Michael Piazolo

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Michael Piazolo (2017)

Michael Piazolo (* 22. Oktober 1959 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (Freie Wähler Bayern), Jurist und Politikwissenschaftler. Im Jahr 2018 wurde er bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus im Kabinett Söder II.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piazolos Vater war Amtschef im baden-württembergischen Kultusministerium.[1] Piazolo besuchte von 1969 bis 1979 das Karls-Gymnasium Stuttgart und studierte bis 1981 Rechtswissenschaft an der LMU München. 1981 und 1982 war er an der Universität Lausanne für Rechts- und Politikwissenschaft eingeschrieben. Von 1983 bis 1985 setzte er sein Studium an der LMU fort. Von 1985 bis 1988 war er Referendar[2] unter anderem am Amtsgericht Fürstenfeldbruck, an der Hochschule Speyer und dem Deutschen Generalkonsulat in New York.

1989 arbeitete Piazolo als Referent im Referat für Grundsatzfragen und Rechtsangelegenheiten der Zentralverwaltung des Münchner Goethe-Instituts. 1990 verbrachte er das Sommersemester an der University of Virginia. Er promovierte 1992 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Regensburg. Von 1991 bis 2006 war Piazolo Dozent an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, wo er eine Vielzahl von Büchern und Broschüren zu Verfassungs-, Staats- und Europarecht verfasste, auch für die Bayerische Landeszentrale für politische Bildung. Seit 1994 ist er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik München; 1994/95 war er Geschäftsführer der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung von Interessenkollisionen in Amt und Mandat. Von 1996 bis 2000 war Piazolo Koordinator des EU-Projekts Eurofamilia.

2003 wurde er an der Universität Augsburg habilitiert. Von 2003 bis 2006 war er Privatdozent an der Universität Augsburg. 2006 bis 2008 war er Professor an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin. Von 2008 bis 2013 war er Professor für European Studies an der Hochschule München.[3]

Piazolo ist römisch-katholischer Konfession.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piazolo ist seit 2001 Mitglied der Freien Wähler Bayern. Er wurde 2005 Stadtvorsitzender München und 2006 stellvertretender Landesvorsitzender. 2008 wurde Piazolo in den Münchner Stadtrat gewählt, im September in den Bayerischen Landtag, wonach er aus dem Stadtrat ausschied. Er war hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion im Bayerischen Landtag, Sprecher für Bundes- und Europaangelegenheiten und kulturpolitischer Sprecher. Von 2013 bis 2018 war er Vorsitzender des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur. Er war Initiator des erfolgreichen Volksbegehrens gegen Studiengebühren in Bayern 2013. Im Kabinett Söder II ist Piazolo seit 2018 Staatsminister für Unterricht und Kultus.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Europäische Union. Elemente der Politik. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009.
  • als Herausgeber: Modelle und Leitbilder für die Europäische Union, Verlag Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Berlin 2008, ISBN 3-940056-08-1.
  • mit Thomas Beck: Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Verlag Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Berlin 2007, ISBN 3-940056-01-4.
  • Annäherung an die EU, Verlag Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Berlin 2007, ISBN 3-933633-80-X.
  • Macht und Mächte in einer multipolaren Welt. VS Verl. für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006.
  • Das integrierte Deutschland: europäische und internationale Verflechtungen. Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2006.
  • mit Jürgen Weber: Föderalismus: Leitbild für die Europäische Union? Olzog, München 2004.
  • Solidarität. Deutungen zu einem Leitprinzip der Europäischen Union, Ergon Verlag, 2004, ISBN 3-89913-337-4.
  • Der Rechtsstaat. Bayer. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 1999, 2. Auflage 2002, 3. Auflage 2004.
  • mit Konrad Zumschlinge: 50 Jahre Europa-Union München. Geschichte einer Bürgerbewegung. Akademischer Verlag, München 2003.
  • mit Jürgen Weber: Justiz im Zwielicht. Ihre Rolle in Diktaturen und die Antwort des Rechtsstaates, Olzog, 2001, ISBN 3-7892-9201-X.
  • mit Jürgen Weber: Eine Diktatur vor Gericht. Aufarbeitung von SED- Unrecht durch die Justiz Olzog-Aktuell, 2001 (3.–6. Tausend 1996, EA 1995) ISBN 3-7892-8390-8 (Rezension: Goltdammers Archiv fur Strafrecht , Jg. 1997(144), Heft 4, Seite 181–183).
  • mit Heinke Lorenzen-Mersch, Jürgen Weber, Dorothea Weidinger, Gerhard Wolf: Zur Sache: Sozialkunde für Berufsschulen und Berufsfachschulen in Bayern (12. Jahrgangsstufe). Cornelsen, Stuttgart 1998/2001, ISBN 3-464-65576-8.
  • Die Europäische Union – ein Überblick Akademischer Verlag, München 1997.
  • mit Klaus Grosch (Hrsg): Festung oder offene Grenzen? Entwicklung des Einwanderungs- und Asylrechts in Deutschland und Europa (Akademie für Politische Bildung Tutzing). Akademischer Verlag, München 1995, ISBN 3-929115-58-1.
  • mit Tinnefeld/Köhler: Arbeit in der mobilen Kommunikationsgesellschaft, Vieweg+Teubner, 1996, ISBN 3-528-05545-6.
  • als Herausgeber: Das Bundesverfassungsgericht – Ein Gericht im Schnittpunkt von Recht und Politik. v. Hase und Köhler, Mainz / München 1995.
  • Verfassungsgerichtsbarkeit und politische Fragen, die Political Question Doktrin im Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Supreme Court der USA. Reihe Junge Wissenschaft 5, Ernst Vögel Verlag, München 1994. (Mit Geleitwort von Dieter Blumenwitz zur Begründung der Publikation dieser "im Herbst 1992 abgeschlossen(en)" herausragenden Diplomarbeit)
  • als Herausgeber: Kulturelle Identität zwischen Tradition und Modernität: zur Bedeutung sozio-kultureller Faktoren in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Akademie für Politische Bildung, Tutzing 1992.
  • Das Recht auf Abtreibung als Teilaspekt des Right of Privacy (Diss jur Regensburg). Peter Lang Verlag, Bern / Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-631-45245-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Piazolo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anna Günther, Lisa Schnell: Piazolo will kein Machtwort sprechen. In: sueddeutsche.de. 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 13. Mai 2019]).
  2. Als „bayerischer Landesbeamter“, wie im CV von Piazolos Dissertationsschrift von 2002 genauer dargelegt ist.
  3. Sebastian Krass: Vertrag als Professor nicht verlängert. In: sueddeutsche.de. 10. Januar 2013, abgerufen am 28. November 2018.
  4. Piazolo, Michael. Bayerischer Landtag, abgerufen am 12. November 2018.