Michel Baron

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Michel Baron

Michel Baron (* 8. Oktober 1653 als Michel Boyron in Paris; † 22. Dezember 1729 ebenda) war ein französischer Schauspieler und Verfasser von Komödien.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baron stammte aus einer Familie von Schauspielern. Seine Eltern André Boyron und Jeanne Ausoult waren beide im Ensemble des Théâtre du Marais. Um 1646 nahm André Boyron den Künstlernamen Baron an.

Obwohl Barons Vater bereits 1655 starb schaffte es seine Mutter die 6 Kinder, von denen Baron das jüngste war, durchzubringen. Als auch diese 7 Jahre später starb, nahm ihn sein Onkel in Villejuif auf. Dieser vermittelte ihn zu den petits-comediens du Dauphin, einem Kinderensemble in dem er 1664 im foiret Saint-Germain debütierte.

1965 folgte er dem Ensemble nach Rouen, wo er 1666 Molière auffiel. Das Engagement konnte von Baron selbst nicht aufgelöst werden da er noch Minderjährig war. Erst 1870 konnte Baron zur Troupe de Molière wechseln. Dort debütierte er im Théâtre du Palais-Royal.

1673 Heiratete Baron Charlotte Le Noir, die Tochter seines Bühnenkollegen La Thorillière. Im selben Jahr starb Molière und seine Truppe konnte sich nicht mehr alleine halten. Deshalb ging Baron zum Théâtre de l’hôtel de Bourgogne wo er bis 1680 blieb. In diesem Jahr schlossen sich auf Anordnung Ludwig XIV. verschiedene Theatertruppen zusammen und gründeten im Salle du Jeu de paume de la Bouteille die Comédie-Française zu deren Ensemble Baron gehörte.

1691 zog er sich, obwohl er noch sehr jung war, von der Bühne zurück. In den Folgejahren brauchte er sein bis dahin erworbenes Vermögen auf und geriet in Folge in finanzielle Nöte. Der König, der über einen Freund Barons davon erfuhr, entschloss sich großzügig zu sein und verfügte, dass Baron eine Rente von 1.500 Livres erhalten sollte.

Auch wenn Baron keine öffentlichen Auftritte mehr absolvierte so gab dieser doch Privatvorstellungen in Versailles, im Appartement des Königs oder der Madame de Maintenon. Gleichzeitig gab er Schauspielunterricht für Komödianten. Der dazu verwendete Stoff fand sich in den Büchern von Louis de Rouvroy. 1720, mit 67 Jahren, kehrte er dann auf die Bühne zurück und der Erfolg übertraf seine Erwartungen.

Baron verfasste eigene Bühnenstücke die er auch zu Lebzeiten als Buch veröffentlichte. Viele Stücke wurden aber erst posthum als Buch herausgegeben.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Lebzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L'homme a bonne fortune, Komödie, Paris : T. Guillain, 1886
  • La coquette et la fausse prude, Komödie, Paris : T. Guillain, 1687
  • Les enlèvements, Komödie, Paris : T. Guillain, 1886
  • Le Rendez-vous des Thuilleries ou le Coquet trompé, Komödie, T. Guillain, 1685
  • L’Andrienne, Komödie, Paris: Pierre Ribou, 1703

Posthum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Nodier und Pierre-Marie-Michel Lepeintre: Œuvres choisies de Baron, avec des remarques, des notices et l'examen de chaque pièce, Paris : Dabo-Butschert, 1824
  • Le Théâtre de Monsieur Baron: augmenté de deux pièces qui n'avoient point encore été imprimées, et de diverses poësies du même auteur, Paris, 1736
  • L'École des pères, Paris: Pierre Ribou, 1736 (Uraufgeführt von der Comédie-Française, 1705)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auguste Jal: Dictionnaire critique de biographie et d'histoire, Seite 111 ff.[1]
  • H. A. Soleirole: Molière et sa troupe, Seite 63 ff.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auguste Jal: Dictionnaire critique de biographie et d'histoire bei archive.org, abgerufen am 08. Februar 2017
  2. H. A. Soleirole: Molière et sa troupe bei der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 08. Februar 2017