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Michlbach (Gemeinden Hitzendorf, Sankt Bartholomä)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Michlbach (Streusiedlung)
Ortschaft
Katastralgemeinde Michlbach
Michlbach (Gemeinden Hitzendorf, Sankt Bartholomä) (Österreich)
Michlbach (Gemeinden Hitzendorf, Sankt Bartholomä) (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf
Koordinaten 47° 2′ 38″ N, 15° 15′ 39″ OKoordinaten: 47° 2′ 38″ N, 15° 15′ 39″ O
Höhe 452 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 43 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 57,34 ha (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14957
Katastralgemeindenummer 63256
Zählsprengel/ -bezirk Berndorf-Michelbach (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
43

BW

Michelbach (Streusiedlung)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Sankt Bartholomäf0
f5
Koordinaten 47° 2′ 38″ N, 15° 15′ 39″ O
Höhe 452 m ü. A.
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk St. Bartholomä (60639 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

BW

Michlbach ist eine Ortschaft und gleichnamige Streusiedlung in der Weststeiermark in den Gemeinden Hitzendorf und Sankt Bartholomä im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark. Michlbach ist zugleich auch der Name einer Katastralgemeinde von Hitzendorf. Für den zu Sankt Bartholomä gehörenden Teil des Ortes findet man häufig die Schreibweise Michelbach. Da der zu Hitzendorf gehörende Teil von Michlbach vollständig von den Gemeinden Sankt Bartholomä und Stallhofen umschlossen ist, stellt der Ort zudem eine Exklave des Hitzendorfer Gemeindegebietes dar.

Lage und Geographie

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Michlbach ist eine westlich des übrigen Gemeindegebietes, östlich des Marktortes gelegene Exklave der Marktgemeinde Hitzendorf. Die zu Sankt Bartholomä gehörende Streusiedlung liegt im südlichen Gemeindegebiet, südlich des Hauptortes. Der Ort selbst liegt auf einem zum Södingtal hin abfallenden Hang eines von Nordosten nach Südwesten streichenden Hügelrückens des Weststeirischen Riedellandes. Dieser Hügelrücken trennt das östlich davon gelegene Södingtal vom Liebochtal im Westen. Der Hang wird im Westen vom Michelbacherbach und im Osten vom Boder- und dem Mühlbach begrenzt.

Direkt an Michlbach führt keine größere Straße vorbei. Die Stübinggrabenstraße (L315), die Berndorf mit Stallhofen verbindet, verläuft im Süden in einigen Abstand am Ort vorbei.

Auf dem Gebiet der Katastralgemeinde besteht nur die gleichnamige Ortschaft.

Erstmals urkundlich erwähnt ist der Ort 1265 als Michelpach. Weitere Erwähnungen datierten 1527 als Michel(s)pach, 1569 als Mihlspach, 1704 als Michaelbach, 1747 als Michaelbach und schließlich 1822 als Michelbach. Der Ortsname leitet sich dabei vom althochdeutschen mihil oder dem mittelhochdeutschen michel ab. Beide Begriffe bedeuten so viel wie mehr oder groß und beziehen sich auf einen hier fließenden großen Bach.[1]

Der legendenhaften Überlieferung nach wurde der Ort Michlbach während der Pestepidemien von dieser Krankheit heimgesucht. Dabei sollen vor allem die Hitzendorfer der örtlichen Bevölkerung durch diese Zeit geholfen haben.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Michlbachs zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Altenburg, Messendorf, Plankenwarth[2], Reiteregg und Thal Untertanen im Ort. Das Amt St. Gotthard hatte ein eigenes Amt Michelbach, zu dem 17 untertänige Zinsgüter gehörten.[3]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde der östliche Teil Michlbachs Teil der freien Ortsgemeinde Hitzendorf. Die Eingemeindung nach Hitzendorf erfolgte auf Wunsch der Bevölkerung, da sie sich wegen der legendenhaften Hilfe während der Pestzeit dem Ort verbunden fühlten.[4] Der westliche Teil des Ortes kam an die freie Ortsgemeinde Sankt Bartholomä.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Der Ort Michlbach ist landwirtschaftlich geprägt. Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung spielte dabei bis um 1840 der Weinbau.[3]

Der zu Hitzendorf gehörende Ortsteil ist nach Hitzendorf und Stallhofen eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf und Stallhofen.[2] Der zu Sankt Bartholomä gehörende Ortsteil ist Teil der Pfarre Sankt Bartholomä an der Lieboch und die Kinder gehen in die Schule von Sankt Bartholomä.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Die von Wilhelm Gösser geschaffene Gedenktafel am Geburtshaus von Hans Brandstetter

Von regionalgeschichtlicher Bedeutung ist die im Umfeld von Michlbach stehende Nunnerkapelle. Diese Kapelle untersteht dem Patrozinium der Lieben Frau Maria Schutz und wurde zuletzt 1908 generalrestauriert. Sie dient als Ort der österlichen Speisensegnung, regional auch als Fleischweihe bekannt.[3]

Im Sankt Bartholomäer Teil von Michlbach wurde 1854 der Bildhauer und Holzschnitzer Hans Brandstetter geboren. An seinem Geburtshaus wurde 1937 eine von seinem Sohn Wilhelm Gösser geschaffene Gedenktafel angebracht.[2]

  • Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 401–402.
Commons: Michlbach (Hitzendorf, Sankt Bartholomä) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 401–402.
  2. a b c d Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 402.
  3. a b c Josef Riegler (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Graz-Umgebung. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2025, S. 401.
  4. Werner Eibinger: Ortschaften der Marktgemeinde Hitzendorf. In: www.hitzendorf.gv.at. Abgerufen am 13. Dezember 2025.