Migros

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schweizer Unternehmen. Für das gleichnamige türkische Detailhandelsunternehmen, siehe Migros Türk.
Migros-Genossenschafts-Bund
Migros-Logo
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 1925
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Herbert Bolliger
(Präsident der Generaldirektion)
Andrea Broggini
(Präsident der Verwaltung)
Ursula Nold
(Präsidentin der Delegiertenversammlung)
Mitarbeiter 97'456 (2014)[1]
Umsatz 27'292 Mio CHF (2014)[2]
Branche Handelskonzern
Website www.migros.ch

Migros [ˈmiɡro] (Kurzform von Migros-Genossenschaft) ist das grösste Detailhandelsunternehmen in der Schweiz. Das Unternehmen ist in allen Kantonen, in Liechtenstein sowie in den im Südwesten der Schweiz angrenzenden französischen Departements Ain und Haute-Savoie vertreten.[3]

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Migros-Hochhaus am Zürcher Limmatplatz

Migros wurde 1925 von Gottlieb Duttweiler in Zürich gegründet. Der Name soll für die ursprüngliche Positionierung des Unternehmens stehen, als preislich in der Mitte zwischen en-gros (Grosshandel) und en-détail (Detailhandel) liegend; «mi-gros» («Mittelhandel») spielte darauf an, dass die Preise beinahe wie bei Engros-Produkten seien.

Das orangefarbene Logo zeigt den Namen Migros in Versalschrift. Oft wird die Darstellung auf ein gross geschriebenes «M» reduziert. Das Unternehmen wird aufgrund des Logos häufig als «oranger Riese» bezeichnet.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros ist ein Konglomerat verschiedener Genossenschaften, Aktiengesellschaften und Stiftungen, das sich zusammenfassend als «Migros-Gemeinschaft» bezeichnet. Der Konzern wird nach Aussen durch den in Zürich ansässigen Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) vertreten. Der MGB ist rechtlich eine Genossenschaft, die sich gemäss Artikel 921–925 des schweizerischen Obligationenrechts als Genossenschaftsverband qualifiziert.

Genossenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filiale der Migros Ostschweiz in Rüti ZH
Migros-Einkaufszentrum in Wetzikon

Den Kern der Migros bilden die regionalen Genossenschaften. Seit 1998 existieren zehn Genossenschaften (jeweils mit Hauptsitz):

Die traditionell grösste (nach Anzahl Genossenschafter und Umsatz) der ehemals zwölf Genossenschaften war Zürich. In zwei Fusionen wurde 1998 die Anzahl Genossenschaften von zwölf auf die heutigen zehn reduziert, dabei entstanden die beiden grossen Genossenschaften Migros Aare und Migros Ostschweiz. Vier Genossenschaften in ihrer alten Form sind dadurch verschwunden:

  • Genossenschaft Migros Aargau/Solothurn, Suhr – Teil von Migros Aare
  • Genossenschaft Migros Bern, Moosseedorf – neu Migros Aare
  • Genossenschaft Migros Winterthur/Schaffhausen, Winterthur – Teil von Migros Ostschweiz
  • Genossenschaft Migros St. Gallen, Gossau SG – neu Migros Ostschweiz

Die Migros überlässt das dünn besiedelte Berggebiet anderen Versorgern; so gibt es im Bezirk Surselva eine einzige Migros-Filiale, im gesamten Engadin eröffnete erst 2012 ein Migrolino-Shop (Convenience-Shopformat für Bahnhöfe und Tankstellen).

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Migros-Genossenschafts-Bund wurde 1941 von den regionalen Genossenschaften als Tochterunternehmen gegründet. Die heutigen zehn Genossenschaften sind alleinige Eigentümer des MGB, dessen Anteilscheine sie besitzen. Die Genossenschaften sind autonom, erstellen eigenständige Jahresabschlüsse und besitzen im Kerngeschäft, dem Detailhandel unter dem Namen Migros, uneingeschränkte Flächen- und Personalhoheit.

Die regionalen Genossenschaften sind im Eigentum der im Tätigkeitsgebiet wohnhaften Mitglieder; da jede natürliche Person respektive jeder Haushalt Genossenschafter und damit formal Miteigentümer einer Migros-Genossenschaft werden kann, ist das Unternehmen in der Bevölkerung breit abgestützt.

Delegiertenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Delegiertenversammlung des MGB als oberstes Organ bildet das «Parlament» der Migros. Für die Amtsperiode 2012–2016 wurde Ursula Nold als Vorsitzende im Amt bestätigt.

Die Delegiertenversammlung entscheidet unter anderem über die grundsätzliche Festlegung und Änderung der Geschäftspolitik sowie über Statutenänderungen. Sie befindet zudem über den Jahresbericht der Verwaltung, die Jahresrechnung, die Verwendung des Bilanzgewinns des MGB und die Entlastung von Verwaltung und Generaldirektion. Die Delegiertenversammlung ist auch für die Wahl und Abberufung der Mitglieder der Verwaltung und ihres Präsidenten sowie der Revisionsstelle zuständig. Sie bestätigt den Präsidenten der GD in seiner Eigenschaft als Mitglied der Verwaltung. Die Aufgaben und Kompetenzen der Delegiertenversammlung sind in den Statuten beschrieben.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltung legt die Ziele des Gesamtkonzerns fest, wählt die Generaldirektion, welche die operative Geschäftsleitung verkörpert, und ist oberste Bewilligungsinstanz bezüglich der Organisation des MGB.

Die mindestens 21-köpfige Verwaltung besteht aus internen Mitgliedern, die innerhalb der Migros-Gemeinschaft angestellt sind und sieben bis neun externen Mitgliedern. Die Mitglieder werden in der Regel von der bestehenden Verwaltung zur Wahl vorgeschlagen; die Delegierten haben aber zumindest formal das Recht, selbst Kandidaten vorzuschlagen. Von der Delegiertenversammlung wird dann die Verwaltung auf eine grundsätzlich fixe Amtszeit von vier Jahren gewählt.

Die höchste Stelle ist der Präsident der Verwaltung, festen Einsitz in der Verwaltung haben zudem der Präsident der Generaldirektion, der den MGB im Verwaltungsrat vertritt, sowie je ein Vertreter der zehn regionalen Genossenschaften; in der Regel übernimmt der Geschäftsleiter der jeweiligen Genossenschaft diesen Sitz, der formal allerdings auch einem Mitglied der Verwaltung oder des Genossenschaftsrat offensteht. Zwei Mitglieder werden als Mitarbeitervertreter gewählt, wovon einer beim MGB angestellt sein muss.

Der Verwaltung umfasst 23 Personen und war für die Amtsdauer vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2016 gewählt.

Generaldirektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generaldirektion bildet die operative Geschäftsleitung des MGB. Sie ist die oberste Leitungsstufe sämtlicher Tochterunternehmen der Migros und der direkt untergeordneten Stiftungen, allerdings nicht der zehn Genossenschaften, die autonome Geschäftsleitungsstrukturen auf der Genossenschaftsebene besitzen. In diese kann die Generaldirektion nur indirekt Einfluss nehmen, als reine Koordinationsstelle zwischen den Genossenschaften, die Entscheidungen im Konsens treffen müssen.

Die höchste Position in der Direktion wird klassisch als «Präsident der Generaldirektion» bezeichnet, allerdings wird mittlerweile in den Medien häufig auch die als universell empfundene, englischsprachige Bezeichnung Chief Executive Officer (CEO) portiert. Der GD-Präsident wird vom Verwaltungsrat ernannt und muss von der Delegiertenversammlung als Mitglied des Verwaltungsrats bestätigt werden.

Die übrigen sechs Mitglieder der Generaldirektion werden formal auch vom Verwaltungsrat eingesetzt, allerdings lässt dieser in der Regel dem Generaldirektor freie Hand bei der Neubesetzung von Vakanzen und bestätigt bestehende Mitglieder faktisch nur mit dessen Zustimmung. Die Mitglieder der Generaldirektion werden als Leiter eines Departements eingestellt; letztere bilden dabei Funktionseinheiten des Gesamtkonzerns, welche die Genossenschaften intern als Dienstleister (Marketing, Zulieferer) unterstützen.

Die Generaldirektion setzt sich zurzeit wie folgt zusammen:

Name Jahrgang Funktion im Amt
Herbert Bolliger 1953 Präsident der Generaldirektion seit 2005
Fabrice Zumbrunnen 1969 Departement I (HR, Kulturelles und Soziales, Freizeit) seit 2012
Hansueli Siber 1966 Departement II (Marketing) seit 2014
Andreas Münch 1957 Departement III (Logistik und Informatik) seit 2005
Walter Huber 1957 Departement IV (Industrie) seit 2008
Joerg Zulauf 1958 Departement V (Finanzen) seit 1999
Ernst Dieter Berninghaus 1965 Departement VI (Handel) seit 2008

Als Vizepräsident der Generaldirektion fungiert der Leiter des Finanz-Departements; die sechs Departementsleiter bekleiden zudem in der Regel die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten der ihnen direkt unterstellten Aktiengesellschaften des MGB.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottlieb Duttweiler, durch die Konjunktur des Ersten Weltkriegs zu Vermögen gekommen, verlor dieses in den Nachkriegsjahren wieder. Sein Versuch, mit seiner Ehefrau nach Brasilien auszuwandern scheiterte ebenfalls. Zurück in der Schweiz baute Duttweiler – analog den Ideen Taylorismus und Fordismus – ein Detailshandelsgeschäft auf, das nach heutigen Massstäben als Discounter zu betrachten wäre: Effizienz durch Menge, viel Umsatz, wenig Gewinn. Um die Kosten tief zu halten, wurde der Verkauf ab umherfahrenden Lastwagen organisiert.[4] Am 25. August 1925 fuhren die ersten fünf Ford T-Verkaufswagen der Migros in Zürich aus. Seit 1928 stellt die Migros auch Eigenprodukte her, das erste war ein Süssmost, von der neu zugekauften «Alkoholfreie Weine AG».

Angestammte Lebensmittelhändler fühlten sich attackiert. So versuchten sie zusammen mit Parteien, Politikern und Gewerkschaften, die Migros zu ruinieren. Die Konsumenten jedoch erkannten den Wert der Migros und diese wurde immer erfolgreicher. Kurz darauf expandierte die Migros in anderen Kantonen und eröffnete – neben den Verkaufswagen – auch Läden.

In einigen Kantonen wurde die Migros daraufhin durch politische Beschlüsse für Jahre bzw. Jahrzehnte verboten. Das bremste jedoch den Erfolg der Migros nicht. 1935 gründete die Migros ein Reisebüro, Hotelplan (abgekürzt: Hopla) und 1937 einen Giro-Dienst. 1936 gründete Gottlieb Duttweiler eine eigene politische Partei, den Landesring der Unabhängigen (LdU). Die Partei hatte den Übernamen Migros-Partei.

Seiner sozialen Einstellung entsprechend, vermachten Gottlieb Duttweiler und seine Frau Adele 1941 die Migros ihrer Kundschaft, indem das Unternehmen zur Genossenschaft wurde. 1942 wurde die Migros-Zeitschrift Brückenbauer lanciert; seit 2004 heisst die Zeitschrift Migros-Magazin. Dieses ist heute eine der auflagenstärksten Zeitschriften der Schweiz. Jedes Genossenschaftsmitglied – dessen Beitritt unentgeltlich ist – erhält das Blatt gratis. 1944 wurden die Migros-Klubschulen gegründet, mit dem Ziel, Weiterbildung für das Volk zu günstigen Konditionen zu ermöglichen. Heute sind die Klubschulen eine der erfolgreichsten Institutionen in der Erwachsenenbildung.

