Michelle Hunziker

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Michelle Hunziker (2018)

Michelle Yvonne Hunziker (* 24. Januar 1977 in Sorengo) ist eine schweizerisch-italienische[1] Fernsehmoderatorin, Schauspielerin, Model und Sängerin. Als Moderatorin ist sie in Italien, der Schweiz und in Deutschland aktiv.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michelle Hunziker ist die Tochter einer Niederländerin und eines Schweizer Kunstmalers. Von 1977 bis 1979 lebte sie in Astano. Im Jahr 1980 zog die Familie in die Deutschschweiz und lebte unter anderem in der Berner Gemeinde Ostermundigen sowie in Zuchwil bei Solothurn. 1993 zog Hunziker mit ihrer Mutter nach Bologna, wo sie als Katalogmodel arbeitete.

Öffentliche Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer landesweiten Kampagne der Dessousfirma Roberta Intimo, auf deren Plakaten Hunziker nur mit einem Stringtanga bekleidet war, erklärte die italienische Presse sie 1995 zu «Italiens schönstem Po». 1996 moderierte Hunziker ihre erste Fernsehshow: I cervelloni. 1998 schaffte sie es mit der Comedyshow Paperissima Sprint in die Hauptsendezeit. Es folgten weitere erfolgreiche Sendungen in Italien und der Schweiz. Für die Shows Zelig und Scherzi a parte wurde Hunziker im April 2002 mit dem italienischen Fernsehpreis ausgezeichnet. In Deutschland moderierte sie 1998 mit Thomas Gottschalk sowie 2014 mit Hape Kerkeling die Verleihung der Goldenen Kamera und im Schweizer TV3 im Jahr 1999 die Vorher-Nachher-Show Cinderella.

Zwischen November 2002 und Herbst 2004 moderierte sie bei RTL zusammen mit Carsten Spengemann Deutschland sucht den Superstar. Es folgte die Moderation der Sendung Striscia la notizia, die sich mit dem Tagesgeschehen und dem damaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi humorvoll auseinandersetzte. Die Show wurde von Canale 5 ausgestrahlt, das zu Berlusconis Sendergruppe Mediaset gehört. 2007 moderierte sie an der Seite von Pippo Baudo die 57. Ausgabe des Sanremo-Festivals.

Sie veröffentlichte im Dezember 2006 ihr erstes Album Lole sowie die Single daraus, From Noon Till Midnight. Ab Oktober 2009[2] moderierte sie an der Seite von Thomas Gottschalk die deutschsprachige Fernsehshow Wetten, dass..?. Nachdem sich Wettkandidat Samuel Koch während einer Sendung im Dezember 2010 schwer verletzt hatte, beendeten Gottschalk und Hunziker ihr Engagement bei Wetten, dass..?. Hunziker moderierte die Sendung im Dezember 2011 zum letzten Mal.[3]

Hunziker moderiert zusammen mit Ezio Greggio die italienische Sendung Striscia la Notizia (2012)

Seit Januar 2012 moderiert Hunziker an der Seite von Gerry Scotti und Ezio Greggio wieder die Satireshow Striscia la notizia.[4] Im Mai 2012 bildete sie mit Dieter Bohlen und Dana Schweiger die Jury der RTL-Unterhaltungsshow Deutschland sucht den Superstar – Kids und im gleichen Jahr mit Bohlen und Gottschalk die Jury der RTL-Castingshow Das Supertalent.

Ende März 2014 wurde Die große Überraschungsshow mit Hunziker als Moderatorin erstmals im ZDF ausgestrahlt. Nach einer Ausgabe der Sendung wurde das Format, in dem vor allem ehrenamtlichen Helfern Wünsche erfüllt worden waren, wieder eingestellt. Im Juli und August 2016 war sie als Jurorin bei den Sat.1-Shows Superkids und Superpets zu sehen. Anfang 2018 war sie zum zweiten Mal Komoderatorin des Sanremo-Festivals, diesmal für die 68. Ausgabe, an der Seite des Sängers Claudio Baglioni und des Schauspielers Pierfrancesco Favino.[5] In der im August 2020 aufgezeichneten RTL-Samstagabendshow Big Performance – Wer ist der Star im Star? war sie Teil des Rateteams.[6][7] Des Weiteren moderiert sie die seit Ende 2020 bei Sat.1 ausgestrahlte Show Pretty in Plüsch.[8]

Hunziker – die in Los Angeles Schauspielunterricht nahm – spielte auch in zwei Kinofilmen mit: in der italienischen Komödie Voglio stare sotto al letto (1999) und in Ancient Warriors (2001). 1998 hatte sie in der Serie La forza dell’ amore eine kleine Rolle neben Gianni Morandi.

