Michelle Müntefering

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Michelle Müntefering als Gastrednerin bei der Eröffnung des Wikimedia Summit 2019 in Berlin

Michelle-Jasmin Müntefering[1][2] (* 9. April 1980 in Herne; geb. Schumann) ist eine deutsche Journalistin und Politikerin (SPD). Sie war von 2004 bis 2014 Mitglied des Parteivorstandes in Nordrhein-Westfalen und gewann bei der Bundestagswahl 2013 mit 48,88 % sowie bei der Bundestagswahl 2017 mit 41 % das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II. Sie ist seit dem 14. März 2018 Staatsministerin (parlamentarische Staatssekretärin) für Internationale Kulturpolitik beim Bundesminister des Auswärtigen. Im Dezember 2009 heiratete sie den damaligen Bundestagsabgeordneten, ehemaligen SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Franz Müntefering.[3]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihrer Schulzeit an der Hiberniaschule in Herne absolvierte Michelle Müntefering von 1997 bis 1998 eine im Konzept der Schule mögliche Ausbildung mit Abschluss zur Kinderpflegerin. Nach ihrem Abitur im Jahr 2000 folgte ein Praktikum in einer Lokalredaktion und in einer Nachrichten- und Presseagentur. 2002 begann sie ein Journalismus-Studium mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, das sie 2007 mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts beendete. Anschließend arbeitete sie zunächst freiberuflich in der Medienarbeit unter anderem für den Verband der Wohnungswirtschaft (VDW). 2008 und 2009 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Bundestag. Von 2008 bis 2010 absolvierte sie ein Volontariat bei der Vorwärts-Verlagsgesellschaft in Berlin. Seit 2010 ist sie freie Journalistin.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 kandidierte Müntefering auf Vorschlag der Herner Jusos zum ersten Mal für den Stadtrat der Stadt Herne über die Reserveliste, konnte nach Verlusten der SPD jedoch nicht in das Kommunalparlament einziehen. 2002 wurde sie in Herne mit 22 Jahren zur stellvertretenden Parteivorsitzenden des SPD-Unterbezirks Herne und 2004 als jüngstes Mitglied in den Landesvorstand der SPD Nordrhein-Westfalen gewählt. Im gleichen Jahr kandidierte sie erstmals im Wahlbezirk Eickel-Nord für den Rat der Stadt, wurde zur ehrenamtlichen Stadtverordneten gewählt und übte diese Funktion bis September 2013 aus.

2012 wurde sie im seit 1961 von der SPD gehaltenen Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II von ihrer Partei als Kandidatin für die Bundestagswahl 2013 nominiert. In einer Kampfabstimmung setzte sie sich mit 77:55 Stimmen gegen die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand durch.[4][5] Ein dritter Kandidat, der vorwärts-Chefredakteur Uwe Knüpfer, hatte seine Kandidatur nach einem schlechten Ergebnis in einer Vorabstimmung im Unterbezirk Herne zurückgezogen.[6] Am 22. September 2013 wurde sie, als Nachfolgerin von Gerd Bollmann, mit Direktmandat (48,88 %) zum Mitglied des Deutschen Bundestages gewählt.

In der 18. Wahlperiode war Michelle Müntefering im Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und (mindestens stellvertretendes) Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und weiteren Ausschüssen.[7]

Außerdem war sie in der 18. Wahlperiode Vorsitzende der Parlamentariergruppe Deutschland-Türkei im Deutschen Bundestag[8].

In der Nacht zum 22. August 2017 wurden Brandanschläge auf Münteferings Privat- und ein SPD-Wahlkampfauto vor ihrem Haus verübt. Zwei schwarz gekleidete Männer, einer mit Sturmhaube, liefen vom Tatort weg. Die Polizei setzte auch einen Hubschrauber und einen Hundeführer ein, um die Täter zu finden. Die Ermittlungen übernahm der Staatsschutz.[9]

Bei der Bundestagswahl 2017 wurde Michelle Müntefering erneut in den Deutschen Bundestag gewählt. Sie erzielte mit 41,9 % das beste Erststimmenergebnis der SPD in Nordrhein-Westfalen.[10]

Seit März 2018 ist Müntefering Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik beim Bundesminister des Auswärtigen im Kabinett Merkel IV.[11]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Oktober 2018 war Müntefering Vizepräsidentin der Deutsch-Türkischen Gesellschaft e. V. Berlin[12] und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Orient-Stiftung, Berlin. Sie ist Mitglied der Gewerkschaft IG BCE, im European Council on Foreign Relations (ECFR) und in der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[13][14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Michelle Müntefering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rat der Stadt/Mitglieder. Abgerufen am 19. September 2012.
  2. Beteiligungsbericht der Stadt Herne. PDF-Datei, 1,4 MB, S. 178 & 197. Zuletzt abgerufen am 1. Oktober 2012.
  3. Michelle heißt jetzt Müntefering. spiegel.de vom 12. Dezember 2009 (abgerufen am 13. März 2018).
  4. Michelle Müntefering triumphiert gegen den Mogler. Welt.de, abgerufen am 27. September 2012.
  5. SPD nominiert Michelle Müntefering für den Bundestag. Süddeutsche.de, abgerufen am 27. September 2012.
  6. Michelle Müntefering nominiert. RP-Online.de, abgerufen am 27. September 2012.
  7. Deutscher Bundestag - Auswärtiger Ausschuss. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 22. März 2018]).
  8. Deutscher Bundestag - Weltweit vernetzt - die Parlamentariergruppen. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 22. März 2018]).
  9. Spiegel Online: Autos von Michelle Müntefering angezündet, Artikel vom 22. August 2017, aufgerufen am 22. August 2017
  10. Michelle Müntefering (SPD): Sie holte das beste Erststimmenergebnis für die NRW-SPD. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  11. Deutscher Bundestag - Michelle Müntefering. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 22. März 2018]).
  12. Angaben des Deutschen Bundestags
  13. The ECFR Council | European Council on Foreign Relations. Abgerufen am 23. März 2018 (englisch).
  14. Transparenz | Michelle Müntefering. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  15. Michelle Müntefering Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 11. Januar 2018.