Michelle Müntefering

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Michelle-Jasmin Müntefering[1][2] MdB (* 9. April 1980 in Herne; geb. Schumann) ist eine deutsche Journalistin und Politikerin (SPD). Sie war von 2004 bis 2014 Mitglied des Parteivorstandes in Nordrhein-Westfalen und gewann bei der Bundestagswahl 2013 mit 48,88 % das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II.

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihrer Schulzeit an der Hiberniaschule in Herne absolvierte Michelle Müntefering von 1997 bis 1998 eine im Konzept der Schule mögliche Ausbildung mit Abschluss zur Kinderpflegerin. Nach ihrem Abitur im Jahr 2000 schloss sich ein Praktikum in einer Lokalredaktion und dann in einer Nachrichten- und Presseagentur an. Von 2002 bis 2007 studierte sie Journalismus mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, schloss mit Bachelor ab und arbeitete zunächst freiberuflich in der Medienarbeit. 2008 und 2009 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Bundestag. Von 2008 bis 2010 machte sie ein Volontariat bei der Vorwärts-Verlagsgesellschaft in Berlin. Seit 2010 ist sie freie Journalistin.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde sie in Herne mit 22 Jahren zur stellvertretenden Parteivorsitzenden des SPD-Unterbezirks Herne und 2004 als jüngstes Mitglied in den Landesvorstand der SPD Nordrhein-Westfalen gewählt. Im gleichen Jahr kandidierte sie erstmals für den Rat der Stadt, wurde zur ehrenamtlichen Stadtverordneten gewählt und übte diese Funktion bis September 2013 aus.

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde sie im seit 1961 von der SPD gehaltenen Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II von ihrer Partei als Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 nominiert. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich mit 77:55 Stimmen gegen die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand durch.[3][4] Ein dritter Kandidat, der vorwärts-Chefredakteur Uwe Knüpfer, hatte seine Kandidatur nach einem schlechten Ergebnis in einer Vorabstimmung im Unterbezirk Herne zurückgezogen.[5] Am 22. September 2013 wurde sie, als Nachfolgerin von Gerd Bollmann, mit Direktmandat (48,88 %) zum Mitglied des Deutschen Bundestages gewählt.

Michelle Müntefering ist im Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Außerdem ist sie Vorsitzende der Parlamentariergruppe Deutschland-Türkei im Deutschen Bundestag, seit Juni 2015 Vizepräsidentin der Deutsch-Türkischen Gesellschaft e. V. Berlin[6] und Mitglied im European Council on Foreign Relations (ECFR)[7].

In der Nacht zum 22. August 2017 wurden Brandanschläge auf Münteferings Privat- und ein SPD-Wahlkampfauto vor ihrem Haus verübt. Zwei schwarz gekleidete Männer, einer mit Sturmhaube, liefen vom Tatort weg. Die Polizei setzte auch einen Hubschrauber und einen Hundeführer ein um Täter zu finden. Die Ermittlungen übernahm der Staatsschutz.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michelle Müntefering ist Mitglied in der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2009 heiratete sie den ehemaligen Vizekanzler und SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rat der Stadt/Mitglieder. Abgerufen am 19. September 2012.
  2. Beteiligungsbericht der Stadt Herne. PDF-Datei, 1,4 MB, S. 178 & 197. Zuletzt abgerufen am 1. Oktober 2012.
  3. Michelle Müntefering triumphiert gegen den Mogler. Welt.de, abgerufen am 27. September 2012.
  4. SPD nominiert Michelle Müntefering für den Bundestag. Süddeutsche.de, abgerufen am 27. September 2012.
  5. Michelle Müntefering nominiert. RP-Online.de, abgerufen am 27. September 2012.
  6. Angaben des Deutschen Bundestags
  7. The ECFR Council | European Council on Foreign Relations. Abgerufen am 19. Juli 2017 (englisch).
  8. Spiegel Online: Autos von Michelle Müntefering angezündet, Artikel vom 22. August 2017, aufgerufen am 22. August 2017
  9. Michelle Müntefering Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  10. Michelle heißt jetzt Müntefering. Spiegel.de, abgerufen am 27. September 2012.