Michael Sachs (Rabbiner)

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Michael Sachs 1858

Michael Sachs (geboren am 3. September 1808 in Großglogau; gestorben am 31. Januar 1864 in Berlin) war ein deutscher Rabbiner.

Michael Sachs war der Sohn des Kaufmanns Naftali-Juda Sachs. Er erhielt Talmudunterricht bei Rabbiner Öttinger in Glogau. Mit 13 Jahren kam er auf das Gymnasium.

Sachs immatrikulierte sich im Mai 1827 an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Dort studierte er Philologie bei Boeckh, Schleiermacher und Hegel. Im Mai 1835 legte er das Oberlehrerexamen ab. Im Oktober desselben Jahres promovierte er an der Universität Jena. Er war Leiter der Berliner jüdischen Mädchenschule.

Michael Sachs wurde 1836 als Rabbiner der jüdischen Gemeinde nach Prag berufen. In Prag betrieb er Privatstudien bei dem Talmudisten Saul Jonathan Löwy (1809–1849).

Im Jahre 1837 heiratete er Henriette Lehfeldt (1816–1878), Tochter des Gutsbesitzers Elkan Levi aus Glogau.

Seit 1844 war er „Prediger und Rabbinatsassessor“ in Berlin. Er war Mitarbeiter an der Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums Zacharias Frankels und Anhänger der konservativen Theologen-Versammlung (1846) und bis 1848 Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft.

Er hielt die Trauerrede für die Opfer jüdischen Glaubens unter den Märzgefallenen der Revolution von 1848.

Nach ihm ist auch die Michael-Sachs-Loge im oberschlesischen Königshütte benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von seinen zahlreichen Werken, die im Sinn des konservativen Judentums viel zur Aufhellung der Literatur und Geschichte desselben beigetragen haben, sind zu erwähnen:

  • die Übersetzung und Erläuterung der Psalmen (Berlin 1835);
  • Stimmen vom Jordan und Euphrat (Berlin 1852, 2. Auflage 1868);
  • Beiträge zur Sprach- und Altertumsforschung (Berlin 1852-54, 2 Bände, die Beziehungen zwischen der griechisch-römischen Welt und der talmudisch-midraschischen Literatur behandelnd);
  • Die religiöse Poesie der Juden in Spanien (Berlin 1845);
  • die meisterhafte Übersetzung der israelitischen Festgebete (Machsor) und des Gebetbuchs (Siddur).

Eine Auswahl seiner Predigten erschien in zwei Bänden (Berlin 1866-69), herausgegeben von David Rosin. Für die Zunz'sche Bibelübersetzung übersetzte Sachs 15 Bücher.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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