Mineralfaser

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Mineralfasern sind anorganische Fasern. Sie können natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein. Letztere werden oft aus Silikatschmelzen gewonnen und als KMF, für Künstliche Mineralfasern, abgekürzt.

Häufig werden den Fasern bei der Produktion bis zu 10 % Bindemittel (meist Kunstharze) und Schmälzmittel (Öle) beigemischt, welche die Fasern spinnbar, wasserabweisend und griffig machen.[1]

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fasern können anhand ihrer kristallinen Struktur unterschieden werden:

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralfasern können verwoben werden, um feuerfeste Stoffe herzustellen.

Mit organischen und mineralischen Bindemitteln werden Mineralfasern zu Mineralwolle verarbeitet, um flexible Matten oder feste Platten herzustellen, die als Dämmstoff zur Schall- und Wärmedämmung oder zum Brandschutz eingesetzt werden.

Kieselsäurefasern werden zur Verstärkung von Bremsbelägen verwendet.

Glasfasern werden auch als homogener Strang eingesetzt, z. B. als Lichtwellenleiter.

Lose Mineralfasern werden zur Verstärkung der Matrix von Faserverbundwerkstoffen wie Gipskarton, Gipsfaserplatten und Faserzementprodukten eingesetzt.

Gesundheitsrisiko[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralfasern (z. B. von Mineralwolle), die vor 2006 hergestellt wurden, können durch Einatmen je nach Biobeständigkeit und Lungengängigkeit krebserregend wirken.[2] Lungengängig sind Fasern mit einem Durchmesser von weniger als 1 bis 3 μm.[1] Beim Umgang mit ihnen sind einige "Technische Regeln für Gefahrstoffe" (TRGS) zu beachten.[3][4][5] Die TRGS 900 setzt Luftgrenzwerte am Arbeitsplatz fest.

Im Gegensatz zu Asbestfasern, bei denen auch eine Längsspaltung auftritt, ist die Kanzerogenität bislang nur in Tierversuchen belegt. Bereits 1995 verpflichteten sich Hersteller, Mineralfasern der "neuen Generation" herzustellen und mit RAL Gütezeichen zu versehen, die kein Krebsrisiko mehr darstellen. Ab Juni 2000 wurden die kritischen Fasergrößen durch die Gefahrstoffverordnung (GefStoffO) verboten.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c 508 - Künstliche Mineralfasern (KMF), BayLfU 2004 – 3/8, Bayrisches Landesamt für Umweltschutz, Stand März 2004
  2. Künstliche MineralfasernUmweltWissen - Bayerisches Landesamt für Umwelt; PDF-Datei; 595 kB
  3. TRGS 519 "Asbest - Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten"
  4. TRGS 521 "Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle"
  5. TRGS 558 "Tätigkeiten mit Hochtemperaturwolle"