Michelbach (Niederösterreich)

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Michelbach
Wappen von Michelbach
Michelbach (Niederösterreich) (Österreich)
Michelbach (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Sankt Pölten-Land
Kfz-Kennzeichen: PL
Hauptort: Michelbach Markt
Fläche: 25,06 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 15° 45′ O48.08333333333315.75376Koordinaten: 48° 5′ 0″ N, 15° 45′ 0″ O
Höhe: 376 m ü. A.
Einwohner: 901 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 36 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3074
Vorwahl: 02744
Gemeindekennziffer: 3 19 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 7
3074 Michelbach
Website: www.michelbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Rothbauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
12
2
1
12 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Michelbach im Bezirk Sankt Pölten-Land
Altlengbach Asperhofen Böheimkirchen Brand-Laaben Eichgraben Frankenfels Gerersdorf Hafnerbach Haunoldstein Herzogenburg Hofstetten-Grünau Inzersdorf-Getzersdorf Kapelln Karlstetten Kasten bei Böheimkirchen Kirchberg an der Pielach Kirchstetten Loich Maria-Anzbach Markersdorf-Haindorf Michelbach Neidling Neulengbach Neustift-Innermanzing Nußdorf ob der Traisen Ober-Grafendorf Obritzberg-Rust Prinzersdorf Pyhra Rabenstein an der Pielach Schwarzenbach an der Pielach Weinburg Statzendorf Stössing Traismauer St. Margarethen an der Sierning Perschling Wilhelmsburg (Niederösterreich) Wölbling St. Pölten NiederösterreichLage der Gemeinde Michelbach (Niederösterreich) im Bezirk Sankt Pölten-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Michelbach Niederoesterreich.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Michelbach ist eine Marktgemeinde mit 901 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Sankt Pölten-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Michelbach liegt im Bergland des Mostviertels südöstlich von St. Pölten in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 24,95 Quadratkilometer. 46,94 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Finstersegg (28)
  • Gstetten (23)
  • Kleindurlas (76)
  • Kropfsdorf (69)
  • Mayerhöfen (94)
  • Michelbach Dorf (175)
  • Michelbach Markt (316)
  • Untergoin (92)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Mayerhöfen, Michelbach Dorf und Michelbach Markt.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1124 wurde die Gemeinde erstmals als Michilpach erwähnt. In einer Urkunde des Bischofs Reginmar von Passau wird Michelbach aus dem Pfarrverband Phyra herausgelöst und zur eigenständigen Pfarre erhoben. 1510 kam Michelbach in den Besitz der Herren von Greiss, unter denen der Ort reformiert wird. Die katholische Pfarre wurde nicht mehr besetzt und wieder von Phyra aus mitbetreut. Während der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde ein Großteil des Ortes verwüstet, nur sieben von 59 Höfen blieben verschont. 1541 wurde Michelbach von der Pest heimgesucht. Weitere Epidemien waren in den Jahren 1574 und 1583 Die vielen Opfer, die die Krankheit forderte, fehlten in der Landwirtschaft und brachten viele Grundbesitzer und Bauern in große Not. Bei der Zweiten Türkenbelagerung verloren 274 Menschen aus Michelbach ihr Leben. Die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Überlebenden bauten ab 1708 eine neue Kirche. Ab 1710 siedelten sich neue Leute in der entvölkerten Wienerwaldregion an und begannen, die Dörfer neu aufzubauen. 1787 wurden den einzelnen Häusern Konskriptionsnummern zugeteilt. Die Napoleonischen Kriege überstand Michelbach, wie durch ein Wunder, unversehrt. 1921 richtete ein Hochwasser in Michelbach große Schäden an. 72 Soldaten aus Michelbach kehrten 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 921 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 835 Einwohner, 1981 793 und im Jahr 1971 754 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Hermann Rothbauer, Amtsleiterin Gertraude Schwarzwallner.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 12, NEOS 2, SPÖ 1

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Michelbach

Museen[Bearbeiten]

Bauern- und Handwerksmuseum

Auf dem Bauernhof werden alte land- und hauswirtschaftliche Geräte und Maschinen ausgestellt.

Köhlerei

An der Straße zwischen Michelbach und Stollberg liegt eine Köhler. Sie ist eine der letzten „schwarzen Gewerbe“, die man früher sehr zahlreich im Wienerwald vorgefunden hat. Bei der Köhlerei wird Holz aus dem Wienerwald zu Holzkohle verwandelt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sternwarte

In Michelbach Dorf wurde im Jahr 1998 vom Amateurastronomenverein Antares eine Volkssternwarte errichtet. Die Warte befindet sich in einer Höhe von 636 m ü. A. Das Kuppelgebäude hat einen Durchmesser von 4,5 Meter. Daneben befindet sich noch ein Gebäude, in dem Vorträge und Führungen durchgeführt werden (Lage48.08811111111115.756111111111).[3][4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2011 39, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 2011 62.[5] Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 386. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,21 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Sigrid Dirndl mit kleinem Mädchen

Michelbach beherbergt zudem den derzeit größten bekannten Kornelkirschenbaum, die Sigrid-Dirndl.[6]

Elsbeerreich[Bearbeiten]

Der Verein zur Erhaltung, Pflege und Vermarktung der Elsbeere mit Sitz in Michelbach bezeichnet das Gebiet der Gemeinden Brand-Laaben, Kasten bei Böheimkirchen, Stössing, Michelbach, Pyhra, Sankt Veit an der Gölsen, Rohrbach an der Gölsen, Hainfeld, Ramsau und Innermanzing als „Elsbeerreich“. Am 16. August 2009 wurde die Region auf einer feierlichen Veranstaltung in Schloss Grafenegg als Genuss Region Wiesenwienerwald Elsbeere[7] in die Initiative Genuss Region Österreich des Lebensministeriums und der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH. aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Vonwald: Bei uns dahoam. Michelbacher Heimatbuch. Michelbach 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2.  Helmut Schneiderbauer: Wienerwald. Die schönsten Kultur- und Naturentdeckungen vor der Haustür. Kral-Verlag, Berndorf 2011, ISBN 978-3-99024-024-3, S. 263f.
  3. Sternwarten in Österreich abgerufen am 17. Dezember 2011
  4. Homepage der Sternwarte des Vereines Antares
  5. Auflistung der Statistik Austria bezüglich der Betriebe
  6. Sigrid-Dirndl (Memento vom 13. April 2011 im Internet Archive)
  7. http://www.genuss-region.at/article/archive/24701/