Michelsberg (Schwalmstadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 50° 57′ 50″ N, 9° 14′ 22″ O

Michelsberg
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 6,35 km²[1]
Einwohner: 267 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Michelsberg

Michelsberg

Michelsberg ist ein Ortsteil von Schwalmstadt im Norden von Hessen. Der Ort hat 251 Einwohner (Stand 2010) und liegt etwa sieben Kilometer nördlich von Treysa bzw. Ziegenhain sowie etwa 18 Kilometer südwestlich von Homberg (Efze) und etwa 15 Kilometer südlich von Borken.

Michelsberg liegt auf etwa 220 m ü. NN (an der Kirche) am Fuße seines „Hausberges“ Landsburg in einem kleinen Seitental der Gers, einem rechten Nebenfluss der in der Nähe vorbeifließenden Schwalm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Michelsberg wurde erstmals 1256 nachweislich in einer Urkunde des Klosters Immichenhain erwähnt. Die Dorfkirche war ursprünglich ein romanischer Saalbau und ist daher wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden. Sie gehört damit zu den ältesten Kirchen in der Umgebung. Es ist daher anzunehmen, dass das Dorf um einiges älter ist. Auf dem nahegelegenen Gerstenberg errichtete Graf Johann I. von Ziegenhain 1343 eine Festung, die Landsburg. Sie diente als Schutz gegen die mainzische Burg Jesberg. Der Gerstenberg war bereits in der keltischen Zeit besiedelt, als dort eine Fliehburg stand.

Die Landsburg wechselte nach 1450, dem Ende der Grafschaft Ziegenhain, mehrmals den Besitzer, ehe sie 1544 wieder endgültig Teil der Landgrafschaft Hessen wurden. Nach Streitigkeiten verfiel die Burg jedoch noch im selben Jahrhundert. Doch dem ehemaligen Gerstenberg gibt sie bis heute ihren Namen. Die Landsburg gehört heute zur Gemarkung von Michelsberg.

Im Dreißigjährigen Krieg erfuhr Michelsberg eine große Zerstörung, viele Häuser wurden vernichtet und die Zahl der Dorfbewohner stark dezimiert. Nur langsam konnte sich das Dorf von diesem schweren Schicksalsschlag erholen.

Bedeutung erlangte Michelsberg schon sehr früh durch sein Töpferhandwerk und seine Ziegelproduktion, was auf die reichlich vorhandenen Tonvorkommen in der näheren Umgebung zurückgeht. Zur Hochzeit dieses Handwerks lebten fast 70 Prozent der Einwohner von diesem Erwerbszweig. 1905 schloss der letzte Töpferofen.

Ein anderer Michelsberger Bodenschatz, das Basaltgestein der Landsburg, übernahm im Laufe des 20. Jahrhunderts die Funktion einer wichtigen Erwerbsquelle für den Ort. Bis heute ist der Michelsberger Basalt sowohl auf Baustellen als auch in der modernen Kunst ein bekannter Begriff.

Am 1. August 1972 verlor Michelsberg im Zuge der Gemeindereform seine politische Eigenständigkeit und wurde in die Stadt Schwalmstadt eingegliedert.[3] Zu Beginn der 1990er Jahre wurde Michelsberg in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, infolgedessen einige größere bauliche Veränderungen im Dorf vorgenommen worden sind.

Im Jahr 2006 fand mit der 750-Jahr-Feier das größte Ereignis der letzten Jahre in Michelsberg statt.

Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern rund um die kleine Kirche ist durch eine Vielzahl von Fachwerkhäusern geprägt.

Für die denkmalgeschützten Gebäude des Orte siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Michelsberg (Schwalmstadt).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl zum Ortsbeirat am 6. März 2016 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften Anteil in % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 53,80 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,20 2
gesamt 100,0 5

Mitglieder (April 2016)[4]
Ortsvorsteher: Andreas Göbel (CDU)
Stellv. Ortsvorsteher: Günther Kirchhoff (SPD)
Andrea Böttger (SPD)
Regina Haust (CDU)
Horst Köhler (CDU)
Schriftführer: Sascha Ritterfeld (CDU) (nicht stimmberechtigt)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen/ Daten/ Fakten im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  2. „Einwohnerzahlen“ im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 412.
  4. Webseite Ortsbeirat von Michelsberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]