Mina (italienische Sängerin)

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Mina 1973
Mina 1973
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Heißer Sand
  DE 1 01.04.1962 (28 Wo.)
Fiesta Brasiliana
  DE 13 01.10.1962 (20 Wo.)
Capitano
  DE 17 01.04.1963 (8 Wo.)
Meine Tür steht immer offen
  DE 33 01.09.1963 (8 Wo.)
Bis zum nächsten Mal
  DE 35 01.11.1963 (4 Wo.)
Ja, die Liebe lebe hoch
  DE 28 01.01.1964 (8 Wo.)
Fremdes Land
  DE 39 01.03.1964 (4 Wo.)

Mina (* 25. März 1940 als Mina Anna Mazzini in Busto Arsizio, Italien) ist eine italienische Sängerin, die die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. In den Medien wird sie auch als „Tigerin von Cremona“ („tigre di Cremona“) bezeichnet.[2] Von 1962 bis 1964 veröffentlichte sie Schallplatten in deutscher Sprache, der Titel Heißer Sand wurde ein Nummer-eins-Erfolg.

Leben[Bearbeiten]

Italien[Bearbeiten]

Im Jahre 1958 nahm sie im Club La Bussola in Marina di Pietrasanta an einem Schlagerwettbewerb teil und gewann mit dem Lied Un'anima tra le mani den ersten Preis. Als ihr Entdecker gilt Sergio Bernardini, Gestalter des Lokals, der als Talentsucher und Showmann auftrat.[3] Ein Jahr später trat sie erstmals im Fernsehen auf: mit dem Lied Nessuno in der Sendung Il Musichiere. 1960 und 1961 nahm sie mit den Titeln È vero und Le mille bolle blu am Musikfestival von Sanremo teil.

Ihre Fernsehkarriere erlitt 1963 eine Unterbrechung, als sie wegen ihres Verhältnisses mit dem zwar von seiner Ehefrau getrennt lebenden, aber noch verheirateten Schauspieler Corrado Pani vom Sender RAI boykottiert wurde. Auf Druck der Zuschauer wurde diese Zensur zwei Jahre später wieder aufgehoben.[4] In den 1960er und 1970er Jahren wuchs ihre Popularität und Mina wurde eine der bekanntesten Sängerinnen Italiens. Auch im Ausland wurde sie bekannt und sang auf Französisch, Spanisch, Türkisch, Deutsch und Japanisch. Auch wirkte sie zwischen 1959 und 1969 in insgesamt 13 Filmen mit. Ihre letzten Auftritte waren im Jahr 1974 im italienischen Fernsehen in der sechsteiligen Sendung Milleluci mit Raffaella Carrà und 1978, als sie im Nachspann einer Sendung das Lied Ancora, ancora, ancora sang. Nach zehn Jahren im Showgeschäft kehrte sie 1978 für einen Auftritt in den Club La Bussola zurück. Von diesem Konzert wurde ein Album herausgegeben: Mina Live '78, das erste Livealbum einer italienischen Sängerin.

Seit Ende der Sechzigerjahre wohnt Mina sehr zurückgezogen in Lugano in der Schweiz. 1989 wurde sie schweizerische Staatsbürgerin. Am 10. Januar 2006 heiratete sie in Lugano den Kardiologen Eugenio Quaini, mit dem sie zuvor schon 25 Jahre zusammen lebte. In ihrem Heimatland Italien ist sie noch immer ein Star. Fast jedes Jahr erscheint von ihr ein neues Album; eines davon produzierte sie mit Adriano Celentano. Viele Auftritte in Fernsehshows trugen zu ihrem Mythos bei, obwohl sie seit 1978 nicht mehr öffentlich aufgetreten ist. Silvio Berlusconi wollte sie einmal für einen Auftritt in einem seiner Sender engagieren, doch sie lehnte ab. Heute (2010) schreibt Mina Kolumnen für Zeitschriften, so zum Beispiel für La Stampa und Vanity Fair.

