Milivoj Karakašević

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Milivoj Karakašević (* 30. Juli 1948; † 26. März 2022[1]) war ein jugoslawischer Tischtennisspieler und -trainer der 1970er und 1980er Jahre. Er gewann mehrfach bei Balkan-Meisterschaften und wurde 1976 mit der Mannschaft Europameister. Er war der Vater des Nationalspielers Aleksandar Karakašević.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 14 Jahren begann Milivoj Karakašević mit dem Tischtennissport. Auf Empfehlung seines Trainers Gajić spielte er im Penholder-Stil und wurde damit einer der sehr wenigen Penholder-Spieler in der europäischen Spitzenklasse.

Erste internationale Erfolge erzielte Milivoj Karakašević bereits Ende der 1960er Jahre. So gewann er mit der jugoslawischen Mannschaft 1968 die Balkan-Meisterschaften und 1969 die Mittelmeer-Meisterschaften, wo er im Mixed mit Maria Louka zudem noch das Endspiel erreichte. Von 1969 bis 1980 holte er noch 18 Medaillen bei den Balkanmeisterschaften: Sechsmal Gold mit der Mannschaft, dreimal Gold im Doppel sowie 1972 Gold im Einzel. Dazu kommen noch sieben zweite Plätze und eine Halbfinalteilnahme.

1977 gewann er die Meisterschaft von Jugoslawien im Einzel und im Doppel mit Zoran Kosanović.[2]

Von 1970 bis 1982 nahm Milivoj Karakašević an allen sieben Europameisterschaften teil. Dabei erreichte er 1978 im Doppel mit Zoran Kosanović das Halbfinale, das gegen die Deutschen Jochen Leiß/Peter Stellwag verloren ging. Im Mannschaftswettbewerb wurde er 1976 Europameister sowie 1970 und 1972 Zweiter hinter Schweden. 1974 gab es Bronze.

Fünfmal wurde er für Weltmeisterschaften nominiert. Hier holte er mit der Mannschaft zwei Medaillen, nämlich 1971 Bronze und 1975 Silber.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn arbeitete Milivoj Karakašević von 1989 bis 2001 als Nationaltrainer für Jugoslawien und Serbien. Unter seiner Leitung wurde Jugoslawien 1991 Vizeweltmeister.

Aktivitäten in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 wechselte Milivoj Karakašević von STK Vojvodina Novi Sad zum deutschen Bundesligaverein TTC Herbornseelbach.[3] Allerdings konnte er den Abstieg am Ende der Saison 1981/82 in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Ein Jahr später erfolgte der Wiederaufstieg.[4] Als die Mannschaft 1984 wieder absteigen musste, schloss er sich dem TTC Grünweiß Bad Hamm an.[5] Weitere Vereinsstationen waren Valkenswaard (Niederlande) und Partizan Belgrad.

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milivoj Karakašević war verheiratet und hat zwei Söhne. Von Beruf war er Ingenieur für Agrarwissenschaften. Zuletzt lebte er in Zemun, einem Stadtteil von Belgrad.

Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[6]

Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team
YUG Balkan Meisterschaft 1980 Varna BUL Halbfinale Silber 1
YUG Balkan Meisterschaft 1976 Samsun TUR Silber Silber 1
YUG Balkan Meisterschaft 1974 Athen GRE Silber Gold 1
YUG Balkan Meisterschaft 1973 Sombor YUG Silber Gold 1
YUG Balkan Meisterschaft 1972 Ankara TUR Gold Gold 1
YUG Balkan Meisterschaft 1969 Athen GRE Silber Silber 1
YUG Balkan Meisterschaft 1968 Skopje YUG 1
YUG Europameisterschaft 1982 Budapest HUN letzte 16
YUG Europameisterschaft 1980 Bern SUI Viertelfinale
YUG Europameisterschaft 1978 Duisburg FRG Halbfinale
YUG Europameisterschaft 1976 Prag TCH 1
YUG Europameisterschaft 1974 Novi Sad YUG letzte 16
YUG Europameisterschaft 1972 Rotterdam NED 2
YUG Europameisterschaft 1970 Moskau URS Viertelfinale 2
YUG EURO-TOP12 1973 Böblingen FRG 11
YUG EURO-TOP12 1972 Zagreb YUG 9
YUG EURO-TOP12 1971 Zadar YUG 7
YUG Mittelmeer Meisterschaft 1969 Athen GRE 3. Platz Silber 1
YUG Weltmeisterschaft 1981 Novi Sad YUG Qual letzte 32 keine Teiln. 7
YUG Weltmeisterschaft 1977 Birmingham ENG letzte 32 letzte 64 letzte 32 8
YUG Weltmeisterschaft 1975 Calcutta IND letzte 32 letzte 64 keine Teiln. 2
YUG Weltmeisterschaft 1973 Sarajevo YUG letzte 32 Viertelfinale letzte 64 6
YUG Weltmeisterschaft 1971 Nagoya JPN letzte 64 letzte 16 Scratched 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Milivoj KARAKASEVIC European champion and Word's Vice-champion passed away (abgerufen am 27. März 2022)
  2. Zeitschrift DTS, 1977/12 Seite 18
  3. Zeitschrift DTS, 1981/12 Seite 8
  4. TT-Archiv Hans-Albert Meyer: 2. BL Herren 1981 - 2000 (abgerufen am 30. Oktober 2014)
  5. Zeitschrift DTS, 1984/5 Seite 28
  6. Milivoj Karakašević Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank auf ittf.com (abgerufen am 30. Oktober 2014)