Michael Palin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Michael Palin (2005)

Michael Edward Palin CBE FRGS (* 5. Mai 1943 in Sheffield, England) ist ein englischer Schauspieler, Autor, Sänger, Reisejournalist und ehemaliger Präsident der Royal Geographical Society. Er war Mitglied bei Monty Python, bei der er oft Rollen übernahm, die nach übertriebenem Enthusiasmus oder unerschütterlicher Ruhe verlangten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Grundschule in Birkdale und eines Internats in Shrewsbury studierte Palin Geschichtswissenschaft am Brasenose College in Oxford. Nach eigenen Aussagen hatte er auf der Grundschule erste Erfahrungen mit der Schauspielerei und trat in einer Aufführung von Charles DickensEine Weihnachtsgeschichte auf.

Nach dem Ende von Monty Python’s Flying Circus arbeitete Palin mit Terry Jones, den er an der Oxford University kennengelernt hatte, zunächst an der TV-Comedy-Serie Ripping Yarns. Danach übernahm er zahlreiche Rollen in den folgenden Monty-Python-Kinofilmen und trat in den frühen Filmen von Terry Gilliam auf (Jabberwocky, Time Bandits, Brazil).

Palin spielte gemeinsam mit John Cleese in der erfolgreichen Komödie Ein Fisch namens Wanda und der weniger erfolgreichen Fortsetzung Wilde Kreaturen. Seine Darstellung des stotternden Ken in Ein Fisch namens Wanda brachte ihm einen BAFTA Award als bester Nebendarsteller ein. Zugleich erhielt Palin Kritik von Stotterern, was ihn dazu veranlasste, das „London Centre for Stammering Children“ (in etwa: „Londoner Zentrum für stotternde Kinder“) zu gründen, zumal sein Vater stotterte und die Rolle des Ken auf ihm basierte. Bereits in Das Leben des Brian spielte Palin die Rolle des Pontius Pilatus mit einem Sprachfehler, den er von einem seiner früheren Lehrer imitierte.

Eine Leidenschaft Palins ist das Reisen, was ihn dazu brachte, einige Reise-Dokumentationen für die BBC zu filmen. Der Erfolg dieser Reihe in Großbritannien beruht zu einem großen Teil auf seinen humorvollen Kommentaren und den ungewöhnlichen Reiserouten. Nach fast jeder Veröffentlichung einer neuen Dokumentation kam es zudem zum „Palin-Effekt“, einer Zunahme von Interesse an der jeweiligen Region durch das britische Publikum.[1]

Palin schrieb mit Hemingway’s Chair (1995) und The Truth (2012) zwei Romane. Er schrieb das Drehbuch für Amerikanische Freundinnen und spielte darin die Hauptrolle. Die Handlung des Filmes beruht auf den Reisetagebüchern seines Urgroßvaters Edward Palin, der Fellow an der Universität Oxford war und diese 1866 aus Liebe zu einem 19 Jahre jüngeren irisch-amerikanischen Mädchen verließ.

Von 2009 bis 2012 war Palin Präsident der Royal Geographical Society, der er bereits zuvor über viele Jahre in verschiedenen Funktionen verbunden gewesen war.

Michael Palin ist seit 1966 mit Helen Gibbins verheiratet und hat drei Kinder. Am 1. Januar 2000 wurde er von der britischen Königin Elisabeth II. zum „Commander of the Order of the British Empire (CBE)“ ernannt.

Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palins deutscher Standardsprecher bei Kinofilmen ist seit Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft (1971) Michael Nowka, der ihn auch in anderen Pythonfilmen (Der Sinn des Lebens) sowie u. a. in Ein Fisch namens Wanda (1988) und Wilde Kreaturen (1997) gesprochen hat.

Da Palin wie auch die anderen Ensemblemitglieder der Pythontruppe sowohl in Die Ritter der Kokosnuß (1974) als auch in Das Leben des Brian (1979) viele verschiedene Rollen gleichzeitig übernahmen, wurde er in diesen beiden Filmen von einer Reihe verschiedener Sprecher synchronisiert; in Die Ritter der Kokosnuß von Joachim Pukaß, Joachim Tennstedt, Joachim Kerzel, Randolf Kronberg, Joachim Nottke, Andreas Mannkopff, Christian Rode und Norbert Gescher, in Das Leben des Brian von Thomas Danneberg, Mogens von Gadow und Harry Wüstenhagen.

In weiteren nennenswerten Filmen, in denen Palin mitwirkte, wurde er von den folgenden Sprechern jeweils nur einmal synchron gesprochen:

Darüber hinaus wurde Palin in der in den neunziger Jahren für Sat.1 entstandenen Synchronisation von Monty Python’s Flying Circus, die sich nicht an die mit Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft etablierten Standardstimmen hielt und daher umstritten war, von Kai Taschner gesprochen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1980: Great Railway Journey (from London to Kyle of Lochalsh/Isle of Skye)
  • 1989: In 80 Tagen um die Welt (Around the World in 80 Days)
  • 1992: Von Pol zu Pol mit Michael Palin (Pole to Pole)
  • 1994: Great Railway Journey (from Derry to Kerry) Ireland
  • 1997: Rund um den Pazifik (Full Circle with Michael Palin)
  • 1999: Michael Palin’s Hemingway Adventure
  • 2002: Sahara
  • 2004: Himalaya
  • 2007: New Europe
    • 2011: deutsch: Europas wilder Osten: Ein Engländer entdeckt unseren Kontinent. Malik, München 2011, ISBN 978-3-492-40403-7.
  • 2008: Around the World in 20 Years
  • 2012: Brazil

Lieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Every Sperm is sacred (aus Monty Python’s Der Sinn des Lebens)
  • Finland
  • Spam-Song (mit Terry Jones)
  • Holzfäller-Lied (The Lumberjack-Song) mit Terry Jones

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Palin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eastern Europe braced for Palin effect. In: The Observer, 16. September 2007 (englisch); abgerufen 29. August 2008.