Michael Rische

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Michael Rische, 2017

Michael Rische (* 1962 in Leverkusen) ist ein deutscher klassischer Pianist und Hochschullehrer an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Rische wurde in Leverkusen geboren und wuchs seit seinem ersten Lebensjahr in Düsseldorf auf, wo sein Vater die Leitung der Bibliothek der städtischen Kunstsammlungen im Ehrenhof innehatte. Er wurde auf Grund seiner musikalischen Begabung bereits mit 14 Jahren als Jungstudent an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf angenommen und erhielt dort seine pianistische Ausbildung zunächst bei Max Martin Stein, die er später bei Rudolf Buchbinder in Wien vertiefte. Darüber hinaus nahm Rische Unterricht in Komposition bei Jürg Baur und Milko Kelemen.

Als Konzertpianist erhielt er zahlreiche Einladungen zu Auftritten in großen Konzertsälen im In- und Ausland. So trat er bisher unter anderem mit der Staatskapelle Berlin, dem Orchestre National de Belgique, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem BBC Symphony Orchestra London auf und arbeitete beispielsweise mit den Dirigenten Sylvain Cambreling, Gerd Albrecht, Yuri Simonow, Michael Boder und Grant Llewellyn zusammen.

Darüber hinaus erlangte Rische mit seinen 17 bisher eingespielten CD-Aufnahmen internationales Renommee. Anfangs führte er vor allem die Klavierwerke Beethovens auf, später bevorzugte er – auch inspiriert durch seine persönliche Bekanntschaft mit Olivier Messiaen – die Werke französischer Komponisten wie Claude Debussy und Maurice Ravel. Diese Einspielungen führten bei französischen Rezensenten zu einem Vergleich mit dem dort hoch angesehenen Pianisten Walter Gieseking. Nachdem sich Rische mittlerweile verstärkt dem Jazz gewidmet hatte, bildete einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit die Beschäftigung mit weitgehend unbekannten Klavierkonzerten von Erwin Schulhoff und George Antheil, die Jazz-Elemente in ihre Werke einfließen ließen.

Um den starren und vorgegebenen Ablauf der klassischen Konzerte aufzubrechen, beschäftigt sich Rische seit geraumer Zeit intensiv mit den Solokadenzen der großen Klavierkonzerte. Auch wenn für nahezu alle Werke bereits gute Kadenzen existieren, ist es Risches Ziel, verstärkt auf die Ursprünge der improvisierten Kadenzen zurückgreifen. So spielte er beispielsweise zu Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 zu den bekannten Kadenzen eigene Improvisationen ein.[1] Gleiches plant er im Jahre 2012 mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 weiterzuführen, dem er sechs Kadenzen beifügen will.

Aktuell beschäftigt sich Rische mit der Klaviermusik Carl Philipp Emanuel Bachs, von dessen annähernd 53 Klavierkonzerten rund zwei Drittel noch relativ unbekannt sind. Drei dieser Werke stellt er in der neuesten CD-Aufnahme mit dem Leipziger Kammerorchester unter der Leitung von Morten Schuldt-Jensen vor.[2]

Mit erst 28 Jahren berief ihn im Jahre 1990 die Aachener Abteilung der Musikhochschule Köln zu ihrem Dozenten und übertrug ihm eine Hauptfachklasse Klavier. Bis auf die Betreuung einiger Einzelschüler gab Rische seine Klasse in Aachen mittlerweile auf und baute stattdessen in der Kölner Zentrale ein neues Fachseminar auf, welches sich mit den organisatorischen Randgebieten eines Berufsmusikers beschäftigt. In diesem stark frequentierten Seminar unterrichtet er angehende Musiker aller Sparten in Sachen Repertoireplanung, Kommunikation, Medien und Marketing.[3]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saxophon und Klavier, Detlef Bensmann und Michael Rische, Koch-Classics, 1990
  • Dietrich Erdmann: Musik für Saxophon, CD, Detlef Bensmann und Michael Rische, Koch-Classics, 1996
  • With a touch of Jazz, Koch-Classics, 1996
  • Debussy: Images I & II, Images oubliées, etc. Michael Rische CD, Koch-Classics, 1999
  • Variations On B-A-C-H (Klavierwerke vom Barock bis zur Moderne), EMI-Classics, 1999
  • Antheil, Copland, Honegger, Ravel – Bamberger Symphoniker, Christoph Poppen, WDR Sinfonieorchester Köln, Steven Sloane, Israel Yinon – Piano Concertos of the 1920s, Vol I., Arte Nova Classics, 2002
  • Schulhoff, Antheil, Gershwin – Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Wayne Marshall, WDR Sinfonieorchester Köln, Gunther Schuller – Piano Concertos of the 1920s, Vol I., Arte Nova Classics, 2003
  • Gershwin/Antheil – Jazzklavierkonzerte, Arte Nova Classics, 2009
  • W. A. Mozart: Klavierkonzert d-Moll KV 466 mit Kadenzen von Beethoven, Brahms, Busoni, Hummel, F. X. Mozart, Rische und Cl. Schumann. – Michael Rische, Klavier, WDR Sinfonieorchester Köln, Dir.: Howard Griffiths. Hänssler, 2011
  • Carl Philipp Emanuel Bach: Klavierkonzerte Wq 23, Wq 31, Wq 112/1, Michael Rische, Morten Schult-Jensen und das Leipziger Kammerorchester, Studio MDR. Leipzig, Hänssler, 2011
  • Carl Philipp Emanuel Bach: Klavierkonzerte Wq 14, Wq 17, Wq 43/4, Michael Rische, Morten Schult-Jensen und das Leipziger Kammerorchester, Studio MDR. Leipzig, Hänssler, 2012
  • Carl Philipp Emanuel Bach: Klavierkonzerte Wq 22, Wq 43/5, Wq 46, Michael Rische, Rainer Maria Klaas und die Kammersymphonie Leipzig, Studio MDR. Leipzig, Hänssler, 2013

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Niederschrift des Interviews von Pedro Obiera mit Michael Rische in der Wochenendbeilage der Aachener Nachrichten vom 3. Dezember 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kadenzen zu Mozart
  2. Neueinspielung der Werke Carl Philipp Emanuels Bachs
  3. Seminarplan Michael Rische