Migros

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Migros-Genossenschafts-Bund
Logo
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 1925
Sitz Zürich, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung Fabrice Zumbrunnen
(Präsident der Generaldirektion)
Andrea Broggini
(Präsident der Verwaltung)
Ursula Nold
(Präsidentin der Delegiertenversammlung)
Mitarbeiter 105'456 (75'302 FTE)
Umsatz 28'071 Mio. CHF
Branche Handelskonzern
Website www.migros.ch
Stand: 31. Dezember 2017

Migros [ˈmiɡro] (Kurzform von Migros-Genossenschaft) ist das grösste Detailhandelsunternehmen in der Schweiz. Das Unternehmen ist in allen Kantonen, in Liechtenstein sowie in den im Südwesten der Schweiz angrenzenden französischen Departements Ain und Haute-Savoie vertreten.[1]

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros-Hochhaus am Zürcher Limmatplatz

Migros wurde 1925 von Gottlieb Duttweiler in Zürich gegründet, und am 15. August 1925 als Aktiengesellschaft ins zürcherische Handelsregister eingetragen. Wie dieser Name zustande kam kann allerdings nicht mehr genau ermittelt werden. Da selbst Gottfried Duttweiler – der immer in Anspruch nahm, ihn selber erfunden zu haben – verschiedene Versionen erklärt hat. So beispielsweise, dass der Name für die ursprüngliche Positionierung des Unternehmens steht. Also das es preislich in der Mitte zwischen en-gros (Grosshandel) und en-détail (Detailhandel) liegend; «mi-gros» («Mittelhandel»), und könnte somit darauf anspielten, dass die Preise beinahe wie bei Engros-Produkten seien. Die Erklärung, dass sich der Name aus dem Französischen »demi« und »en gros« zusammensetzt ist daher auch möglich. Beide Varianten haben einen ähnlichen Hintergrund. Fakt ist, dass der Name in allen Landessprachen verständlich und aussprechbar ist.[2]

Das orangefarbene Logo zeigt den Namen Migros in Versalschrift. Oft wird die Darstellung auf ein gross geschriebenes «M» reduziert. Das Unternehmen wird aufgrund der Unternehmensfarbe häufig als «oranger Riese» bezeichnet.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros ist ein Konglomerat verschiedener Genossenschaften, Aktiengesellschaften und Stiftungen, das sich zusammenfassend als «Migros-Gemeinschaft» bezeichnet. Der Konzern wird nach Aussen durch den in Zürich ansässigen Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) vertreten. Der MGB ist rechtlich eine Genossenschaft, die sich gemäss Artikel 921–925 des schweizerischen Obligationenrechts als Genossenschaftsverband qualifiziert.

Genossenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filiale der Migros Ostschweiz in Rüti ZH
Migros-Einkaufszentrum in Wetzikon

Den Kern der Migros bilden die regionalen Genossenschaften. Seit 1998 existieren zehn Genossenschaften (jeweils mit Hauptsitz):

Die traditionell grösste (nach Anzahl Genossenschafter und Umsatz) der ehemals zwölf Genossenschaften war Zürich. In zwei Fusionen wurde 1998 die Anzahl Genossenschaften von zwölf auf die heutigen zehn reduziert, dabei entstanden die beiden grossen Genossenschaften Migros Aare und Migros Ostschweiz. Vier Genossenschaften in ihrer alten Form sind dadurch verschwunden:

  • Genossenschaft Migros Aargau/Solothurn, Suhr – Teil von Migros Aare
  • Genossenschaft Migros Bern, Moosseedorf – neu Migros Aare
  • Genossenschaft Migros Winterthur/Schaffhausen, Winterthur – Teil von Migros Ostschweiz
  • Genossenschaft Migros St. Gallen, Gossau SG – neu Migros Ostschweiz

Die Migros überlässt das dünn besiedelte Berggebiet anderen Versorgern. So gibt es im Bezirk Surselva in Graubünden eine einzige Migros-Filiale, im Engadin eröffnete erst 2012 in Celerina ein Migrolino-Shop (Convenience-Shopformat für Bahnhöfe und Tankstellen).

Der Nettoumsatz der Genossenschaften inklusive Ausland (Migros#Auslandaktivitäten) reduzierte sich 2017 um CHF 77 Mio. auf CHF 15.6 Mrd. (−0,5 %). Im Ausland verzeichneten die Genossenschaften einen Umsatz von CHF 1.2 Mrd., was einem Wachstum von 2,6 % oder CHF 31 Mio. entspricht; dieses wurde vor allem durch Tegut mit einem Plus von 3,7 % oder CHF 40 Mio. auf CHF 1.1 Mrd. generiert. Die Umsätze der Migros France reduzierten sich um 6,4 % auf CHF 122 Mio.[3]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Migros-Genossenschafts-Bund wurde 1941 von den regionalen Genossenschaften als Tochterunternehmen gegründet. Die heutigen zehn Genossenschaften sind alleinige Eigentümer des MGB, dessen Anteilscheine sie besitzen. Die Genossenschaften sind autonom, erstellen eigenständige Jahresabschlüsse und besitzen uneingeschränkte Flächen- und Personalhoheit im Kerngeschäft, dem Detailhandel unter dem Namen Migros.

Die regionalen Genossenschaften sind im Eigentum der im Tätigkeitsgebiet wohnhaften Mitglieder. Da jede natürliche Person respektive jeder Haushalt Genossenschafter und damit formal Miteigentümer einer Migros-Genossenschaft werden kann, ist das Unternehmen in der Bevölkerung breit abgestützt.

Frauen bei der Migros[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen spielten seit Anfang an in der Migros- Geschichte eine zentrale Rolle. Sie wurden als Kundinnen und Verbündete gesehen. Beispielhaft hierfür ist, dass Gottlieb Duttweiler in seinen Textinseraten "Zeitung in der Zeitung" bereits in den dreissiger Jahren das Frauenwahlrecht gefordert hatte. Der Migros Gründer Gottlieb Duttweiler schrieb weiterhin in seinen "fünfzehn Thesen von 1950": "Das Frauenherz ist der sicherste Aufbewahrungsort für unser Ideengut – dort muss es bewahrt und gemehrt werden."[4]

Elsa Gasser

Ebenfalls in leitenden Positionen und wichtigen Unternehmensentscheidungen waren Frauen schon früh involviert, wie die Ökonomin Elsa Gasser. Sie war jahrelang enge Beraterin von Duttweiler und später als Managerin bei Migros aktiv. Unter anderem die Einführung der Selbstbedienungsläden, die Ausweitung des Sortiments auf Haushalts- und Gebrauchsartikel, der Kauf von Ex- Libris und die Aufnahme von Schallplatten in das Sortiment von Ex Libris waren Entscheidungen, die von Gasser größtenteils beeinflusst wurden.[4]

Zurzeit sind siebzig Prozent der Kundschaft und sechzig Prozent der Angestellten von Migros Frauen. Im Kader sind es aber nur 30 Prozent. Eine Vielzahl der von Migros beschäftigten Frauen arbeitet in Positionen mit wenig Führungsverantwortung. Obwohl er hier in der jüngeren Vergangenheit tätig Verbesserungen gegeben hat.[5] Gisèle Girgis war lange Zeit Mitglied der Generaldirektion von Migros und kandidierte dann als Präsidentin, verlor jedoch die Wahl. Eine weibliche Präsidentin gab es bei Migros nie. Viele Frauen arbeiten auch bei Migros, wie in anderen Unternehmen, in Teilzeit, um ihre Arbeit mit der Kindererziehung vereinbaren zu können. Gerade hier sind die Löhne, die Migros zahlt relativ niedrig und es ist schwer möglich aus einer Teilzeitposition in das Kader aufzusteigen.[4] Jedoch setzt Migros sich auch dafür ein die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen zu verbessern. So wird Frauen 18 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollen Gehalt gewährt, was die gesetzlichen Vorschriften übersteigt. Migros gewährt des Weiteren Betreuungsurlaub bei Krankheit von Kindern oder Angehörigen. Es werden zudem Familienzulagen gezahlt und Krippenplätze organisiert. Migros betreibt schon seit 1957 eine Frauenorganisation, die zu Gründungszeiten "Schweizerischer Bund der Migros-Genossenschafterinnen" genannt wurde.[6] Damaliges Ziel war es für die Belange der Familie einzutreten. Heute nennt sich die Organisation "forum Elle" und zählt über 10.000 Mitglieder in 16 Schweizer Kantonen.[7] Die Organisation bietet nicht nur Vielfältige Angebote für Genossenschaftlerinnen, sondern auch für Kundinnen von Migros.[5]

Zurzeit (2018) ist Sarah Kreinbühl als Leiterin der Abteilung Human Resources und Kommunikation einzige Frau in der Generaldirektion von Migros unter sieben Mitgliedern.[8]

Delegiertenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Delegiertenversammlung des MGB als oberstes Organ bildet das «Parlament» der Migros. Für die Amtsperiode 2012–2016 wurde Ursula Nold als Vorsitzende im Amt bestätigt.

