Midden-Drenthe

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Gemeinde Midden-Drenthe
Flagge der Gemeinde Midden-Drenthe
Flagge
Wappen der Gemeinde Midden-Drenthe
Wappen
Provinz Drente Drente
Bürgermeister Mieke Damsma (D66)
Sitz der Gemeinde Beilen
Fläche
 – Land
 – Wasser
345,87 km2
340,75 km2
5,12 km2
CBS-Code 1731
Einwohner 33.216 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 96 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 52′ N, 6° 31′ OKoordinaten: 52° 52′ N, 6° 31′ O
Bedeutender Verkehrsweg A28 E232 N371 N373 N374 N381 N856
Vorwahl 0593, 0592
Postleitzahlen 7928, 7937–7938, 9411–9419, 9421–9423, 9431–9439, 9441–9442
Website Homepage von Midden-Drenthe
LocatieMidden-Drenthe.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Midden-Drenthe (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i), bis 2000 Middenveld genannt, ist eine 1998 entstandene Gemeinde in der Provinz Drente im Nordosten der Niederlande. Sie hat 33.216 Einwohner (Stand 31. August 2017) und eine Fläche von 346 km².

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort umfasst insgesamt 29 Ortsteile. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Beilen.

Ortsteile gemäß ihrer Einwohnerzahl:

Beilen 9.030
Westerbork 4.560
Smilde 4.520
Bovensmilde 3.310
Hoogersmilde 1.460
Hooghalen 940
Nieuw-Balinge 790
Wijster 780
Hijken 640
Witteveen 460
Elp 370
Zwiggelte 250
Lieving/Makkum 200
Oranje 200
Spier 200
Mantinge 180
Holthe 150
Balinge 120
Drijber 110
Brunsting 100
Laaghalen 100
Orvelte 90
Garminge 80
Zuidveld 80
Eursinge 60

Weitere, nicht offizielle Ortsteile unter 40 Einwohner sind:

  • Bruntinge
  • Hijkersmilde
  • Laaghalerveen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[2]
 %
20
10
0
16,3
16,0
15,6
13,1
12,9
10,1
8,3
7,7
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,7
+1,2
-1,5
+2,1
+4,6
-2,2
+0,5
+2,3
-1,4

Der Gemeinderat wird seit der Gemeindegründung folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[3]
1997 2002 2006 2010 2014 2018
PvdA 7 7 9 7 6 4
VVD 3 3 4 4 3 4
CDA 6 6 5 5 4 4
Gemeentebel Smilde-Beilen-Westerborka 3 1 2 2 3
Gemeentebelangenb 2 2 1 1 2 3
D66 1 1 0 1 3 2
ChristenUnie 0 1 1 2 2
GroenLinks 1 1 1 2 1 1
Red het Noorden 0
SP 1
Groepering Gemeentebelangen Smilde 2
Dorpsbelangen 1
RPF 0
GPV
Gesamt 23 23 23 23 23 23
a Gemeentebel Smilde-Beilen-Westerbork entstand aus dem Zusammenschluss der Partei Dorpsbelangen und der Groepering Gemeentebelangen Smilde.
b Im Jahre 1997 kandidierte die Partei Gemeentebelangen unter dem Namen „Gemeentebelangen Westerbork“.

Bürgermeister und Beigeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Koalition besteht in der Legislaturperiode 2018–2022 aus den Parteien CDA, Gemeentebelangen, PvdA und VVD.[4] Diese stellen dem Kollegium jeweils einen Beigeordneten bereit. Folgende Personen gehören zum Kollegium:[5]

Funktion Name Partei Anmerkung
Bürgermeisterin Mieke Damsma D66 seit dem 14. Dezember 2017 im Amt[6]
Beigeordnete Dennis Bouwman PvdA
Anique Snijders VVD
Erjen Derks Gemeentebelangen
Jan Schipper CDA
Gemeindesekretärin Aline Pruntel seit Januar 2014 im Amt

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A28 verläuft zwischen der nördlichen Nachbarstadt Assen und Hoogeveen. Vom Bahnhof Beilen (wo Schnellzüge nicht halten) besteht je zweimal die Stunde Anschluss in Richtung Zwolle und nach Groningen. In der Gemeinde verkehren mehrere Buslinien.

