Milizbewegung

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Die Milizbewegung (seltener auch Militia-Bewegung, engl. Militia movement) ist eine soziale Bewegung paramilitärischer Organisationen (Milizen) in den Vereinigten Staaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Anlässe für die Bildung der Bewegung gelten allgemein die tödlichen Auseinandersetzungen zwischen amerikanischen Bürgern und amerikanischen Bundesbehörden (vor allem ATF und FBI) von Ruby Ridge (Idaho, August 1992) und Waco (Texas, Februar bis April 1993). Erste große Milizen entstanden 1994, darunter die Mutter aller Milizen, die Militia of Montana. Der amerikanische Terrorist Timothy McVeigh, der zum Umfeld der Milizbewegung gehörte, war verantwortlich für den Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City am 19. April 1995. Dieses Datum war der Jahrestag der Stürmung des Branch-Davidian-Komplexes in Waco. Die meisten Anhänger der Bewegung halten den Anschlag von Oklahoma City für eine Operation der Clinton-Administration unter falscher Flagge, um politisches Kapital für Anti-Terror-Gesetze zu erhalten.

Obwohl die Bewegung um die Jahrtausendwende fast verschwunden war, bekam sie im Zuge der Wirtschaftskrise (Finanzkrise ab 2007) und der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten 2008 erneut Aufwind. Ein jüngeres Beispiel ist die Hutaree-Miliz.

Ideologie[Bearbeiten]

Michael Hochgeschwender verortet die Milizbewegung, mit der sich eine Minderheit von christlichen Neofundamentalisten verbündet habe, in den „extremsten Flügel des rechten lunatic fringe“. Sie vertrete eine staatsfeindliche Form der agrarutopischen Ideologie Thomas Jeffersons.[1] Harald Müller zählt die von ihm als „randständig“ bezeichnete Milizbewegung neben der evangelikalen Rechten zum extremsten Pol des amerikanischen Konservatismus. Sie versammele hunderttausende von Amerikanern in „Wehrsport-Gruppen“, deren erklärtes Ziel es sei, die Freiheit der Amerikaner vor einer Verschwörung zwischen der Bundesregierung und den Vereinten Nationen zu schützen[2] (vgl. die Verschwörungstheorie New World Order).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Hochgeschwender: Amerikanische Religion : Evangelikalismus, Pfingstlertum und Fundamentalismus. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt, M. und Leipzig 2007, S. 198.
  2. Harald Müller: „Amerikanischer Unilateralismus: Ein Weltordnungsproblem“, in: Friedensgutachten' 2000. Lit-Verlag, Münster u.a. 2000, S. 49f.