Michael Leutert

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Michael Leutert

Michael Gerhard Leutert (* 8. August 1974 in Schlema) ist ein deutscher Politiker (Die Linke) und Diplom-Soziologe. Er war seit dem Jahr 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 14. Februar 2021 legte er sein Mandat nieder.[1]

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1993 am Gymnasium Mittweida absolvierte Leutert seinen Grundwehrdienst und anschließend ab 1994 sein Studium der Soziologie, Politologie und Rechtswissenschaft an der TU Chemnitz und der TU Dresden, welches er 2002 als Diplom-Soziologe beendete.

Leutert ist verheiratet, Vater von vier Kindern und konfessionslos.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schüler wurde Leutert 1991 Mitglied der PDS. Von 1999 bis 2005 war er stellvertretender Vorsitzender des PDS-Landesverbandes Sachsen.

Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Sein Wahlkreis ist Chemnitz. Er erhielt sein Mandat über die Landesliste der Sächsischen Linken. Seit 2005 ist er Mitglied im Haushaltsausschuss. Zudem ist er Obmann im Rechnungsprüfungsausschuss. Von 2005 bis 2009 war er außerdem Obmann der Linksfraktion im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion. In der 18. Legislaturperiode war er Vorsitzender der deutsch-mexikanischen Parlamentariergruppe. Zudem ist er Mitglied des Aufsichtsrates der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Innerhalb der Partei wird Leutert dem reformorientierten Flügel zugeordnet. Er zählt zu den Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens. Im März 2014 hob der Bundestag seine Immunität auf, damit die Staatsanwaltschaft Dresden weiter gegen ihn ermitteln kann, der sich 2011 an einer Blockade gegen eine Neonazi-Demonstration in Dresden beteiligt hatte.

Im April 2014 stimmte er gemeinsam mit vier weiteren linken Abgeordneten entgegen der Fraktionsmehrheit für den Bundeswehreinsatz zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen.[2] Leutert engagiert sich gegen Antisemitismus und setzt sich insbesondere für eine Überarbeitung von palästinensischen Schulbüchern ein, die frei von Hass und Gewalt sein sollen. Er stimmte im März 2019 im Bundestag als einziger Abgeordneter der Fraktion die Linke einem Antrag der FDP zu, der eine stärkere Solidarität Deutschlands für Israel insbesondere in den internationalen Gremien forderte.[3]

Nachdem Leutert bereits angekündigt hatte, bei der Bundestagswahl 2021 nicht wieder kandidieren zu wollen[4], gab er zum 14. Februar 2021 sein Mandat als Bundestagsabgeordneter aus beruflichen Gründen auf. Als Nachrücker folgt Axel Troost.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Michael Leutert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Bundestag - Ausgeschiedene Abgeordnete der 19. Wahlperiode. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  2. Gysi und das Durcheinander in der Linksfraktion. Abgerufen am 13. November 2020.
  3. Antrag im Bundestag: Stimmt die Bundesregierung zu oft gegen Israel? Abgerufen am 13. November 2020.
  4. Plenarprotokoll 19/198. (PDF) In: bundestag.de. 9. Dezember 2020, S. 25010, abgerufen am 10. Dezember 2020.
  5. Erklärung: Michael Leutert legt sein Bundestagsmandat nieder. In: Die Linke Sachsen. 8. Februar 2021, abgerufen am 9. Februar 2021.
  6. Ordensverleihung in der mexikanischen Botschaft - Michael Leutert -. Abgerufen am 13. November 2020.
  7. Andreas Hagemoser: Erstmals so verliehen - Orden vom aztekischen Adler an Sigmar Gabriel, Monika Grütters und weitere Persönlichkeiten. In: WELTEXPRESS. 22. November 2018, abgerufen am 13. November 2020.