Die Delegiertenversammlung entscheidet unter anderem über die grundsätzliche Festlegung und Änderung der Geschäftspolitik sowie über Statutenänderungen. Sie befindet über den Jahresbericht der Verwaltung, die Jahresrechnung, die Verwendung des Bilanzgewinns des MGB und die Entlastung von Verwaltung und Generaldirektion. Die Delegiertenversammlung ist auch für die Wahl und Abberufung der Mitglieder der Verwaltung und ihres Präsidenten sowie der Revisionsstelle zuständig. Sie bestätigt den Präsidenten der GD in seiner Eigenschaft als Mitglied der Verwaltung. Die Aufgaben und Kompetenzen der Delegiertenversammlung sind in den Statuten beschrieben.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltung legt die Ziele des Gesamtkonzerns fest, wählt die Generaldirektion, welche die operative Geschäftsleitung verkörpert, und ist oberste Bewilligungsinstanz bezüglich der Organisation des MGB.

Die mindestens 21-köpfige Verwaltung besteht aus internen Mitgliedern, die innerhalb der Migros-Gemeinschaft angestellt sind und sieben bis neun externen Mitgliedern. Die Mitglieder werden in der Regel von der bestehenden Verwaltung zur Wahl vorgeschlagen; die Delegierten haben aber zumindest formal das Recht, selbst Kandidaten vorzuschlagen. Von der Delegiertenversammlung wird dann die Verwaltung auf eine grundsätzlich fixe Amtszeit von vier Jahren gewählt.

Die höchste Stelle ist der Präsident der Verwaltung, festen Einsitz in der Verwaltung haben zudem der Präsident der Generaldirektion, der den MGB im Verwaltungsrat vertritt, sowie je ein Vertreter der zehn regionalen Genossenschaften; in der Regel übernimmt der Geschäftsleiter der jeweiligen Genossenschaft diesen Sitz, der formal allerdings auch einem Mitglied der Verwaltung oder des Genossenschaftsrat offensteht. Zwei Mitglieder werden als Mitarbeitervertreter gewählt, wovon einer beim MGB angestellt sein muss.

Der Verwaltung umfasst 23 Personen und war für die Amtsdauer vom 1. Juli 2012 bis zum 30. Juni 2016 gewählt.

Generaldirektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generaldirektion bildet die operative Geschäftsleitung des MGB. Sie ist die oberste Leitungsstufe sämtlicher Tochterunternehmen der Migros und der direkt untergeordneten Stiftungen, allerdings nicht der zehn Genossenschaften, die autonome Geschäftsleitungsstrukturen auf der Genossenschaftsebene besitzen. In diese kann die Generaldirektion nur indirekt Einfluss nehmen, als reine Koordinationsstelle zwischen den Genossenschaften, die Entscheidungen im Konsens treffen müssen.

Die höchste Position in der Direktion wird klassisch als «Präsident der Generaldirektion» bezeichnet, allerdings wird mittlerweile in den Medien häufig auch die als universell empfundene, englischsprachige Bezeichnung Chief Executive Officer (CEO) portiert. Der GD-Präsident wird vom Verwaltungsrat ernannt und muss von der Delegiertenversammlung als Mitglied des Verwaltungsrats bestätigt werden.

Die übrigen sechs Mitglieder der Generaldirektion werden formal auch vom Verwaltungsrat eingesetzt, allerdings lässt dieser in der Regel dem Generaldirektor freie Hand bei der Neubesetzung von Vakanzen und bestätigt bestehende Mitglieder faktisch nur mit dessen Zustimmung. Die Mitglieder der Generaldirektion werden als Leiter eines Departements eingestellt. Letztere bilden dabei Funktionseinheiten des Gesamtkonzerns, welche die Genossenschaften intern als Dienstleister (Marketing, Zulieferer) unterstützen.

Die Generaldirektion setzt sich zurzeit wie folgt zusammen:

Name Funktion im Amt
Fabrice Zumbrunnen Präsident der Generaldirektion seit 2018
Sarah Kreienbühl Departement I (HR, Kulturelles und Soziales, Freizeit) seit 2018
Hansueli Siber Departement II (Marketing) seit 2014
Andreas Münch Departement III (Logistik und Informatik) seit 2005
Walter Huber Departement IV (Industrie) seit 2008
Joerg Zulauf Departement V (Finanzen) seit 1999
Beat Zahnd Departement VI (Handel) seit 2016

Vizepräsident der Generaldirektion ist jeweils der Leiter des Finanzdepartements. Die sechs Departementsleiter bekleiden zudem in der Regel die Funktion des Verwaltungsratspräsidenten der ihnen direkt unterstellten Aktiengesellschaften des MGB.

Bisherige Präsidenten der Generaldirektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung als Migros AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obligation über 10 Franken der Migros AG vom 15. Oktober 1928 mit zugehörigem Partner-Talon

Gottlieb Duttweiler, durch die Konjunktur des Ersten Weltkriegs zu Vermögen gekommen, verlor dieses in den Nachkriegsjahren wieder. Sein Versuch, mit seiner Ehefrau nach Brasilien auszuwandern, scheiterte ebenfalls. Zurück in der Schweiz baute Duttweiler – analog den Ideen Taylorismus und Fordismus – ein Detailshandelsgeschäft auf, das nach heutigen Massstäben als Discounter zu betrachten ist: Effizienz durch Menge, viel Umsatz, wenig Gewinn. Um die Kosten tief zu halten, wurde der Verkauf ab umherfahrenden Lastwagen organisiert.[9] Am 25. August 1925 fuhren die ersten fünf Ford T-Verkaufswagen der Migros in Zürich aus. Seit 1928 stellt die Migros auch Eigenprodukte her, das erste war ein Süssmost, von der neu zugekauften «Alkoholfreie Weine AG».

Angestammte Lebensmittelhändler fühlten sich attackiert. So versuchten sie zusammen mit Parteien, Politikern und Gewerkschaften, die Migros zu ruinieren. Die Konsumenten jedoch erkannten den Wert der Migros und diese wurde immer erfolgreicher. Kurz darauf expandierte die Migros in anderen Kantonen und eröffnete – neben den Verkaufswagen – auch Läden.

In einigen Kantonen wurde die Migros daraufhin durch politische Beschlüsse für Jahre bzw. Jahrzehnte verboten. Das bremste jedoch den Erfolg der Migros nicht. 1935 gründete die Migros ein Reisebüro, Hotelplan (abgekürzt: Hopla) und 1937 einen Giro-Dienst. 1936 gründete Gottlieb Duttweiler eine eigene politische Partei, den Landesring der Unabhängigen (LdU). Die Partei hatte den Übernamen Migros-Partei.

Frühe Jahre des Migros-Genossenschafts-Bunds[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urabstimmungsurne Migros

Seiner sozialen Einstellung entsprechend, vermachten Gottlieb Duttweiler und seine Frau Adele 1941 die Migros ihrer Kundschaft, indem das Unternehmen zur Genossenschaft wurde. 1942 wurde die Migros-Zeitschrift Wir Brückenbauer lanciert; seit 2004 heisst die Zeitschrift Migros-Magazin. Dieses ist heute eine der auflagenstärksten Zeitschriften der Schweiz. Jedes Genossenschaftsmitglied – dessen Beitritt unentgeltlich ist – erhält das Blatt gratis. 1944 wurden die Migros-Klubschulen gegründet, mit dem Ziel, Weiterbildung für das Volk zu günstigen Konditionen zu ermöglichen. Heute sind die Klubschulen eine der erfolgreichsten Institutionen in der Erwachsenenbildung; es werden über 600 verschiedene Kurse angeboten, die von etwa 380.000 Personen besucht werden.[10]

1948 lancierte die Migros in einem Pionierakt Selbstbedienungsläden nach der Idee von Elsa Gasser, einer polnischen Emigrantin, die Duttweiler als promovierte Nationalökonomin beriet.[11] Anfangs der 1950er Jahre führte die Migros eigene Restaurants ein, bot auch Non-Food-Artikel an und gründete die Buchhandlung Ex Libris. 1952 initiierte Gottlieb Duttweiler den Bau des Frachtschiffs Adele und ihres Schwesterschiffs Amelia. Gründer und Präsident der Reederei Zürich AG war Duttweiler; die Reederei war bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2000 im Besitz des Migros-Genossenschafts-Bundes. Seit 1954 hat Migros eine eigene Tankstellenkette, Migrol genannt. Diese bot Benzin günstiger an als die Konkurrenz. 1957 wurde das Migros-Kulturprozent ins Leben gerufen; seit damals investiert die Migros 1 % des Umsatzes in Kultur und Weiterbildung. 1957 stieg die Migros mit der Migros Bank in das Bankwesen ein. Das später selbständig gewordene Tochterunternehmen Migros Türk wurde 1954 gegründet. Ein Jahr später besass Migros eine eigene Versicherung, die Secura. Diese wurde 1999 an Generali verkauft, die sie per 2000 mit «Schweizer Union» und Fortuna zur «Generali Schweiz» fusionierte.

