Michael Paul (Politiker)

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Michael Paul (2009)

Michael Paul (* 10. Februar 1964 in Jugenheim/Bergstraße) ist ein deutscher Politiker der CDU. Er war 2009–2013 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben[Bearbeiten]

Der evangelisch getaufte Michael Paul besuchte von 1970 bis 1974 die Evangelische Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule. Abitur machte er 1983 am Gymnasium Rodenkirchen. Von 1983 bis 1984 wurde er zum Wehrdienst eingezogen, den er in Münster absolvierte. Anschließend studierte er als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung an der Universität zu Köln bis 1990 Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. 1995 wurde er mit der Dissertation Die Beteiligung der Bundesländer an der Rechtsetzung der EG de lege lata und de lege ferenda ebenfalls an der Universität zu Köln promoviert. Danach war er als Beamter in der Abteilung Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums tätig.

Ende September 2012 gab Paul bekannt, dass er aus familiären Gründen nicht mehr für den Bundestag 2013 kandidieren werde.[1][2]

Paul ist in zweiter Ehe verheiratet.

Politik[Bearbeiten]

Nach Abschluss des Studiums wurde Paul Mitglied der CDU. Er engagierte sich in der Kommunalpolitik und wurde Ratsmitglied und umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion in Köln. Später wurde er Vorsitzender des Stadtbezirks 2 (Köln-Rodenkirchen). Vor der Bundestagswahl 2005 bewarb er sich als Wahlkreiskandidat der CDU, unterlag jedoch in einer parteiinternen Abstimmung gegen Rolf Bietmann.[3]

Bei der Bundestagswahl 2009 wurde Paul dann als Direktkandidat für den Bundestagswahlkreis Köln II aufgestellt. Am 27. September 2009 wurde Paul nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Lale Akgün (SPD) gewählt. Dabei erreichte Paul 34,85 % der Wählerstimmen, während Akgün 32,41 % der Stimmen erreichte. Paul war Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Standpunkte[Bearbeiten]

Paul hält die Risiken der Atomenergie für beherrschbar und meint, dass auch durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima keine Menschen durch Radioaktivität geschädigt werden: "Auch in Zukunft wird es weder bei der Bevölkerung noch bei den Arbeitern im Kraftwerk gesundheitliche Auswirkungen durch radioaktive Strahlung geben, vorausgesetzt die von der japanischen Regierung ergriffenen Maßnahmen werden fortgesetzt."[4] Wissenschaftler schätzen die Zahl der zusätzlichen Krebsfälle auf einige 100 bis 1000.[5] Bei der Abstimmung über die Energiewende bis zum Jahr 2022 im Juli 2011 stimmte er zusammen mit 78 weiteren Bundestagsabgeordneten gegen den Atomausstieg.[6] Paul setzte sich als umweltpolitischer Sprecher der Unions-Fraktion für die Gasförderung mittels des umstrittenen Fracking-Verfahrens ein. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag wechselte seine bis dato Büroleiterin Susanne Funk zum Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V. (WEG) als Leiterin der neu geschaffenen Hauptstadt-Niederlassung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinen-Esser tritt nicht mehr an. rundschau-online.de, 1. Oktober 2012, abgerufen am 8. Oktober 2012.
  2. Dr. Michael Paul, CDU gibt nach einer Legislaturperiode sein Bundestagsmandat auf. auf: report-k.de, 21. September 2012.
  3. Frank Überall: Demonstrative Eintracht alter Widersacher. In: TAZ. 22. Juni 2005, Köln aktuell, S. 1.
  4. Deutscher Bundestag Plenarprotokoll 17/165, 8. März 2012, S. 19541–19542 (PDF)
  5. Frank von Hippel: The radiological and psychological consequences of the Fukushima Daiichi accident. (englisch). In: Bulletin of the Atomic Scientists. Oktober 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  6. dr-michael-paul.de
  7. [1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Beteiligung der Bundesländer an der Rechtsetzung der EG de lege lata und de lege ferenda. Peter Lang, Frankfurt am Main/ Berlin/ Bern/ New York/ Paris/ Wien 1996, ISBN 3-631-49543-9.

Weblinks[Bearbeiten]