Minimum Connecting Time

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Die Minimum Connecting Time ist eine wichtige Größe für die Organisation von Umsteigeverbindungen im Luftverkehr. Sie ist die Zeit, die mindestens zwischen der Landung des einen Flugzeuges und dem Start des nächsten liegen muss, damit ein Passagier überhaupt in der Lage ist, seinen Anschlussflug zu erreichen.

Dabei ist zu beachten, dass die MCT die Zeit zwischen Landung und Start bezeichnet, während die tatsächliche Zeit, die der Passagier zum Umsteigen hat, wesentlich kürzer sein kann. Er kann ja erst aussteigen, wenn das Flugzeug seine Parkposition erreicht hat – ein Zeitpunkt, der mit On-Block-Time bezeichnet wird. Außerdem muss er vor der Off-Block-Time an Bord seines Anschlussfluges sein. Je nach Größe des Flughafens und Entfernung des Stellplatzes von der Landebahn ergibt sich so eine Kürzung der tatsächlich zur Verfügung stehenden Zeit. Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch, ob die Zeit reicht, das Gepäck mit in das Anschlussflugzeug zu verladen. Dafür ist wiederum der Abstand zwischen den Parkpositionen entscheidend.

Die Minimum Connecting Time muss für jeden Flughafen einzeln festgelegt werden. Sie unterscheidet sich innerhalb des Flughafens außerdem noch danach, welche Terminals benutzt werden, ob verschiedene Fluggesellschaften betroffen sind und ob der Übergang zwischen nationalen oder internationalen Flügen stattfindet. So ergeben sich für jeden Flughafen eine Vielzahl von verschiedenen MCTs, beispielsweise:

Flughafen Umsteigen MCT Quelle
Flughafen Wien alle Verbindungen 25 Minuten [1]
Flughafen München innerhalb Terminal 2 30 Minuten [2]
innerhalb Terminal 1 35 Minuten
zwischen Terminal 1 und 2 45 Minuten
Flughafen Zürich alle Verbindungen 40 Minuten [3]
Flughafen Frankfurt alle Verbindungen 45 Minuten [4]
Flughafen Amsterdam kontinental 40 Minuten [5]
interkontinental 50 Minuten

Computerreservierungssysteme (CRS) verwenden die MCT automatisch, um mögliche Umsteigeverbindungen zu errechnen. Ist ein Anschluss zwar theoretisch machbar, die MCT jedoch unterschritten, wird sie im CRS gar nicht erst angegeben.

Aus der Minimum Connecting Time ergeben sich rechtliche Konsequenzen. Bucht ein Reisebüro eine Anschlussverbindung, bei der die MCT unterschritten wird, ist die Fluggesellschaft nicht verpflichtet den Passagier zu befördern, wenn er seinen Anschluss verpasst.

Kurze Umsteigezeiten sind für die Fluggesellschaften und die Flughäfen besonders attraktiv. In Computerreservierungssystemen werden die Verbindungen meist nach der Gesamtreisezeit sortiert. Da die Reisebüroangestellten den Kunden oft nur die ersten angezeigten Verbindungen anbieten, kann eine künstlich niedrig gehaltene MCT die Anzahl der Buchungen erhöhen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Maurer: Luftverkehrsmanagement. 4. Auflage. Oldenbourg, München 2006 (insbesondere S. 200f.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorteile VIE. Abgerufen am 26. September 2017.
  2. Umsteigen in München: Schnell und unkompliziert. Abgerufen am 26. September 2017.
  3. Pflichtenheft Gepäckprozess, Seite 27 (PDF; 0,2 MB). Abgerufen am 26. September 2017.
  4. Standortvorteile des Frankfurter Flughafens. Abgerufen am 26. September 2017.
  5. Umsteigen auf Amsterdam-Schiphol. Abgerufen am 26. September 2017.