Michael van Gerwen

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Michael van Gerwen Darts pictogram.svg
Michael van Gerwen 6-5 Krzysztof Ratajski - Michael van Gerwen - 2019251192935 2019-09-08 PDC European Darts Matchplay - 0122 - B70I7359.jpg
Michael van Gerwen, 2019
Zur Person
Vollständiger Name Michael van Gerwen
Spitzname Mighty Mike, MVG
Nation NiederlandeNiederlande Niederlande
Geburtsdatum 25. April 1989
Geburtsort Boxtel, Niederlande
Wohnort Vlijmen, Niederlande
Dartsport
Dart seit 2003
Wurfhand rechts
Darts Winmau Darts 23 g
Einlaufmusik Seven Nation Army von The White Stripes
BDO 2003–2007
PDC seit 2007
Platz Weltrangliste 1.[1]
Wichtigste Erfolge
Infobox zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2020

Michael van Gerwen (* 25. April 1989 in Boxtel) ist ein professioneller niederländischer Dartspieler. Sein Spitzname lautet Mighty Mike; seine Einlaufmusik ist Seven Nation Army von den White Stripes. Derzeit ist er die Nummer eins der Welt auf der PDC Order of Merit. 2014 gewann er die PDC-Weltmeisterschaft und wurde damit zum bisher jüngsten PDC-Weltmeister; 2017 und 2019 holte er den Titel erneut.

Van Gerwen gewann das World Masters 2006 und warf einen fernsehübertragenen Neundarter beim Masters of Darts 2007. Mit 17 Jahren war er der jüngste Spieler, dem dies jemals gelang. Im Jahr 2014, im Alter von 24 Jahren, wurde van Gerwen der jüngste Gewinner einer PDC-Weltmeisterschaft.

In den folgenden Jahren dominierte er den Dartssport und gewann 18 Turniere im Jahr 2015 und 25 Turniere im Jahr 2016. Van Gerwen ist nach Phil Taylor der zweiterfolgreichste Spieler der PDC-Geschichte. Er hat die meisten PDC Pro Tour-Events gewonnen, mit 75 (Stand: Juni 2019) und übertraf damit Taylors bisherigen Rekord von 70.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael van Gerwens Vater Henri arbeitete als LKW-Fahrer, seine Mutter Wilma war in einer Kantine beschäftigt.[2]

Im August 2014 hat van Gerwen seine langjährige Freundin Daphne Govers geheiratet.[3] Sie haben eine Tochter (* 2017)[4] und einen Sohn (* 2020)[5]

Jugendkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Van Gerwen fing nach eigener Angabe bereits mit 13 Jahren mit dem Dartsspielen an.[6] Mit 14 Jahren erreichte er das Finale des Primus Masters Youth 2003. Danach gewann er viele Jugendtitel, unter anderem die German Open 2005, den German Gold Cup 2005, die Norway Open 2005, die Northern Ireland Open 2005, die Swedish Open 2005 und die Niederländische Jugendmeisterschaft 2005, welche er auch 2006 gewann. Außerdem gewann er die Norway Open 2005 und Northern Ireland Open 2005 im Erwachsenenbereich.

Karriere bei der BDO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2007 spielte van Gerwen beim Dartverband BDO. Dabei erreichte er das Halbfinale der Bavaria World Darts Trophy 2006. Er verlor dieses gegen Martin Adams, spielte aber fast einen 9-Darter und verpasste nur den letzten Dart auf die Doppel-12. Außerdem spielte er während des Turniers mit 170 das höchstmögliche Checkout. Im weiteren Saisonverlauf schaffte es van Gerwen, seine gute Leistung zu konservieren und wurde mit 17 Jahren und 174 Tagen jüngster Sieger bei den Winmau World Masters 2006.

Angesichts seiner guten Leistung kamen Gerüchte auf, dass sich van Gerwen dem konkurrierenden Dartverband PDC anschließen würde. Während der World Darts Trophy 2006 gab er eine Pressekonferenz, in der er alle Gerüchte verneinte und bestätigte, dass er bei der BDO bleiben würde. Darüber hinaus lehnte van Gerwen eine Teilnahme an der PDC-Weltmeisterschaft ab, an der er als Erstplatzierter der niederländischen Dartsrangliste hätte teilnehmen dürfen. Der dadurch freigewordene Startplatz ging an den Zweitplatzierten Rico Vonck.

Im Vorfeld der BDO-Weltmeisterschaft 2007 wurde van Gerwen von den Buchmachern als Favorit gehandelt, schied allerdings in der ersten Runde gegen Gary Robson aus.

In der Nacht des Finales der Weltmeisterschaft gab das niederländische Fernsehen bekannt, dass van Gerwen zusammen mit Vincent van der Voort und Jelle Klaasen zur PDC wechseln würde.

