Mikrochirurgie

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Die Mikrochirurgie (von griechisch μικρός, ‚klein‘) ist eine chirurgische Operationstechnik unter Verwendung eines Mikroskops oder einer anderen stark vergrößernden Sehhilfe. Als Operationsmikroskop kommen Lichtmikroskope zum Einsatz. Spezielle Instrumente erlauben Schnitte und Nähte in schwer zugänglichen Bereichen mit geringen Abmessungen.

Sie wird eingesetzt bei Eingriffen an kleinen Blutgefäßen, am Zentralnervensystem und bei peripheren Nerven, in der gesamten Hals-Nasen-Ohren- und Augenchirurgie. Auch in der Gynäkologie sind Vergrößerungshilfen mit 15- bis 30-facher Vergrößerung und die Lupenbrille sowie sehr feines Nahtmaterial bei bestimmten Eingriffen, z. B. Operationen an den Eileitern und den Eierstöcken, eine Voraussetzung zur erfolgreichen Therapie.

Die Handchirurgie ist ein Spezialgebiet in der Plastischen, der Unfallchirurgie und der Orthopädie. Dabei wird die Mikrochirurgie z. B. bei Replantationen von Körpergliedern wie der Handtransplantation nach Unfällen eingesetzt. Im Unterschied zur Minimal-Invasiven Chirurgie, bei der unterhalb der körpereigenen Deckschichten (Haut etc.) gearbeitet wird, wird bei der Mikrochirurgie der Zugang zum OP-Gebiet zunächst klassisch freigelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Anwendungen von Operationsmikroskopen erfolgten 1922 durch den schwedischen Mediziner Gunnar Holmgren für einen Eingriff am Ohr und 1949 durch José Ignacio Barraquer Moner für eine Keratoplastik. Seit 1950 wird, seit dem Einsatz durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt Horst Ludwig Wullstein, das Operationsmikroskop und spezielles miniaturisiertes Instrumentarium regelmäßig für chirurgische Eingriffe am Mittelohr (etwa für Eingriffe am Steigbügel) verwendet.[1]

1962 beschreiben nach vorhergehenden Tierexperimenten Malt und McKhann erstmals eine mikrochirurgische Arm-OP bei einem zehnjährigen Jungen. 1963 beschreiben Goldwyn, Laub und White die gelungene Gefäßverbindungen eines amputierten Daumens.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Miehlke, Ulrich Tröhler: Illustrierte Geschichte der Mikrochirurgie. Historische Entwicklung der operativen Disziplinen. Voltmedia, Paderborn, 2007. 176 Seiten. ISBN 3-86763-200-6
  • Alfred Berger, Robert Hierner: Plastische Chirurgie. Grundlagen, Prinzipien, Techniken: Bd. 1. Verlag Springer, Berlin, 2003. 413 Seiten. ISBN 3-540-42591-8.
  • A. Miehlke: Geschichte der Mikrochirurgie. Die historische Entwicklung in den verschiedenen operativen Disziplinen. Wien/Baltimore 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Weißer: Mikrochirurgie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 988 f.