1948 lancierte die Migros in einem Pionierakt Selbstbedienungsläden nach der Idee von Elsa Gasser, einer polnischen Emigrantin, die Duttweiler als promovierte Nationalökonomin beriet. Anfangs der 1950er Jahre führte die Migros eigene Restaurants ein, bot auch Non-Food-Artikel an und gründete die Buchhandlung Ex Libris. 1952 initiierte Gottlieb Duttweiler den Bau des Frachtschiffs Adele und ihres Schwesterschiffs Amelia. Gründer und Präsident der Reederei Zürich AG war Duttweiler; die Reederei war bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2000 im Besitz des Migros-Genossenschafts-Bundes. Seit 1954 hat Migros eine eigene Tankstellenkette, Migrol genannt. Diese bot Benzin günstiger an als die Konkurrenz. 1957 wurde das Migros-Kulturprozent ins Leben gerufen; seit damals investiert die Migros 1 % des Umsatzes in Kultur und Weiterbildung. 1957 stieg die Migros mit der Migros Bank in das Bankwesen ein. Das später selbständig gewordene Tochterunternehmen Migros Türk wurde 1954 gegründet. Ein Jahr später besass Migros eine eigene Versicherung, die Secura. Diese wurde 1999 an Generali verkauft, die sie per 2000 mit «Schweizer Union» und Fortuna zur «Generali Schweiz» fusionierte.

Ein wichtiger Punkt war die Einführung der Produktdeklaration und die Angabe des Haltbarkeitsdatums im Jahre 1967. Das geschah unter dem Begriff migros-data. 1974 führte Migros das M-Sano ein, einen Vertreter der integrierten Produktion.

1979 wurde der damalige Vizedirektor und Leiter des Gottlieb Duttweiler Institut, Hans A. Pestalozzi wegen radikaler Ideen vom damaligen Chef Pierre Arnold fristlos entlassen. 1980 erzwang Pestalozzi mit der Bewegung M-Frühling eine kurzzeitige Öffnung von Migros und freie Wahlen.

1986 führte Migros das erste Freizeit-Center ein, den Säntispark in Abtwil SG. 1993 expandierte die Migros in das grenznahe Ausland nach Österreich (wurde nach vier Jahren wieder eingestellt) und Frankreich. Die erste Filiale in Deutschland wurde 1995 durch die Genossenschaft Migros Basel in Lörrach eröffnet.

1997 übernahm Migros die Globus-Gruppe, bestehend aus der namengebenden Warenhauskette «Magazine zum Globus», der inzwischen aufgegebenen Warenhauskette «ABM Au Bon Marché», den «Herren Globus»-Bekleidungsgeschäften, den Interio-Einrichtungshäusern und den «Office World»-Bürofachmärkten. 2006 übernahm die Migros den Onlinehändler LeShop.ch. Am 12. Januar 2007 gab der Migros-Genossenschafts-Bund die 70 %-Übernahme des Denner-Aktienkapitals bekannt. Die Übernahme wurde am 4. September 2007 durch die Wettbewerbskommission unter diversen Auflagen[5] genehmigt.[6]

2007 führte Migros als erstes grösseres Schweizer Unternehmen einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen ein. Im gleichen Jahr hat die Migros Aare das neue Nahversorgungskonzept VOI[7] lanciert. 2009 lancierte die Migros mit Migrolino schweizweit ein neues Convenience-Shopformat für Bahnhöfe und Tankstellen.

2009 wurde die Migros am World Retail Congress in Barcelona offiziell zum nachhaltigsten Detailhändler der Welt gekürt. 2010 wurde M-Way gegründet, welche die umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität fördert. Im Angebot sind Elektrofahrzeuge. Im gleichen Jahr lancierte die Migros migipedia.ch. Die Plattform bietet den Kunden die Möglichkeit, Produkte zu bewerten und Kommentare abzugeben. 2011 eröffnete die Migros Zürich zusammen mit dem deutschen Biosupermarkt Alnatura die erste Filiale Migros-Alnatura Schweiz.

Im Jahr 2013 übernahm die gleiche Genossenschaft den deutschen Detailhändler Tegut aus Fulda. 2013 gab Migros bekannt[8], dass die vier Filialen in Deutschland zum 1. Oktober des Jahres an die REWE Group verkauft werden.

Detailhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerngeschäft von Migros ist der «Genossenschaftliche Detailhandel». Nebst diesem Geschäftssegment, das gut 60 % des Konzernumsatzes erzielt, gehören zu Migros auch verschiedene Fachmärkte und Gastronomiebetriebe.

Migros rühmt sich damit, selbst weder Alkohol noch Tabakwaren zu verkaufen. Hiermit soll dem von Duttweiler unter der Bezeichnung «Volksgesundheit» formulierten Prinzip nachgelebt werden, dass der Absatz von Genussmitteln nicht preislich gefördert werden soll. Bereits in den Neunziger Jahren wurden die Statuten der Migros so angepasst, dass das Verbot nur eigentliche M-Filialen betrifft. Alle anderen Tochtergesellschaften dürfen Alkohol und Tabak verkaufen. Bis 2010 erhielt man beim Kauf von Alkohol beispielsweise in einer Migrolino-Tankstelle sogar Cumulus-Punkte.[9]

Migros wirbt zudem mit ihrer Eigenmarkenpolititk. Über 90 Prozent des Umsatzes erzielt Migros nach eigener Darstellung mit Eigenmarken.[10]

Migros-Supermärkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem ersten Jahr, als Migros nur aus Verkaufswagen bestand, folgte 1926 der erste bediente Laden in Zürich. Letztere Vertriebsform wurde schliesslich durch die 1948 lancierten Selbstbedienungsläden vollständig verdrängt. In den 1960er Jahren begann in der Schweiz der Bau von Einkaufszentren, an dem sich auch Migros aktiv beteiligte.

