Michelsneukirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Michelsneukirchen
Michelsneukirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Michelsneukirchen hervorgehoben
49.12416666666712.5525569Koordinaten: 49° 7′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Verwaltungs­gemeinschaft: Falkenstein
Höhe: 569 m ü. NHN
Fläche: 32,86 km²
Einwohner: 1763 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93185
Vorwahl: 09467
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 142
Gemeindegliederung: 53 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Straubinger Str. 3
93185 Michelsneukirchen
Webpräsenz: www.michelsneukirchen.de
Bürgermeister: Gerhard Blab (CWG)
Lage der Gemeinde Michelsneukirchen im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Michelsneukirchen ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein.

Geografie[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Michael

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Vorderen Bayerischen Wald, 6 Kilometer nordöstlich von Falkenstein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden und -dörfer sind Schorndorf, Falkenstein, Obertrübenbach und in Niederbayern Zinzenzell.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Michelsneukirchen hat 53 Ortsteile [2]:

Es existiert nur die Gemarkung Michelsneukirchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten]

1231 wird im Ältesten Bayerischen Herzogsurbar in dem ampte ze Chamb Niuwenkirchen als Ort aufgezählt. Dies ist die erste gesicherte Nennung des Ortes Michelsneukirchen. Bereits im Jahr 1236 existierte auch die Pfarrei Michaels-Neukirchen. Im Rahmen der bayerischen Landesteilung 1326 wurde Michelsneukirchen ein bayerischer Grenzort, die verpfändete Oberpfalz war somit Ausland. Im dreißigjährigen Krieg wurde 1621 ein schwerer Grenzzwischenfall in Michelsneukirchen Auslöser für die Eroberung der protestantischen Oberpfalz durch bayerische Truppen. Danach wird 1633 das Pfarrdorf und die weitere Umgebung von schwedischen Truppen ausgeplündert und eingeäschert. Nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus wurde im Jahr 1711 die Barockkirche eingeweiht und in der Folgezeit kunstvoll ausgestattet. Eine weitere Landmarke barocker Baukunst entstand 1750 mit der Kirche in Dörfling. Der Ort gehörte zur Herrschaft Falkenstein. Die Grafen Toerring waren von 1664 bis 1829 Inhaber dieser Herrschaft und damit auch Ortsherren in Michelsneukirchen. Im Jahr 1835 wird die Herrschaft Falkenstein bei der Gebietsreform von Niederbayern abgetrennt und der Oberpfalz zugeordnet.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg hinterließ auch in Michelsneukirchen seine Spuren. Er endet mit 49 Gefallenen und Vermissten. Über 80 Gefallene und Vermisste waren im Zweiten Weltkrieg zu beklagen und ein Strom von Vertriebenen folgte dem Krieg. In der Zeit nach dem Krieg erholte sich der Ort, so wurde 1952 ein Anbau an das Schulhaus fertig, 1955 ein Lehrerwohnhaus gebaut, 1956 der Friedhof neu geordnet, nachdem er 1954 erweitert wurde. In den 1970er Jahren investierte die Gemeinde ebenfalls in die Infrastruktur. So wurde 1970 ein neues Schulzentrum an der Straße nach Glöckelswies eingeweiht und 1975 ein Pfarrkindergarten eröffnet. Im Jahr 1986 folgt der Neubau eines Sportplatzes mit Betriebsgebäude und 1991 abermals eine Erweiterung des Friedhofes. Michelsneukirchen wurde 1980 und 1986 mit der Goldmedaille auf Landesebene im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden ausgezeichnet.

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

In den Jahren 2000 und 2001 wurde der Neubau der Kläranlage Michelsneukirchen seiner Bestimmung übergeben und es wurden die Weichen für weitere Investitionen in die Infrastruktur sowie regenerative, umweltfreundliche Energie, energiesparende Technik sowie in die Breitbandversorgung gestellt.

Religionen[Bearbeiten]

Wie in der gesamten Oberpfalz ist auch in Michelsneukirchen der größte Teil der Bevölkerung römisch-katholisch. Die Katholiken gehören der Pfarrei St. Michael in Michelsneukirchen, die dem Bistum Regensburg zugeordnet ist, an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 12 ehrenamtliche Mitglieder:

  • CWG (Christliche Wählergemeinschaft) 6 Sitze
  • CSU 6 Sitze
Wappen Michelsneukirchen.svg

Bürgermeister[Bearbeiten]

Gerhard Blab wurde bei den Kommunalwahlen 2014 mit 90,3 % der Stimmen wiederum zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Rot und Gold; vorne ein silbernes Flammenschwert, hinten drei schräg gestellte schwarze Rauten.

Ein Flammenschwert, das Attribut des heiligen Michael, erinnert an den Patron der Kirche von Michelsneukirchen und ist zugleich beredtes Bild für den Gemeindenamen. Die drei schwarzen Rauten sind dem Familienwappen der Grafen von Törring entnommen, welche von 1664 bis 1829 die Herrschaft Falkenstein gehörte und damit auch Ortsherren von Michelsneukirchen waren.

