Midlum (Rheiderland)

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Midlum
Gemeinde Jemgum
Koordinaten: 53° 17′ 1″ N, 7° 22′ 18″ O
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 7,42 km²
Einwohner: 295 (30. Jun. 2015)
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 26844
Vorwahl: 04958
Karte des Rheiderlands
Glockenturm der Midlumer Kirche

Midlum im Rheiderland ist eine kleine Ortschaft in der Gemeinde Jemgum im niedersächsischen Landkreis Leer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Warftdorf entstand etwa um die Zeit Christi Geburt an der Ems. Ältestes Gebäude ist die evangelische Kirche aus dem Jahr 1200 mit mittelalterlichem Hagioskop, einer so genannten Lepraspalte. Die Midlumer Kirche beherbergt eine alte Orgel von Hinrich Just Müller. Neben der Kirche steht der wohl älteste Glockenturm Ostfrieslands aus dem 13. Jahrhundert. Der freistehende „Turm“ der evangelisch-reformierten Kirche in Midlum ist 14,0 m hoch und mit einem Neigungswinkel von 6,74 Grad schiefer als der Schiefe Turm von Pisa (3,97 Grad[1]). Allerdings gilt der Bau nach gängiger Definition nicht als Turm im engeren Sinne, da seine Höhe nicht ein Mehrfaches seines Durchmessers beträgt. Als „schiefster Turm der Welt“ ist daher im Guinness-Buch der Rekorde der Schiefe Turm von Suurhusen aufgeführt.

Eine Burg in Midlum erscheint nur ein einziges mal im Jahr 1461 im Testament des Häuptlings Wiard von Oldersum und Uphusen in der historischen Überlieferung. Die heute verschwundene Anlage lag im Bereich des Ortsteils Burgstede nordwestlich von Midlum.

Midlum gehört seit dem 1. Januar 1973 zur Gemeinde Jemgum.[2] Mit seinen 295 Einwohnern[3] bei einer Fläche von 7,42 Quadratkilometer ist Midlum der drittgrößte der elf Jemgumer Ortsteile.

Ziegeleien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Ziegelei an der Ems in Midlum

Wie das gesamte Rheiderland war Midlum bis Anfang der 1970er Jahre durch seine hohen Lehmvorkommen ein wichtiger Standort der Ziegelherstellung. Direkt an der Ems gelegen zeugen zwei hohe Schornsteine in Midlum von der einstigen Blüte dieses Wirtschaftszweiges. Eine dieser Ziegeleien wurde teilweise restauriert und kann heute als Ziegeleimuseum besucht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Anneessen (Hrsg.): Die Familien der Kirchengemeinde Midlum (1704–1900) (= Ostfrieslands Ortssippenbücher, Bd. 77; Deutsche Ortssippenbücher, Bd. A 414). Upstalsboom-Gesellschaft, Aurich 2006, ISBN 3-934508-26-X.
  • Anna Sophie Inden (Text), Martin Stromann (Fotos): Gottes Häuser im Rheiderland. In: Ostfriesland Magazin. 2/2015, SKN Druck und Verlag, Norden 2015, S. 48 ff.
  • Hajo van Lengen: Geschichte des Emsingerlandes vom frühen 13. bis zum späten 15. Jh. (= Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands. Band 53). Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1973, S. 250.
  • H. Wilhelm H. Mithoff: Fürstenthum Ostfriesland und Harlingerland (= Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen. Band 7). Helwing, Hannover 1880, S. 147.
  • Otto Houtrouw: Ostfriesland: Eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit. Dunkmann, Aurich 1889, S. 265 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Midlum (Rheiderland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sueddeutsche.de: Der schiefste Turm der Welt
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.
  3. Jemgum.de: Strukturdaten. Abgerufen am 26. März 2022.