Milda

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Milda; zum gleichnamigen Frauennamen siehe Milda (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Milda
Milda
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Milda hervorgehoben
Koordinaten: 50° 51′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Holzland-Kreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Südliches Saaletal
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 22,05 km2
Einwohner: 748 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07751
Vorwahl: 036422
Kfz-Kennzeichen: SHK, EIS, SRO
Gemeindeschlüssel: 16 0 74 057
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 23
07768 Kahla
Webpräsenz: www.vg-suedliches-saaletal.de
Bürgermeister: Albert Weiler
Lage der Gemeinde Milda im Saale-Holzland-Kreis
Sachsen-Anhalt Gera Jena Landkreis Greiz Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Sömmerda Landkreis Weimarer Land Saale-Orla-Kreis Albersdorf (Thüringen) Altenberga Bad Klosterlausnitz Bibra (bei Jena) Bobeck Bollberg Bremsnitz Bucha (bei Jena) Bürgel (Thüringen) Crossen an der Elster Dornburg-Camburg Eichenberg (bei Jena) Eineborn Eisenberg (Thüringen) Frauenprießnitz Freienorla Geisenhain Gneus Gösen Golmsdorf Graitschen bei Bürgel Großbockedra Großeutersdorf Großlöbichau Großpürschütz Gumperda Hainichen (Thüringen) Hainspitz Hartmannsdorf (bei Eisenberg) Heideland (Thüringen) Hermsdorf (Thüringen) Hummelshain Jenalöbnitz Kahla Karlsdorf (Thüringen) Kleinbockedra Kleinebersdorf (Thüringen) Kleineutersdorf Laasdorf Lehesten (bei Jena) Lindig Lippersdorf-Erdmannsdorf Löberschütz Mertendorf (Thüringen) Meusebach Milda Möckern (Thüringen) Mörsdorf (Thüringen) Nausnitz Neuengönna Oberbodnitz Orlamünde Ottendorf (Thüringen) Petersberg (Saale-Holzland-Kreis) Poxdorf (Thüringen) Quirla Rattelsdorf (Thüringen) Rauda Rauschwitz Rausdorf (Thüringen) Reichenbach (Thüringen) Reinstädt Renthendorf Rothenstein Ruttersdorf-Lotschen Scheiditz Schkölen Schleifreisen Schlöben Schöngleina Schöps (Thüringen) Schöps (Thüringen) Seitenroda Serba Silbitz St. Gangloff Stadtroda Sulza Tautenburg Tautendorf (Thüringen) Tautenhain Thierschneck Tissa Trockenborn-Wolfersdorf Tröbnitz Unterbodnitz Waldeck (Thüringen) Walpernhain Waltersdorf (Thüringen) Weißbach (Thüringen) Weißenborn (Holzland) Wichmar Zimmern (Thüringen) ZöllnitzKarte
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Milda ist eine Gemeinde im Süden des Saale-Holzland-Kreises und ein Teil der Verwaltungsgemeinschaft Südliches Saaletal. Zur Gemeinde Milda gehören Milda, Zimmritz, Dürrengleina, Kleinkröbitz und Großkröbitz, Rodias und Plinz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milda ist der zweitwestlichste Ort im Saale-Holzland-Kreis. Bis zur Kreisstadt Eisenberg sind es allein 30 Kilometer Luftlinie. Die Gemarkung liegt auf einer leicht kupierten Hochebene auf Muschelkalk. Die Ackerstandorte sind meist grundwasserfern. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Zettelwitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche St. Jakob (2012) (Lage→)
Eckturm der Kirchhofmauer

Der Ortsname ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass das Dorf zwar auf der Hochfläche, aber in einer Mulde im Quellgebiet der Leutra liegt. Damit wäre er germanischen Ursprungs.

Der romantische Leutragraben zieht sich vom Ort bis zur ehemaligen Autobahn A4 (Abschnitt Jena-Göschwitz – Schorba). Ab hier verlief die Autobahn bis Maua parallel zur Leutra. Seit Inbetriebnahme des Jagdbergtunnels wird dieser Abschnitt derzeit wieder renaturiert. In Maua mündet die Leutra in die Saale.

Urkundliche Erwähnungen fand der Ort unter den Namen Immelden (um 1070), Muldau oder Muldauw (um 1200), Mylda (1534), Mülda (1750), Milda (1761).

Der Ort war möglicherweise sorbisch bzw. slawisch besiedelt, darauf deuten in der Umgebung der Ortsname Schorba und zahlreiche auf –itz endende Siedlungsnamen sowie ein 1932 entdecktes slawisches Grab.

Der Ort war ein Rundling mit nur einem Eingang zwischen Kirche und Pfarrhaus. Milda gehörte als Exklave zur Oberherrschaft Kranichfeld, die wechselnde Eigentümer hatte (zu Gotha ab 1663, zu Meiningen ab 1826) und war so ganz von Weimarer bzw. Altenburger Gebiet umgeben.