Im Jahr 2021 machte sich Hunziker in der Fernsehsendung „Striscia la notizia“ zusammen mit dem Co-Moderator Gerry Scotti mit Grimassen und L- statt R-Lauten über Chinesen lustig. Nachdem der rassistische Auftritt öffentlich kritisiert wurde, sagte Hunziker in einem Video auf Instagram: „Es tut mir wirklich leid, falls ich jemanden damit verletzt habe.“[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunziker auf der Geburtstagsfeier von Ursula Andress in Edinburgh (2006)

Hunziker spricht fünf Sprachen fließend: Italienisch, Französisch, Deutsch, Englisch und Niederländisch. Sie war mehrmals mit erotischen Fotos in Männermagazinen vertreten.

1996 lernte Hunziker den italienischen Gesangskollegen Eros Ramazzotti kennen. Am 5. Dezember desselben Jahres wurden sie Eltern einer Tochter. Sie heirateten am 24. April 1998 und lebten ab 2002 getrennt; die Ehe wurde am 25. März 2009 geschieden.

2013 gab Hunziker ihre Verlobung mit dem Trussardi-Erben Tomaso Trussardi bekannt.[10] Im Herbst 2013 brachte sie eine gemeinsame Tochter zur Welt.[11] 2014 heiratete sie Trussardi.[12] Die zweite gemeinsame Tochter wurde 2015 geboren.[13]

In einem Interview im italienischen Fernsehen erzählte Hunziker im Jahre 2011, sie habe sich von 2002 bis 2006 in den Händen einer Sekte namens «Krieger des Lichts» befunden, die es auf ihr Vermögen abgesehen und sie ihrer Familie entfremdet und die Trennung von Ramazzotti verursacht habe. Sie habe in dieser Zeit unter Depressionen gelitten und bei der Gruppe Schutz gesucht.[14] Italienischen Sektenexperten ist die von ihr beschriebene Gruppierung allerdings unbekannt; die römische Psychologin und Sektenforscherin Raffaella Di Marzio glaubt daher, sie sei wahrscheinlich von einem Pranatherapeuten manipuliert worden.[15] Im Herbst 2017 erschien ihre Autobiografie mit dem Titel Ein scheinbar perfektes Leben.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[16]
From Noon Till Midnight
  DE 84 10.11.2006 (1 Wo.)
  AT 74 10.11.2006 (1 Wo.)
  CH 98 12.11.2006 (1 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Lole

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

deutsch: Ein scheinbar perfektes Leben. Wie ich aus Liebe zu meiner Tochter den Fängen der Sekte entkam. Übers. aus dem Italienischen von Elisabeth Liebl. Lübbe, Bergisch Gladbach 2018. ISBN 978-3-431-04107-1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Michelle Hunziker – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aldo Grasso: Enciclopedia della televisione. 3. Ausgabe, Le Garzantine, Garzanti, 2008, ISBN 9788811505266, S. 373.
  2. Michelle Hunziker künftig bei „Wetten, dass..?“ auf nw-news.de, vom 18. September 2009, abgerufen am 7. Mai 2016.
  3. Michelle Hunziker verabschiedet sich von „Wetten dass..?“ Abgerufen am 6. April 2014.
  4. Michelle Hunziker im Interview auf gq-magazin.de. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  5. Michelle Hunziker moderiert Festival von Sanremo. In: Smalltalk Entertainment – Das Lifestyle & Entertainment Magazin. 9. Januar 2018, abgerufen am 30. März 2021 (deutsch).
  6. Big Performance – Wer ist der Star im Star?': RTL-Comeback für Michelle Hunziker, stern.de, 12. August 2020
  7. Neue RTL-Show «Big Performance – Wer ist der Star im Star?»: Das müssen Sie wissen, web.de, 26. August 2020
  8. Pretty in Plüsch – Michelle Hunziker moderiert «Pretty in Plüsch». 3. November 2020, abgerufen am 27. November 2020.
  9. Michelle Hunziker entschuldigt sich für rassistischen TV-Sketch: „Ich war so naiv“ Der Standard, 15. April 2021.
  10. Ja, ich bin verlobt! Schweizer Illustrierte, 13. Januar 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  11. Michelle Hunziker & Tomaso Trussardi Das Baby ist da… 10. Oktober 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  12. Michelle Hunziker sagt zweimal Ja auf Hochzeit mit Tomaso Trussardi. Auf bluewin.ch. Abgerufen am 12. Oktober 2014.
  13. Geburt des dritten Töchterchens – Baby da! Michelle Hunziker zum dritten Mal Mama. Auf abendzeitung-muenchen.de, 8. März 2015. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  14. Michelle Hunzikers Sekten-Vergangenheit: „War leichte Beute für Krieger des Lichts“ auf news.at, vom 12. April 2011. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  15. Ruggero Po: Vi spiego le mie perplessità sulla setta di Michelle Hunziker. In: formiche, 10. November 2017, abgerufen am 12. November 2017.
  16. Chartquellen: DE AT CH