Milseburger Kuppenrhön

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Milseburger Kuppenrhön
Lage Landkreis Fulda, Hessen
Westlicher Teil der Kuppenrhön, Rhön
Milseburger Kuppenrhön (Hessen)
Milseburger Kuppenrhön
Koordinaten 50° 31′ N, 9° 53′ OKoordinaten: 50° 31′ N, 9° 53′ O
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Die fast komplett im Landkreis Fulda, Hessen, gelegene Milseburger Kuppenrhön (auch: Westliche Kuppenrhön) ist der zentral westliche Naturraum der Rhön, der die bis 950 m hohe Wasserkuppenrhön von westlichen Richtungen her umschließt. Mit der namensgebenden, 835 m hohen Milseburg trägt er die mit Abstand höchste Erhebung der Kuppenrhön.

Lage und Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Milseburger Kuppenrhön reicht nach Norden bis zum Nüsttal unterhalb von Obernüst, nach Osten in etwa verlängert um die Landesstraße nach (Habel-)Esbachsgraben. Hinter dieser Linie schließt sich die bis 719 m hohe Soisberger Kuppenrhön an.

Im nördlichen Osten stößt sie ans (Mittlere) Ulstertal, hinter dem sich die bis 757 m hohe Auersberger Kuppenrhön anschließt, im mittleren Osten legt sie sich entlang einer Höhenlinie bei etwa 650 m um die Wasserkuppenrhön mit der 950 m hohen Wasserkuppe.

Von Südosten bis Süden flankiert sie zwischen Gersfeld und Motten den Dammersfeldrücken um die 928 m hohe Dammersfeldkuppe. Nördlich Mottens liegt im äußersten Südwesten auch die einzige bayerische (Landkreis Bad Kissingen) Erhebung des Naturraums, die den Dammersfeld abdachende Hohe Kammer (700 m), die am Döllbach-Oberlauf Döllau der Großen Haube (Mottener Haube, 658 m) im Norden der Brückenauer Kuppenrhön gegenübersteht.[1]

Nach Westen flacht die Landschaft knapp östlich der Linie ThalauWeyhersFriesenhausenHofbieberRimmels (Verwerfung Weyhers-Schmalnau-Altenhof[2]) zum selten über 500 m erreichenden Westlichen Rhönvorland ab, wobei die Grenze im Norden dem Unterlauf der Nässe folgt.

In den o. g. Grenzen ist die Milseburger Kuppenrhön in Nordnordost-Südsüdwest-Richtung 27 km lang bei nur 4–12 km Breite.

Andere Grenzziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologische Karte der Milseburger Kuppenrhön (mit Wasserkuppenrhön und Westlichem Rhönvorland)

Der Umweltatlas Hessen des Landesministeriums setzt die Nordgrenze deutlich nördlicher an, was aber weder geologisch (vgl. nebenstehende Karte) noch orographisch schlüssig erscheint – siehe Soisberger Kuppenrhön#Andere Grenzziehung.[3]

Landschaft und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Milseburger Kuppenrhön steht außerhalb der Kuppengipfel fast überall Buntsandstein an, was zur Folge hat, dass die Fulda und ihre Nebenbäche sich um 200–300 m eingetieft haben. Von diesen Tälern aus erheben sich mäßig steile Sockel, denen die einzelnen Basaltkuppen aufsitzen.

Die Tatsache, dass die Milseburg mit 835 m die Berghöhen in anderen Teilen der Kuppenrhön (maximal 757 m) deutlich übersteigt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur wenige Berge des Naturraums eine Höhe von mehr als 700 m erreichen. Meistens betragen die Höhen der (höheren) Kuppen um 650 m.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast die gesamte Landschaft entwässert über (von Nord nach Süd) Nüst, Nässe, Bieber, Wanne, Lütter, Fulda und Schmalnau nach Westen zur Fulda – die nördliche Hälfte über den Umweg der Haune. Die Rhein-Weser-Wasserscheide im Süden sowie der Süden der Wasserscheide zwischen Fulda und Werra im südlichen Osten liegen außerhalb, in verschiedenen Teilen der Hohen Rhön. Im Nordosten wiederum flankiert die Fulda-Werra-Wasserscheide die Ulster in nur anderthalb Kilometern Entfernung und bildet gleichzeitig deren Randhöhen. Lediglich ein kleiner Kreis von etwa 7,5 Kilometern Durchmesser zwischen Wasserkuppe, Milseburg und den Lauf der Ulster rund um den Ort Hilders entwässert über Scheppenbach und Brandbach zur Ulster und damit ins System der Werra.

Nordhälfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Milseburg

Im Norden schließt sich an die Nüst, im Nordwesten an die Nässe zunächst ein eher flachwelliges Hügelland an. Höhen um 650 m werden erst weiter südöstlich von diversen Kuppen an und knapp nordwestlich der Fulda-Werra-Wasserscheide erreicht, die an der Eckweisbacher Kuppe (642 m) ihre Nähe zur Ulster verlässt und sich in einem Viertelkreisbogen zum Hohlstein (685 m) unmittelbar nördlich der Milseburg und ihrer Nordausläufer nach Südwesten zubewegt.

Der Phonolith der Milseburg (835 m) ist die erste Kuppe, die 700 m übersteigt. Zwischen ihr und dem schon die Wasserkuppenrhön einleitenden Weiherberg (786 m) bringt es der Bubenbader Stein zwar noch auf immerhin (759 m), bleibt aber bei gerade einmal 1,2 km Dominanz und einer Prominenz von um 50 m mehr oder weniger eine Randanhöhe des 76 m höheren Naturraum-Namensgebers.

Prominenter ist da der südwestlich gelegene Stellberg (727 m, ebenfalls Phonolith) südwestlich des Hauptbergs, der durch das 200 m tiefere Tal der Bieber von der Milseburg separiert wird. Südöstlich dessen werden auch an der Maulkuppe (706 m) und, jenseits des Wanne-Quelllaufs, am Teufelstein (729 m) ansehnliche Höhen erreicht.

Östlich der Milseburg und nördlich der Wasserkuppenrhön schließlich reicht ein vom Weiherberg ausgehender Rücken, der am Tannenfels 669 m erreicht, zwischen Scheppenbach und Brandbach bis unmittelbar zur Ulster.

Südhälfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet vom Tal der Wanne bis beiderseits des Lüttertals um Poppenhausen stellt wieder eher eine Senkenlandschaft dar, innerhalb der bereits der Giebelrain (588 m) an der westlichen Schwelle zum Vorland zwischen beiden Flüssen den Charakter eines Riegels besitzt.

Markant sind zwischen Lütter und Fulda Wachtküppel (706 m, Osten – Basalt) und Ebersberg (689 m, Westen – Phonolith), sowie zwischen Fulda und Schmalnau Große (768 m – Basalt) und Kleine Nalle (704 m, südlich – Phonolith).

Alle südlich der Schmalnau gelegenen Erhebungen des Naturraums sind demgegenüber Randhöhen des bis 928 m hohen Dammersfeldrückens, die bereits kaum Basalt mehr tragen. Als eine solche schließt der Felssandsteinrücken der 700 m hohen Hohen Kammer – einzige auf bayerischem Grund liegende Erhebung – den Naturraum nach Südwesten und die Abdachung des Dammersfeldrückens nach Westen ab.[4][2]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stellberg
Der Ebersberg nebst Burgruine
Der Giebelrain

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturräume im Landkreis Kissingen – PDF, 89 kB; der kleine, mit 353.21 gekennzeichnete Teil im Nordosten ist die Hohe Kammer
  2. a b Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern (je Karte 1:200.000 und Taschenbuch) – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959–1987:
    • Blatt 126: Fulda (W. Röll 1969) – noch nicht eingeflossen!
    • Blatt 140: Schweinfurt (Brigitte Schwenzer 1968)
  3. Karte und Beschreibung im Umweltatlas Hessen (in neuem Fenster öffnen!)
  4. E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands – Bundesanstalt für Landeskunde; 4./5. Lieferung Remagen 1957, 6. Lieferung Remagen 1959, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960