Michael Schneider (Schriftsteller)

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Michael Schneider (* 4. April 1943 in Königsberg) ist ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Michael Schneider ist der Sohn des Komponisten und Dirigenten Horst Schneider, sein Bruder ist der Schriftsteller Peter Schneider. Bei Kriegsende floh die Familie nach Westdeutschland, und Michael Schneider wuchs in Grainau/Oberbayern und in Freiburg im Breisgau auf.

Nach dem Abitur begann er ein Studium der Naturwissenschaften an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und in Paris, das er 1968 abbrach, um zur Freien Universität Berlin zu wechseln. Dort studierte er Philosophie, Soziologie und Religionswissenschaft. Gleichzeitig engagierte er sich in der Studentenbewegung und war als politischer Publizist tätig. Zwischen 1970 und 1971 gehörte Schneider zum Kaderstamm der maoististischen Proletarische Linke/Parteiinitiative (PL/PI). Eine kritische Bilanz seiner Erfahrungen als Betriebskader zog er in dem Beitrag Gegen den linken Dogmatismus, eine 'Alterskrankheit' des Kommunismus[1].

Nach seiner Promotion im Jahre 1974 war er Lektor im Verlag Klaus Wagenbach in Berlin und von 1975 bis 1978 Dramaturg am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seit 1991 ist Schneider Dozent an der Filmakademie Baden-Württemberg, seit 1995 als Professor im Fachbereich Drehbuch. Neben seinen politisch-essayistischen Werken hat Schneider auch erzählerische Werke verfasst.

Michael Schneider, der Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller, des PEN-Zentrums Deutschland und der Humboldt-Gesellschaft ist, erhielt neben verschiedenen Literaturstipendien 1980 den aspekte-Literaturpreis und 2010 den George-Konell-Preis. Des Weiteren ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Neurose und Klassenkampf, Reinbek bei Hamburg 1973
  • Die lange Wut zum langen Marsch, Reinbek bei Hamburg 1975
  • Das Spiegelkabinett, München 1980
  • Den Kopf verkehrt aufgesetzt oder Die melancholische Linke, Darmstadt [u.a.] 1981
  • Das Gespenst der Apokalypse und die Lebemänner des Untergangs, Frankfurt am Main 1984
  • Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, Köln 1984
  • Die Wiedergutmachung oder Wie man einen verlorenen Krieg gewinnt, Köln 1985
  • Die Traumfalle, Köln 1987
  • Iwan der Deutsche, Frankfurt am Main 1989 (zusammen mit Rady Fish)
  • Das "Unternehmen Barbarossa", Frankfurt am Main 1989
  • Die abgetriebene Revolution, Berlin 1990
  • Das Ende eines Jahrhundertmythos, Köln 1992
  • Der Traum der Vernunft, Köln 2001
  • Vor dem Dreh kommt das Buch, Gerlingen 2001
  • Das Geheimnis des Cagliostro, Köln 2007

Literatur[Bearbeiten]

  • Walther Killy: Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache (15 Bände). Gütersloh, München: Bertelsmann-Lexikon-Verl., 1988-1991 (CD-ROM: Berlin 1998, ISBN 3-932544-13-7)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kursbuch 25/1971, S. 73-121
  2. http://www.attac-netzwerk.de/das-netzwerk/wissenschaftlicher-beirat/mitglieder/ Mitglieder Wissenschaftlicher Beirat Attac (Stand Dezember 2009)