Michaela Krützen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Michaela Krützen (* 5. April 1964 in Aachen) ist eine deutsche Medienwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Filmwissenschaft. Sie ist Professorin für Medienwissenschaft an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München). Von 2002 bis 2013 war sie Vizepräsidentin dieser Hochschule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michaela Krützen studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft (TFF), Germanistik und Bibliothekswissenschaft an der Universität zu Köln und schloss ihr Studium 1989 mit dem Magister Artium ab, der Titel ihrer Magisterarbeit lautet The Most Beautiful Woman on the Screen: The Fabrication of the Star Greta Garbo. 1994 wurde sie mit der Schrift Hans Albers. Eine deutsche Karriere[1] promoviert, ihre Habilitation folgte 2001 mit Dramaturgie des Films: wie Hollywood erzählt [2]. Von 1989 bis 2000 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln; parallel hierzu war sie bis 1999 in der Medienpraxis tätig (u. a. Regie bei dem Film Shiva und die Galgenblume).

2001 vertrat Krützen den Lehrstuhl „Europäische Medienwissenschaft“ an der Universität Potsdam. Im Frühjahr 2001 wurde sie an die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München berufen und übernahm dort zum Wintersemester 2001/02 den Lehrstuhl „Kommunikations- und Medienwissenschaft“; sie ist seitdem geschäftsführende Leiterin dieser Abteilung. Von 2002 bis 2013 war sie Vizepräsidentin der HFF München.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michaela Krützen befasst sich in Lehrveranstaltungen und Publikationen mit Filmgeschichte, Filmtheorie und Filmanalyse. Ihr besonderes Interesse gilt der Star-Theorie und der Dramaturgie des Films, wobei klassische Erzählformen und deren Variation im Mittelpunkt stehen. In "Dramaturgie des Films" analysiert Krützen exemplarisch den Film "Das Schweigen der Lämmer" im Hinblick auf seine klassische Erzählform; dargestellt werden das Aktmodell und das Modell der "Reise des Helden". In dem Nachfolgeband "Dramaturgien des Films" analysiert Krützen komplexe Narrationen der Jahrtausendwende wie zum Beispiel unzuverlässige Erzählungen ("The Sixth Sense", "The Usual Suspects", "Mulholland Drive"), nicht-chronologische Geschichten ("Pulp Fiction", "Memento", "Twelve Monkeys") oder mehrsträngige Filme ("Short Cuts", "Traffic", "The Hours"). In ihrer jüngsten Publikation stellt Krützen die Filmgeschichte am Beispiel von nur drei Produktionen dar: "Casablanca" steht für die Klassik, "Letztes Jahr in Marienbad" für die Moderne und "Vergiss mein nicht!" für die Nachmoderne.

Die FAZ notiert 2011: "In den letzten Jahren hat sich die 1964 geborere Krützen zur markantesten jüngeren Stimme in der deutschen Filmwissenschaft entwickelt".[3]

Ende 2012 übernahm sie gemeinsam mit Fabienne Liptay und Johannes Wende die von Thomas Koebner begründete Reihe Film-Konzepte, die sich monografisch mit einflussreichen Filmemachern des Weltkinos befasst und viermal jährlich erscheint.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Most Beautiful Woman on the Screen: The Fabrication of the Star Greta Garbo. Frankfurt a.M.: Peter Lang Verlag 1990
  • Hans Albers. Eine deutsche Karriere. Berlin; Weinheim: Beltz Quadriga 1995, ISBN 978-3886792528
  • Daily Soaps. Unterrichtsreihe zur Fernsehanalyse. Köln: RTL 1998
  • Was ist Pop? hg. von Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stefan Schmid. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2004, ISBN 978-3596163922
  • Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2004, ISBN 978-3596160211
  • Film ab... für die Champions. Die Drehbücher. hg. von Michaela Krützen, Falco Jagau. München: HFF 2006
  • Väter, Engel, Kannibalen. Figuren des Hollywoodkinos. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2007, ISBN 978-3596173167
  • Dramaturgien des Films. Das etwas andere Hollywood. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2010, ISBN 978-3100405036
  • Klassik, Moderne, Nachmoderne. Eine Filmgeschichte. Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2015, ISBN 978-3100405043

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Albers. Eine deutsche Karriere. Weinheim/Berlin: Beltz/Quadriga, 1995; ISBN 9783886792528.
  2. Dramaturgie des Film: wie Hollywood erzählt. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M., 2004; ISBN 3596160219.
  3. Suchsland, Rüdiger: "Beim nächsten Film wird gar nichts anders." in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. April 2011, S.33