Karriere bei der PDC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Van Gerwen belegte zuerst Platz 88 in der PDC Order of Merit. Obwohl er zuvor noch bei der BDO spielte, durfte er an einigen Wettbewerben der PDC in den Niederlanden, unter anderem an den Holland Open 2006, teilnehmen, sogar bevor er zur PDC wechselte.

Am 20. Januar 2007 hatte er sein Debüt bei den Stan James Players Championships in Gibraltar und schlug Andy Hamilton in der ersten Runde, bevor er im Achtelfinale gegen seinen Landsmann Roland Scholten verlor. Am Tag darauf gewann er gegen Raymond van Barneveld in der ersten Runde und verlor dann im Viertelfinale gegen Alan Warriner-Little. Er setzte seine gute Form fort und schlug Phil Taylor mit 3:0 beim Masters of Darts. Alle drei Sätze wurden im entscheidenden Leg entschieden, welche van Gerwen mit 14, 12 und 12 Darts für sich entschied. Im Halbfinale gegen van Barneveld spielte er dann seinen ersten Neundarter, verlor aber trotzdem das Spiel.

Bis dahin hatte van Gerwen keine Erfolge im Fernsehen vorzuweisen. Sein Debüt gab er bei den UK Open 2007, wo er in der Runde der letzten 32 gegen Colin Osborne verlor. Für die Las Vegas Desert Classics 2007 konnte er sich allerdings nicht qualifizieren und verlor in Runde zwei des World Matchplay 2007 in Blackpool gegen Ronnie Baxter mit 12:14, obwohl er mit 12:10 in Führung lag und ihm somit nur ein Leg zum Sieg fehlte. Seine beste Leistung lieferte er bei der PDC World Darts Championship 2008 ab, als er zwar in der ersten Runde gegen Taylor verlor, aber einen Matchdart hatte.

Van Gerwen beendete seine Durststrecke, als er am 11. April 2009 gegen Vincent van der Voort mit 6:3 bei der Players Championship in Taunton gewann, was ihm £6.000 für die Order of Merit einbrachte. Bei der ersten Ausgabe der PDC U-21 Weltmeisterschaft unterlag er im Finale, welches im Vorfeld des Finales der PDC World Darts Championship 2011 ausgespielt wurde, dem Engländer Arron Monk.

Er warf beim World Matchplay 2012 einen Neundarter im Achtelfinale gegen Steve Beaton und gewann das Match mit 13:9. Seinen ersten Major Turnier Titel in der PDC gewann er beim World Grand Prix 2012, als er im Finale Mervyn King mit 6:4 sets bezwang. Danach begann seine Karriere bei der PDC steil nach oben zu gehen. Im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2013 bezwang er den amtierenden Doppelweltmeister Adrian Lewis in einem hochklassigen Match mit 5:4 sets, wobei Lewis im Entscheidungssatz zwei Matchdarts vergab. Im Halbfinale gelang ihm gegen James Wade zudem ein weiterer Neundarter. Im direkt darauffolgenden Leg hatte er eine weitere Chance auf das perfekte Spiel, verfehlte jedoch das abschließende Doppelfeld. Ihm gelangen also 17 perfekte Darts in Folge. Damit übertraf er den bisherigen Rekord von Phil Taylor, der 2010 16 perfekte Darts geworfen hatte. Am 1. Januar 2013 verlor van Gerwen trotz einer 4:2-Satzführung das Finale der Weltmeisterschaft gegen Taylor noch mit 4:7 Sätzen,[7] konnte ihn aber einige Monate später im Finale der Premier League Darts 2013 mit 10:8 bezwingen.

Am 1. Januar 2014 gewann MVG im Finale der Weltmeisterschaft 2014 gegen den Schotten Peter Wright seinen ersten Weltmeistertitel und löste damit auch den bisher führenden Phil Taylor in der Order of Merit ab. Bei der Weltmeisterschaft 2015 schied van Gerwen im Halbfinale gegen den späteren Sieger Gary Anderson aus. Das World Matchplay 2015 gewann van Gerwen im Finale gegen James Wade mit 18:12, während er sich im Finale des World Grand Prix knapp Robert Thornton mit 4:5 geschlagen geben musste.

2015 gewann van Gerwen den Grand Slam of Darts zum ersten Mal und somit gelang es ihm als erst zweitem Spieler, jedes Major-Turnier der PDC mindestens einmal zu gewinnen. Bei der Weltmeisterschaft 2016 schied er im Achtelfinale nach einem hochklassigen und spannenden Match dennoch mit 3:4 sets gegen seinen Landsmann Raymond van Barneveld aus. Die Premier League konnte er 2016 zum zweiten Mal gewinnen, als er am finalen Abend Adrian Lewis und Phil Taylor mit 11:4 bzw. 11:3 legs im Halbfinale bzw. Finale deutlich bezwang. 2016 gewann van Gerwen zudem alle weiteren TV-Turniere, die für die PDC Order of Merit zählen; unter anderem das World Matchplay, den World Grand Prix und den Grand Slam of Darts.

