Michael Wilk

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Michael Wilk (2011)

Michael Wilk (* 1956 in Wiesbaden) ist ein deutscher Arzt, anarchistischer Autor und Umweltaktivist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Lehre und Ausbildung zum Schmied studierte Wilk Medizin und promovierte. Er arbeitet als Allgemein- und Notfallmediziner, sowie Schmerz- und Psychotherapeut. Seit 1976 wirkt er im Anarchistischen Forum Wiesbaden und dem Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden (AKU) mit. Er ist Aktivist in sozialen und ökologischen Bewegungen wie der Anti-Atomkraft-Bewegung, dem Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau (Startbahn West) und Beteiligter an den Libertären Tagen 1987 und 1993 in Frankfurt. In seinen theoretischen Auseinandersetzungen widmet er sich unter anderem den Themen Macht und Herrschaft sowie Staatskritik. Seiner kritischen Bewertung von Herrschaftskonzepten[1], unter anderem Mediations- [2] und Dialogverfahrfahren[3], stellt er Ansätze emanzipativer Strategien gegenüber. Wilk ist Zeitzeuge der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Tod von Günter Sare 1985 [4].

Er arbeitete am Trotzdem Verlag und an der Zeitschrift Schwarzer Faden mit und veröffentlichte Beiträge, Reden und Interviews unter anderem in anti atom aktuell, Frankfurter Rundschau, Graswurzelrevolution, junge Welt, Jungle World und heute.de.

International unterstützt Wilk als Notarzt in Krisengebieten humanitäre Projekte, so 1989 Flüchtlingsrücksiedlungen in Morazan/Salvador und seit 2014 in Rojava/Nordsyrien.[5][6] [7]

2004 wirkte Wilk in dem Film The White Diamond von Werner Herzog mit.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Wolfgang Haug: Der Malstrom. Aspekte anarchistischer Staatskritik. Trotzdem Verlag, Grafenau 1995, ISBN 3-922209-82-3.
  • Macht, Herrschaft, Emanzipation. Aspekte anarchistischer Staatskritik. Trotzdem Verlag, Grafenau 1999, ISBN 3-931786-16-1 (michael-wilk.info [PDF; abgerufen am 28. Juli 2017]).
  • Technik des sozialen Friedens. Beteiligung als Akzeptanzmanagement. In: Kritik der Politik. Agnoli zum 75. Geburtstag. ça ira Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-924627-66-5.
  • Das Ziel sollte sein, Protest in Diskussion zu verwandeln… Wie das Mediationsverfahren gescheitert ist. In: Turbulenzen. Widerstand gegen den Ausbau des Rhein- Main- Flughafens. Trotzdem Verlag, Grafenau 2002, ISBN 3-931786-21-8.
  • Von Maschinisten und Monsterbändigern. In: Rolf Engelke, Thomas Klein, Michael Wilk (Hrsg.): Soziale Bewegungen im globalisierten Kapitalismus. Bedingungen für emanzipative Politik zwischen Konfrontation und Anpassung. Trotzdem Verlag, Frankfurt 2005, ISBN 3-931786-22-6.
  • Warum Paul Lafargues „Recht auf Faulheit“? In: Michael Wilk (Hrsg.): Das Recht auf Faulheit. Trotzdem Verlag, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-931786-47-2 (Vorwort).
  • Kommunismus? Emanzipation! Was sonst? In: Selbsthilfegruppe Ei des Kommunismus [SEK] (Hrsg.): Was tun mit Kommunismus?! Kapitalismus, „Real existierender Sozialismus“, Konkrete Utopien heute. 1. Auflage. Unrast Verlag, Münster 2013, ISBN 978-3-89771-526-4.
  • Einbeziehung als Herrschaftsinstrument und die Mediation am Frankfurter Flughafen, Parteien als Reintegrationsinstrument – eine Bewegung zwischen Widerstand und Anpassung … In: Michael Wilk, Bernd Sahler (Hrsg.): Strategische Einbindung. Von Mediationen, Schlichtungen, runden Tischen... und wie Protestbewegungen manipuliert werden. Edition AV, Lich 2014, ISBN 978-3-86841-094-5.
  • Verweigern als legitimes und notwendiges Mittel. In: Monika C. M. Müller (Hrsg.): Endlagersuche. Endlager-Kommission und Öffentlichkeit(en): Fragen nach Zusammenarbeit und Fortschritten im Prozess zur Halbzeit der Kommission, Loccumer Protokoll Band 60/14. Evangelische Akademie Loccum, Rehburg-Loccum 2016, ISBN 978-3-8172-6014-0.
  • Akzeptanz statt Protest. In: Daniel Häfner (Hrsg.): Materialien 16. Konzern.Macht.Protest. Über künstliche Bürgerinitiativen. Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2016, ISSN 2199-7713 (rosalux.de [PDF]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Wilk: Kritik und Selbstkritik in Jungle World
  2. M. Wilk: Gateway zum Weltmarkt, Konfliktmanagement durch Dialog
  3. M. Wilk: Herrschaft ist überaus flexibel in Le Bohemien
  4. M. Wilk:  »Das Aufrechnen kaputter Scheiben ist pervers«  Interview mit Michael Wilk im Arbeiterkampf AK 21.10.1985
  5. M. Wilk: Hoffnung trotz Terror und Krieg in Syrien in GWR 419 Mai 2017
  6. Deutscher Arzt berichtet aus Syrien: Von Europas Regierungen allein gelassen. In: heute.de. Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Juli 2016; abgerufen am 13. August 2017 (PDF).
  7. Syrien: Sturm auf Rakka, Beitrag im Weltspiegel der ARD vom 02. Oktober 2017