Mike Pence

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Mike Pence (2015)

Michael Richard „Mike“ Pence (* 7. Juni 1959 in Columbus, Indiana) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er ist seit dem 14. Januar 2013 Gouverneur des Bundesstaates Indiana. Von 2001 bis 2013 vertrat er Indiana im US-Repräsentantenhaus.

Im Juli 2016 wählte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ihn als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten („Running Mate“) für die Wahl 2016 aus.

Frühere Jahre und politischer Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pence bei einer Rede im Jahr 2011

Nach seinem Abschluss am Hanover College und der Indiana University School of Law in Indianapolis arbeitete er als Anwalt und Talk-Show-Moderator. Mike Pence und seine Frau Karen haben drei Kinder.

Schon 1986 und 1988 bewarb sich Pence um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus, verlor jedoch gegen den langjährigen demokratischen Amtsinhaber Philip R. Sharp. Im Jahr 2000 trat er erneut an und gewann den Sitz, nachdem sein Vorgänger David M. McIntosh für den Gouverneursposten kandidiert hatte. In der Folge wurde er jeweils wiedergewählt, zuletzt im Jahr 2010. Pence wurde in verschiedenen US-Medien als möglicher Kandidat zur Präsidentschaftswahl 2008 gehandelt. Zuletzt entschied er sich aber gegen eine Kandidatur. Sein Abstimmungsverhalten im Repräsentantenhaus weist ihn als Abtreibungsgegner und Gegner von LGBT-Gleichberechtigung aus.[1]

Im Mai 2011 verkündete Pence, sich für die Wahl 2012 kein weiteres Mal für sein Abgeordnetenmandat zu bewerben sondern das Amt des Gouverneurs von Indiana anzustreben. Folglich schied er am 3. Januar 2013 aus dem Kongress aus.

Gouverneur von Indiana[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2012 wurde er von seiner Partei zum Kandidaten für die anstehende Gouverneurswahl nominiert. Die Wahl Anfang November 2012 konnte Pence mit 49,6 Prozent der Stimmen gegenüber 46,4 Prozent seines demokratischen Konkurrenten John R. Gregg für sich entscheiden und trat den Gouverneursposten am 14. Januar 2013 an. Er löste seinen Parteikollegen Mitch Daniels ab, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren durfte.

Als Regierungschef seines Bundesstaates nahm Pence Steuersenkungen vor, die vor allem zu mehr Wirtschaftswachstum führen sollen. Pence ist Befürworter eines schlanken Staates, weshalb öffentliche Ausgaben während seiner Amtszeit gekürzt wurden. Kurz nach seinem Amtsantritt forderte er, eine Schuldenbremse in der Verfassung des Bundesstaates zu verankern. Dieses Vorhaben passierte bis Anfang 2016 bereits in Kammer der State Legislature und befindet sich weiterhin in parlamentarischer Beratung. Trotz seines Sparkurses gelang es Pence, die bundesstaatlichen Zuschüsse für das Bildungswesen zu erhöhen. Im Jahr 2015 stimmte seine Regierung außerdem einer Ausweitung der Gesundheitsreform von Präsident Obama zu, obwohl er diese Reform aus dem Jahr 2010 auf Bundesebene ablehnt. Mit dem Vorhaben sollen mehr Bürger eine Krankenversicherung erhalten. Pence geriet 2015 in die Kritik, als er ein Gesetz unterzeichnete, mit dem Ladenbesitzer mit Verweis auf ihren Glauben Dienstleistungen an Homosexuelle verweigern können (sogenanntes religious freedom bill). Nach massiven Protesten und der Drohung einiger Unternehmen Indiana zu verlassen, wurde der Gesetzentwurf jedoch deutlich entschärft. Der Gouverneur sah sich vor allem von Seiten der Demokraten daraufhin dem Vorwurf der Homophobie ausgesetzt. Pence wies diese Kritik zurück und erklärte, er lehne jegliche Diskriminierung Homosexueller ab.[2][3]

Vizepräsidentschaftskandidat 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Trump/Pence Kampagne 2016

Am 15. Juli 2016 wurde Pence vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump als sein Vizepräsidentschaftskandidat für die Wahl im November 2016 ausgewählt. Pence hatte sich zuvor bei der am 3. Mai stattfindenden republikanischen Vorwahl in seinem Staat positiv zu Trump geäußert, jedoch erklärt, er werde für dessen Kontrahenten Ted Cruz stimmen. Nachdem der Immobilienmillardär sich jedoch überraschend klar durchsetzte und in der Konsequenz als Kandidat der Partei feststand, erklärte der Gouverneur seine Unterstützung für Trump im eigentlichen Wahlkampf. Nach Medienangaben spielten Trumps Kinder Donald Junior, Ivanka und Eric eine zentrale Rolle in der Auswahl des Vizekandidaten. Im Wahlkampf soll Pence demnach vor allem die mangelnde politische Erfahrung des politischen Seiteneinsteigers Trump kompensieren; so war er vor seiner Zeit als Gouverneur bereits zwölf Jahre Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Aus dieser Zeit verfügt er auch über gute Beziehungen zu wichtigen Funktionären und Funktionsträgern der Republikaner. Auch solle Pence durch seine als ruhig und sachlich beschriebene Persönlichkeit Trumps extrovertiertes Auftreten ausgleichen und außerdem evangelikale Wähler ansprechen, die Trump skeptisch gegenüberstehen, aber als wichtiger Teil der republikanischen Wählerschaft gelten.[4] Pence stammte ursprünglich aus einer aktiven katholischen Familie und wurde später zu einem evangelikalen Christen.[5]

Pence hatte sich in der ebenfalls im November 2016 anstehenden Gouverneurswahl für eine zweite Amtszeit als Gouverneur beworben. Nach gewonnener Primary im Frühjahr stellte ihn seine Partei erneut auf. Diese Kandidatur zog er jedoch am 15. Juli wieder zurück. Dies war nach geltender Rechtslage in Indiana der letztmögliche Termin, aus dem Rennen auszusteigen; andernfalls wäre sein Name auf dem Wahlzettel erschienen. Wegen seines Rückzugs muss der Parteivorstand der Republikaner in Indiana nun einen neuen Bewerber benennen. Trump verschob die Vorstellung von Pence wegen der Amokfahrt in Nizza um einen Tag;[6] am 16. Juli präsentierte er ihn als seinen Running Mate.[7] Auf dem Parteitag wurden Trump und Pence dann formal nominiert. Sein direkter Gegner bei dieser Wahl ist der US-Senator von Virginia Tim Kaine, der von der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton als Running Mate ausgewählt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mike Pence – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://m.motherjones.com/politics/2016/07/donald-trump-mike-pence-vice-president-abortion-gay
  2. Mike Pence hat, was Trump fehlt, Tagesschau, 15. Juli 2016
  3. Pence a polarizing governor in Indiana, New Hampshire Daily Gazette, 15. Juli 2016 (englisch)
  4. Trump will Pence als Vize, Tagesschau, 15. Juli 2016 (englisch)
  5. Mike Pence’s Journey: Catholic Democrat to Evangelical Republican, in: The New York Times vom 20. Juli 2016.
  6. spiegel.de
  7. spiegel.de: Trumps Anti-Trump