Nach der Ära Duttweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sozialbilanz der Migros

1963 wurde das Gottlieb Duttweiler Institut gegründet, das noch heute eine innovative Denkfabrik ist.[10] 1979 wurde der damalige Vizedirektor und Leiter des Gottlieb Duttweiler Instituts, Hans A. Pestalozzi wegen radikaler Ideen vom damaligen Chef Pierre Arnold fristlos entlassen. 1980 erzwang Pestalozzi mit der Bewegung M-Frühling eine kurzzeitige Öffnung von Migros und freie Wahlen.

Ein wichtiger Punkt war die Einführung der Produktdeklaration und die Angabe des Haltbarkeitsdatums im Jahre 1967, das unter dem Begriff migros-data geschah. 1974 führte die Migros eine erste Umweltschutzlinie, das M-Sano-Programm ein. Es wurden damals Kriterien unter dem Begriff der Integrierten Produktion festgelegt, die Produktion, Verarbeitung und Lagerung chemiearmer und umweltschonender machten. 1975 wurde in Moosseedorf das Shoppyland Schönbühl eröffnet. 1978 veröffentlichte Migros als erstes Schweizer Unternehmen eine Sozialbilanz. 1985 wurden mit dem Umweltleitbild erstmals ökologische Faktoren ins Migrosleitbild einbezogen.

1986 eröffnete Migros das erste Freizeit-Center, den Säntispark in Abtwil SG. 1987 führte Migros einen 16 Wochen langen Mutterschaftsurlaub ein. 1990 war Migros bei der Gründung des Vereins PET-Recycling Schweiz beteiligt, um PET-Getränkeflaschen wiederzuverwerten; seit 2013 werden auch Plastikflaschen rezykliert.[10]

Expansion seit den 1990er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 expandierte die Migros in das grenznahe Ausland nach Österreich (wurde nach vier Jahren wieder eingestellt) und Frankreich. Die erste Filiale in Deutschland wurde 1995 durch die Genossenschaft Migros Basel in Lörrach eröffnet.

1997 übernahm Migros die Globus-Gruppe, bestehend aus der namengebenden Warenhauskette «Magazine zum Globus», der inzwischen aufgegebenen Warenhauskette «ABM Au Bon Marché», den «Herren Globus»-Bekleidungsgeschäften, den Interio-Einrichtungshäusern und den Office World-Bürofachmärkten. 2006 übernahm die Migros den Onlinehändler LeShop.ch. Am 12. Januar 2007 gab der Migros-Genossenschafts-Bund die 70 %-Übernahme des Denner-Aktienkapitals bekannt. Die Übernahme wurde am 4. September 2007 durch die Wettbewerbskommission unter diversen Auflagen[12] genehmigt.[13]

2007 führte Migros als erstes grösseres Schweizer Unternehmen einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen ein. Im gleichen Jahr hat die Migros Aare das neue Nahversorgungskonzept VOI[14] lanciert. 2009 lancierte die Migros mit Migrolino schweizweit ein neues Convenience-Shopformat für Bahnhöfe und Tankstellen.

2009 wurde die Migros am World Retail Congress in Barcelona offiziell zum nachhaltigsten Detailhändler der Welt gekürt. 2010 wurde M-Way gegründet, welche die umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität fördert. Im Angebot sind Elektrofahrzeuge. Im gleichen Jahr lancierte die Migros migipedia.ch. Die Plattform bietet den Kunden die Möglichkeit, Produkte zu bewerten und Kommentare abzugeben. Ebenso 2010 übernimmt Migros mit 53 % die Mehrheit der Medbase AG, aufgeteilt auf die vier Migros-Genossenschaften Aare, Luzern, Ostschweiz und Zürich. Mit der Mehrheitsbeteiligung an der unabhängigen Medbase holt sich die Migros die Kompetenz und das Know-how im medizinischen Bereich und bekräftigt das in ihrer Gruppenstrategie „Täglich besser leben“ verankerte Thema Gesundheit.[15] 2011 eröffnete die Migros Zürich zusammen mit dem deutschen Biosupermarkt Alnatura die erste Filiale Migros-Alnatura Schweiz.

Um Personalkosten zu sparen, wird seit dem 6. September 2011 das Selbstbedienungskassen-System Subito schrittweise eingeführt.[16]

2013 wurde die organisatorische Zusammenführung von Scana Lebensmittel und Cash + Carry Angehrn zur Saviva AG vollzogen. CCA und Scana bleiben operativ eigenständige Geschäftsbereiche und treten weiterhin unter ihren Marken am Markt auf. Die Mérat & Cie. AG wird auch in die Dachmarke integriert.[17] Im gleichen Jahr übernahm die Migros Zürich den deutschen Detailhändler Tegut und gab bekannt[18], dass die vier Migros-Filialen in Deutschland zum 1. Oktober des Jahres an die REWE Group verkauft werden.

Per Mitte Oktober 2015 übernimmt Medbase 70 % an den Santémed Gesundheitszentren von Swica. Durch die Zusammenarbeit entsteht schweizweit das grösste Netzwerk in der ambulanten medizinischen Grundversorgung.[19] Im selben Jahr hat Saviva die Lüchinger + Schmid-Gruppe übernommen.[20]

Im September 2017 wurde der Verkauf von Cash + Carry Angehrn an Demaurex & Cie bekanntgegeben.[21] Im Oktober hat Migros angekündigt, die Office-World-Gruppe (OWiba) an die österreichische MTH Retail Group (MTH) zu verkaufen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die österreichischen Wettbewerbsbehörden.[22] Ende Jahr hat Medbase zusammen mit der Spital Simmental-Thun-Saanenland (STS) AG für die Region Berner Oberland eine strategische Kooperation vereinbart. Zum Aufbau sogenannter «Medical Centers», die Leistungen in der ambulanten Medizin anbieten sollen, haben die beiden Partner die Medbase Berner Oberland AG gegründet.[23] Des Weiteren wurde der Notdienst Permanence am Hauptbahnhof Zürich übernommen.[24]

Am 2. Januar 2018, dem ersten Arbeitstag von Zumbrunnen als neuer Migros-Chef, rückte er mit einem Straffungsprogramm an. «Fast forward» heisst es. Ziel der Übung, die von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Batten & Company begleitet wird: Fett abschneiden. Damit packt der Chef ein Thema an, das viele Genossenschaftschefs lange schon anmahnen: Die Zentrale am Zürcher Limmatplatz arbeite schwerfällig, oft mehrspurig und sei organisatorisch zu wenig effizient aufgestellt. «Fast forward» stellt Funktionen der Zentrale infrage.[25]

Detailhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerngeschäft von Migros ist der «Genossenschaftliche Detailhandel». Nebst diesem Geschäftssegment, das gut 60 % des Konzernumsatzes erzielt, gehören zu Migros auch verschiedene Fachmärkte und Gastronomiebetriebe.

Migros rühmt sich damit, selbst weder Alkohol noch Tabakwaren zu verkaufen.[26] Hiermit soll dem von Duttweiler unter der Bezeichnung «Volksgesundheit» formulierten Prinzip nachgelebt werden, dass der Absatz von Genussmitteln nicht preislich gefördert werden soll. Bereits in den Neunziger Jahren wurden die Statuten der Migros so angepasst, dass das Verbot nur eigentliche M-Filialen betrifft. Alle anderen Tochtergesellschaften dürfen Alkohol und Tabak verkaufen. Bis 2010 erhielt man beim Kauf von Alkohol beispielsweise in einer Migrolino-Tankstelle sogar Cumulus-Punkte.[27] Zudem erhält man nach wie vor in jeder VOI-Filiale Cumulus-Punkte.[28]

Migros wirbt zudem mit ihrer Eigenmarkenpolititk. Über 90 Prozent des Umsatzes erzielt Migros nach eigener Darstellung mit Eigenmarken.[29]

Migros-Supermärkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Preisliste und ein Migros-Verkaufswagen 1925
Ehemalige Produkte aus dem Sortiment von Migros

Dem ersten Jahr, als Migros nur aus Verkaufswagen bestand, folgte 1926 der erste bediente Laden in Zürich. Letztere Vertriebsform wurde schliesslich durch die 1948 lancierten Selbstbedienungsläden vollständig verdrängt. In den 1960er Jahren begann in der Schweiz der Bau von Einkaufszentren, an dem sich auch Migros aktiv beteiligte.

Als indirekte Folge davon entwickelte Migros ein einfaches Benennungssystem für die Filialen der Genossenschaften, welches die Grösse des Standorts und den Umfang des Sortiments andeutet. Eine M-Migros (durchschnittlich 810 m²) ist ein eher kleiner Lebensmittelladen, der als Nahversorger Waren des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Hygiene) führt; eine MM-Migros (durchschnittlich 2292 m²) hat eine grössere Auswahl an Lebensmitteln sowie ein breites Non-Food-Angebot und umfasst häufig auch eine Bäckerei, ein Restaurant, einen Take-Away oder einen Fachmarkt. Eine MMM-Migros (durchschnittlich 7720 m²) bietet praktisch die gesamte Produktepalette der Migros an und findet sich in der Regel in Einkaufszentren an guten Verkehrslagen.

Zur Steigerung der Standortattraktivität der «orangen» Filialen wurde an konzerneigenen Standorten (Liegenschaften, Einkaufszentren) früh mit der Vermietung von Verkaufsflächen an kleinere Einzelhandelsunternehmen mit stark komplementärem Sortiment an Genussmitteln – namentlich Tabakwaren und Alkohol – begonnen. Früher bevorzugt an Pick Pay vermietet, wurden diese Standorte Anfang 2006 von Denner «geerbt» – seit 2007 ein Tochterunternehmen des MGB.

Anfang 2018 waren 337 Filialen mit SB-Kassen ausgerüstet. Von den über 10’000 Kassen, die in Betrieb stehen, sind mittlerweile 2’200 Subito-Kassen.[30]

Migros-Fachmärkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Migros-Fachmärkte entstanden als etwas abgetrennte Abteilungen innerhalb der grossen Supermarkt-Standorte (MM und MMM), denen aufgrund des Platzbedarfs schnell auch räumlich komplett getrennte Verkaufslokale folgten. Als Abteilungen der Supermärkte lanciert, werden die Fachmärkte weiterhin von den regionalen Genossenschaften geführt; das trifft auch auf die Neulancierungen Obi und SportXX zu, die entgegen ersten Absichten nicht von gesonderten Fachmarkt-Tochterunternehmen geleitet werden.

  • Do it + Garden Migros (Baumarkt)
  • Migros Florissimo (Blumengeschäft)
  • melectronics (Elektronik-Fachmarkt)
  • Micasa (Einrichtungsfachhandel)
  • Obi (Baumarkt, Schweizer Obi-Lizenznehmer)
  • SportXX (Sportartikel und -bekleidung) und Outdoor by SportXX

Migros-Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros verfügt über zahlreiche Gastronomiebetriebe, die je nach Grösse und Lage den Migros-Läden angeschlossen sind. Dazu zählen die in Selbstbedienung geführten Migros-Restaurants, die Verkaufsstände Migros-Gourmessa und Migros Take Away sowie Migros Party-Service als Lieferservice. Darüber hinaus werden auch die Formate Cha chà (Franchising-Betriebe), Coffee & Time (Café) und Chickeria (Poulet-Fast-Food) geführt. Das Format Sessibon (Restaurant und Take Away) wurde 2010 aufgelöst.[31] Im August 2015 wurde die erste Filiale von my way in Bern eröffnet, welche 2017 wieder geschlossen wurde.[32] Zudem verfügt die Migros über eine How-To- bzw. Tutorial-Website namens Migusto (www.migusto.ch). Dort werden verschiedenste Rezepte Schritt für Schritt erklärt. Unter dem Strich betreibt die Migros 313 Restaurants und Take-Aways mit insgesamt 676 Millionen Franken Umsatz.[33]

Auslandaktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Ladengeschäft der Migros Deutschland GmbH in Lörrach

Erste Aktivitäten im Ausland entfaltete bereits Gottlieb Duttweiler. 1932 erwarb er in Berlin einen Landwirtschaftsbetrieb, gründete die Migros-Verteilungs-GmbH und baute eine Flotte von 85 Verkaufswagen auf, die bis zu 2000 Haltepunkte im Grossraum Berlin anfuhren. Die neue Konkurrenz traf jedoch bei lokalen Händlern und Markenartikelherstellern auf viel Widerstand. Nachdem in Deutschland die Nationalsozialisten in Regierung und Verwaltung an die Macht kamen, verstärkte sich der Druck. Im März 1933 stand Migros Berlin auf Listen für die sogenannten Frühjahrsboykotte der NSDAP, wurde als «Judenfirma» tituliert und schikaniert, SA-Leute bedrängten die Kunden. Im Dezember 1933 gab Migros die Auflösung der Berliner Tochterfirma bekannt.[34][35][36]

Von 1937 bis 1969 gab es in Liechtenstein ein Warenhausverbot. Heute betreibt die Migros dort 5 Filialen.[37]

Seit 1954, mit einem Unterbruch von 1974 bis 1992, ist die Migros erneut auch im Ausland aktiv. 1954 gründete die Migros das Tochterunternehmen Migros Türk. Die türkische Tochter ist seit 1974 unabhängig, durfte aber das Corporate Identity der Migros Schweiz zu diesem Zeitpunkt weiterführen. Seit 1992 unterhält Migros einige Standorte in Frankreich und Deutschland. Die von Migros France geführten Standorte sind zwei Hypermärkte (Supermärkte mit diversen Fachmärkten für Elektronik u. a.) in Thoiry und Étrembières sowie ein Supermarkt mit benachbartem Freizeitzentrum Vitam in Neydens, allesamt nahe der Grenze bei Genf.

Das Deutschlandgeschäft unter eigenem Namen wird von der Genossenschaft Migros Basel über die Tochtergesellschaft Migros Deutschland GmbH mit Sitz in Lörrach geleitet. Neben dem dort 1995 eröffneten Standort wurden Filialen in Bad Säckingen (2001–2008), Freiburg im Breisgau (2002), Reutlingen (2008–2012), Ludwigshafen am Rhein (2010) und Ludwigsburg (2011) eröffnet.[1][38][39][40]

Am 11. Oktober 2012 verkündete die Migros Genossenschaft Zürich den Kauf des deutschen Lebensmitteleinzelhändlers tegut… mit Sitz in Fulda, der aber weiter unter diesem Namen firmiert.[41][42]

Die vier unter eigenem Namen von der Migros Basel geführten Filialen mitsamt zwei hausinternen Bäckereien wurden jedoch mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 an die Rewe Group verkauft, das an die Filiale Lörrach angegliederte Restaurant und das Take-away in Freiburg wurden geschlossen.[43][18] Am 28. September 2013 schloss mit der Freiburger Filiale der letzte Migros Markt in Deutschland.[44][45]

Ein 1993 gestartetes Engagement der Migros in Österreich wurde nach vier Jahren wieder eingestellt (siehe Konsum Österreich). 2013 eröffnete die Migros Ostschweiz ihren ersten Supermarkt im Fürstentum Liechtenstein, bis dato wurden Migros-Produkte nur durch Partner vertrieben.[46]

Die Chocolat Frey AG betreibt den Online-Shop migros-shop.de, um die Produkte weltweit zu versenden. Zudem werden die Produkte auch über die Plattform amazon.de angeboten.

Die M-Industrie ging 2017 eine Kooperation mit der chinesischen Onlinehandels-Plattform NetEase Kaola ein. Unter dem Namen „Orange Garten“ vertreibt die M-Industrie auf Kaola ein ausgewähltes Sortiment an Migros-Produkten, wie etwa Kaffee, Snacks und Getränke. Ein Ausbau des Sortiments auf Kaola wie auch der Vertrieb über weitere chinesische Online-Kanäle sind in Planung.[47] Im Dezember ging die M-Industrie eine Kooperation mit Chinas grösster Konsumenten-Plattform Tmall ein. Der Online-Marktplatz gehört zur Alibaba-Gruppe.[48]

Franchising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während in den frühen Jahren der Migros der Verkauf von Eigenmarken-Produkten aus der Not heraus geschah, gibt es mittlerweile den umgekehrten Fall, dass selbständige Unternehmer – in verschieden stark ausgeprägter Zusammenarbeit mit der Migros – ein begrenztes Migros-Sortiment führen. Die Belieferung dieser Läden erfolgt entweder durch die jeweilige Genossenschaft oder durch die Migros-Verteilzentren.

  • migrolino (migrolino AG) – Beliefert aus dem Migros Verteilzentrum in Suhr.[49]
  • Detaillist mit Migros-Produkten (MP) Migros Partner
  • VOI – Migros Partner (Kleinläden der Genossenschaft Migros Aare)

Die älteste Variante sind die «MP», die als selbständige Detaillisten arbeiten. Sie sind rechtlich und finanziell unabhängig. Nebst Migros-Artikeln führen sie Ergänzungsprodukte wie Weine, Spirituosen und Tabakwaren.

Als eigentliches Franchising wurde schliesslich avec zusammen mit Valora und den SBB lanciert; das Gemeinschaftsunternehmen Cevanova schloss dafür jeweils Franchiseverträge mit privaten Pächtern ab, die Läden an Bahnhöfen und Tankstellen betrieben. Das Joint Venture wurde Mitte 2008 aufgelöst und die Cevanova-Standorte zwischen Valora und Migros aufgeteilt; während Valora den Namen avec weiterverwenden konnte, entstanden aus den Migros-Standorten sehr rasch migrolino-Standorte. Eine Folge aus dieser Trennung war auch die Aufkündigung der Migros-Sortimente für die avec.-Kette nach einer Übergangszeit von zwei Jahren. Die Migros expandiert unter dem Namen migrolino AG weiter und schloss 2008 mit Royal Dutch Shell und 2012 mit der State Oil Company of Azerbaijan Republic eine Partnerschaft für Tankstellenshops. Per Ende 2017 verfügt migrolino insgesamt über 311 Standorte.[50]

Das von der Migros Aare eingeführte VOI-Ladenkonzept ist ebenfalls ein Franchisebetrieb; besonders kleinräumige M-Filialen, die der Quartier- respektive Dorfversorgung dienen, sollen dabei nach Möglichkeit von der bisherigen Belegschaft als Franchisenehmer übernommen und auf eigene Rechnung betrieben werden. Dies entspricht stark dem MP-Konzept, allerdings mit einem regional einheitlichen Auftritt unter der gemeinsamen Franchise-Marke. Die VOI-Angestellten sind nicht dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Migros-Gruppe unterstellt. Die Franchisenehmer sind weder an die dort festgehaltenen Mindestlöhne gebunden, noch profitiert das Personal von den jährlichen Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Migros. Das spart Personalkosten. Einige Schwerpunkte bei VOI bilden Produkte aus der Region sowie Alkohol und Tabakwaren. Ende 2017 wurde die 30. VOI-Filiale eröffnet.[28]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros führt eine Alnatura-Kette. Ausserdem gibt es drei Filialen von Migros <<Outlet>> in den Kantonen St. Gallen und Zürich, in welchen Food- und Non-Food-Aktionen zu finden sind.

Handel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den genossenschaftlichen Migros-Fachmärkten, wurden 2008 eine Reihe selbständig auftretender MGB-Tochterunternehmen im neuen Departement VI (Handel) zusammengefasst. Gemeinsames Merkmal dieser Unternehmen ist, dass sie als – meist zugekaufte – eigenständige Marken am Markt auftreten; entsprechend kommt bei diesen Unternehmen auch Duttweilers Prinzip der «Volksgesundheit» (Verzicht auf den Verkauf von Alkohol und Tabak) nicht zur Anwendung.

Im Juni 2012 wurde eine Minderheitsbeteiligung von 30 Prozent an der Galaxus AG[51] mit Sitz in Wohlen AG kommuniziert.[52] Digitec Galaxus betreibt die Online-Shops digitec.ch (Elektronik) und galaxus.ch (Haushalt). 2015 wurde die Beteiligung auf 70 % aufgestockt.[53]

Am 27. April 2014 gab Migros bekannt den Anteil von knapp 25 % an Charles Vögele auf 19,7 % zu reduzieren.[54] Anfang 2016 besassen der Migros Genossenschafts-Bund und die Migros Pensionskasse zusammen nur noch einen Anteil von ca. 10 %.[55] Die Beteiligung an Charles Vögele soll Migros am Ende einen Verlust von mehr als 20 Millionen Franken eingebracht haben.[56]

Migros-Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmensgruppe Migros-Industrie umfasst die Produktionsbetriebe der Migros-Gemeinschaft. 23 Betriebe in der Schweiz und deren sieben im Ausland stellen über 20’000 verschiedene Produkte her.[57] Durch die politisch motivierte Lieferverweigerung diverser Hersteller in den Anfangsjahren der Migros war das Unternehmen gezwungen, ein eigenes Herstellernetz aufzubauen. Die erste Firma war die Alkoholfreie Weine AG Meilen, die heute Midor heisst. Einige Lebensmittelfabriken wurden von der Migros auch aufgekauft. Dadurch konnte die Migros günstig eine eigene Produktpalette herstellen. Erst in jüngerer Zeit sind Markenprodukte in grösserer Auswahl erhältlich. Produkte der Migros-Industrie werden, oft unter anderen Markennamen, auch ins Ausland exportiert.

Zu den wichtigsten Produktionsbetrieben gehören die folgend genannten. In Klammern sind der Umsatz in Mio. CHF der einzelnen Geschäftsfelder 2015 aufgeführt.

Fleisch, Geflügel, Fisch (1'531):

  • Micarna SA, Courtepin, mehrere Standorte mit total 2.650 Mitarbeitenden
    Fleischwaren, Geflügelfleisch (seit 2006, ehemals Optigal SA)

Milchprodukte & Käse (1'038):

  • Mifroma SA, Ursy, mehrere Standorte mit total 243 Mitarbeitenden
    Käsereifung und -vertrieb
  • Estavayer Lait SA (ELSA), Estavayer-le-Lac (mit 583 Mitarbeitenden)
    Milch, Milchprodukte, Convenience-Produkte (Salatsaucen, Essige, Tofu)

Brot, Back- & Teigwaren, Eiswaren (1'015):

  • Jowa AG, Volketswil, mehrere Standorte mit total 3.269 Mitarbeitenden
    Backwaren, Konditoreiprodukte, Frischback-Produkte, Teigwaren
  • Midor AG, Meilen (mit 623 Mitarbeitenden)
    Biscuits, Gebäck, Glacé, «Partysnacks»

Schokolade & Kaugummi, Kaffee, Reis (797):

Convenienceprodukte & Getränke (662):

Near-Food (425):

  • Mibelle AG, Buchs AG (Mibelle Group) (mit 957 Mitarbeitenden)
    Kosmetika, Pflegeprodukte
  • Mifa AG, Frenkendorf (Mibelle Group)
    Waschmittel, Reinigungsmittel, Flüssigfette, Brotaufstriche

Produkte der Migros-Industrie für den Export werden von der Swiss Delice AG in Suhr vertrieben. Insbesondere Milchprodukte, Schokolade, Gebäck und Kartoffelprodukte werden unter dem gleichnamigen Label exportiert.

Daneben ist Migros mit einigen Unternehmen enge Partnerschaften eingegangen. Solche Firmen sind meist kleine oder mittelgrosse Familienunternehmen, welche für den Detailhandel in der Schweiz exklusiv die Migros mit Eigenmarken beliefern, in anderen Bereichen (Grosshandel, Ausland) weiterhin unabhängig und unter eigenem Namen auftreten. Dazu gehören etwa der Uhrenhersteller Mondaine (bis 2010), Hustenbonbons-Produzent F. Hunziker + Co AG in Dietikon und die Haco AG in Gümligen, welche die Farmer-Stängel produziert.

Grosshandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros-Gruppe ist im Grosshandel mit folgenden Unternehmen aktiv:

  • Migros Verteilbetrieb Neuendorf AG, Neuendorf
    Logistikplattform für Non-Food, Near-Food- und Tiefkühlprodukte
  • Migros Verteilzentrum Suhr AG, Suhr
    Verteilzentrum für Food-Produkte
  • Saviva AG

Weitere Sparten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Hotelplan

Im Tourismusbereich tritt die Migros-Gruppe unter folgenden Namen auf:

mit den Marken Globus Reisen, Travelhouse, Hotelplan und Tourisme Pour Tous sowie Migros Ferien.
  • Interhome (Ferienhaus- und Ferienwohnungs-Vermittlung)
  • Inter Chalet (Ferienhaus- und Ferienwohnungs-Vermittlung)

Weitere Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros-Gruppe verfügt mit der Migros Bank über eine eigene Bank und mit der Migros-Pensionskasse über eine der grössten Pensionskassen der Schweiz und wichtige Immobilienbesitzerin.

Weitere Dienstleister der Migros-Gruppe sind das Gottlieb Duttweiler Institut als Denkfabrik sowie im Bereich Qualitätssicherung die Swiss Quality Testing Services. Die Limmatdruck bildete das Kompetenzzentrum für Medien und Verpackungen, sie wurde 2011 verkauft.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herzstück bildet hier als grösste Erwachsenenbildungs-Institution der Schweiz die Klubschule Migros. Im Auftrag von Gemeinden nimmt die Klubschule Einbürgerungstests für den Kanton Bern vor.[59][60] Daneben beinhaltet der Bereich Kultur und Bildung den Sprachreiseanbieter Eurocentres sowie das Migros Museum für Gegenwartskunst. Finanziert werden diese Aktivitäten durch das «Migros-Kulturprozent» aus den Konzerneinnahmen. Dieser wurde 1957 ins Leben gerufen; ein Prozent des Umsatzes wird von der Migros jedes Jahr in Kultur und Weiterbildung investiert.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Publikation bildet das wöchentlich erscheinende Migros-Magazin, das auf Deutsch, Französisch und Italienisch (Azione) veröffentlicht wird. Daneben gibt die Migros auch das 10 Mal pro Jahr erscheinende Kochmagazin Migusto in den drei Landessprachen heraus. Weiter publiziert die Migros sechs Mal jährlich das ebenfalls dreisprachige Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin Vivai. Vivai erscheint in einer Auflage von 248'067 Exemplaren (WEMF 2017)[61] und erreicht 1'020'000 Leser (Publicom 2017). Die letzte Ausgabe von Vivai ist für den 1. Oktober 2018 geplant.[62]

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Migros führt auch mehrere Freizeit- und Sportbetriebe, dazu zählt die Fitness- und Wellnesskette Fitnesspark, mehrere Golfplätze sowie verschiedene Parkanlagen, von denen der Park im Grüene in Rüschlikon der älteste ist. Seit November 2012 ist die Migros unter der Marke Elements auch in Deutschland mit Fitness- und Wellnesscentern vertreten.[63][64][65]

Elektromobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

m-way wurde 2010 als Tochter der Migros mit dem Ziel gegründet, sich mit eigenen Fachmärkten frühzeitig (siehe Verkehrswende), im Bereich der Elektromobilität zu spezialisieren. So bietet m-way seinen Kunden unter anderem ein Angebot an Elektrofahrzeugen führender europäischer Marken (E-Bikes, E-Cargo-Bikes und Elektromotorroller) sowie Infrastrukturlösungen, Zubehör und einen Service an.

carvelo2go wurde 2015 im Rahmen der Schweizer Lastenrad-Initiative carvelo der Mobilitätsakademie des TCS und des Förderfonds Engagement Migros lanciert. Ziel ist es, die gemeinschaftliche Nutzung von Lastenrädern bei der breiten Bevölkerung im Alltag zu verankern und in die Mobilitätsnetzwerke zu integrieren.[66]

PickMup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Online-Shops der Fachmärkte gewannen 2017 weiter an Bedeutung, was sich in einem Umsatzwachstum von 25,0 % widerspiegelt. PickMup, das seit Juni 2015 bestehende Abhol- und Rückgabe-Netzwerk für Online-Bestellungen, hat im vergangenen Jahr zahlreiche neue Partner gewonnen. Einkäufe aus 14 verschiedenen Online-Shops können an über 746 PickMup-/Filial-Standorten in der Schweiz abgeholt und retourniert werden.[67]

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlen und Fakten der Migros-Gruppe des Jahres 2017 (in Klammern die Veränderung gegenüber dem Vorjahr):[3]

  • Umsatz: CHF 28'071 Mio. (+1,2 %)
  • Gewinn: CHF 503 Mio. (−24,2 %)
  • Angestellte: 105'456 Personen (+2,5 %) 75'302 FTE
  • Eigenkapital: CHF 17'913 Mio. oder 27,7 % der Bilanzsumme (+2,6 %)
  • Filialnetz Schweiz: 701 Standorte (inkl. Fachmärkte) (+2,3 %)

Aufteilung Migros-Lebensmittelmärkte in der Schweiz nach Store-Formaten (2016):[68]

  • 336 M-Migros (durchschnittlich 810 m²)
  • 211 MM-Migros (durchschnittlich 2292 m²)
  • 48 MMM-Migros (durchschnittlich 7720 m²)
  • 40 Fachmarktcenter und M-Parcs
  • 32 Spezialläden
  • 18 Gastronomiebetriebe (eigenständig)
  • 165 M-Restaurants (in Ladenmärkten integriert)
  • 307 Migrolino-Shops (Convenience-Shop)[69]

Produktlinien, Labels und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«M-Budget», «M-Classic» und «Migros Sélection»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M-Budget-Logo

1996 lancierte Migros die Billiglinie M-Budget. Anfangs waren es 70 Produkte. Bis 2006 (kurz nach dem Markteintritt von Aldi in der Schweiz[70]) wurde das Sortiment auf 500 M-Budget-Produkte erweitert. «Die M-Budget-Produkte sollen möglichst billig aussehen», lautete der Auftrag an die Verpackungsdesigner. Zurzeit wird aber das Sortiment an M-Budget Produkten wieder reduziert, da viele Produkte nicht gewinnbringend verkauft werden können. Die Migros konzentriert sich auf ein Kernsortiment, welches gute Umsatzzahlen erreicht.

Seit 2005 vertreibt Swisscom über Migros die Marke M-Budget Mobile. Es handelt sich dabei um ein Prepaid- und Abo-Angebot für Mobiltelefone. Der Dienst läuft auf dem Netz von Swisscom. Im Herbst 2006 lancierte die Migros in Zusammenarbeit mit Mastercard und der GE Money Bank eine M-Budget-Kreditkarte.

Als Gegenstück zur Billiglinie M-Budget startete Migros im September 2005 als «Nobelmarke» die neue Produktlinie Migros Sélection. Die Linien Budget und Sélection sind preislich stark differenziert. Sie bilden quasi die beiden Pole des Angebots, das klassische Sortiment ist dazwischen angesiedelt. Angebote von Migros Sélection sind zwar viel teurer, dahinter stecken jedoch oft banale Massenprodukte oder Mogelpackungen, wie der Kassensturz immer wieder bewiesen hat.[71]

Ende März 2009 begann Migros damit, das gesamte klassische Sortiment unter der neuen Marke M-Classic einheitlich zu positionieren.

«Generation M»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 hat die Migros mit «Generation M» ein Nachhaltigkeitsprogramm von der Werbeagentur Jung von Matt lanciert, worin verbindliche Nachhaltigkeits-Versprechen abgegeben werden. Zum Beispiel:

  • Wir versprechen, bis zum Jahr 2015 nur noch Palmöl aus nachhaltigem Anbau zu verwenden.
  • Wir versprechen, dass bis Ende 2017 all unsere Bananen nachhaltig sind.
  • Wir versprechen, dass bis 2020 unser Fischangebot aus nachhaltigen Quellen stammt.

