10 31 5 - - 216 55
Real Madrid Primera División 1994/95 33 4 2 1 5 2 - - 40 7
1995/96 29 8 - - 7 0 - - 36 8
Gesamt 62 12 2 1 12 2 - - 76 15
Vissel Kōbe J-League 1996 12 5 3 2 - - - - 15 7
1997 3 1 6 1 - - - - 9 2
Gesamt 15 6 9 3 - - - - 24 9
Ajax Amsterdam Eredivisie 1997/98 21 11 - - 5 2 - - 26 13
Gesamt 21 11 - - 5 2 - - 26 13
Karriere Gesamt 479 120 66 24 70 21 - - 615 165

Erfolge und Auszeichnungen als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brøndby IF (2002–2006)
Swansea City (2012–2014)
Lekhwiya (2014–2015)

Persönliche Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dänischer Trainer des Jahres: 2003, 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Laudrup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laudrup unterschreibt bei Spartak. kicker.de, 12. September 2008, abgerufen am 18. September 2008.
  2. El Club y Laudrup negocian una salida. rcdmallorca.es, 27. September 2011, abgerufen am 27. September 2011.
  3. Swans confirm Laudrup appointment. swanseacity.net, 15. Juni 2012, abgerufen am 15. Juni 2012.
  4. Swansea trennt sich von Michael Laudrup. In: Spiegel Online vom 4. Februar 2014, abgerufen am 4. Februar 2014.
  5. Michael Laudrup appointed as coach of Qatari club Lekhwiya (englisch), abgerufen am 23. März 2016
  6. Coach Laudrup confirms Lekhwiya departure (englisch), abgerufen am 23. März 2016