Ein Ausbruch der Pest forderte 1564 99 Tote, dies entsprach etwa der Hälfte der Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg kam es am 6. Mai 1639 zu einer Auseinandersetzung der Bauern mit den Schweden, daher rührt der Flurname „Mordgraben“ südlich des Ortes. Am 10. September 1793 vernichtete ein Brand fast das gesamte Dorf.

Im April 1945 wurde der Ort von der US Army besetzt, die Anfang Juli 1945 von der Roten Armee abgelöst wurde. Ab 1952 wurde die Landwirtschaft in dem bisherigen Bauerndorf zwangsweise kollektiviert.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „Gespalten von Gold und Grün; vorn ein grüner Laubbaum, hinten ein goldener Kranich.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merten-Mauerstein
  • Ältestes Haus ist das Pfarrhaus (Lage→) von 1555, das als einziges (neben fünf Scheunen) den Brand vom 1793 überstand, es befindet sich jedoch in einem recht schlechten Zustand.
  • Die dem Hl. Jakob geweihte St. Jakobus-Kirche wurde nach dem Brand 1793 an der Stelle des Vorgängerbaues unter Erhaltung von dessen Mauern ab 1794 errichtet, die Weihe war am 1. Advent 1796. Die Kirche war als Wehrkirche angelegt, der Kirchhof von starken Mauern mit vier Ecktürmen umgeben. Der südöstliche Turmstumpf und ein großer Teil der 0,90 m dicken und bis drei Meter hohen Mauer mit gepaarten Schießscharten, die ein Schießen über Kreuz ermöglichten, ist erhalten. Die Kirchhofsbefestigung schloss an ein altes Dorftor an. Das Geläut umfasste ursprünglich drei Glocken der Gebr. Ulrich aus Apolda (1796). Die zwei größeren Glocken mussten im Ersten Weltkrieg abgegeben werden. In den 1920er Jahren wurden zwei neue Glocken angeschafft, die im Zweiten Weltkrieg abermals abgegeben werden mussten. Jetzt besteht das Geläut nur noch aus der kleinsten Glocke von 1796. Als Besonderheiten am äußeren Bau sind ein vermauerter Stein mit der Inschrift „T Hans Merten 1572“ direkt neben dem Haupteingang und dicht unter dem nördlichen Dach ein Stein mit zwei Köpfen und Handwerker-Insignien zu erkennen. Ob diese Steine vom Vorgängerbau oder aus einer anderen Quelle stammen, lässt sich nicht mehr schlüssig klären. Bis 1869 war die Kirche ziegelgedeckt, dann – einschließlich des Turmobergeschosses – mit Schiefer. Im Jahre 2003 wurde die Turmkugel erneuert, 2007–2011 erfolgte eine Sanierung der Dachbalken. Von der Ausstattung sind zweigeschossige Emporen und eine auf Höhe der ersten Empore befindliche – 1870 hinzugefügte – Kanzel erwähnenswert. Die Orgel von Adam Eifert aus Stadtilm (um 1885) mit 13 Registern, zwei Manualen und Pedal ersetzte eine ältere, die der Stiefsohn von Johann Stephan Schmaltz, Ludwig Wilhelm Hähner aus Arnstadt erbaut hatte. Unsicher ist, ob Eifert vielleicht die Hähner-Orgel nur umgebaut hat.
  • Auf beiden Seiten des Kircheingangs sind Gedenktafeln mit den Namen der in beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Soldaten eingelassen.
  • Dorfplatz mit stattlichen Eichen und Linden
  • Großer Teich östlich des bewehrten Kirchhofs, der mit zu dessen Schutz beitrug. Der zwischenzeitlich zugeschüttete Teich wurde im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme zum Ausbau der benachbarten Bundesautobahn wiederhergestellt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle: Statistisches Landesamt)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 12. Juni 1994: Silvia Voigt (CDU) mit 82,3 %
  • 13. Juni 1999: Roland Dick (CDU) mit 40,0 %
  • 27. Juni 2004: Albert Helmut Weiler (CDU) mit 47,6 %
  • 6. Juni 2010: Albert Helmut Weiler (CDU) mit 99,5 %

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern. Seit den Kommunalwahlen 2009 verteilen sich die Sitze wie folgt: CDU 4, SPD 1, FW MIlda 2, WG Bauern 1.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1693 hatte Milda 232 Einwohner, darunter einige Träger des seltenen Namens Kornarius, Nachkommen des Gelehrten Janus Cornarius, der 1558 im nahen Jena starb. Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl:

1728: 218
1843: 231
1895: 289
1900: 294
1910: 303
1936: 282
1994: 726
1999: 856
2005: 828
2010: 810
2011: 800
2015: 748

seit 1994 jeweils zum 31.12. Quelle: Statistisches Landesamt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milda liegt wenige Kilometer entfernt von der nördlich verlaufenden Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 52, Bucha). Mit dieser verbunden ist Milda durch die Landesstraße 2309, die 2007 grundlegend neu ausgebaut wurde. Weitere Straßen gehen in die Richtungen Kahla und Blankenhain.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Milda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).