Ministerium der Angst

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Filmdaten
Deutscher Titel Ministerium der Angst
Originaltitel Ministry of Fear
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 83 Minuten
Stab
Regie Fritz Lang
Drehbuch Seton I. Miller
Produktion Seton I. Miller für Paramount Pictures
Musik Victor Young
Kamera Henry Sharp
Schnitt Archie Marshek
Besetzung

Ministerium der Angst ist ein US-amerikanischer Spionagefilm von Fritz Lang aus dem Jahr 1944 nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene.

Handlung[Bearbeiten]

Großbritannien 1944, vor dem Hintergrund des Bombenkrieges zwischen Nazideutschland und den Alliierten: Stephen Neale wird aus der Nervenheilanstalt Lembridge entlassen, in der er einsaß, da er seiner Frau Sterbehilfe leistete. Auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung der „Mothers of the Free Nations“, die er zum Zeitvertreib besucht, bekommt er mit Hilfe einer Wahrsagerin names Mrs. Bellane einen Kuchen als „Gewinn“ zugeschanzt. Im Zug wird ihm der Kuchen von einem vorgeblich blinden Mann gestohlen, der danach - während eines Angriffs durch deutsche Bomber - getötet wird, als er sich vor Neale verstecken will.

Neale fährt weiter nach London und engagiert zur Aufklärung der Vorkommnisse den Privatdetektiv George Rennit. Bei den Nachforschungen trifft er bei den „Mothers of the Free Nations“ die Geschwister Carla und Willi Hilfe (in der deutschen Synchronisation: Hofer). Willi führt Neale zu Mrs. Bellane, die komplett anders ausschaut als die vorherige Mrs. Bellane, aber behauptet als Wahrsagerin auf der Veranstaltung in Lembridge gewesen zu sein. Bei Mrs. Bellane wird gerade eine Séance abgehalten und dabei beschuldigt eine weibliche Stimme Neale, seine Frau ermordet zu haben. Ein Schuss fällt und einer der anderen Gäste, Mr. Cost, ist tot. Neale wird beschuldigt, ihn getötet zu haben.

Neale flieht, zuerst zu Rennit, der nicht in seinem durchsuchtem Büro zu finden ist, und bittet dann Carla um Hilfe. Sie führt ihn zu einer Buchhandlung, wo er sich angeblich verstecken kann. Zwischenzeitlich findet Carla heraus, dass die „Mothers” als verdecktes Netzwerk von Nazis missbraucht wird, die alle von Dr. Forrester empfohlen wurden, der Mitarbeiter des Sicherheitsministeriums ist und auch auf der Séance war. Der Buchhändler Mr. Newland bittet Neale und Carla einen Lederkoffer mit Büchern zu Dr. Forrester zu bringen. Unter der Adresse residiert aber angeblich ein Mr. Travers und beim Auspacken des Koffers entpuppt sich der Inhalt als Sprengladung. Neale erwacht in der Krankenstation von Scotland Yard, in der ihm Inspektor Prentice mitteilt, dass er wegen Mordes an dem von ihm beauftragten Privatdetektiv Rennit gesucht wird. Neale erzählt von dem Kuchen. Die beiden finden an der Stelle, an der der blinde Mann starb Überreste des Kuchens und darin ein Stück Mikrofilm, der Aufnahmen von freien Schifffahrtswegen zwischen Minenfeldern enthält. Nun ist klar, dass es um einen Spionagering geht.

Die Spur führt zu einem Herrenausstatter namens Travers, der sich als der angeblich erschossene Cost entpuppt, der sich entdeckt sieht und Selbstmord begeht. Neale findet heraus, dass Cost/Travers zuvor an einen Mr. Macklin unter der Adresse der Hilfes einen Anzug mit eingenähtem Mikrofilm geliefert hat. Dort eintreffend wird Neale von dem sich nun als Kopf des Agentenrings zu erkennen gebenden Willi alias Mr. Macklin attackiert und als dieser fliehen will, wird er von Carla erschossen. Clara und Neale flüchten vor den inzwischen angekommenden anderen Nazi-Agenten auf das Dach und werden von diesen zunehmend bedrängt, bis der nachgekommene Inspector Prentice diese erschießt.

Der Film endet mit einer Szene, in der Neale und Carla über ihre anstehende Hochzeit und die dazugehöirge Torte (sic!) ssprechen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Laut Michael Töteberg nahm Fritz Lang das Angebot, in Ministry of Fear die Regie zu übernehmen, spontan an, da er Graham Greene als Autoren schätzte. Nach Lektüre des Drehbuchs versuchte er erfolglos sich der Regieverpflichtung zu entledigen. „Lang verzichtete darauf der phantastischen Spionage-Story Glaubwürdigkeit zu verleihen, und konzentrierte sich auf eine mit Paradoxien arbeitende Lichtregie … Die ablehnende Haltung zum Drehbuch ist dem Film anzumerken.“[1]

Kritik[Bearbeiten]

„Umsichtig inszenierter Antinazi- und Spionage-Thriller nach einem Graham-Greene-Roman, der, nachdem er zu Beginn in Hitchcock-Manier Verwirrung und Spannung geschaffen hat, stark abfällt und sich ein dickes Happy-End leistet. Das muntere, unterhaltsame Spiel entschädigt für die Pappmaché-Kulissen und mancherlei Klischees.“

Lexikon des internationalen Films[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred George (als: m.g.): The Ministry of Fear. Paramaount. In: Aufbau, New York, Jg. 11, Nr. 7, 16. Februar 1945.
  • Peter Bogdanovich: Fritz Lang in America. Studio Vista, London 1967.
  • Frieda Grafe, Enno Patalas, Hans Helmut Prinzler: Fritz Lang. Reihe Film 7, Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Hrsg.), Hanser, München 1976.
  • Jan-Christopher Horak: Anti-Nazi-Filme der deutschsprachigen Emigration von Hollywood 1939–1945. Maks, Münster 1984.
  • Klaus Hoeppner (Red.): Fritz Lang. Filmblätter. Filmografie. Bibliografie. Filmheft, Nr. 6, Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek, Berlin 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Töteberg: Fritz Lang. Rowohlt, ISBN 3-499-50339-5, S. 104.
  2. Ministerium der Angst im Lexikon des internationalen Films