Minfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Minfeld
Minfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Minfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 4′ N, 8° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Kandel
Höhe: 125 m ü. NHN
Fläche: 8,41 km2
Einwohner: 1693 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76872
Vorwahl: 07275
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 020
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 8
76870 Kandel
Website: www.minfeld.de
Ortsbürgermeister: Martin Volz
Lage der Ortsgemeinde Minfeld im Landkreis Germersheim
Wörth am RheinGermersheimZeiskamOttersheim bei LandauKnittelsheimBellheimScheibenhardtBerg (Pfalz)HagenbachNeuburg am RheinJockgrimNeupotzHatzenbühlRheinzabernSteinweilerErlenbach bei KandelKandel (Pfalz)Winden (Pfalz)VollmersweilerFreckenfeldMinfeldLeimersheimKuhardtRülzheimHördtSchwegenheimLingenfeldFreisbachWeingarten (Pfalz)Westheim (Pfalz)LustadtBaden-WürttembergFrankreichSpeyerRhein-Pfalz-KreisNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKarte
Über dieses Bild
Ansicht von Westen
Ansicht von Südwesten
Wiesen zwischen krummen und graden Deich

Minfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kandel an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minfeld liegt zwischen Karlsruhe und Landau in der Pfalz. Zu Minfeld gehören zusätzlich die Wohnplätze Altmühle, Markhof, Schoßberghof, Lettenberghof, Rebenhof 1 und Rebenhof 2.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Winden, Kandel, Wörth am Rhein und Freckenfeld. Der Otterbach sowie dessen rechter Nebenfluss Neugraben bilden teilweise die Grenze zu Wörth und der Dierbach im Südwesten die Grenze zu Freckenfeld.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 700 war vermutlich die Entstehung des Dorfes. Im Jahr 982 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Mundiveld, 1053 wurde der Ort Mundevelt genannt und 1267 Munernuelt.[3] 1053 wurde die Kirche fertiggestellt. 1345 erfolgte der Bau des Schlosses/Burg durch Heinrich von Lichtenberg, der das Reichsdorf pfandweise besaß. 1379 verpfändete König Wenzel Minfeld an die Kurpfalz.[4] Hans Bübel aus Minfeld wurde 1525 als Führer im Bauernkrieg bekannt. 1556 bekannte sich Minfeld zur Reformation. 1579 war die erste Erwähnung einer Schule. 1639 brach die Pest in Minfeld aus. Bis Ende des 18. Jaghrhunderts gehörte der Ort zu Pfalz-Zweibrücken.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Minfeld in den Kanton Kandel eingegliedert. 1814 führten Zar Alexander von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Wilhelm III. von Preußen einen Siegeszug durch Minfeld. 1815 wurde das Dorf nach dem Wiener Kongress Österreich zugeschlagen.

1816 fiel Minfeld an Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte der Ort dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor. 1908 erfolgte ein Anschluss an Wasserversorgung. 1938 war der Bau des Westwalls. Seit 1939 ist Minfeld Bestandteil des Landkreises Germersheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neu gebildeten Verbandsgemeinde Kandel zugeschlagen. 1982 fand die 1000-Jahr-Feier Minfelds statt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Minfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1814 972
1815 1.151
1835 1.253
1871 1.154
1905 1.114
1939 1.148
1950 1.105
Jahr Einwohner
1961 1.147
1970 1.457
1987 1.488
1997 1.601
2005 1.581
2019 1.693

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 43,9 Prozent der Einwohner evangelisch und 37,4 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Minfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2019 7 3 6 16 Sitze
2014 5 2 9 16 Sitze
2009 4 3 2 7 16 Sitze
2004 6 4 1 5 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949–1959: Ernst Zimmer (SPD)
  • 1959–1971: Friedrich Schreiber (CDU)
  • 1971–1972: Karl Weiß (CDU)
  • 1972–1984: Felix Liedtke (FDP)
  • 1984–2004: Clemens Nagel (SPD)
  • 2004–2019: Manfred Foos (FWG)
  • seit 2019: Martin Volz (FWG)

Martin Volz wurde am 5. September 2019 in sein Amt eingeführt.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 60,33 % für fünf Jahre gewählt worden.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Minfeld
Blasonierung: „In Grün ein rotgedecktes, an den Ecken mit goldenen Windfahnen bestecktes silbernes Haus mit zwei Reihen schwarzer Fenster und ohne Tür.“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1841 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1495.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Minfeld ist Limours in der französischen Region Île-de-France.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Protestantische Kirche

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Um 1053 erbauten Mönche aus Seltz die (seit dem 16. Jahrhundert) protestantische Kirche auf dem Kirchberg im Nordwesten des Dorfes. Um 1500 wurden Chorgewölbe und Chorfenster im spätgotischen Stil umgebaut und Seitenkapellen und die Sakristei angebaut. In der Kirche wurde 2006 durch einen Förderverein eine mittelalterliche Wandmalerei restauriert. Diese zeigt die St. Martins-Geschichte, die Erscheinung des Herrn, sowie die Verkündigung an Maria.