«TerraSuisse»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Partnerschaft mit IP-Suisse vertreibt die Migros unter dem eigenen Label «TerraSuisse» auch Produkte aus Integrierter Produktion (IP). Im Jahr 2014 waren es 670 Millionen Franken, welche die Migros mit solchen Produkten umsetzte.[72]

«Migros Bio»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Label Migros Bio werden Bio-Lebensmittel vertrieben welche mindestens der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Das Label wurde beim Bio-Siegel Ranking 2015 mit 141 von 200 Punkten als «Sehr empfehlenswert» eingestuft. 2017 sind die Umsätze mit Bio-Produkten bei der Migros um rund 10 % gestiegen.[73] Damit positioniert sich die Migros, mit einem Marktanteil von 32,8 %, gleich hinter der Marktführerin Coop (44,3 %) auf Platz 2 im Schweizer Bio-Markt.[74]

Bekannte Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monte-Generoso-Kuchen, Biscuit mit Crèmefüllung und Kakaoglasur, wird seit Ende der 1950er Jahre produziert und wurde von 1997 bis 2009 mehr als 7 Millionen Mal verkauft. Tourist-Schoggi wird seit Ende der 1960er/Anfang der 1970er produziert und wurde von 1998 bis 2009 über 50 Mio. Mal abgesetzt. Vom 1975 eingeführten Eis Glacestängel wurden 2009 28,3 Mio. Stück abgenommen. Das seit Anfang der 1960er am Markt befindliche Geschirrspülmittel Handy wird teilweise als Gattungsbegriff verwendet und wird jährlich über 4 Millionen Mal verkauft.[75]

«M-Cumulus»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kundenbindungsprogramm «M-Cumulus» wurde 1997 eingeführt und basiert auf einem Bonuspunktesystem. Mit jedem Einkauf können Punkte gesammelt werden, die bei ausreichender Ansammlung in Form von Wertcoupons ausgezahlt werden. Zum alle zwei Monate versandten Kontoauszug erhalten die Teilnehmer zudem eine Reihe von Rabattcoupons. Die aus den Einkäufen gesammelten Daten werden darüber hinaus intern für Statistiken und das Marketing ausgewertet.

Kritik und Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik der «Erklärung von Bern»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2012 gab Migros bekannt, mit dem kaukasischen Tankstellenbetreiber SOCAR eine Zusammenarbeit einzugehen. Die Erklärung von Bern (heute Public Eye) kritisiert dies, da Socar ein regimenaher Betrieb sei, der eng mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew verbandelt sei. Immer wieder käme es von Seiten des Konzerns zu Menschenrechtsverletzungen, etwa von Zwangsumsiedlungen.[76]

Kritik an der Führungspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Kritiker, wie beispielsweise der Verein Sorgim, behaupten, dass die Migros den Idealen ihres Gründers nicht mehr entspricht. Bemängelt wird, dass die Genossenschaft nicht demokratisch geführt wird, wie es einst von Duttweiler gewünscht worden wäre und stattdessen ausschliesslich die Geschäftsleitung über alle wichtigen Geschäftsstrategien entscheidet.[77]

Vorwurf einer antiisraelischen politischen Kampagne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde das Unternehmen von der israelischen Regierung kritisiert, nachdem angekündigt worden war, Produkte aus den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten entsprechend zu deklarieren. Die israelische Botschaft in der Schweiz warf Migros eine Beteiligung an einer «antiisraelischen politischen Kampagne» vor, die darauf abziele, «Israel anzuschwärzen und schon im Voraus den zukünftigen Status der umstrittenen Gebiete festzulegen.»[78]

Bienenschutz - Generation M[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«Wir versprechen Noah, ab Ende 2014 nur noch Insekten- und Pflanzenschutzmittel anzubieten, die Bienen nicht gefährden.» Dieser Satz aus einer Werbung der Migros ist nach Ansicht der Schweizerischen Lauterkeitskommission irreführend. Da trotz des Versprechens weiterhin Insektizide im Angebot waren und weiterhin sind, die als bienengefährdend gelten, hat sich Migros dazu entschieden, dass Versprechen an Noah von der Website zu löschen und die bemängelten Pestizide weiterhin im Sortiment zu belassen. Sie enthalten den Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin.[79]

Globalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Migros bietet zwar mit dem Label "Aus der Region, für die Region" regionale Lebensmittel an – vertreibt aber gleichzeitig immer mehr Produkte auch international. (Siehe: Auslandaktivitäten der Migros)

Nachhaltiges Palmöl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeugtransporte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Migros im September 2017 bei Migipedia zugesagt hat, entsprechende Produkte bis Ende 2017 zu deklarieren, ist bis heute nichts in diese Richtung unternommen worden.[80]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle Brändli: Der Supermarkt im Kopf. Konsumkultur und Wohlstand in der Schweiz nach 1945. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2000, ISBN 3-205-99264-4 (Zugleich Dissertation an der Universität Basel 1997).
  • Katja Girschik: Als die Kassen lesen lernten. Eine Technik- und Unternehmensgeschichte des Schweizer Einzelhandels 1950–1975 (= Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte 22). C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60828-5.
  • Katja Girschik, Albrecht Ritschl, Thomas Welskopp (Hrsg.): Der Migros-Kosmos. Zur Geschichte eines aussergewöhnlichen Schweizer Unternehmens. hier + jetzt, Baden 2003, ISBN 978-3-906419-64-0.
  • Alfred A. Häsler; Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. In: Migros-Genossenschafts-Bund Band 12. Migros Presse, Zürich 1985.
  • Hans Munz; Gottfried und Adele Duttweiler-Stiftung (Hrsg.): Das Phänomen Migros. Die Geschichte der Migros-Gemeinschaft. Ex Libris, Zürich 1973.
  • Hans A. Pestalozzi (Hrsg.): M-Frühling. Vom Migrosaurier zum menschlichen Mass. Zytglogge Verlag, Bern, 1980, ISBN 3-7296-0107-5.
  • Rita Schneider-Sliwa, Andrea Kampschulte, Judit Bojt; Geographisches Institut der Universität Basel (Hrsg.): Der Einkaufsstandort Bad Säckingen. Marktstudie zur Migros-Lohgerbe, zu Konsumentenverhalten und Entwicklungen im Einzelhandel. In: Basler Stadt- und Regionalforschung Band 23. Wepf, Basel 2003, ISBN 978-3-85977-256-4.
  • Hans Peter Treichler, Georges-André Chevallaz, von Sebastian Speich, Peter Ziegler, Marcel Schwander; Gerd Klinner (Hrsg.): Abenteuer Schweiz. Geschichte in Jahrhundertschritten. In: Buchgabe des Migros-Genossenschafts-Bundes Band 13. Direktion Migross-Presse im Auftrag des Migros-Genossenschafts-Bundes, Zürich 1991, französische Ausgabe: L’aventure Suisse, italienische Ausgabe: L’avventura Svizzera.
  • Vinzenz Winkler: COOP und MIGROS. Genossenschaften in Konkurrenz und im Wandel der Zeit. Rüegger, Zürich/Chur 1999, ISBN 3-7253-0385-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b mw/cpm/sda: Noch ein gescheitertes Migros-Engagement im Ausland. In: Tages-Anzeiger. 18. Juni 2013, abgerufen am 1. März 2016.
  2. Karl Lüönd Gottlieb Duttweiler (1888-1962) Eine Idee mit Zukunft Band 72 der Reihe Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, ISBN 3 -909059-20-1 Seite 28
  3. a b Migros Geschäftsbericht 2017
  4. a b c Anita Huge: F-Budget. In: Die Wochenzeitung. 26. Februar 2004, abgerufen am 14. April 2018.
  5. a b Migros: M16 - Migros Geschäftsbericht 2016. Migros, 2016, abgerufen am 14. April 2018.
  6. Migros: Frau, Familie & Beruf. In: Migros. Migros, abgerufen am 14. April 2018.
  7. forum elle: Forum elle – eine bewegte Geschichte. forum elle, abgerufen am 14. April 2018.
  8. Management. Migros, 14. April 2018, abgerufen am 14. April 2018.
  9. Sergio Aiolfi: «Helfer der Konsumenten». Vor 125 Jahren wurde Gottlieb Duttweiler geboren. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. August 2013, abgerufen am 1. März 2016.
  10. a b c Die Migros ist Pionierin: gestern, heute und morgen. Migros Magazin, Zürich 3. Oktober 2016, Umschlagseiten
  11. Zeitschrift Wir Brückenbauer, 6. Jahrgang, Nr. 37, Ausgabe vom 9. April 1948, S. 4 f.
  12. Wettbewerbskommission (4. September 2007): Auflagen zum Zusammenschluss Migros/Denner (Auszug) (PDF; 21 kB)
  13. Wettbewerbskommission (4. September 2007): Weko macht Auflagen zum Zusammenschluss Migros/Denner.
  14. Migros-Partner in Nähe mit grossem Sortiment und günstigen Preisen
  15. Migros und Medbase bieten einzigartiges Angebot in der Gesundheitsvorsorge In: migros.ch, 14. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  16. Migros: Self-Scanning und Self-Checkout in neun Pilotfilialen In: migros.ch, 2. September 2011, abgerufen am 22. Januar 2018.
  17. Medienmitteilung Saviva (PDF). In: cca-angehrn.ch, 19. Februar 2013, abgerufen am 23. November 2013.
  18. a b Migros schließt Filialen in Freiburg und Lörrach, Badische Zeitung, 18. Juni 2013.
  19. Migros wird zur bedeutenden Anbieterin in der medizinischen Grundversorgung und Sportmedizin In: migros.ch, 25. September 2015, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  20. Migros übernimmt Eierspezialistin Lüchinger+Schmid. In: nzz.ch, 30. Januar 2015, abgerufen am 23. November 2017.
  21. Saviva fokussiert sich auf den Belieferungsgrosshandel. In: presseportal.ch, 29. September 2017, abgerufen am 23. November 2017.
  22. Die Migros übergibt OWiba in neue Hände. In: migros.ch, 16. Oktober 2017, abgerufen am 16. Oktober 2017.
  23. Mit der Migros gegen Hausarztmangel. In: nzz.ch, 20. Dezember 2017, abgerufen am 20. Dezember 2017.
  24. Medbase übernimmt Permanence am Hauptbahnhof Zürich. In: fuw.ch, 9. November 2017, abgerufen am 21. Dezember 2017.
  25. Neuer Migros-Chef: Ein M härter als gedacht. In: handelszeitung.ch, 22. März 2018, abgerufen am 25. März 2018.
  26. Oft gestellte Fragen In: migros.ch, abgerufen am 26. Dezember 2017
  27. Benjamin Weinmann: Keine Cumulus-Punkte für Alkohol. In: Schweiz am Sonntag. 20. November 2010, abgerufen am 1. März 2016.
  28. a b Die Migros, die Alkohol verkauft In: tagesanzeiger.ch, 14. Dezember 2017, abgerufen am 26. Dezember 2017
  29. «Eigenmarken bleiben unser Fundament». In: MigrosMagazin. 9. Juli 2012, abgerufen am 1. März 2016.
  30. Einst waren die Kunden Könige, heute sind sie Mitarbeiter In: watson.ch, 21. Januar 2018, abgerufen am 22. Januar 2018.
  31. Migros: Geschäftsbericht 2009 vom 30. März 2010, abgerufen am 27. Oktober 2017.
  32. Gastrobetrieb My Way - Pilotversuch wird beendet In: migros.ch, 10. März 2017, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  33. Hinter diesen Restaurants stecken Coop und Migros In: nau.ch, 6. April 2018, abgerufen am 6. April 2018.
  34. Migros im Ausland nicht nur auf Abwegen. NZZ, 9. April 2013
  35. Der Migros-Kosmos (Buchbesprechung)
  36. Roger Flury: Die Migros-Verteilungsgesellschaft m.b.H. Berlin 1932–1933: das Scheitern eines Expansionsversuches. Diss., Zürich 2002
  37. Als sich die Liechtensteiner gegen die Migros wehrten In: nzz.ch, 21. August 2017, abgerufen am 26. Dezember 2017
  38. Schwäbisches Tagblatt: Migros gibt in Reutlingen auf (19. Oktober 2012)
  39. migros.de: Eröffnung Ludwigshafen/RP (Memento vom 21. Mai 2010 im Internet Archive)
  40. migros.de: Eröffnung Ludwigsburg (Memento vom 8. Juli 2009 im Internet Archive)
  41. Fuldaer Zeitung: Migros/Tegut-Pressekonferenz (11. Oktober 2012)
  42. Osthessen-News: ALSO DOCH! TEGUT verhandelt mit Schweizer MIGROS über einen Verkauf (5. Oktober 2012)
  43. Migros Basel zieht sich aus Deutschland zurück, Neue Zürcher Zeitung, 18. Juni 2013
  44. Aus dem Migros Markt wird jetzt das REWE Center, Badische Zeitung, 29. September 2013
  45. Die Migros in Lörrach ist Geschichte. Badische Zeitung, 29. September 2013
  46. Migros nimmt Filiale Schaan selbst in die Hand In: vaterland.li, 23. Januar 2013, abgerufen am 23. Dezember 2017
  47. M-Industrie steigt ins Online-Geschäft in China ein In: migros.ch, 15. September 2017, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  48. Migros kooperiert mit Chinesen In: schweizerbauer.ch, 23. Dezember 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  49. Migrolino optimiert Logistiksystem In: EHI Retail Institute, 24. November 2017, abgerufen am 25. November 2017.
  50. Finanzielle Berichterstattung 2017 (PDF) In: migros.ch, abgerufen am 6. April 2018.
  51. Internet-Auszug – Handelsregister des Kantons Aargau (abgerufen am: 23. Dezember 2017).
  52. Zwei Pioniere spannen zusammen In: migros.ch, 5. Juni 2012, abgerufen am 23. Dezember 2017
  53. Was hat die Migros mit Digitec zu tun? In: migros.ch, abgerufen am 23. Dezember 2017
  54. Migros reduziert Beteiligung an Charles Vögele (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive) (abgerufen am: 27. April 2014).
  55. Grossaktionär macht bei Vögele den Abflug In: tagesanzeiger.ch, 17. Februar 2016, abgerufen am 10. Januar 2018.
  56. Aktienkurs im freien Fall: Charles Vögele – Niedergang einer Legende In: blick.ch, 21. Februar 2016, abgerufen am 10. Januar 2018.
  57. Ausland-Produkte: So holt sich Migros ihre Umsätze zurück In: blick.ch, 23.02.2017
  58. Marc Bodmer: Reiskammer in der Sonnenstube, Migros Magazin, Zürich 9. Oktober 2017, S. 42–44
  59. Migros-Klubschule bietet Einbürgerungs-Kurse an In: Aargauer Zeitung, 31. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2018
  60. Kurse und Lehrgänge, abgerufen am 1. Januar 2018
  61. WEMF, Auflagenbulletin 2017. Abgerufen am 13. Dezember 2017.
  62. Edith Hollenstein: «Vivai» ist am Ende. persoenlich.com, 6. Juli 2018, abgerufen am 7. Juli 2018.
  63. Migros Freizeit Deutschland GmbH
  64. Website von Elements
  65. Migros Freizeit Deutschland: Noch nicht wirklich in Form. bilanz.ch, 19. Juni 2013
  66. Engagement Migros: carvelo2go
  67. Migros-Gruppe 2017: Solides Wachstum in anspruchsvollem Umfeld In: presseportal.ch, 17. Januar 2018, abgerufen am 22. Januar 2018.
  68. Migros Geschäftsbericht 2016 Genossenschaftlicher Detailhandel
  69. Migros Geschäftsbericht 2016 Handel
  70. 10 Jahre Aldi in der Schweiz: Was hatte das für Folgen für die Konkurrenz? In: Aargauer Zeitung, 27. Oktober 2015, abgerufen am 3. Januar 2018
  71. Kassensturz: Verbotener Zucker im Balsamico vom 21. Juni 2011, Premium-Produkte sind oft Mogelpackungen vom 13. November 2012 und Olivenöl im Test: Der grosse Schwindel mit «Extra Vergine» vom 3. Mai 2016; abgerufen am 3. Januar 2018
  72. Die 12 einflussreichsten Landwirte der Schweiz In: schweizerbauer.ch, 3. Januar 2017, abgerufen am 15. April 2018.
  73. Fabrice Zumbrunnen: Chef der Migros trotz Gewinneinbruch optimistisch In: Nau.ch, 27. März 2018, abgerufen am 27. März 2018.
  74. Schweiz hat weitere 386 Bio-Betriebe In: schweizerbauer.ch, 12. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2018.
  75. Klassiker und Innovationen der Migros, die Furore machten
  76. Tages-Anzeiger: Kritik an Migros-Deal mit Öl-Multi aus Aserbeidschan, vom 5. Juni 2013
  77. Aargauer Zeitung: Entspricht die Migros noch Duttweilers Idealen?, vom 15. August 2013
  78. NZZ: Israel kritisiert Migros wegen Deklaration von Produkten, vom 30. Mai 2012
  79. Beobachter: Das Sprayen kommt vor der Moral, vom 4. Oktober 2016, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  80. Daniel (Migros): Flugzeugtransporte deklarieren In: migipedia.ch, 18. September 2017, abgerufen am 14. April 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Migros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien