Microsoft Edge

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Microsoft Edge

Icon von Microsoft Edge
Basisdaten

Entwickler Microsoft
Erscheinungsjahr 2015
Aktuelle Version 44.17763.1.0

EdgeHTML: 18.17763
(Stand 13. Oktober 2018)

Betriebssystem Windows 10, Windows 10 Mobile

Android, iOS, Xbox One

Programmiersprache C++
Kategorie Webbrowser
Lizenz EULA (proprietär)
deutschsprachig ja
Website

Microsoft Edge (Codename Project Spartan) ist ein Webbrowser des Softwareherstellers Microsoft. Er wurde am 29. Juli 2015 mit Windows 10 veröffentlicht und hat dort den Internet Explorer als Standardbrowser auf PCs, Smartphones und Tabletcomputern ersetzt.

Eine Vorversion wurde am 30. März 2015 veröffentlicht; am 29. April 2015 wurde bekanntgegeben, dass der Browser, der zuvor Project Spartan genannt worden war, offiziell Microsoft Edge heißt.[1]

Seit 30. November 2017 sind Versionen für iOS und Android verfügbar.[2]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verglichen mit Internet Explorer hat Microsoft drei neue Merkmale präsentiert: Websites können mit Notizen versehen werden und das so entstandene Dokument ähnlich einem Screenshot mit Freunden oder Kollegen geteilt werden; ein „Lesemodus“ kann den Lesefluss störende Elemente ausblenden; und ein Instapaper ähnelnder Lesezeichen-Service ist in den Browser integriert.[3]

Edge nutzt anstatt der bisherigen HTML-Rendering-Engine Trident die neuere Engine EdgeHTML.[4] Edge unterstützt keine alten Technologien wie ActiveX und Browser Helper Objects mehr; stattdessen wird ein Erweiterungssystem nach dem neuen Standard Browser Extensions genutzt, der auch von anderen Browsern wie Firefox und Chrome unterstützt wird.[5] Fast 80 % der CSS-Eigenschaften mit -ms-Präfix werden von Edge nicht mehr unterstützt. Stattdessen beugt sich Microsoft der Dominanz der WebKit-basierten Browser im Mobile-Markt und unterstützt nun für über 90 Eigenschaften das -webkit-Präfix. Die in Internet Explorer unterstützten Dokument-Modi, mit denen der Browser Websites so darstellen kann, wie es ältere Browserversionen taten, fallen ebenfalls weg. Wie schon Internet Explorer 10 und neuer unterstützt auch Edge keine Conditional Comments mehr.[6]

Wie schon der Internet Explorer ist Microsoft Edge fest in das Betriebssystem integriert und lässt sich betriebssystembedingt kaum löschen. So nutzt Edge das in Windows 10 integrierte Adobe-Flash-Plug-in; auch PDF-Dokumente zeigt Microsoft Edge ohne Zusatz-Tool gleich im Browser an und installiert automatische Updates über die Windows-Update-Funktion. Anders als im Internet Explorer lässt sich mit Edge der Microsoft-Sprachassistent Cortana nutzen.

Edge unterstützte zu Beginn nur den proprietären H.264-Codec für das HTML5-Videoelement, seit Version 14.14291 lassen sich jedoch auch WebM-Videos mit VP9 sowie Opus-Audiodateien abspielen.[7]

Seit dem Creators Update (Windows 10 Version 1703) zeigt Edge auch E-Books im EPUB-Format an, solange diese nicht DRM-verschlüsselt sind.

Für Android ist eine Version verfügbar, die auf der Rendering-Engine Blink von Google Chrome basiert.[8]

Marktanteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Browser kämpft mit Akzeptanzproblemen. Am stärksten ist er mit über 80 Prozent auf der Xbox und auf Windows Phone mit rund 70 Prozent. Im Desktop-Segment (alle Plattformen) pendelt er seit Oktober 2017 mit geringen Veränderungen bei etwas über vier Prozent, davon Windows 4,8 Prozent, obwohl er auch hier vorinstalliert ist. In allen anderen Bereichen ist er entweder nicht verfügbar oder kommt auf keine nennenswerten Marktanteile (jeweils Durchschnittswerte von August 2017 bis August 2018).[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Veröffentlichung von Windows 10 wurde Edge dafür kritisiert, unfertig zu sein.[10] In der mit Windows 10 Build 1607 gelieferten Version lässt sich unter anderem die Menüleiste nur eingeschränkt konfigurieren. Suchmaschinen lassen sich nur hinzufügen, während der Benutzer auf der Website der entsprechenden Suchmaschine ist –, die Funktion, Suchmaschinen wieder zu entfernen, funktionierte nicht.

In manchen Fällen kommt es in Edge zu Darstellungsfehlern. In diesem Fall kann der Benutzer die Website mit dem Internet Explorer besuchen.[11] Der Anwender kann entweder bei jedem Zugriff einen manuellen Wechsel zum Internet Explorer (und damit zur Trident Engine) initiieren, oder für bestimmte Webseiten vorab „Enterprise Mode“-Regeln für einen automatischen Wechsel definieren.[11]

Kritisiert wurde auch, dass Nutzer davon abgehalten werden,[12][13] andere Browser zu nutzen, was aus wettbewerbsrechtlichen Gründen jedoch nicht gestattet ist.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. This is Microsoft Edge, the replacement for Internet Explorer. 29. April 2015. Abgerufen am 1. Mai 2015.
  2. Edge now available for iOS and Android
  3. Microsoft officially announces Project Spartan, its new web browser for Windows 10
  4. IE-Nachfolger: Spartan zeigt sich mit Chrome-Agent in Windows 10. Golem.de, 27. Januar 2015, abgerufen am 28. Januar 2015.
  5. Jason Weber: Spartan and the Windows 10 January Preview Build. Microsoft. 21. Januar 2015.
  6. heise.de: Microsoft Edge beerdigt proprietäre Internet-Explorer-Techniken
  7. WebM, VP9 and Opus Support in Microsoft Edge. Windows Blog. 18. April 2016. Abgerufen am 8. November 2016.
  8. Microsoft veröffentlicht Edge für Android – auf Chrome-Basis. In: derStandard.at. 13. Oktober 2017, abgerufen am 8. Dezember 2017.
  9. Vergleich laufendes Jahr bei netmarketshare.com, abgerufen am 29. August 2018
  10. Daniel Berger: Ade, IE! Edge: der neue Standard-Browser von Windows 10. heise.de, 24. Juli 2015, abgerufen am 24. August 2015.
  11. a b Microsoft Edge Team: How Microsoft Edge and Internet Explorer 11 on Windows 10 work better together in the Enterprise. microsoft.com, 26. August 2015, abgerufen am 1. September 2015.
  12. Chris Beard: An Open Letter to Microsoft’s CEO: Don’t Roll Back the Clock on Choice and Control. In: The Mozilla Blog. Mozilla Foundation, 31. Juli 2015, abgerufen am 16. August 2015 (englisch).
  13. Daniel Berger: Mozilla kritisiert Microsoft: Windows 10 erschwert Browser-Wahl. In: heise online. Heise Medien GmbH & Co. KG, 31. Juli 2015, abgerufen am 16. August 2015.
  14. https://www.t-online.de/digital/software/id_84440552/statt-chrome-oder-firefox-windows-10-raet-zu-hauseigenem-browser-edge.html