Michel Portal

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Michel Portal, Brügge, Concertgebouw, 2006
Michel Portal im Dortmunder Domicil, März 2010

Michel Portal (* 27. November 1935 in Bayonne) ist ein französischer Musiker, der Klarinette, Bassklarinette, diverse Saxophone und Bandoneon spielt. Als „Allroundmusiker, der auf vielen stilistischen Hochzeiten tanzt“ (Ekkehard Jost),[1] tritt er sowohl im Bereich des Jazz als auch im sinfonischen Bereich und mit Ensembles der Neuen Musik hervor. Insbesondere das Spiel auf der Bassklarinette verdankt ihm entscheidende stilistische und technische Impulse.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Portal, der mit baskischer Folklore (sein Großvater leitete eine Blaskapelle) aufgewachsen ist, lernte ab dem sechsten Lebensjahr Klarinette. Während der Schulzeit begeisterte er sich für Jazz, hatte aber eine klassische Ausbildung als Klarinettist. Sein Instrumentalstudium am Pariser Konservatorium schloss er mit einem ersten Preis im Jahre 1958 ab. Portal engagierte sich zu Beginn seiner musikalischen Karriere für die Klassische Musik und war von 1967 an Mitglied des Ensembles Musique Vivante für die zeitgenössische europäische Konzertmusik (u.a. wegweisende Interpretationen von Luciano Berio, Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen).

Daneben widmete er sich u. a. als Begleiter von Édith Piaf auch der populären Musik. Angestoßen durch ein Konzert Dizzy Gillespies interessierte ihn Mitte der 1960er Jahre zunehmend der Jazz; er spielte Bassklarinette und Altsaxophon bei u.a. Jef Gilson, François Tusques, Jean-Luc Ponty und André Hodeir. Später kam noch das Bandoneon hinzu (erstmals zu hören in Mauricio Kagels Exotica). Seit Anfang der 1970er Jahre ist er einer der profilierten Vertreter des französischen Free Jazz. Neben dem Komponisten und Posaunisten Vinko Globokar, Jean-Pierre Drouet und Carlos Roqué Alsina war er Mitbegründer des Improvisationsquartetts New Phonic Art.

In der Folge erweiterte Portal sein Repertoire und den Blick auf den Jazz, indem er mit vielen internationalen Musikern spielte. So setzte er seine in den 1960ern begonnene Kooperation mit Joachim Kühn fort, spielte aber ebenso mit Musikern wie Anthony Braxton, Jack DeJohnette, Daniel Humair, Barre Phillips, John Surman, Bernard Lubat, Dave Liebman oder Nguyên Lê. Portal spielt auch im Duo mit dem Akkordeon-Spieler Richard Galliano und dem Pianisten Martial Solal bzw. seit 2009 mit Yaron Herman.

Neben der musikalischen Praxis, die sich in vielen Veröffentlichungen dokumentiert, schrieb Michel Portal seit 1975 zahlreiche Filmmusiken und ist als Interpret der Neuen Musik und klassischer Klarinettenkonzerte aktiv.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskographische Hinweise (Auswahl)[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

„(Auf die Frage, was denn für ihn der Unterschied zwischen Jazz und Neuer Musik sei:) „Wenn ich Neue Musik spiele, wohne ich in einem guten Hotel“

M.Portal: nach: Jazz in Nordrhein-Westfalen seit 1946, S. 327 (hrsg. v. Robert von Zahn)

Ich will kein Stan Getz sein, der sich drei Sklaven nimmt, damit sie ihn – natürlich sehr gut – begleiten. Ich will Musik mit Typen machen, die sich verstehen, die spielen.

Michel Portal

Jazz bietet mir die einzige Möglichkeit, frei zu sein, zu schweben, zu träumen.

Michel Portal

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zit. n. Kunzler Jazz-Lexikon