Migros Bank

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  Migros Bank AG
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Staat SchweizSchweiz Schweiz
Sitz Zürich
Rechtsform Aktiengesellschaft[1]
IID 8401[2]
BIC MIGRCHZZXXX[2]
Gründung 1958
Website www.migrosbank.ch
Geschäftsdaten 2019[3]
Bilanzsumme 47,033 Mrd. CHF
Mitarbeiter 1362
Geschäftsstellen 67
Leitung
Unternehmensleitung

Fabrice Zumbrunnen
(VR-Präsident)
Manuel Kunzelmann
(GL-Präsident/CEO)

Die Migros Bank AG mit Sitz in Zürich ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Schweizer Detailhandelskonzerns Migros. Sie ist als Universalbank vorwiegend im Geschäft mit Retail- und Privatkunden sowie mit kleinen und mittleren Firmenkunden tätig. Gegründet wurde sie 1958 von Gottlieb Duttweiler. Zu Beginn wurden primär Sparkonten und Hypotheken angeboten. In den Neunzigerjahren kamen Fonds und E-Banking-Dienstleistungen dazu.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partner-Obligation der Migros von 1928

In den ersten Jahren ihres Bestehens war die Migros für ihren Ausbau regelmässig auf Fremdkapital angewiesen, Gottlieb Duttweiler wollte aber möglichst rasch von den Banken unabhängig werden. 1928 brachte die Migros die erste «Partner-Obligation» heraus, die 100'000 Franken einbrachte. 1930 wurde eine Migros-Anleihe von 150'000 Franken dreifach überzeichnet, 1932 eine weitere der PAG Meilen von 250'000 Franken doppelt. 1937 betrug das Aktienkapital der Migros eine Million Franken, das Obligationenkapital 1,7 Millionen, was Duttweiler zu folgender Aussage inspirierte: «Die Migros ist mindestens so kreditwürdig wie die Kreditanstalt.» Die Migros bot ihre Anleihen in kleiner Stückelung an und zahlte 1/4 bis 1/2 % mehr Zins als marktüblich.[4]

In der Nachkriegszeit nahm der Umfang der Finanzaktivitäten der Migros sprunghaft zu, sodass sich die Gründung einer eigenen Bank immer mehr aufdrängte. Am 15. Dezember 1957 trug der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) die Migros Bank mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Franken ins zürcherische Handelsregister ein. Sie hatte ihren Sitz im dritten Stockwerk des Migros-Marktes am Limmatplatz in Zürich und nahm ihre Tätigkeit am 28. Februar 1958 auf. Die Eröffnung der ersten Filiale erfolgte 1961 in Winterthur.[5] Die Migros Bank etablierte sich als Finanzinstitut mittlerer Grösse. 1972 überschritt der Umsatz die Marke von einer Milliarde Franken. Als Besonderheit bot sie bei Spareinlagen und Hypothekarkrediten 1/4 Prozent mehr Zins als die Konkurrenz, während sie Kredite zu 1/4 Prozent günstiger anbot. Ebenfalls 1972 erwarb sie das insolvente Bankhaus Mühling in Düsseldorf, das ab 1973 als Migros Bank AG Düsseldorf firmierte.[6] Die einzige ausländische Niederlassung konnte die in sie gesteckten Erwartungen nie ganz erfüllen und band nach Ansicht des MGB zu viele Mittel. Sie wurde deshalb am 1. März 1992 an die Stadtsparkasse Düsseldorf verkauft.[7] Im Jahr 2000 trat die Migros Bank der Schweizerischen Bankiervereinigung bei.

