Michael Madeja

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Michael Madeja (* 13. Mai 1962) ist ein deutscher Neurowissenschaftler, Professor an der Universität Frankfurt am Main und Geschäftsführer der gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Madeja studierte von 1981 bis 1987 Humanmedizin an der Universität Münster. Seine Approbation als Arzt erhielt er 1987.

Von 1987 bis 2000 war er – zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1991 als Assistent – am Institut für Physiologie der Universität Münster unter der Leitung von Erwin-Josef Speckmann tätig. 1988 wurde er mit der Benotung „summa cum laude“ promoviert, habilitierte 1994 im Fach Physiologie, war 1998 zu Forschungsaufenthalten am Karolinska-Institut in der Nähe von Stockholm und bekam 1999 eine außerplanmäßige Professur verliehen.

Im Jahr 2000 wechselte er zur Gemeinnützigen Hertie-Stiftung nach Frankfurt am Main, wo er unter Fortführung seines neurophysiologischen Labors an der Universität Münster Leiter des neurowissenschaftlichen Förderbereichs der Stiftung wurde. Im Jahr 2004 wurde er Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, habilitierte sich an die Universität Frankfurt um und verlegte sein neurophysiologisches Labor nach Frankfurt. Im Jahr 2008 übernahm er in der Hertie-Stiftung zusätzlich die Leitung aller Hochschulprojekte.

Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet Michael Madeja vor allem mit elektrophysiologischen und molekularbiologischen Techniken im Bereich der experimentellen Epilepsie-Forschung und an Fragen der Struktur und Funktion spannungsgesteuerter Ionenkanäle.

Michael Madeja ist verantwortlich für den Aufbau der Hertie-Stiftung zur führenden und größten privaten Förderinstitution der Hirnforschung in Deutschland. Unter seiner Leitung wurden seit dem Jahr 2000 vom neurowissenschaftlichen Bereich der Hertie-Stiftung u. a. fünf Institute gegründet, das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen aufgebaut, die erste Seniorprofessur Deutschlands eingerichtet und die Multiple Sklerose-Forschung der Stiftung reformiert. Seit dem Jahr 2008 ist er in der Stiftung auch zuständig für die private Hochschule Hertie School of Governance in Berlin.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Madeja hat mehr als 50 Beiträge in internationalen vorwiegend neurowissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Daneben hat er auch Artikel über die Arbeit der Hertie-Stiftung sowie über inhaltliche und organisatorische Fragen der Hirnforschung in Tageszeitungen und breiteren Publikationsorganen geschrieben und hat sich in Radio und Fernsehen zu Fragen der Hirnforschung geäußert.

Im Jahr 2010 hat er „Das kleine Buch vom Gehirn“ veröffentlicht, das für nicht-wissenschaftlich vorgebildete Leser gedacht ist und die Funktionen des Gehirns, seine Erkrankungen und die Methoden der Hirnforschung in leicht verständlicher Weise darstellt. Er verzichtet dabei auf Fachbegriffe und benutzt viele Vergleiche, um die Hirnfunktionen in die alltägliche Erfahrungswelt zu übersetzen.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Madeja ist Mitglied des Kuratoriums des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung in Tübingen, des internationalen Beirats der International Graduate School of Neuroscience der Universität Bochum, des Kuratoriums des Literaturhauses Frankfurt, des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden und des Aufsichtsrates der Hertie-School of Governance in Berlin. Ferner war er früher Mitglied des Council of the Doctorate School in Physiology, Pharmacology and Toxicology der Universität Siena in Italien. Daneben ist er Mitglied der Deutschen Physiologischen Gesellschaft, der Society for Neuroscience, der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft und des Berliner Epilepsie-Arbeitskreises.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Madeja erhielt 1989 für seine Promotionsarbeit den Preis der Gesellschaft für Epilepsieforschung, bekam 1990 den Forschungspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde 1999 von der Medizinischen Fakultät der Universität Münster zum „Lehrer des Jahres“ gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]