Industrie und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Beilen steht eine Fabrik von Milchprodukten (DOMO), die eine der wichtigsten der Niederlande ist.
  • In Wijster steht die VAM (Vuil Afvoer Maatschappij, = Müllentsorgungsgesellschaft). Diese riesige Anlage verarbeitet Garten- und Küchenabfälle aus den ganzen Niederlanden zu Gartenkompost.
  • Südöstlich von Dwingeloo, an der Grenze zur Gemeinde de Wolden, steht das Radioteleskop Dwingeloo, und östlich von Hooghalen und dem ehemaligen KZ Westerbork das Westerbork Synthese-Radioteleskop (WSRT), gegründet 1970, erneuert 1996. Dieses Radiointerferometer gehört zu den bedeutendsten in ganz Europa. Es besteht aus vierzehn je 25 Meter großen verschiebbaren Parabolantennen für radioastronomische Untersuchungen. Von diesen Antennen sind zehn festmontiert, während zwei am östlichen Ende des Arrays auf Schienen bewegt werden können. 1,4 Kilometer östlich davon befindet sich ein zweites Paar beweglicher Schüsseln.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiter sind der Tourismus und die Landwirtschaft von wirtschaftlicher Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie ganz Drente, war das Gebiet dieser Gemeinde schon in der Mittleren Steinzeit bewohnt. Später bauten Menschen der Jungsteinzeit hier Grabhügel und Hünengräber. Im Frühmittelalter entstanden „brinkdorpen“, Angerdörfer: ringsum eine Wiese mit Teich (Tränke), der für das Vieh bestimmt war, lagen die reetgedachten Bauernhöfe und die Dorfkirche, lange Zeit das einzige Gebäude im Dorf, das aus Stein errichtet war. Dahinter lagen die Äcker, und weiter außen der Wald. Im Museumsdorf Orvelte, aber auch in Dwingeloo und Westerbork, kann man dieses malerische Dorfbild noch wiedererkennen.

Östlich von Hooghalen, nicht weit der Eisenbahn AssenHoogeveen, entstand in den 1930er Jahren das Lager Westerbork, wo die niederländische Regierung Ausländer, darunter vor dem Terror des Nationalsozialismus aus Deutschland geflohene Juden, untergebracht hat. Während der deutschen Besatzung 1940–1945 wurde hieraus das Durchgangslager Westerbork. In Bovensmilde gab es Ende Mai 1977 eine Geiselnahme von Lehrern und Schülern in einer Grundschule. Die Geiselnehmer mussten ihre Opfer nach wochenlangen, erfolglosen Verhandlungen nach militärischem Eingreifen gehen lassen. Die Fernsehbilder der Kinder, die von den Geiselnehmern gezwungen wurden, zu schreien: „Van Agt [Name des damaligen Ministerpräsidenten], wir wollen leben!“ schockierten damals die ganze Welt. Von 1998 bis 2000 lautete der Gemeindename „Middenveld“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumsdorf Orvelte – Hauptstraße
Museumsdorf Orvelte – Freilichtmuseum
  • Das Freilichtmuseum (Museumsdorf) Orvelte, wo auch viele Künstler ein Atelier oder eine Galerie eingerichtet haben, und alte Handwerke vorgezeigt werden.
  • Die Gedenkstätte beim ehemaligen KZ Westerbork.
  • Das Planetron, eine Volkssternwarte im Dorf Dwingeloo.
  • Die malerischen Ortskerne von Dwingeloo und Westerbork
  • Die vielen Wald- und Heidegebiete, u. a. bei Dwingeloo und um das ehemalige KZ und die Radiosternwarte.
  • In Ruinerwold gibt es eine 7 km lange Straße, entlang welcher Birnbäume stehen. Jedes Jahr Anfang Oktober gibt es ein Birnenpflücken; die Ernte wird zu gemeinnützigen Zwecken versteigert. Eine derartige Birnenallee ist einzigartig in den Niederlanden.

Die Gemeinde ist reich an Campingplätzen und Pensionen. Der örtliche Verkehrsverein stellt Wander- und Radfahrrouten zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Midden-Drenthe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen: 2014 2018, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)
  3. Sitzverteilung im Gemeinderat: 1997–2002 2006 2010 2014 2018, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)
  4. Sociaal en ondernemend Midden-Drenthe (PDF) Gemeente Midden-Drenthe, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch)
  5. Wie vormen het college van burgemeester en wethouders? Gemeente Midden-Drenthe, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch).
  6. Nieuwe burgemeester in Midden-Drenthe. In: Rijksoverheid. 9. Oktober 2017, abgerufen am 15. September 2018 (niederländisch).