Michael von Brück

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Michael von Brück

Michael von Brück (* 3. Juni 1949 in Dresden) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Zen- und Yoga-Lehrer. Bis zu seiner Emeritierung Ende des Sommersemesters 2014 leitete er den Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Brück gehörte als Kind zum Dresdner Kreuzchor und machte an der Kreuzschule sein Abitur. 1968-73 studierte er Evangelische Theologie, vergleichende Sprachwissenschaft, Sanskrit und Indologie in Rostock. Nach der Promotion ging er nach Madras in Südindien, um Indische Philosophie und Religion sowie Buddhismus zu studieren.

1979 ließ er sich zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ordinieren. 1980-85 war er Gastdozent in Indien. 1982 erfolgte seine Habilitation in Systematischer Theologie über „Möglichkeiten und Grenzen einer Theologie der Religionen bei Rudolf Otto und Karl Barth“. Seit 1985 ist er Zen- und Yogalehrer auf der Basis von Ausbildungen in Indien und Japan.

1988 erhielt von Brück die Professur für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Regensburg und wechselte 1991 auf den Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der LMU in München.

Von Brück ist seit langen Jahren Gesprächspartner von Tendzin Gyatsho, dem 14. Dalai Lama. Er verfasste zahlreiche Bücher über den Buddhismus und dessen Verhältnis zum Christentum, die als Standardwerke gelten. Er war Gründer und Herausgeber der Zeitschrift Dialog der Religionen.

Epistemischer Standpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Brück vertritt eine epistemische Auffassung die er selber als strikten Relationismus bezeichnet, und die er vom Relativismus unterscheidet.[1] Nichts habe für sich eine Realität, sondern nur durch die Relation zu etwas anderem. Die Trennung von Subjekt-Objekt betrachtet er kritisch. Die Herstellung eines Faktums geschehe durch Beobachtung. Daher sei auch die klassische Unterscheidung von Natur- und Geisteswissenschaft so nicht mehr haltbar.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke von Michael von Brück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Welt des tibetischen Buddhismus, zus. mit Regina von Brück, Kösel Verlag, München 1996, ISBN 3-466-20402-X.
  • Buddhismus und Christentum. Geschichte, Konfrontation, Dialog; zus. mit Whalen Lai, C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42646-8.
  • Wie können wir leben? Religion und Spiritualität in einer Welt ohne Maß; C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-49334-3.
  • Wie Zen mein Christsein verändert; zus. mit Willigis Jäger, Niklaus Brantschen u.a., Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-05499-X.
  • Der Weg des Dalai Lama; Knesebeck, München 2005, ISBN 3-89660-274-8.
  • Zen. Geschichte und Praxis; C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-50844-8.
  • Einführung in den Buddhismus; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN 3-458-71001-9.
  • Ewiges Leben oder Wiedergeburt; Herder, Freiburg im Breisgau 2007, ISBN 3-451-29599-7.
  • Leben in der Kraft der Rituale. Religion und Spiritualität in Indien; zus. mit Regina von Brück, C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61242-8.
  • Grundzüge einer modernen Anthropologie; zus. mit Günter Rager, Vandenhoeck & Ruprecht, München 2012, ISBN 978-3525570241.

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebendige Seelsorge; Interview mit Michael von Brück ISSN 0343-4591, im Themenheft „Christentum und Weltreligionen“ 5/2006
  • Einheit der Wirklichkeiten; Eva-Maria Glasbrenner, Christian Hackbarth-Johnson (Hrsg.), Festschrift anlässlich des 60. Geburtstags von Michael von Brück, Manya, München 2009, ISBN 978-3-941196-01-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Michael von Brück: Die Symphonie des Lebens. Wissenschaft zwischen Schöpfung und Zerstörung Interview in: Tattva Viveka, Jg. 19, Nr. 53, 2012, S. 63–69 ([1])