Besonders anschaulich lassen sich die an der Westwand des Chorbogens in drei Zonen geteilten Bilder darstellen. Die obere Zone zeigt die Anbetung der Könige, die Taufe Jesu und die drei Versuchungen Jesu in der Wüste. Die mittlere Zone stellt die Auferstehung Jesu, seine Himmelfahrt, die Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena, sowie die Ausgießung des Heiligen Geistes (Pfingsten) dar. Die untere Zone zeigt die klugen Jungfrauen und die Auferstehung am jüngsten Tage.[11]

Eine weitere Besonderheit ist die Winterhalter-Orgel und eine in der Pfalz einzigartige Piscina, in die das „geweihte“ Wasser geschüttet wurde. (Bild)

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmal Kaiserulme

Das Naturschutzgebiet Bruchbach-Otterbachniederung erstreckt sich teilweise über die Gemarkung von Minfeld. In unmittelbarer Nähe steht an der Bundesstraße 427 eine große Bergulme, die so genannte Kaiserulme, die das einzige Naturdenkmal vor Ort darstellt.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Minfeld verläuft der seit 1976 jährlich ausgetragene Bienwald-Marathon.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Minfeld wird teilweise Weinbau betrieben; als solche gehört die Gemeinde zum Weinanbaugebiet Pfalz. Vor Ort befindet sich die Einzellage Herrenberg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minfeld liegt im Bereich des Karlsruher Verkehrsverbundes. Der nächste Bahnhof ist Winden (Pfalz), etwa vier Kilometer nordwestlich von Minfeld. Er ist ein Knotenpunkt des Regionalverkehrs; stündlich oder häufiger verkehren von dort aus Züge nach Neustadt, Landau, Karlsruhe, bad Bergzabern sowie Wissembourg. Die Buslinie 527 des Regionalbusverkehrs Südwest bietet wochentags außerdem eine Anbindung Minfelds an den Bahnhof Kandel an der 1864 Bahnstrecke Winden–Karlsruhe. Obwohl diese durch die Gemarkung von Minfeld verläuft, erhielt die Gemeinde keinen Bahnhof, da ein Viehtränkebrunnen hätte verlegt werden müssen und dies zu Konflikten führte.

Landesstraße 546 innerhalb von Minfeld

Durch das Gemeindegebiet von Minfeld verläuft die Bundesstraße 427. Im Westen zweigt von dieser die Landesstraße 546 nach Schweigen-Rechtenbach ab. Die Kreisstraße 16 schafft eine Verbindung nach Büchelberg und Scheibenhardt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Kandel.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zudem führt der von Bad Bergzabern nach Wörth am Rhein verlaufende Petronella-Rhein-Radweg durch Minfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Friedrich Scholler (1807–1863), Theologe, Schriftsteller und Politiker, ab 1858 Prodekan in Minfeld, starb dort.
  • Clemens Nagel (* 1945), Politiker (SPD), von 1984 bis 2004 Ortsbürgermeister.
  • Daniel Moriz Lehr (* 1954), Bildhauer und Maler, schuf das Objekt Tim in Minfeld.
  • Pascal Ackermann (* 1994), Radrennfahrer. Nach ihm wurde der Pascal-Ackermann-Weg in Minfeld benannt.
  • Janina Meißner (* 1995), Fußball-Bundesligaspielerin, in der Jugend beim SV 1946 Minfeld aktiv.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Fendler: Der Deutschordensbesitz in Minfeld. Eigentums- und Bevölkerungsverhältnisse in dem südpfälzischen Dorf. In: AmrhKG* 52 (2000), S. 151–176.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Minfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 147 (PDF; 3 MB).
  3. Georg Heeger: Die germanische Besiedlung der Vorderpfalz an der Hand der Ortsnamen. Kaußler, Landau 1900, S. 30.
  4. Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 55.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Fritz Hock: Minfeld: Rat nimmt Arbeit auf. Die Rheinpfalz, 9. September 2019, abgerufen am 26. April 2020.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Kandel, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 26. April 2020.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  11. KARAWATKI. In: Fritz Hock (Red.): Festschrift zur 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Minfeld. Festwoche vom 21. bis 29. August 1982. = Minfeld 982–1982. Gemeinde Minfeld, Minfeld 1982.


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