Michi Kern

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Michael „Michi“ Kern (* Oktober 1966 in München) ist ein deutscher Gastronom, Veranstalter und Yogalehrer. Er wurde auch schon als „König des Münchner Nachtlebens“ bezeichnet und hat neben Wolfgang Nöth das Nachtleben der bayerischen Landeshauptstadt von Beginn der frühen 1990er Jahre entscheidend geprägt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern wuchs im Münchener Stadtteil Sendling auf und besuchte die Oberstufe des Asam-Gymnasiums in München-Giesing, wo er 1987 das Abitur machte. Im Anschluss leistete er als Rettungssanitäter beim Bayerischen Roten Kreuz den Zivildienst.

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Abiturient und Zivildienstleistender jobbte er als Spüler im „Café Iwan“[1] und dann auch als Türsteher im „Tanzlokal Größenwahn[2], einem Münchner Independentclub der 1980er Jahre.

1988 zog er in den Stadtteil Isarvorstadt[3], begann an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Studium der Linguistik und arbeitete weiterhin nebenbei in der Gastronomie, vorwiegend im Service und später als Betriebsleiter der Schwabinger „Babalu Bar“, wo er erste Kontakte zur im Entstehen befindlichen Techno-Szene knüpfte. 1990 eröffnete er den ersten Technoclub Münchens, den Babalu Club. Das Studium brach er ab. Im Anschluss zog es Kern zu Wolfgang Nöth in die Hallen des ehemaligen Flughafens München-Riem, wo er in Peter Wachas Technoclub „Ultraschall“ mitwirkte. Nebenbei arbeitete er als Barkeeper im „P1“. Kern organisierte die Sven Väth-Veranstaltungen in München und war in einem Freundeskreis mit Rainald Goetz, der ihn in seinen Büchern Rave und Abfall für Alle oft erwähnt.[4][5]

1993 übernahm Kern mit seinem Schulfreund Uli Springer das „Café Reitschule“ nahe dem Englischen Garten.[1] Allein oder in der Regel mit verschiedenen Geschäftspartnern folgten legendäre Münchner Szenelokale wie die „Nachtkantine“, das „Ultraschall II[2] und das „Wiesn World“, alle drei im Kunstpark Ost, das Münchener „Pacha“[6], das 2000 der erste Pacha-Club außerhalb Spaniens war[7], das Ausbildungsrestaurant „Roeckl“[8], das „Zoozie'z“[9], die veganen Restaurants „Saf“ im „Zerwirk“ und „Café King“[2], das „Peter und Paul“[10], „The Grill“, ein vegetarisches Restaurant und ein Steakhouse unter einem Dach in den ehemaligen Räumen des Münchener Mövenpick im Lenbachhaus[11], die „Kong Bar“, das „Kytaro“[1], das „Mondo“[1], die „Taverna Cavos“[12] die Brasserie „OskarMaria“ und der Club „8Seasons“[13][14][15] Ende 2012 eröffnete Kern in der Schrannenhalle einen veganen Verkaufsstand namens „Boonian“.[16]

Das von 2005 bis 2008 bestehende „Saf“ im „Zerwirk“ war das erste vegane Restaurant der Stadt, die Süddeutsche Zeitung gab im April 2008 an, dass es „Deutschlands erstes veganes Restaurant“ war.[17] Es fand sogar in Reiseartikeln der New York Times und der Zeitschrift Wallpaper Erwähnung.[18][12]

Yoga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einer persönlichen Krise um das Jahr 2000 herum, fand Kern auf Anraten einer Freundin zum Yoga. Heute betreibt er zusammen mit seinen Freunden Antje Schäfer und Petros Haffenrichter zwei Yogaschulen in München. Seit April 2009 gibt er mit Alexander Lacher den deutschen Ableger des Yoga Journals heraus.[1]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern, der sich auch für soziale Initiativen engagiert wie zum Beispiel mit einer Schirmherrschaft für das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem[19], ist seit 2010 Münchener Botschafter für Fair Trade-Kondome der Kölner Firma lebenslust, für die auch Cosma Shiva Hagen in Hamburg und Nina Queer in Berlin wirbt.[1][2][20][21][22][23] Mit Uli Springer ist er Inhaber von „Kern & Springer Markendesign und Packaging“.[24] Aktuell studiert er wieder und machte zwischenzeitlich 2012 seinen Bachelor an der Hochschule für Philosophie München.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Kommen wir nun zum Kern des Ganzen, Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 14/2009.
  2. a b c d Karin Gabler: Der Yogamann, AGHZ, Nr. 2010/3, 16. Januar 2010.
  3. Szene-Wirte in München - Teil 1 – Die Party-Könige: Michi Kern. Der Klassiker., Süddeutsche, 7. Juli 2009.
  4. Rainald Goetz: Rave. Erzählung, 1998, ISBN 3-518-40954-9
  5. Rainald Goetz: Abfall für Alle. Roman eines Jahres, 1999, ISBN 3-518-41094-6
  6. Wo der Bär tanzt ... – Ibiza-Flair an der Isar: Der neue Münchner Nachtclub „Pacha“ hat die Kult-Disco „P1“ vom Thron gestoßen, Focus Magazin, Nr. 15 (2001), 9. April 2001.
  7. Michi Kern feiert 12 Jahre PACHA, Bild, 18. November 2012.
  8. Steinpilz Crème brulée im "Roeckl", Die Welt, 23. November 2008.
  9. Florian Fuchs: Auch ein Partylokal wird erwachsen, Süddeutsche, 14. März 2011.
  10. Christian Mayer: Peter und Paul im alten Iwan, Süddeutsche, 10. Mai 2010.
  11. Philipp Crone: Sechs Wirte - eine Farm, Süddeutsche, 21. Mai 2010
  12. a b c Im P1 schläft dir der Arsch ein, Süddeutsche, 1. Juli 2010.
  13. Christian Minaty: Disco mit Aussicht. Süddeutsche, 31. Mai 2010.
  14. Ohne Teilen gibt es keine Zukunft (Memento des Originals vom 4. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ursache.at, Urschae.at.
  15. Michi Kern (PDF; 1,0 MB), freshguide.tv, November 2007.
  16. Michi Kern: Standl für Veganer, Abendzeitung München, 14. November 2012.
  17. Deutschlands erstes veganes Restaurant – Die Gemüse-Küche, Süddeutsche, 30. April 2008.
  18. Munich Redux: Germany’s Hot Spot of the Moment. New York Times, 13. April 2009.
  19. Hadassah International Partners in Healing: Michi Kern
  20. Benefizdinner im Künstlerhaus, Welt am Sonntag, 1. August 2010.
  21. Wohltätige Pacha-Party, TZ, 19. Februar 2009.
  22. Strahlende Kinderaugen, Jüdische Allgemeine, 12. August 2010.
  23. Michi Kern - Lümmeltüten-Botschafter, Genussmaenner.de, 7. November 2010.
  24. Kern & Springer