Millefioriglas

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Römisches Acetabulum aus Millefiori-Opakglas mit farbigen Ornamenten, in der Form geschmolzen; hergestellt zwischen dem 1. Jahrhundert vor und nach Christus, östlicher Mittelmeerraum; heute in der Antikensammlung Berlin.

Millefioriglas ist eine seit der Antike bekannte Form der Glasware.

Millefioriglas wird hergestellt, indem entweder ein Glasstab mit immer neuen, verschiedenfarbigen Glasschichten überzogen wird, oder aber mehrere bunte Glasstäbe zu einem größeren verschmolzen werden. Von diesen Stäben werden dann Scheiben abgeschnitten. Diese Plättchen, Scheiben oder Bänder werden anschließend in einer Form ausgelegt und dann langsam geschmolzen. Es wurden also Techniken des Überfangglases und des Fusings verwendet. Nach dem Abkühlen entstehen Opakgefäße, die innen wie außen dieselben Muster aufweisen.

In der Antike waren Italien und der östliche Mittelmeerraum Produktionszentren dieses aufwändig herzustellenden Glases. Sie erfreuten sich vor allem in der beginnenden Kaiserzeit großer Beliebtheit. Hergestellt wurden verschiedene Gefäße, insbesondere Teller, Schüsseln und Schälchen, aber auch Perlen, Schmucksteine, Anhänger und Miniaturen.

Im frühneuzeitlichen Venedig wurde das Glas erneut in größerer Zahl produziert. In dieser Zeit kam das Glas auch zu seinem Namen, Millefiori (italienisch = tausend Blumen). Die Technik findet bis heute für Schmuckglas Verwendung. Dem Millefioriglas ist das Mosaikglas ähnlich. Eine Weiterentwicklung ist das Fadenglas.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arturo Oliver Foix: Millefiori glass in classical antiquity. In: Journal of Glass Studies 10, 1968, S. 48–70.
  • Gertrud Platz-Horster: Antike Gläser. Antikenmuseum Berlin, Berlin 1976, S. 29–33.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Millefiori – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien