Michael Müller (Politiker, 1948)

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Michael Müller beim SPD-Bundesparteitag 2015

Michael Müller (* 10. Juli 1948 in Bernburg/Saale) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 2005 bis 2009 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Kabinett Merkel I.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müller machte zunächst eine Lehre zum Stahlbetonbauer. Auf dem Zweiten Bildungsweg holte er das Abitur nach und absolvierte anschließend ein Studium des Ingenieurwesens, der Betriebswirtschaftslehre und der Sozialwissenschaften, das er als Diplom-Betriebswirt beendete.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1966 ist Müller Mitglied der SPD. Von 1972 bis 1978 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungsozialisten. Er war Sprecher der Parlamentarischen Linken, des linken Flügels der SPD-Bundestagsfraktion.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1974 bis 1983 gehörte Müller dem Rat der Stadt Düsseldorf an und war dort ab 1977 Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion.

Von 1983 bis 2009 war Müller über ein Vierteljahrhundert Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Düsseldorf I und sonst über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag eingezogen.

Hier war er von 1992 bis 1998 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der SPD-Bundestagsfraktion und gleichzeitig umweltpolitischer Fraktionssprecher.

Von 1992 bis 1994 war er Vorsitzender der Enquête-Kommission Schutz des Menschen und der Umwelt - Bewertungskriterien und Perspektiven für umweltverträgliche Stoffkreisläufe in der Industriegesellschaft.

Von 1998 bis 2005 war Müller stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. November 2005 wurde Müller als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geführte Bundesregierung berufen und hatte dieses Amt bis zum Ende des Kabinetts Merkel I am 27. Oktober 2009 inne.

Zwischen Januar 2011 und Juni 2013 gehörte Müller der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft als Sachverständiger an (berufen auf Vorschlag der SPD).

Von April 2014 bis Juli 2016 war er neben Ursula Heinen-Esser einer der beiden Vorsitzenden der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe.[1] Als solcher forderte er (anlässlich der von E.ON angekündigten Aufspaltung), die Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland sollten die von ihnen gebildeten Rückstellungen an den Staat überführen, damit das Geld nicht – zum Beispiel bei einer Insolvenz – verloren gehen kann.[2][3]

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Müller ist Vorsitzender des aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen Umweltverbandes Naturfreunde Deutschland.

Er ist Mitherausgeber der umweltpolitischen Online-Magazine klimaretter.info und movum. Bei klimaretter.info schreibt er im Wechsel mit Hartmut Graßl, Claudia Kemfert, Andreas Knie und Gero Lücking eine Kolumne.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unter 2 Grad? Was der Weltklimavertrag wirklich bringt. Hrsg. mit Jörg Sommer, Aufsatzsammlung, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-7776-2570-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Müller (Politiker, 1948) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommission „Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe“. Abgerufen am 15. September 2014.
  2. Gerda Hasselfeldt äußerte sich ähnlich. Rheinische Post vom 3. Dezember 2014: Atomriesen sollen Rückstellungen abgeben (Printausgabe S. B1).
  3. WDR.de: Eon und RWE sollen Rückstellungen in Fond einzahlen
  4. klimaretter.info, Herausgeber, abgerufen 18. Oktober 2016