Seit 2009 setzt die Migros Bank auf das Kernbankensystem Finnova.[8] Der Betrieb dessen wurde an die Inventx ausgelagert.[9] 2015 lancierte die Migros Bank den Zahlungsservice E-Pay und integrierte ihn in einigen Online-Shops der Migros; gleichzeitig erlaubte E-Pay der Migros Bank, als erste Schweizer Bank die Online-Zahlungsart «Sofort» des schwedischen Zahlungsdienstleisters Klarna anzubieten.[10] Im Sommer 2018 erwarb die Migros Bank eine Mehrheitsbeteiligung an der CSL Immobilien AG.[11] Ende 2018 erklärte die Migros Bank, dass ab dem Geschäftsjahr 2019 keine Boni mehr ausbezahlt werden. Stattdessen werden die Löhne für betroffene Bankmitarbeiter einmalig und individuell erhöht.[12] Die Migros Bank ist an der Viseca Holding beteiligt und Mitglied beim Swiss Payments Council.[13] Neben dem kostenlosen Bargeldbezug an den hauseigenen Geldautomaten und an diversen Verkaufsstellen der Migros-Gruppe und neben dem gebührenpflichtigen Bezug an Fremdautomaten kann seit Januar 2020 auch gegen eine entsprechende Gebühr mit der Sonect-App Bargeld an Fremdverkaufsstellen (u. a. bei Volg und K Kiosk) bezogen werden.[14] Die Kreditkarten von Mastercard und Visa gibt die Migros Bank in Zusammenarbeit mit der Viseca Holding heraus. Noch 2020 sollte eine neue Kreditkarte in Zusammenarbeit mit der Cembra Money Bank auf den Markt kommen.[15] Diese Pläne wurden jedoch wieder abgesagt.[16] Seit 2021 besteht im Bereich Privatkredit eine Kooperation mit der Credaris und FinanceScout24.[17][18]

Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung seit 2006[19]
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Bilanzsumme in Mio. CHF 28'889 29'121 30'998 32'686 33'714 35'847 37'804 38'882 40'846 42'232 42'752 43'294 44'679 47’033
Jahresgewinn in Mio. CHF 95 101 124 138 173 175 172 174 225 226 215 223 228,1 231
Kundengelder in Mio. CHF 21'525 21'785 24'026 25'493 25'954 27'410 29'427 30'804 32'270 33'084 33'523 34'024 33'900 36’095
Personalbestand 1161 1207 1262 1290 1373 1395 1375 1354 1317 1334 1327 1327 1344 1362
Anzahl Geschäftsstellen 44 45 52 56 59 64 63 65 66 66 67 67 67 67

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Migros Bank AG. Handelsregister des Kantons Zürich, 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.
  2. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  3. Geschäftsbericht 2019, Der 62. Finanzbericht der Migros Bank AG, abgerufen am 30. März 2020 (PDF; 1,4 MB).
  4. Alfred A. Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. Hrsg.: Migros-Genossenschafts-Bund. Migros Presse, Zürich 1985, S. 222.
  5. Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 326.
  6. Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 223.
  7. Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): Chronik der Migros 1925–2012 – Porträt eines dynamischen Unternehmens. Zürich 2013, S. 77 (Online).
  8. Migros Bank: Sparen mit Finnova. In: finews.ch. 4. November 2009, abgerufen am 21. Januar 2021.
  9. Katharina Jochum: Migros Bank bleibt Inventx treu. In: inside-it.ch. 30. August 2019, abgerufen am 21. Januar 2021.
  10. Sicher und günstig online einkaufen. Migros Bank, 29. Januar 2018, abgerufen am 18. Mai 2020.
  11. Beteiligung der Migros Bank an der CSL Immobilien schafft einzigartige Dienstleistungspalette. In: swiss-press.com. 3. September 2018, abgerufen am 1. Juni 2019.
  12. Migros Bank schafft die Boni ab. Handelszeitung, 12. November 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  13. Swiss Payments Council (SPC). SIX Group, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  14. Migros Bank-Kunden können neu an viel mehr Orten Bargeld beziehen. In: cash.ch. 10. Januar 2020, abgerufen am 10. Januar 2020.
  15. Michael Heim: Neue Gratiskarte: Migros Bank wird zum Testfall für Cembra. In: handelszeitung.ch. 21. Februar 2020, abgerufen am 22. Februar 2020.
  16. Michael Heim: Migros Bank sagt Kooperation mit Kartengesellschaft Cembra ab. In: handelszeitung.ch. 20. Januar 2021, abgerufen am 20. Januar 2021.
  17. Der Comparis-Kreditvermittler Credaris und die Migros Bank arbeiten künftig zusammen. (PDF) In: comparis.ch. 24. Februar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021.
  18. Migros Bank bietet über FinanceScout24 Privatkredite an. In: Volksblatt.li. 19. März 2021, abgerufen am 19. März 2021.
  19. Geschäftsberichte der Migros Bank: Zahlen, Fakten, Einsichten. Migros Bank AG, abgerufen am 30. März 2020.

Koordinaten: 47° 22′ 30,5″ N, 8° 32′ 15,5″ O; CH1903: 682999 / 247724