Migros Bank

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  Migros Bank AG
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Staat SchweizSchweiz Schweiz
Sitz Zürich
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
IID 8401[2]
BIC MIGRCHZZXXX[2]
Gründung 1958
Website www.migrosbank.ch
Geschäftsdaten 2018[3]
Bilanzsumme 44,679 Mrd. CHF
Mitarbeiter 1344
Geschäftsstellen 67
Leitung

Unternehmensleitung

Fabrice Zumbrunnen
(VR-Präsident)
Harald Nedwed
(GL-Präsident)

Die Migros Bank AG mit Sitz in Zürich ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Schweizer Detailhandelskonzerns Migros. Sie ist als Universalbank vorwiegend im Geschäft mit Retail- und Privatkunden sowie mit kleinen und mittleren Firmenkunden tätig. Gegründet wurde sie 1958 von Gottlieb Duttweiler. Zu Beginn wurden primär Sparkonten und Hypotheken angeboten. In den Neunzigerjahren kamen Fonds und E-Banking-Dienstleistungen dazu.

Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung seit 2006[4]
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Bilanzsumme in Mio. CHF 28'889 29'121 30'998 32'686 33'714 35'847 37'804 38'882 40'846 42'232 42'752 43'294 44'679
Jahresgewinn in Mio. CHF 95 101 124 138 173 175 172 174 225 226 215 223 228,1
Kundengelder in Mio. CHF 21'525 21'785 24'026 25'493 25'954 27'410 29'427 30'804 32'270 33'084 33'523 34'024 33'900
Personalbestand 1161 1207 1262 1290 1373 1395 1375 1354 1317 1334 1327 1327 1344
Anzahl Geschäftsstellen 44 45 52 56 59 64 63 65 66 66 67 67 67

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partner-Obligation der Migros von 1928

In den ersten Jahren ihres Bestehens war die Migros für ihren Ausbau regelmässig auf Fremdkapital angewiesen, Gottlieb Duttweiler wollte aber möglichst rasch von den Banken unabhängig werden. 1928 brachte die Migros die erste «Partner-Obligation» heraus, die 100'000 Franken einbrachte. 1930 wurde eine Migros-Anleihe von 150'000 Franken dreifach überzeichnet, 1932 eine weitere der PAG Meilen von 250'000 Franken doppelt. 1937 betrug das Aktienkapital der Migros eine Million Franken, das Obligationenkapital 1,7 Millionen, was Duttweiler zu folgender Aussage inspirierte: «Die Migros ist mindestens so kreditwürdig wie die Kreditanstalt». Die Migros bot ihre Anleihen in kleiner Stückelung an und zahlte 1/4 bis 1/2 % mehr Zins als marktüblich.[5]

In der Nachkriegszeit nahm der Umfang der Finanzaktivitäten der Migros sprunghaft zu, sodass sich die Gründung eines eigenen Bank immer mehr aufdrängte. Am 15. Dezember trug der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) die Migros Bank mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Franken ins zürcherische Handelsregister ein. Sie hatte ihren Sitz im dritten Stockwerk des Migros-Marktes am Limmatplatz in Zürich und nahm ihre Tätigkeit am 28. Februar 1958 auf. Die Eröffnung der ersten Filiale erfolgte 1961 in Winterthur.[6] Die Migros Bank etablierte sich als Finanzinstitut mittlerer Grösse. 1972 überschritt der Umsatz die Marke von einer Milliarde Franken. Als Besonderheit bot sie bei Spareinlagen und Hypothekarkrediten 1/4 Prozent mehr Zins als die Konkurrenz, während sie Kredite zu 1/4 Prozent günstiger anbot. Ebenfalls 1972 erwarb sie das insolvente Bankhaus Mühling in Düsseldorf, das ab 1973 als Migros Bank AG Düsseldorf firmierte.[7] Die einzige ausländische Niederlassung konnte die in sie gesteckten Erwartungen nie ganz erfüllen und band nach Ansicht des MGB zu viele Mittel. Sie wurde deshalb am 1. März 1992 an die Stadtsparkasse Düsseldorf verkauft.[8]

2016 lancierte die Migros Bank den Zahlungsservice E-Pay und integrierte ihn in einigen Online-Shops der Migros.[9] Im Sommer erwarb die Migros Bank eine Mehrheitsbeteiligung an der CSL Immobilien AG.[10] Ende 2018 erklärte die Migros Bank, dass ab dem Geschäftsjahr 2019 keine Boni mehr ausbezahlt werden. Stattdessen werden die Löhne für betroffene Bankmitarbeiter einmalig und individuell erhöht.[11] Die Migros Bank ist an der Aduno Gruppe beteiligt[12] und Mitglied beim Swiss Payments Council.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Migros Bank AG. Handelsregister des Kantons Zürich, 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.
  2. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  3. Jahresabschluss 2018, Jahresabschluss der Migros Bank AG, abgerufen am 22. Januar 2019 (PDF; 1,2 MB).
  4. Geschäftsberichte der Migros Bank: Zahlen, Fakten, Einsichten. Migros Bank AG, abgerufen am 12. März 2018.
  5. Alfred A. Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. Hrsg.: Migros-Genossenschafts-Bund. Migros Presse, Zürich 1985, S. 222.
  6. Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 326.
  7. Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 223.
  8. Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Chronik der Migros 1925–2012 – Porträt eines dynamischen Unternehmens. Zürich 2013, S. 77 (Online).
  9. Jetzt wird Online-Shopping noch einfacher. Migros Bank, 4. August 2016, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  10. Beteiligung der Migros Bank an der CSL Immobilien schafft einzigartige Dienstleistungspalette. In: swiss-press.com. 3. September 2018, abgerufen am 1. Juni 2019.
  11. Migros Bank schafft die Boni ab. Handelszeitung, 12. November 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  12. Michael Heim: Apple-Boykott treibt Banken zur Weissglut. Handelszeitung, 23. Mai 2017, abgerufen am 30. Mai 2019.
  13. Swiss Payments Council (SPC). SIX Group, abgerufen am 19. Oktober 2018.

Koordinaten: 47° 22′ 30,5″ N, 8° 32′ 15,5″ O; CH1903: 682999 / 247724