Michael Sievernich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Michael Sievernich im Februar 2016 bei einem Vortrag in Berlin

Michael Sievernich (* 22. Februar 1945 in Arnsburg bei Lich, Hessen) ist ein deutscher Jesuit, römisch-katholischer Theologe und Professor für Pastoraltheologie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur in Köln 1965 trat Sievernich als Novize der Gesellschaft Jesu (SJ) bei. 1967 bis 1970 studierte er Philosophie an der jesuitischen Hochschule für Philosophie München mit Abschluss Lic. phil.; es folgte 1973 sein Diplom in katholischer Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Nach einem kurzen Studienaufenthalt in den USA wurde Sievernich 1973 von Kardinal Hermann Volk zum Priester geweiht. Er schloss ein postgraduales Studium in katholischer Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster an. Dort wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Sauerlandia Münster im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen. Sievernich wurde 1982 an der Universität Münster mit der Arbeit Schuld und Sünde in der Theologie der Gegenwart promoviert. Die Arbeit erhielt den Preis der Universität Münster.

Nach einem Studienaufenthalt in Kolumbien habilitierte sich Sievernich an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main und erhielt die venia legendi für Pastoraltheologie und Religionspädagogik. Ab 1984 war er als Privatdozent tätig und erhielt 1988 einen Ruf als Professor für Pastoraltheologie an der obgenannten Frankfurter Hochschule. Mehrfach hatte er Gastprofessuren in Lateinamerika inne: Buenos Aires (1991, 1993) und Mexiko-Stadt (1995). Von 1996 bis 2000 war er Rektor der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt. 2003 erhielt Michael Sievernich einen Ruf auf den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Michael Sievernich war Dekan der katholisch-theologischen Fakultät in Mainz. An der Hochschule Sankt Georgen wurde er zum Honorarprofessor ernannt.

Sievernich war seit 1973 in Nebentätigkeit pastoral engagiert bei Jugendarbeit, Predigt, Exerzitien und geistlicher Begleitung. 1977 bis 1981 war er Subregens am Priesterseminar Sankt Georgen in Frankfurt. Er ist Bandphilister der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Gothia-Würzburg im Cartellverband.

Sievernich gehörte zum Kreis der Sprecher der ARD-Sendung Das Wort zum Sonntag.[1]

Sievernich hat mittlerweile zahlreiche Veröffentlichungen publiziert; bekannt wurden insbesondere seine Auseinandersetzungen mit der Befreiungstheologie. Seine Schwerpunkte in der Forschung sind: Christliche Sozialformen in Geschichte und Gegenwart, Ritual und Sakrament, Urbanität und Pastoral, Inkulturation und interkulturelle Theologie, ignatianische Spiritualität und Seelsorge, Religion in der späten Moderne.

Michael Sievernich ist der Bruder des Filmproduzenten Chris Sievernich sowie des Museumsdirektors Gereon Sievernich.

Er war 1986 der Mentor der geplanten, aber schließlich nicht weiterverfolgten Doktorarbeit von Jorge Bergoglio[2] und hat diese Bekanntschaft mit dem heutigen Papst Franziskus auch während einer Gastprofessur in Argentinien Anfang der 1990er Jahre gepflegt.[3]

Im Herbst 2015 nahm er als deutschsprachiger Berater an der Bischofssynode über Ehe und Familie im Vatikan teil.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Sprecherinnen und Sprecher seit 1954.
  2. http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/57656.html
  3. Vortrag über Papst Franziskus, Stiftung Mater Dolorosa Berlin-Lankwitz, 2013, abgerufen am 3. Januar 2016
  4. http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/frankfurter-jesuit-uberraschend-nachnominiert

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Herausgeber/Übersetzer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mariano Delgado (Hrsg.): Evangelium und Kultur. Begegnungen und Brüche. Festschrift für Michael Sievernich. Kohlhammer, Stuttgart 2010 (Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte. Band 12).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]