Als indirekte Folge davon entwickelte Migros ein einfaches Benennungssystem für die Filialen der Genossenschaften, welches die Grösse des Standorts und den Umfang des Sortiments andeutet. Eine M-Migros (durchschnittlich 650 m²) ist ein eher kleiner Lebensmittelladen, der als Nahversorger Waren des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygiene) führt; eine MM-Migros (durchschnittlich 2'250 m²) hat eine grössere Auswahl an Lebensmitteln sowie ein breites Non-Food-Angebot und umfasst häufig auch eine Bäckerei, ein Restaurant, einen Take-Away oder einen Fachmarkt. Eine MMM-Migros (durchschnittlich 8'500 m²) bietet praktisch die gesamte Produktepalette der Migros an und findet sich in der Regel in Einkaufszentren an guten Verkehrslagen.

Zur Steigerung der Standortattraktivität der «orangen» Filialen wurde an konzerneigenen Standorten (Liegenschaften, Einkaufszentren) früh mit der Vermietung von Verkaufsflächen an kleinere Einzelhandelsunternehmen mit stark komplementärem Sortiment an Genussmitteln – namentlich Tabakwaren und Alkohol – begonnen. Früher bevorzugt an Pick Pay vermietet, wurden diese Standorte Anfang 2006 von Denner «geerbt» – seit 2007 ein Tochterunternehmen des MGB.

Migros-Fachmärkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Migros-Fachmärkte entstanden als etwas abgetrennte Abteilungen innerhalb der grossen Supermarkt-Standorte (MM und MMM), denen aufgrund des Platzbedarfs schnell auch räumlich komplett getrennte Verkaufslokale folgten. Als Abteilungen der Supermärkte lanciert, werden die Fachmärkte weiterhin von den regionalen Genossenschaften geführt; das trifft auch auf die Neulancierungen Obi und SportXX zu, die entgegen ersten Absichten nicht von gesonderten Fachmarkt-Tochterunternehmen geleitet werden.

  • Do it + Garden Migros (Baumarkt)
  • Migros Florissimo (Blumengeschäft)
  • melectronics (Elektronik-Fachmarkt)
  • Micasa (Einrichtungsfachhandel)
  • Obi (Baumarkt, Schweizer Obi-Lizenznehmer)
  • SportXX (Sportartikel und -bekleidung) und Outdoor by SportXX

Migros-Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros verfügt über zahlreiche Gastronomiebetriebe, die je nach Grösse und Lage den Migros-Läden angeschlossen sind. Dazu zählen die in Selbstbedienung geführten Migros-Restaurants, die Verkaufsstände Migros-Gourmessa und Migros Take Away sowie Migros Party-Service als Lieferservice. Darüber hinaus werden auch die Formate Cha chà (Franchising-Betriebe), Coffee & Time (Café) und Sessibon (Restaurant und Take Away) geführt. Im August 2015 wurde die erste Filiale von my way in Bern eröffnet.

Auslandaktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Aktivitäten im Ausland entfaltete bereits Gottlieb Duttweiler. 1932 erwarb er in Berlin einen Landwirtschaftsbetrieb und baute eine Flotte von 85 Verkaufswagen auf, die bis zu 2000 Haltepunkte im Grossraum Berlin anfuhren, die Fahrer wurden aus dem Heer der Arbeitslosen rekrutiert. Die neue Konkurrenz traf jedoch bei lokalen Händlern und Markenartikelherstellern auf viel Widerstand. Nachdem in Deutschland die Nationalsozialisten in Regierung und Verwaltung an die Macht kamen, verstärkte sich der Druck. Im März 1933 stand Migros Berlin auf Listen für die sogenannten Frühjahrsboykotte der NSDAP, wurde als «Judenfirma» tituliert und schikaniert, SA-Leute bedrängten die Kunden. Im Dezember 1933 gab Migros die Auflösung der Berliner Tochterfirma bekannt.[11][12][13]

Seit 1954, mit einem Unterbruch von 1974 bis 1992, ist die Migros erneut auch ausserhalb der Schweiz aktiv. 1954 gründete die Migros das Tochterunternehmen Migros Türk. Die türkische Tochter ist seit 1974 unabhängig, durfte aber das Corporate Identity der Migros Schweiz zu diesem Zeitpunkt weiterführen. Seit 1992 unterhält Migros einige Standorte in Frankreich und Deutschland. Die von Migros France geführten Standorte sind zwei Hypermärkte (Supermärkte mit diversen Fachmärkten für Elektronik u. a.) in Thoiry und Étrembières sowie ein Supermarkt mit benachbartem Freizeitzentrum Vitam in Neydens, allesamt nahe der Grenze bei Genf.

Das Deutschlandgeschäft unter eigenem Namen wird von der Genossenschaft Migros Basel über die Tochtergesellschaft Migros Deutschland GmbH mit Sitz in Lörrach geleitet. Neben dem dort 1995 eröffneten Standort wurden Filialen in Bad Säckingen (2001–2008), Freiburg im Breisgau (2002), Reutlingen (2008–2012), Ludwigshafen am Rhein (2010) und Ludwigsburg (2011) eröffnet.[14][15][16][17]

Am 11. Oktober 2012 verkündete die Migros Genossenschaft Zürich den Kauf des deutschen Lebensmitteleinzelhändlers tegut… aus Fulda, der aber weiter unter diesem Namen firmiert.[18][19]

Die vier unter eigenem Namen von der Migros Basel geführten Filialen mitsamt zwei hausinternen Bäckereien wurden jedoch mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 an die Rewe Group verkauft, das an die Filiale Lörrach angegliederte Restaurant und das Take-away in Freiburg wurden geschlossen.[20][21] Am 28. September 2013 schloss mit der Freiburger Filiale der letzte Migros Markt in Deutschland.[22][23]

Ein 1993 gestartetes Engagement der Migros in Österreich wurde nach vier Jahren wieder eingestellt (siehe Konsum Österreich). 2013 eröffnete die Migros Ostschweiz ihren ersten Supermarkt im Fürstentum Liechtenstein, bis dato wurden Migros-Produkte nur durch Partner vertrieben.[24]

Franchising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während in den frühen Jahren der Migros der Verkauf von Eigenmarken-Produkten aus der Not heraus geschah, gibt es mittlerweile den umgekehrten Fall, dass selbständige Unternehmer – in verschieden stark ausgeprägter Zusammenarbeit mit der Migros – ein begrenztes Migros-Sortiment führen. Die Belieferung dieser Läden erfolgt entweder durch die jeweilige Genossenschaft oder durch die Migros-Verteilzentren.

  • migrolino (migrolino AG) – eigene Logistikplattform im Migros Verteilzentrum Suhr AG
  • Detaillist mit Migros-Produkten (MP) Migros Partner
  • VOI – Migros Partner (Kleinläden der Genossenschaft Migros Aare)

Die älteste Variante sind die «MP», die als selbständige Detaillisten arbeiten. Sie sind rechtlich und finanziell unabhängig. Nebst Migros-Artikeln führen sie Ergänzungsprodukte wie Weine, Spirituosen und Tabakwaren.

Als eigentliches Franchising wurde schliesslich avec zusammen mit Valora und den SBB lanciert; das Gemeinschaftsunternehmen Cevanova schloss dafür jeweils Franchiseverträge mit privaten Pächtern ab, die Läden an Bahnhöfen und Tankstellen betrieben. Das Joint Venture wurde Mitte 2008 aufgelöst und die Cevanova-Standorte zwischen Valora und Migros aufgeteilt; während Valora den Namen avec weiterverwenden konnte, entstanden aus den Migros-Standorten sehr rasch migrolino-Standorte. Eine Folge aus dieser Trennung war auch die Aufkündigung der Migros-Sortimente für die avec.-Kette nach einer Übergangszeit von zwei Jahren. Die Migros expandiert unter dem Namen migrolino AG weiter und schloss 2008 mit Shell und 2012 mit Socar eine Partnerschaft für Tankstellenshops. Per Mitte 2013 verfügt migrolino insgesamt über 230 Standorte.

Das von der Migros Aare eingeführte VOI-Ladenkonzept[25] ist ebenfalls ein Franchisebetrieb; besonders kleinräumige M-Filialen, die der Quartier- respektive Dorfversorgung dienen, sollen dabei nach Möglichkeit von der bisherigen Belegschaft als Franchisenehmer übernommen und auf eigene Rechnung betrieben werden. Dies entspricht stark dem MP-Konzept, allerdings mit einem regional einheitlichen Auftritt unter der gemeinsamen Franchise-Marke. Einen Schwerpunkt bei VOI bilden Produkte aus der Region.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros führt eine Alnatura-Kette. Ausserdem gibt es drei Filialen von Migros <<Outlet>> in den Kantonen St. Gallen und Zürich, in welchen Food- und Non-Food-Aktionen zu finden sind.

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den genossenschaftlichen Migros-Fachmärkten, wurden 2008 eine Reihe selbständig auftretender MGB-Tochterunternehmen im neuen Departement VI (Handel) zusammengefasst. Gemeinsames Merkmal dieser Unternehmen ist, dass sie als – meist zugekaufte – eigenständige Marken am Markt auftreten; entsprechend kommt bei diesen Unternehmen auch Duttweilers Prinzip der «Volksgesundheit» (Verzicht auf den Verkauf von Alkohol und Tabak) nicht zur Anwendung.

Im Juni 2012 wurde eine Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an der Digitec Galaxus AG[26] mit Sitz in Wohlen AG kommuniziert. Digitec Galaxus betreibt die Online-Shops digitec.ch (Elektronik) und galaxus.ch (Haushalt).[27] 2015 wurde die Beteiligung auf 70 % aufgestockt.

Am 27. April 2014 gab Migros bekannt seinen Anteil von knapp 25 % an Charles Vögele auf 19,7 % zu reduzieren.[28]

Migros-Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmensgruppe Migros-Industrie umfasst die Produktionsbetriebe der Migros-Gemeinschaft. Durch die politisch motivierte Lieferverweigerung diverser Hersteller in den Anfangsjahren der Migros war das Unternehmen gezwungen, ein eigenes Herstellernetz aufzubauen. Die erste Firma war die Alkoholfreie Weine AG Meilen, die heute Midor heisst. Einige Lebensmittelfabriken wurden von der Migros auch aufgekauft. Dadurch konnte die Migros günstig eine eigene Produktpalette herstellen. Gemäss Eigenwerbung (2015) produziert die Migros-Industrie rund 10'000 verschiedene Produkte für die Migros.[29] Erst in jüngerer Zeit sind Markenprodukte in grösserer Auswahl erhältlich. Produkte der Migros-Industrie werden, oft unter anderen Markennamen, auch ins Ausland exportiert.

Zu den wichtigsten Produktionsbetrieben gehören:

  • Bischofszell Nahrungsmittel AG (BINA), Bischofszell (mit 971 Mitarbeitenden)
    Konserven, Fruchtsäfte, Kartoffelprodukte, Convenience-Produkte
  • Chocolat Frey AG, Buchs AG (mit 774 Mitarbeitenden)
    Schokolade, Confiserieprodukte, Kaugummi, Süsswaren
  • Delica AG, Birsfelden (mit 302 Mitarbeitenden)
    Kaffeerösterei, Verpackungsstrasse, Trockenprodukte; ehemals Migros Betriebe Birsfelden AG (MBB)
  • Estavayer Lait SA (ELSA), Estavayer-le-Lac (mit 583 Mitarbeitenden)
    Milch, Milchprodukte, Convenience-Produkte (Salatsaucen, Essige, Tofu)
  • Jowa AG, Volketswil, mehrere Standorte mit total 3.269 Mitarbeitenden
    Backwaren, Konditoreiprodukte, Frischback-Produkte, Teigwaren
  • Mibelle AG, Buchs AG (Mibelle Group) (mit 957 Mitarbeitenden)
    Kosmetika, Pflegeprodukte
  • Micarna SA, Courtepin, mehrere Standorte mit total 2.650 Mitarbeitenden
    Fleischwaren, Geflügelfleisch (seit 2006, ehemals Optigal SA)
  • Mifa AG, Frenkendorf (Mibelle Group)
    Waschmittel, Reinigungsmittel, Flüssigfette, Brotaufstriche
  • Midor AG, Meilen (mit 623 Mitarbeitenden)
    Biscuits, Gebäck, Glacé, «Partysnacks»
  • Mifroma SA, Ursy, mehrere Standorte mit total 243 Mitarbeitenden
    Käsereifung und -vertrieb
  • Riseria Taverne SA, Torricella-Taverne (mit 24 Mitarbeitenden)
    Reisverarbeitung
  • Aproz Sources Minérales SA, Nendaz (mit 122 Mitarbeitenden)
    Mineralwasser, Getränke

Ehemalige Produktionsbetriebe waren:

  • Walter Leuenberger AG, Huttwil (1964–2007). Die Jowa ist Rechtsnachfolgerin.[30]
    Teigwaren, Senf

Produkte der Migros-Industrie für den Export werden von der Swiss Delice AG in Suhr vertrieben. Insbesondere Milchprodukte, Schokolade, Gebäck und Kartoffelprodukte werden unter dem gleichnamigen Label exportiert.

Daneben ist Migros mit einigen Unternehmen enge Partnerschaften eingegangen. Solche Firmen sind meist kleine oder mittelgrosse Familienunternehmen, welche für den Detailhandel in der Schweiz exklusiv die Migros mit Eigenmarken beliefern, in anderen Bereichen (Grosshandel, Ausland) weiterhin unabhängig und unter eigenem Namen auftreten. Dazu gehören etwa der Uhrenhersteller Mondaine (bis 2010), Hustenbonbons-Produzent F. Hunziker + Co AG in Dietikon und die Haco AG in Gümligen, welche die Farmer-Stängel produziert.

Grosshandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros-Gruppe ist im Grosshandel mit folgenden Unternehmen aktiv:

Weitere Sparten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Tourismusbereich tritt die Migros-Gruppe unter folgenden Namen auf:

mit den Marken Globus Reisen, Travelhouse, Esco, Hotelplan und Tourisme Pour Tous, Migros Ferien, Denner Reisen sowie FCm
  • Interhome (Ferienhaus- und Ferienwohnungs-Vermittlung)
  • Travelwindow.ch (Online-Reisen)
  • bis 2009: Belair Airlines (Fluggesellschaft, Ferienflüge)

Weitere Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros-Gruppe verfügt mit der Migros Bank über eine eigene Bank und mit der Migros-Pensionskasse über eine der grössten Pensionskassen der Schweiz und wichtige Immobilienbesitzerin.

Weitere Dienstleister der Migros-Gruppe sind das Gottlieb Duttweiler Institut als Denkfabrik sowie im Bereich Qualitätssicherung die Swiss Quality Testing Services. Die Limmatdruck bildete das Kompetenzzentrum für Medien und Verpackungen, sie wurde 2011 verkauft.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herzstück bildet hier als grösste Erwachsenenbildungs-Institution der Schweiz die Klubschule Migros. Daneben beinhaltet der Bereich Kultur und Bildung den Sprachreiseanbieter Eurocentres sowie das Migros Museum für Gegenwartskunst. Finanziert werden diese Aktivitäten durch das «Migros-Kulturprozent» aus den Konzerneinnahmen. Dieser wurde 1957 ins Leben gerufen; ein Prozent des Umsatzes wird von der Migros jedes Jahr in Kultur und Weiterbildung investiert.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Publikation bildet das wöchentlich erscheinende Migros-Magazin, das auf Deutsch, Französisch und Italienisch (Azione) veröffentlicht wird. Daneben gibt die Migros auch das monatlich erscheinende Kochmagazin Saisonküche in den drei Landessprachen heraus, sowie sechs Mal jährlich das Nachhaltigkeitsmagazin Vivai.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros führt auch mehrere Freizeit- und Sportbetriebe, dazu zählt die Fitness- und Wellnesskette Fitnesspark, mehrere Golfplätze sowie verschiedene Parkanlagen, von denen der Park im Grüene in Rüschlikon der älteste ist. Seit November 2012 ist die Migros unter der Marke Elements auch in Deutschland mit Fitness- und Wellnesscentern vertreten.[31][32][33]

Elektromobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

m-way wurde 2010 als Tochter der Migros mit dem Ziel gegründet, sich mit eigenen Fachmärkten frühzeitig im Bereich der Elektromobilität zu spezialisieren. So bietet m-way seinen Kunden unter anderem ein Angebot an Elektrofahrzeugen führender europäischer Marken (E-Bikes, E-Scooter, E-Motorbikes) sowie Infrastrukturlösungen, Zubehör und einen Service an.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlen und Fakten der Migros-Gruppe des Jahres 2014 (in Klammern die Veränderung gegenüber dem Vorjahr):[34]

  • Umsatz (2014): CHF 27,292 Mrd. (+2,1 %)
  • Gewinn (2014): CHF 870,2 Mio. (+12,9 %)
  • Angestellte (2014): 97'456 Personen (+3,4 %)
  • Eigenkapital (2014): CHF 16,092 Mrd. oder 26,2 % der Bilanzsumme (+0,8 %)
  • Filialnetz Schweiz (2014): 648 Standorte (inkl. Fachmärkte) (+1,4 %)

Aufteilung Migros-Lebensmittelmärkte in der Schweiz nach Store-Formaten (2014):[35]

  • 310 M-Migros (durchschnittlich 790 m²)
  • 212 MM-Migros (durchschnittlich 2'270 m²)
  • 47 MMM-Migros (durchschnittlich 7'838 m²)
  • 42 Fachmarktcenter und M-Parcs
  • 29 Spezialläden
  • 8 Gastronomiebetriebe (eigenständig)
  • 183 M-Restaurants (in Ladenmärkten integriert)
  • 254 Migrolino-Shops (Convenience-Shop) [36]

Produktlinien, Labels und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«M-Budget», «M-Classic» und «Migros Sélection»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M-Budget-Logo

1996 lancierte Migros die Billiglinie M-Budget. Anfangs waren es 70 Produkte. Bis 2006 wurde das Sortiment auf 500 M-Budget-Produkte erweitert. «Die M-Budget-Produkte sollen möglichst billig aussehen», lautete der Auftrag an die Verpackungsdesigner. Zurzeit wird aber das Sortiment an M-Budget Produkten wieder reduziert, da viele Produkte nicht gewinnbringend verkauft werden können. Die Migros konzentriert sich auf ein Kernsortiment, welches gute Umsatzzahlen erreicht.

Seit 2005 vertreibt Swisscom über Migros die Marke M-Budget Mobile. Es handelt sich dabei um ein günstiges Prepaid- und Abo-Angebot für Mobiltelefone. Der Dienst läuft auf dem Netz von Swisscom. Im Herbst 2006 lancierte die Migros in Zusammenarbeit mit Mastercard und der GE Money Bank eine M-Budget-Kreditkarte.

Als Gegenstück zur Billiglinie M-Budget startete Migros im September 2005 als Nobelmarke die neue Produktlinie Migros Sélection. Die Linien Budget und Sélection sind preislich und qualitativ stark differenziert. Sie bilden quasi die beiden Pole des Angebots, das klassische Sortiment ist dazwischen angesiedelt.

Ende März 2009 begann Migros damit, das gesamte klassische Sortiment unter der neuen Marke M-Classic einheitlich zu positionieren.

Bekannte Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monte-Generoso-Kuchen, Biscuit mit Crèmefüllung und Kakaoglasur, wird seit Ende der 1950er Jahre produziert und wurde von 1997 bis 2009 mehr als 7 Millionen Mal verkauft. Tourist-Schoggi wird seit Ende der 1960er/Anfang der 1970er produziert und wurde von 1998 bis 2009 über 50 Mio. Mal abgesetzt. Vom 1975 eingeführten Eis Glacestängel wurden 2009 28,3 Mio. Stück abgenommen. Das seit Anfang der 1960er am Markt befindliche Geschirrspülmittel Handy wird teilweise als Gattungsbegriff verwendet und wird jährlich über 4 Millionen Mal verkauft.[37]

«M-Cumulus»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kundenbindungsprogramm «M-Cumulus» wurde 1997 eingeführt und basiert auf einem Bonuspunktesystem. Mit jedem Einkauf können Punkte gesammelt werden, die bei ausreichender Ansammlung in Form von Wertcoupons ausgezahlt werden. Zum alle zwei Monate versandten Kontoauszug erhalten die Teilnehmer zudem eine Reihe von Rabattcoupons. Die aus den Einkäufen gesammelten Daten werden darüber hinaus intern für Statistiken und das Marketing ausgewertet.

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik der «Erklärung von Bern»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2012 gab Migros bekannt, mit dem kaukasischen Tankstellenbetreiber SOCAR eine Zusammenarbeit einzugehen. Die Erklärung von Bern kritisiert dies, da Socar ein regimenaher Betrieb sei, der eng mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew verbandelt sei. Immer wieder käme es von Seiten des Konzerns zu Menschenrechtsverletzungen, etwa von Zwangsumsiedlungen.[38]

Kritik an der Führungspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Kritiker, wie beispielsweise der Verein Sorgim, behaupten, dass die Migros den Idealen ihres Gründers nicht mehr entspricht. Bemängelt wird, dass die Genossenschaft nicht demokratisch geführt wird, wie es einst von Duttweiler gewünscht worden wäre und stattdessen ausschliesslich die Geschäftsleitung über alle wichtigen Geschäftsstrategien entscheidet.[39]

Vorwurf einer antiisraelischen politischen Kampagne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde das Unternehmen kritisiert, nachdem angekündigt worden war, Produkte aus den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten entsprechend zu deklarieren. Die israelische Botschaft in der Schweiz warf Migros eine Beteiligung an einer «antiisraelischen politischen Kampagne» vor, die darauf abziele, «Israel anzuschwärzen und schon im Voraus den zukünftigen Status der umstrittenen Gebiete festzulegen.»[40]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle Brändli: Der Supermarkt im Kopf. Konsumkultur und Wohlstand in der Schweiz nach 1945. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2000, ISBN 3-205-99264-4 (Zugleich Dissertation an der Universität Basel 1997).
  • Katja Girschik: Als die Kassen lesen lernten. Eine Technik- und Unternehmensgeschichte des Schweizer Einzelhandels 1950–1975 (= Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 22). C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60828-5.
  • Katja Girschik, Albrecht Ritschl, Thomas Welskopp (Hrsg.): Der Migros-Kosmos. Zur Geschichte eines aussergewöhnlichen Schweizer Unternehmens. hier + jetzt, Baden 2003, ISBN 978-3-906419-64-0.
  • Alfred A. Häsler; Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. In: Migros-Genossenschafts-Bund Band 12. Migros Presse, Zürich 1985 (ohne ISBN).
  • Hans Munz; Gottfried und Adele Duttweiler-Stiftung (Hrsg.): Das Phänomen Migros. Die Geschichte der Migros-Gemeinschaft. Ex Libris, Zürich 1973.
  • Rita Schneider-Sliwa, Andrea Kampschulte, Judit Bojt; Geographisches Institut der Universität Basel (Hrsg.): Der Einkaufsstandort Bad Säckingen. Marktstudie zur Migros-Lohgerbe, zu Konsumentenverhalten und Entwicklungen im Einzelhandel. In: Basler Stadt- und Regionalforschung Band 23. Wepf, Basel 2003, ISBN 978-3-85977-256-4.
  • Hans Peter Treichler, Georges-André Chevallaz, von Sebastian Speich, Peter Ziegler, Marcel Schwander; Gerd Klinner (Hrsg.): Abenteuer Schweiz. Geschichte in Jahrhundertschritten. In: Buchgabe des Migros-Genossenschafts-Bundes Band 13. Direktion Migross-Presse im Auftrag des Migros-Genossenschafts-Bundes, Zürich 1991, französische Ausgabe: L’ aventure Suisse, italienische Ausgabe: L’avventura Svizzera.
  • Vinzenz Winkler: COOP und MIGROS. Genossenschaften in Konkurrenz und im Wandel der Zeit. Rüegger, Zürich/Chur 1999, ISBN 3-7253-0385-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Migros Geschäftsbericht 2014 Personalkennzahlen
  2. Migros Geschäftsbericht 2014 Umsatz
  3. mw/cpm/sda: Noch ein gescheitertes Migros-Engagement im Ausland. In: Tagesanzeiger. 18. Juni 2013, abgerufen am 1. März 2016.
  4. Sergio Aiolfi: «Helfer der Konsumenten». Vor 125 Jahren wurde Gottlieb Duttweiler geboren. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. August 2013, abgerufen am 1. März 2016.
  5. Wettbewerbskommission (4. September 2007): Auflagen zum Zusammenschluss Migros/Denner (Auszug) (PDF; 21 kB)
  6. Wettbewerbskommission (4. September 2007): Weko macht Auflagen zum Zusammenschluss Migros/Denner.
  7. Migros-Partner in Nähe mit grossem Sortiment und günstigen Preisen
  8. Migros schließt Filialen in Freiburg und Lörrach
  9. Benjamin Weinmann: Keine Cumulus-Punkte für Alkohol. In: Schweiz am Sonntag. 20. November 2010, abgerufen am 1. März 2016.
  10. «Eigenmarken bleiben unser Fundament». In: MigrosMagazin. 9. Juli 2012, abgerufen am 1. März 2016.
  11. Migros im Ausland nicht nur auf Abwegen. NZZ, 9. April 2013
  12. Der Migros-Kosmos (Buchbesprechung)
  13. Roger Flury: Die Migros-Verteilungsgesellschaft m.b.H. Berlin 1932–1933: das Scheitern eines Expansionsversuches. Diss., Zürich 2002
  14. Tages-Anzeiger: Migros schliesst deutsche Filiale (29. Januar 2008)
  15. Schwäbisches Tagblatt: Migros gibt in Reutlingen auf (19. Oktober 2012)
  16. migros.de: Eröffnung Ludwigshafen/RP (Memento vom 21. Mai 2010 im Internet Archive)
  17. migros.de: Eröffnung Ludwigsburg (Memento vom 8. Juli 2009 im Internet Archive)
  18. Fuldaer Zeitung: Migros/Tegut-Pressekonferenz (11. Oktober 2012)
  19. Osthessen-News: ALSO DOCH! TEGUT verhandelt mit Schweizer MIGROS über einen Verkauf (5. Oktober 2012)
  20. Migros Basel zieht sich aus Deutschland zurück, Neue Zürcher Zeitung, 18. Juni 2013
  21. Migros schließt Filialen in Freiburg und Lörrach, Badische Zeitung, 18. Juni 2013
  22. Aus dem Migros Markt wird jetzt das REWE Center, Badische Zeitung, 29. September 2013
  23. Die Migros in Lörrach ist Geschichte. Badische Zeitung, 29. September 2013
  24. Migros: Migros in Schaan eröffnet, 23. Mai 2013, abgerufen am 29. Januar 2015
  25. Tages-Anzeiger: Neue Migros-Läden lassen Migros-Detaillisten zittern. (29. November 2007)
  26. Internet-Auszug – Handelsregister des Kantons Aargau (abgerufen am: 8. Juni 2012).
  27. Migros beteiligt sich an Digitec (abgerufen am: 8. Juni 2012).
  28. Migros reduziert Beteiligung an Charles Vögele (abgerufen am: 27. April 2014).
  29. Andrea Freiermuth: Von Duschgel bis Konfi. Migros Magazin 7. September 2015, Seiten 38-39
  30. Walter Leuenberger AG, Teigwaren- und Senffabrik (abgerufen am: 20. Dezember 2012).
  31. Migros Freizeit Deutschland GmbH
  32. Website von Elements
  33. Migros Freizeit Deutschland: Noch nicht wirklich in Form. bilanz.ch, 19. Juni 2013
  34. Migros Geschäftsbericht 2014 Kennzahlen (8. April 2015)
  35. Migros Geschäftsbericht 2014 Genossenschaftlicher Detailhandel (8. April 2015)
  36. Migros Geschäftsbericht 2014 Handel (8. April 2015)
  37. Klassiker und Innovationen der Migros, die Furore machten
  38. Tages-Anzeiger: Kritik an Migros-Deal mit Öl-Multi aus Aserbeidschan, vom 5. Juni 2013
  39. Aargauer Zeitung: Entspricht die Migros noch Duttweilers Idealen?, vom 15. August 2013
  40. NZZ: Israel kritisiert Migros wegen Deklaration von Produkten, vom 30. Mai 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Migros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien