Michael Ludwig (Politiker)

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Michael Ludwig (2018)

Michael Ludwig (* 3. April 1961 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und seit Mai 2018 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien.

2007–2018 war er amtsführender Wiener Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung und zwischen März 2009 und Oktober 2010 zweiter Vizebürgermeister bzw. Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beendigung seiner Volksschulzeit besuchte Michael Ludwig ab 1971 die Unterstufe einer Allgemeinbildenden Höheren Schule in Wien. Anschließend besuchte er 1975–1980 die Handelsakademie und schloss diese mit der Matura ab. Nach dem Präsenzdienst 1981–1982 absolvierte er das Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien und wurde 1992 zum Dr. phil. promoviert. 1984–1986 war er Kurs- und Projektleiter in der Erwachsenenbildung, 1986–1991 Pädagogischer Assistent an einer Wiener Volkshochschule. 1991 wurde er Landesstellenleiter des Dr.-Karl-Renner-Instituts Wien und Bildungssekretär der SPÖ Wien. Ab 1995 war er Vorsitzender des Verbands Wiener Volksbildung und Vizepräsident der Österreichischen Volkshochschulen, seit 2008 ist er ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Volkshochschulen GmbH. Außerdem ist Ludwig Vorsitzender des Bruno Kreisky-Archivs.

Michael Ludwig ist in einem Jedleseer Gemeindebau (im 21. Gemeindebezirk Floridsdorf) aufgewachsen, was ihn, wie er selbst sagt, „geprägt“ hat. Als politisches Vorbild nennt er Bruno Kreisky. Sein Lebensmotto: „Durch das Reden kommen die Leute zusammen.“[1]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Laufbahn in der Wiener Kommunalpolitik begann Michael Ludwig 1994–1995 als Bezirksrat in Floridsdorf. 1996–1999 war er als Vertreter Wiens Mitglied des österreichischen Bundesrats, ab 1999 wechselte er als Abgeordneter in den Wiener Landtag und Gemeinderat, bei der Umbildung der Wiener Stadtregierung wurde er am 22. Jänner 2007 zum amtsführenden Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung ernannt. Er folgte damit Werner Faymann nach.

Nach dem Rücktritt von Grete Laska wurde Ludwig am 26. März 2009 zweiter Vizebürgermeister der Stadt Wien und Landeshauptmann-Stellvertreter. Diese Funktionen nahm nach der Gemeinderatswahl 2010 am 10. Oktober 2010 Maria Vassilakou von den Grünen ein.[2]

2010 übernahm Ludwig den Vorsitz in der SPÖ Floridsdorf von Kurt Eder. Am 28. Mai 2011 wurde er am Landesparteitag der SPÖ Wien zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Am außerordentlichen Landesparteitag der SPÖ Wien am 27. Jänner 2018 wurde er bei einer Kampfabstimmung gegen Andreas Schieder mit 57 Prozent der Delegiertenstimmen zum Nachfolger Michael Häupls als Vorsitzender der SPÖ Wien gewählt.

Er war neben Andreas Schieder einer der potenziellen Nachfolger von Michael Häupl als Bürgermeister von Wien. Ludwig soll insbesondere Unterstützung von Vertretern der Wiener SPÖ in den großen Wiener Flächenbezirken Floridsdorf und Donaustadt gehabt haben.[3] Im Vorfeld der Nationalratswahl in Österreich 2017 sprach sich Ludwig gegen eine mögliche rot-blaue Koalition aus. Die inhaltlichen Schnittmengen seien zu gering.[4]

Am 24. Mai 2018 übernahm er als Nachfolger Häupls das Amt des Wiener Bürgermeisters und wurde am 29. Mai 2018 vom Bundespräsidenten als Landeshauptmann von Wien angelobt.[5] Bereits seit 27. Jänner 2018 ist er Landesparteiobmann der SPÖ Wien. Am 7. Juni 2018 wurde er als Nachfolger von Michael Häupl zum Präsidenten des Österreichischen Städtebundes gewählt.[6]

Politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Amtszeit von Michael Ludwig als Wiener Wohnbaustadtrat fallen mehrere Maßnahmen, die auf die Stärkung der Gemeinschaft im Wohnumfeld abzielen. Er initiierte die Serviceeinrichtungen „wohnpartner“ und „wohnpartner unterwegs“ bzw. „Ordnungsberater“. Für die Umsetzung eines modernen Wiener Hausbesorger-Modells zeichnete er ebenfalls verantwortlich. Seit seiner Angelobung verschrieb er sich dem Schutz der Wiener Gemeindebauten vor Privatisierung.

In seine erste Amtszeit fiel die neue Wiener Sanierungsverordnung 2009, in die zweite die neue Wiener Bauordnung 2014, u. a. mit einer Lockerung der Stellplatzverpflichtung, Erleichterungen bei Balkonen und Aufzügen sowie beim Dachgeschossausbau. Ludwig ist Initiator des Wiener SMART-Wohnbauprogramms (Wohnungen mit besonders kostengünstigen Eigenmittelbeiträgen und Mieten) sowie der Wiener Wohnbauinitiative (ein Modell für zusätzliche kostengünstige Neubauleistung). Er fordert außerdem ein neues bundesweites Mietrecht inklusive Regelungen für mehr Transparenz.

Die italienischen Buchautoren Rita Monaldi und Francesco Sorti haben 2012 in der Zeitung Augustin eine teilweise auf einen echten Fall bezogene Häuslbauer-Farce in fünf Teilen veröffentlicht, wo Michael Ludwig unter dem Namen Ludwig van Beton dargestellt wird.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Ludwig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Stuhlpfarrer: „Michael Ludwig: Ein schrecklich netter Politiker“ In: Tageszeitung Die Presse, Wien, Printausgabe, 28. März 2009. Abgerufen am 10. Jänner 2015.
  2. Laska: „Vollzeitgroßmutter“ statt Stadträtin. In: ORF. 23. März 2009
  3. Anna Thalhammer: Der Lagerkampf in Wiens SPÖ. In: Die Presse. 26. November 2016, abgerufen am 16. November 2017.
  4. Josef Gebhard: Auch Michael Ludwig gegen Rot-Blau. In: Kurier. 9. Juni 2017, abgerufen am 16. November 2017.
  5. Ludwig zum neuen Bürgermeister gewählt – wien.ORF.at. Abgerufen am 15. Februar 2018.
  6. 68. Städtetag: Ludwig einstimmig zum Präsidenten gewählt. OTS-Meldung vom 7. Juni 2018, abgerufen am 7. Juni 2018.
  7. Imprimatur Fanclub: Monaldi & Sorti. Die letzten Tage der Wiener Behörde. Tragische Satire in 24 Akten mit Vorspiel und Epilog. Mit dem himmlischen Patrozinium von Karl Kraus (2. Januar 2013)
VorgängerAmtNachfolger
Michael HäuplBürgermeister von Wien
2018–