Michail Iwanowitsch Dragomirow

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Michail Iwanowitsch Dragomirow

Michail Iwanowitsch Dragomirow (russisch Михаил Иванович Драгомиров, ukrainisch Михайло Іванович Драгомиров/ Mychailo Iwanowytsch Drahomyrow; * 8.jul./ 20. November 1830greg. bei Konotop; † 15.jul./ 28. Oktober 1905greg. ebenda) war ein General der russischen Armee.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dragomirow besuchte die Kriegsakademie in Sankt Petersburg und wurde dann dort auch Professor der Taktik. Nachdem er 1861 zum Oberst ernannt worden war, nahm er als Militärattaché 1866 am Deutschen Krieg teil, wurde 1868 Generalmajor und Chef des Generalstabs in Kiew und dann Kommandeur der 14. Division.

Während des Russisch-Osmanischen Krieges 1877 führte Dragomirow die Vorhut und zeichnete sich beim Übergang über die Donau aus in der Schlacht von Svishtov. Nach dem Krieg wurde er Direktor der Kriegsakademie, 1889 General der Infanterie und Generalkommandant des Militärbezirks Kiew. Ab 1898 war er auch Generalgouverneur von Kiew. Beide Ämter bekleidete er bis September 1903. Anschließend wurde er zum Mitglied des Staatsrates ernannt.

Michail Iwanowitsch Dragomirow starb am 28. Oktober 1905 in Konotop. Zwei seiner Söhne erreichten ebenfalls den Generalsrang in der kaiserlich russischen Armee:

Rezeption als Infanterietaktiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dragumirow galt als russische Autorität auf dem Gebiet der Infanterietaktik. Bekannt von ihm sind die Lehrsätze: Die Kugel ist töricht, allein das Bajonet ist ein Mann. und Es gibt eine nationale Taktik, unter die sich die moderne Bewaffnung beugen muß, und keineswegs eine moderne Bewaffnung,an die sich die nationale Taktik anzupassen habe.[1] Damit desavouierte er sich selbst als Kriegstheoretiker, da er die Umwälzungen, welche die Einführung von Schnellfeuergeschützen, Repetiergewehren mit rauchloser Munition und Maschinengewehren vollkommen ignoriert hatte.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skizzen des österreichisch-preußischen Krieges im Jahre 1866. Petersburg (1867), deutsch in zwei Übersetzungen (Berlin, 1868)
  • Leitfaden für die Vorbereitung der Truppen zum Kampf. 3 Tle. Petersburg (1885–87), deutsch von Freiherr von Tetta (3 Tle., Hannover 1889)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Linnenkohl: Vom Einzelschuss zur Feuerwalze. Der Wettlauf zwischen Technik und Taktik im Ersten Weltkrieg. Bernard & Graefe, Bonn 1996 ISBN 3-7637-5966-2 S. 41
  2. ebd. S. 41 f.