Das Jahr 2017 startete für van Gerwen mit dem Gewinn der PDC-Weltmeisterschaft, im Finale konnte er sich mit 7:3 gegen Gary Anderson durchsetzen. Am 10. Februar 2017 warf van Gerwen bei einem UK Open-Qualifikationsturnier im Spiel gegen Ryan Murray als zweiter Dartspieler überhaupt nach Phil Taylor in einem Spiel zwei 9-Darter.[8]

Im Mai desselben Jahres gewann er zum dritten Mal die Premier League. Im Halbfinale besiegte er Gary Anderson, im Finale gewann er mit 11:10 gegen Peter Wright. Im Halbfinale der PDC Weltmeisterschaft 2018 verlor van Gerwen gegen den Engländer und späteren Weltmeister Rob Cross mit 5:6 und konnte somit seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Im Verlauf des Jahres konnte er abgesehen vom World Grand Prix kein in die Order of Merit einfließendes Major Turnier gewinnen. Häufig schied er früh im Turnier aus, wie während des World Matchplays (in 1. Runde) oder bei den European Championship (2. Runde).

Am 26. April 2018 wurde van Gerwen vom niederländischen König Willem-Alexander mit dem Orden von Oranien-Nassau ausgezeichnet.[9]

Während der Weltmeisterschaft 2019 besiegte er Gary Anderson im Halbfinale mit 6:1. Das Finale gewann er 7:3 gegen Michael Smith. Beim Einladungsturnier The Masters gewann er im Finale 11:5 gegen James Wade. Im Mai 2019 konnte er erneut seinen Titel in der Premier League verteidigen, im Finale besiegte er Rob Cross 11:5. Im weiteren Verlauf der Saison gewann er die Premier League zum vierten Mal in Serie und holte beim World Grand Prix seinen fünften Titel. Zu Saisonende holte er mit dem Gewinn der Champions League of Darts, den Players Championship Finals und den World Series of Darts Finals noch weitere drei Titel. Durch den Erfolg bei der Champions League hat er alle aktuell ausgetragenen Major-Turniere mindestens einmal gewonnen. Bei der Weltmeisterschaft 2020 erreichte er sein fünftes Finale, unterlag dort jedoch Peter Wright mit 3:7. Bei den UK Open in Milton Keynes gewann er durch einen 11:9-Erfolg gegen Gerwyn Price seinen dritten Titel bei diesem Turnier. Beim Masters (1. Runde) und beim World Matchplay (2. Runde) schied er jeweils früh aus. In der Premier League verpasste van Gerwen zum ersten Mal bei seiner achten Teilnahme die Playoffs, er verlor am letzten Spieltag mit 2:8 gegen Daryl Gurney.

PDC-Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael van Gerwen (2017)

Ergebnisse bei Majorturnieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tournament 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
PDC World Championship R1 R2 R2 R1 AF F S HF AF S HF S F
The Masters VF HF S S S S S R1
UK Open R5 R3 R3 R3 R4 AF VF HF S S R3 R4 S
Premier League Darts S F F S S S S GP
World Cup of Darts AF S HF F S S HF
World Matchplay AF AF R1 VF HF F S S VF R1 R2 R2
Champions League of Darts F GP HF S n. a.
World Grand Prix R1 S VF S F S R1 S S VF
European Darts Championship AF AF R1 AF HF S S S S R2 R1
World Series of Darts Finals S S S VF S R2
Grand Slam of Darts GP GP GP AF F AF VF S S S HF HF
Players Championship Finals R1 AF R1 AF S AF S S S F S

R = Runde – GP = Gruppenphase – AF = Achtelfinale – VF = Viertelfinale – HF = Halbfinale – F = Finale – S = Sieger

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BDO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PDC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Michael van Gerwen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PDC Order of Merit. Abgerufen am 27. Juli 2020 (englisch).
  2. Darts-Superstar van Gerwen im Interview. In: spiegel. Abgerufen am 17. August 2020. 
  3. Michael van Gerwen: I see more of Phil Taylor than of my wife. In: The Guardian, 15. Dezember 2014. Abgerufen am 25. November 2017. 
  4. Michael van Gerwen ist Vater. In: Sport1. Abgerufen am 25. November 2017. 
  5. Michael van Gerwen zum zweiten Mal Vater. In: Sport1. Abgerufen am 17. August 2020. 
  6. Donald McRae: Michael van Gerwen: I see more of Phil Taylor than of my wife. In: The Guardian. 15. Dezember 2014, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 25. April 2020]).
  7. 16. WM-Triumph für Phil Taylor. In: derstandard.at. 2. Januar 2013, abgerufen am 2. Januar 2013.
  8. Van Gerwen gelingt Historisches. In: Spiegel Online. 10. Februar 2017, abgerufen am 11. Februar 2017.
  9. Michael van Gerwen zum Ritter geschlagen. In: Twitter. 26. April 2018, abgerufen am 26. April 2018 (englisch).