Michael Ludwig (Politiker)

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Michael Ludwig (2015)

Michael Ludwig (* 3. April 1961 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ). Seit Jänner 2007 ist er amtsführender Wiener Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung und war von März 2009 bis Oktober 2010 zweiter Vizebürgermeister bzw. Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beendigung seiner Volksschulzeit besuchte Michael Ludwig ab 1971 die Unterstufe einer Allgemeinbildenden Höheren Schule in Wien. Anschließend besuchte er 1975–1980 die Handelsakademie und schloss diese mit der Matura ab. Nach dem Präsenzdienst 1981–1982 absolvierte er das Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien und promovierte zum Dr. phil. 1984–1986 war er Kurs- und Projektleiter in der Erwachsenenbildung, 1986–1991 Pädagogischer Assistent an einer Wiener Volkshochschule. 1991 wurde er Landesstellenleiter des Dr.-Karl-Renner-Instituts Wien und Bildungssekretär der SPÖ Wien. Ab 1995 war er Vorsitzender des Verbands Wiener Volksbildung und Vizepräsident der Österreichischen Volkshochschulen, seit 2008 ist er ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Volkshochschulen GmbH. Außerdem ist Ludwig Vorsitzender des Bruno Kreisky-Archivs.

Michael Ludwig ist in einem Jedlersdorfer Gemeindebau (Floridsdorf) aufgewachsen, was ihn, wie er selbst sagt, „geprägt“ hat. Als politisches Vorbild nennt er Bruno Kreisky. Sein Lebensmotto: „Durch das Reden kommen die Leute zusammen.“[1]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Laufbahn in der Wiener Kommunalpolitik begann Michael Ludwig 1994–1995 als Bezirksrat in Floridsdorf. 1996–1999 war er als Vertreter Wiens Mitglied des österreichischen Bundesrats, ab 1999 wechselte er als Abgeordneter in den Wiener Landtag und Gemeinderat, bei der Umbildung der Wiener Stadtregierung wurde er am 22. Jänner 2007 zum amtsführenden Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung ernannt. Er folgte damit Werner Faymann nach.

Nach dem Rücktritt von Grete Laska wurde Ludwig am 26. März 2009 zweiter Vizebürgermeister der Stadt Wien und Landeshauptmann-Stellvertreter. Diese Funktionen nahm nach der Gemeinderatswahl 2010 am 10. Oktober 2010 Maria Vassilakou von den Grünen ein.[2]

2010 übernahm Ludwig den Vorsitz in der SPÖ Floridsdorf von Kurt Eder. Am 28. Mai 2011 wurde er am Landesparteitag der SPÖ Wien zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden gewählt - eine Position, die er bis dato innehat.

Politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Amtszeit von Michael Ludwig als Wiener Wohnbaustadtrat fallen mehrere Maßnahmen, die auf die Stärkung der Gemeinschaft im Wohnumfeld abzielen. Er initiierte die Serviceeinrichtungen „wohnpartner“ und „wohnpartner unterwegs“ bzw. „Ordnungsberater“. Für die Umsetzung eines modernen Wiener Hausbesorger-Modells zeichnete er ebenfalls verantwortlich. Seit seiner Angelobung verschrieb er sich dem Schutz der Wiener Gemeindebauten vor Privatisierung.

In seine erste Amtszeit fiel die neue Wiener Sanierungsverordnung 2009, in die zweite die neue Wiener Bauordnung 2014, u.a. mit einer Lockerung der Stellplatzverpflichtung, Erleichterungen bei Balkonen und Aufzügen sowie beim Dachgeschossausbau. Ludwig ist Initiator des Wiener SMART-Wohnbauprogramms (Wohnungen mit besonders kostengünstigen Eigenmittelbeiträgen und Mieten) sowie der Wiener Wohnbauinitiative (ein Modell für zusätzliche kostengünstige Neubauleistung). Er fordert außerdem ein neues bundesweites Mietrecht inklusive Regelungen für mehr Transparenz.

Politische Satire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die italienischen Buchautoren Rita Monaldi und Francesco Sorti haben 2012 in der Zeitung Augustin eine Häuslbauer-Farce in fünf Teilen veröffentlicht, wo Michael Ludwig unter dem Namen Ludwig van Beton dargestellt wird. In der Fiktion, die sich teilweise auf einen echten Fall bezieht[3][4][5] und in der sich Politiker anderer Wiener Parteien ebenfalls erkennbar überzeichnet wiederfinden, bauen sich die zwei Autoren ein Einfamilienhaus in der imaginären Stadt Anderswo und klagen an, Geldforderungen von einem Baupolizisten bekommen zu haben. Der Wohnbaustadtrat von Anderswo, Ludwig van Beton, versucht mit allen Mitteln seine Baupolizisten zu unterstützen und das frisch gebaute Einfamilienhaus von Monaldi & Sorti abtragen zu lassen. Die Serie wird auf der Website des Fanclubs von Monaldi & Sorti fortgesetzt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Ludwig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Stuhlpfarrer: „Michael Ludwig: Ein schrecklich netter Politiker“ In: Tageszeitung Die Presse, Wien, Printausgabe, 28. März 2009. Abgerufen am 10. Jänner 2015.
  2. Laska: „Vollzeitgroßmutter“ statt Stadträtin. In: ORF. 23. März 2009
  3. Die Presse: Starautoren im Kampf gegen Wiener Magistrat (29. März 2011)
  4. Die Presse: Korrupte Beamte? Staatsanwaltschaft ermittelt (30. März 2011)
  5. Die Presse: "Rächt" Wien Kritik mit Hausabbruch? (4. Dezember 2011)
  6. Imprimatur Fanclub: Monaldi & Sorti. Die letzten Tage der Wiener Behörde. Tragische Satire in 24 Akten mit Vorspiel und Epilog. Mit dem himmlischen Patrozinium von Karl Kraus (2. Januar 2013)