Das Wappen wird mit Beschluss des Gemeinderats und Zustimmung der Regierung der Oberpfalz seit 1974 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es neben zahlreichen alten Bauernhäusern drei Kirchenbauwerke.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Michael: Saalbau mit gleich breitem Polygonalchor, Walmdach und westlichem Fassadenturm mit Lisenengliederungen und verblechter Zwiebelhaube, Sandsteinportal, 1707; mit Ausstattung; Friedhofskapelle, Walmdachbau mit verblechtem Dachreiter, 18. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhofsmauer mit Torwand und segmentbogigem Durchgang, 18. Jahrhundert
  • Filialkirche St. Ägidius in Dörfling: Saalbau mit gleich breitem Chor, Walmdach und Fassadenturm mit Zwiebelhaube und Lisenengliederung, Neubau nach Brand 1751; mit Ausstattung.
  • Wallfahrtskirche St. Quirinus: Vitus und Wolfgang, Saalbau mit eingezogenem Chor und Krüppelwalmdach, gotisch, 1616 verändert, Dachreiter und Fenster 18. Jahrhundert; mit Ausstattung

Um die Kapelle St. Quirin an der Straße nach Falkenstein finden seit dem Mittelalter weithin bekannte Vieh- und Warenmärkte, Quermärkte genannt, die nach einigen Jahren Pause seit 2002 als Warenmärkte wieder regen Zulauf erfahren, statt.

Alle Baudenkmäler[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Michelsneukirchen

Freizeit[Bearbeiten]

Die Gemeinde kann zahlreiche Wanderwege, Langlaufloipen sowie Radsport- und Radwanderwege anbieten. Es ist auch Reitsport und Tennis auf einem Hartplatz möglich.

Sport und Vereine[Bearbeiten]

Die Gemeinde Michelsneukirchen hat ein reiches Vereinsleben mit über 20 Vereinen Es gibt einen Sportverein und moderne Sportanlagen.

Die Freiwillige Feuerwehr Michelsneukirchen wurde 1874 gegründet und sorgt, wie die Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Dörfling, für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe im Gemeindegebiet und darüber hinaus.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche regelmäßige Veranstaltungen wie:

Neujahrsanblasen, Tanz- und Musikabende, Faschingshochzeit, Osterspaziergang, Maibaumaufstellen, Johannisfeuer, Theaterspiel, Fahnenweihe, Kirchweihfest, Kirtabaumaufstellen, Nikolausbesuch und Weihnachtssingen.

Quermarkt[Bearbeiten]

Der Quermarkt bei der Kirche Sankt Quirin ist ein alter Waren- und Zugochsenmarkt, der bereits im Mittelalter bestand. Im 20. Jahrhundert war die Markttradition zu Ende, der letzte Quermarkt wurde 1969 abgehalten. Im Jahr 2002 wurde der Quermarkt durch die Gemeinde, einiger Vereine sowie des Grundbesitzers wiedererrichtet. Jeweils am dritten Sonntag nach Pfingsten zieht seitdem der große Warenmarkt mit mehr als Hundert Fieranten tausende Kunden und Schaulustige an

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Michelsneukirchen gibt es Dienstleistungs-, Handwerks- und Gewerbebetriebe. Zudem ist durch Metzgereien, einer Bäckerei, ein Supermarkt mit Poststelle sowie zwei Banken und eine Arztpraxis die Grundversorgung der Bevölkerung gesichert. Die Gemeinde hat in Michelsneukirchen einige Baugebiete ausgewiesen.

Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald[Bearbeiten]

Am 8. Januar 2007 wurde die Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald, kurz «AG Vorwald» genannt, gegründet.[3] Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die Region in touristischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht zu fördern und zu stärken. Mitglieder dieser Gemeinschaft sind die Gemeinden Altenthann, Bernhardswald, Brennberg, Falkenstein, Michelsneukirchen, Rettenbach, Wald, Wiesenfelden, Zell und die Stadt Wörth an der Donau. Überdies alle Heimat-, Tourismus- und Fremdenverkehrsvereine dieser Gemeinden.

Tourismus[Bearbeiten]

Den Schwerpunkt im Tourismus bilden Ferienwohnungen mit Urlaub auf dem Bauernhof: Unter anderem mit Reiten, Traktor fahren, Wandern in der Natur und Tiere füttern.

Verkehr[Bearbeiten]

Michelsneukirchen liegt an der Staatsstraße 2146 Cham - Falkenstein - Wörth an der Donau als Anbindung an die BAB 3 und 2147 Richtung Bundesstraße 20 ebenfalls als Anbindung an die Bundesautobahn 3 Richtung Straubing.

Radwege[Bearbeiten]

Der Festspielradweg gilt als Verbindung zum überörtlichen Radwegenetz. Wanderer und Radfahrer werden auf beschilderten Wegen durch eine abwechslungsreiche Landschaft geführt. Wechselnde Ausblicke auf die umliegenden Berge und Orte und der Anblick geheimnisvoller „Opfersteine“ auf großen Felstürmen, Schwammerlsteine und Felsenburgen tauchen überraschend in den weitläufigen Wäldern auf. Auch zum Joggen, Reiten und Mountainbiking ist das Gelände geeignet, im Winter ist Schlittenfahren, Eislaufen oder Querfeldein-Langlaufen möglich.

Medien[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet erscheint die Donau-Post, eine Lokalausgabe des Straubinger Tagblatts und das Bayerwaldecho, eine Lokalausgabe der Mittelbayerischen Zeitung sowie das Wochenblatt, eine Ausgabe der Wochenblatt Verlagsgruppe.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Wertstoffhof
  • Kläranlage
  • Kindergarten

Bildung[Bearbeiten]

  • Grund- und Mittelschule

Literatur[Bearbeiten]

  •  Karl Gschwendner: Michelsneukirchner Familien im Jahre 1512. In: Rodinger Heimat. 7, 1990, S. 136–138.
  •  Karl Gschwendner: Michelsneukirchen: Hof- und Familiengeschichte. Selbstverlag, Bad Abbach 1996.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald [1], abgerufen am 26. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michelsneukirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien