Mikrobrauerei

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Brauanlage der Mikrobrauerei Hops & Barley in Berlin-Friedrichshain
Braustätte mit Gastronomiebetrieb der Mikrobrauerei Zerodegrees in Cardiff in Wales
Braustätte der 1993 gegründeten Mikrobrauerei New Glarus Brewing Company in New Glarus in Wisconsin, USA

Als Mikrobrauerei oder auch Handwerksbrauerei[1] bezeichnet man Brauereien mit geringer Herstellungsmenge an Bier. Bei einer Jahreserzeugung von weniger als 200.000 Hektolitern werden sie in Deutschland durch eine geringere Biersteuer begünstigt. Durch die gewerbliche Ausrichtung werden sie von Haus- und Hobbybrauen unterschieden.

Etwa seit den 1970er-Jahren hat sich in Nordamerika der heute florierende Trend und dazugehörige Begriff des craft brewing[2] (von engl. craft für Handwerk oder handwerklich arbeiten) entwickelt. Es handelt sich dabei um Brauereien, die weniger als 6 Millionen Hektoliter Bier herstellen, von großen Brauereigruppierungen unabhängig sind und die ihre Produkte als besonders hochwertig und die Herstellung als sorgsam und traditionell bewerben. Die Preise sind in der Regel deutlich höher als die der Produkte der Branchenriesen. Dennoch haben so hergestellte Biere in den USA mittlerweile einen Marktanteil von rund 8 % (Stand 2011). Es ist zudem seit Jahren eine stark ansteigende Zahl an Brauereien und Biermarken zu verzeichnen.[3] Der US-Brauerverband unterscheidet dabei zwischen Brewpubs, Microbreweries und Regional Craft Breweries.[4]

Auch in Großbritannien entwickelt sich ein entsprechender Markt als Folge der Kampagne für traditionelle Ales. In Deutschland zeichnet sich ein solcher Trend ebenfalls in einigen Regionen ab,[5] allerdings sind kleine Brauereien traditionell schon weiter verbreitet als in den meisten anderen Erdteilen. Viele der kleinen lokalen Bierbrauereien fallen auch unter die Definition der Mikrobrauereien. Deutsche Mikrobrauereien verwenden häufig verschiedenartige natürliche Aromen und Zusätze, die vom klassischen Reinheitsgebot abweichen, auf Grund der Gesetzeslage vor allem bei obergärigen Sorten, bei untergärigen Bieren gibt es strengere Auflagen für die Inhaltsstoffe.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz und Heike Wülfing: Craft-Bier selber brauen - Revolution der Heimbrauer. edition Lempertz, Bonn 2014 ISBN 978-3-943883-15-2
  • Sylvia Kopp: Das Craft-Bier Buch. Die neue Braukultur. Bier als neuer Ausdruck von Echtheit und Lebensgefühl. Gestalten-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89955-534-9.
  • Steve Hindy: The Craft Beer Revolution. How a Band of Microbrewers Is Transforming the World's Favorite Drink. Palgrave Macmillan, Basingstoke (Hampshire, England) 2010, ISBN 978-1-137-27876-0 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mikrobrauereien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was ist eigentlich Craftbeer?, lieblingsbier.de, 7. Februar 2012, Zitat: „Während eine große industrielle Brauerei Biere mit dem Ziel braut, eine möglichst große Konsumentenschicht zu erreichen, verfolgt eine Handwerksbrauerei das Ziel möglichst aromatisches Bier zu brauen.“
  2. Craft Brewer Defined. Informationen zum craft-Brauereiwesen bei der Brewers Association, Boulder (Colorado/USA); englisch, abgerufen am 23. Mai 2014.
  3. Garrett Oliver: The Oxford Companion to Beer. Oxford University Press, New York (USA) 2011, ISBN 978-0-19-536713-3, S. 270–271: Eintrag zu Craft brewing (englisch).
  4. Number of Breweries. Daten und Zahlen zu Brauereien in den USA bei der Brewers Association, Boulder (Colorado, USA); englisch, abgerufen am 23. Mai 2014.
  5. Mikro-Brauereien machen den "Großen" Konkurrenz, NDR, 16. März 2015
  6. Andreas Groth: Mikrobrauereien: Das ist dein Bier. Auf: FAZ.NET. 14. Oktober 2012; abgerufen am 23. Mai 2014 (Bericht über Mikrobrauereien in Berlin).