Minas Sohn Massimiliano Pani (* 18. April 1963 in Mailand) ist Musiker, Produzent und Autor.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland erschien im März 1962 Minas erste deutschsprachige Single. Diese wurde unter der Katalognummer 24793 von der Schallplattenfirma Polydor herausgebracht. Der A-Seiten-Titel Heißer Sand, geschrieben von den Erfolgsautoren Werner Scharfenberger und Kurt Feltz, entwickelte sich schnell zu einem Hitparadenerfolg. In der Hit-Parade der deutschen Musikzeitschrift Musikmarkt belegte er acht Wochen lang Platz eins. Die Single verkaufte sich in Deutschland 700.000 Mal,[5]. Mina nahm das Lied auch in Italienisch (Si lo so), Französisch (Notre étoile) und Spanisch (Un desierto) auf, sodass von dem Titel schließlich weltweit 1,3 Millionen Exemplare verkauft wurden. Bis 1964 produzierte Polydor mit Mina insgesamt zwölf Singles mit deutschsprachigen Schlagern. Neben Heißer Sand erreichten sechs weitere Songs eine Notierung bei Musikmarkt, es erreichte aber keiner mehr die Top 10.

Erfolge in italienischer Sprache (Auswahl)[Bearbeiten]

00Il cielo in una stanza auf Italdisc MH-61

Single-Diskografie (Deutschland)[Bearbeiten]

000Heißer Sand
auf Polydor Nr. 24793
A/B-Seite Katalog-Nr. veröffentl.
Polydor
Heißer Sand / Ein treuer Mann 24793 03/1962
Fiesta Brasiliana / Wenn du an Wunder glaubst 24834 04/1962
Moliendo Cafe / Renato 24883 08/1962
Fiesta Brasiliana / Tabu 24900 09/1962
Eclisse-Twist / Chihuahua 24945 11/1962
Capitano / Wenn du an Wunder glaubst 52013 01/1963
Mister Twist / Meine Tür steht immer offen 52075 07/1963
Bis zum nächsten Mal / Am Rio Grande 52152 09/1963
Ja, die Liebe lebe hoch / Mein guter Stern 52201 12/1963
Fremdes Land / Tausendund eine Nacht 52247 01/1964
Er hatte blaue Augen / Rhapsodie 52333 05/1964
Die größte Schau / Welt der verlorenen Träume 52346 06/1964

Filmografie[Bearbeiten]

Mina 1959
  • 1959: Urlatori alla sbarra – von Lucio Fulci
  • 1960: Sanremo, la grande sfida – von Piero Vivarelli
  • 1960: Madri pericolose – von Domenico Paolella
  • 1960: Juke box, urli d'amore – von Mauro Morassi
  • 1960: I Teddy Boys della canzone italiana – von Domenico Paolella
  • 1961: Appuntamento a Ischia – von Mario Mattoli
  • 1961: Mina … fuori la guardia – von Armando W. Tamburella
  • 1961: Io bacio … tu baci – von Piero Vivarelli
  • 1962: Universo di notte – von Alessandro Jacovoni
  • 1962: Appuntamento in riviera – von Mario Mattoli
  • 1963: Die lustigen Vagabunden – von Kurt Nachmann
  • 1963: Canzoni nel mondo – von Vittorio Sala
  • 1969: Per amore … per magia – von Duccio Tessari

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chartquellen: Mina bei chartsurfer.de
  2. Eckhard Römer: Italienische Mediensprache. Handbuch/ Glossario Del Linguaggio Dei Mass Media: Italiano- Tedesco, Verlag Walter de Gruyter, 2009, ISBN 3899496442, Seite 381
  3. Die zwei legendären Lokale der Versilia, abgerufen am 23. Oktober 2010
  4. Biografie auf CyberMusik.de, abgerufen am 23. Oktober 2010
  5. Der Musikmarkt, 30 Jahre Single-Hitparade, 1989, S. 20