Michal Kosakowski

Michal Kosakowski (* 1975 in Stettin, Polen) ist ein polnisch-deutscher Filmregisseur, Medienkünstler und Dozent. Er arbeitet vor allem in den Bereichen Experimentalfilm, Dokumentarfilm und Videokunst.
Leben und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kosakowski wurde 1975 in Stettin geboren und zog im Alter von zehn Jahren mit seiner Familie nach Wien.[1] Dort absolvierte er die Handelsakademie und studierte kurzzeitig an der Wiener Filmakademie.[2]
Zwischen 1997 und 2000 war er Artist-in-Residence im Kommunikationszentrum Fabrica in Italien, wo er u. a. mit dem Fotografen Oliviero Toscani zusammenarbeitete.[3]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits in den 1990er Jahren gründete er die unabhängige Produktionsfirma Dark Productions in Wien, mit der er zahlreiche Kurzfilme produzierte.[4] Ab 2003 war er mit seiner Firma Kosakowski Films in Berlin tätig, die sich auf experimentelle Filme, Installationen und Dokumentarprojekte spezialisierte.
Zero Killed
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sein bekanntester Film ist Zero Killed (2012), ein semidokumentarisches Projekt über Menschen, die ihre eigenen Gewaltfantasien filmisch inszenieren und anschließend reflektieren.[5] Der Film basiert auf der Videoinstallation Fortynine (2007) und wurde unter anderem beim Chicago Underground Film Festival ausgezeichnet.
Weitere Projekte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Just Like the Movies (2006) – ein Kurzfilm über mediale Repräsentationen der Terroranschläge vom 11. September; ausgezeichnet in Mailand und Amsterdam.
- German Angst (2015) – Episodenfilm mit drei Geschichten. Kosakowski inszenierte die Episode Make a Wish, die sich mit Gewalt, Rache und magischem Realismus auseinandersetzt. Die anderen Episoden stammen von Jörg Buttgereit und Andreas Marschall.[6]
- Holofiction (2025) – multimediales Projekt über Erinnerungskultur in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek.
Lehr- und Kuratortätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 2008 bis 2011 lehrte Kosakowski Experimentalfilm und Filmtheorie an der Mediadesign Hochschule München.[4] Zudem war er Juror bei mehreren internationalen Filmfestivals, darunter das Milano Film Festival und das SLASH Filmfestival.[7]
Stil und Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kosakowskis Filme gelten als herausfordernd und provozierend. Sie thematisieren Gewalt, Ethik, Erinnerung und mediale Darstellung. Kritiker bezeichnen insbesondere Zero Killed als „verstörend“ und konfrontativ.[8]
Persönliches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kosakowski lebt in Berlin mit der Künstlerin Uli Aigner und hat vier Kinder.
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2006: Just Like the Movies (Kurzfilm)
- 2007: Fortynine (Videoinstallation)
- 2012: Zero Killed
- 2015: German Angst (Episode: Make a Wish)
- 2025: Holofiction
Auszeichnungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2006: Best Short Film – Milano Film Festival für Just Like the Movies
- 2012: Best Documentary – Chicago Underground Film Festival für Zero Killed
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dokweb.net: Michal Kosakowski – Biografie, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ Bauhaus Kooperation: Michal Kosakowski – Künstlerprofil, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ Film International: Interview mit Michal Kosakowski, abgerufen am 12. Juli 2025.
- 1 2 Michal Kosakowski. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ Genrefilm.net: Zero Killed, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ Kino-Zeit: Filmkritik zu German Angst, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ SLASH Filmfestival Juryprofil, abgerufen am 12. Juli 2025.
- ↑ Fandor/Keyframe: „Three, Two, One – Zero Killed“, abgerufen am 12. Juli 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kosakowski, Michal |
| KURZBESCHREIBUNG | polnisch-deutscher Filmregisseur, Medienkünstler und Dozent |
| GEBURTSDATUM | 1975 |
| GEBURTSORT | Stettin, Polen |