Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR
| Ministerium für das Hoch- und Fachhochschulwesen — MFH — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | National |
| Stellung der Behörde | Ministerium |
| Aufsichtsbehörde(n) | Ministerrat der DDR |
| Bestehen | 1967–1990 |
| Entstanden aus | Staatssekretariat für Hoch- und Fachhochschulwesen |
| Hauptsitz | Ost-Berlin |
| Minister | 1990: Hans-Heinz Emons |
Das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen (abgekürzt: MHF) der DDR war die ab 1967 mit ministeriellem Status versehene Behörde zur Koordination des Hoch- und Fachschulwesens der DDR.
Zuständigkeit und Aufgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ministerium war mit dem Erlass verschiedener Grundsatzdokumente und Direktiven für die langfristige Entwicklungsplanung im gesamten Hoch- und Fachschulbereich zuständig. Unter Beachtung der Vorgaben der staatlichen Plankommission und des Finanzministeriums konzipierte das Ministerium die jährlichen Studentenzahlen, Haushaltsmittel und Investitionen sowie Personalbedarf und Lohnzahlungen. Darüber hinaus nahm es auch bestimmenden Einfluss auf die Grundlagen und Inhalte der universitären Ausbildung, der Forschung und der Qualifizierung von Hoch- und Fachschulkadern.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die während ihres Bestehens stets dem Ministerrat der DDR angehörende Behörde wurde 1951 zunächst ohne ministeriellen Status als sogenanntes „Staatssekretariat für Hochschulwesen“ gegründet. 1958 wurde der Name der Behörde in „Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen“ geändert. Am 13. Juli 1967 bekam die Behörde zusammen mit dem ministeriellen Status den Namen „Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR“.[1][2] Von den 1950er Jahren bis 1970 hatte das Staatssekretariat bzw. Ministerium seinen Sitz im Gebäude des ehemaligen Geheimen Zivilkabinetts in der Wilhelmstraße 64 (bzw. ab 1964 Otto-Grotewohl-Straße; heute neu adressiert Wilhelmstraße 54).[3]
Mit der Wende wurde das Ministerium aufgelöst. In der Regierung Modrow bestand ab dem 18. November 1989 das Ministerium für Bildung unter Minister Hans-Heinz Emons als Nachfolgeorganisation.
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Organ des Ministeriums war die Zeitschrift Das Hochschulwesen.
Leiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerhard Harig (SED) (22. April 1951 bis 26. April 1957)
- Wilhelm Girnus (SED) (26. April 1957 bis 4. Juli 1962)
- Ernst-Joachim Gießmann (SED) (4. Juli 1962 bis 16. September 1970); bis 11. August 1967 als Staatssekretär, danach als Minister
- Hans-Joachim Böhme (SED) (16. September 1970 bis 18. November 1989)
Staatssekretäre/Erster Stellvertretender Minister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Günter Bernhardt (SED) (11. August 1967 bis 18. November 1989)
Stellvertretende Minister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gregor Schirmer (SED) (1965–1976); bis 11. August 1967 als Stellvertreter des Staatssekretärs
- Heinz Herder (SED)
- Willi Muth (SED)
- Hermann Tschersich (SED)
- Klaus Thielmann (SED) (1982–1989)
- Bodo Schönheit (SED) (1989), Bereich Medizin
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Rayk Einax: Praktizierte Integration. DDR-Außenpolitik und die Freundschaftsverträge der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In: Hochschule im Sozialismus: Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990). Bd. 1, hrsg. von Uwe Hoßfeld, Tobias Kaiser und Heinz Mestrup, Köln (u. a. m.) 2007, 585–596, hier 587.
- ↑ Willi Ehlert, Heinz Joswig, Willi Luchterhand, Karl-Heinz Stiemerling (Hrsg.): Wörterbuch der Ökonomie – Sozialismus. 3. Auflage, Dietz Verlag, Berlin (Ost) 1973, S. 612.
- ↑ Wilhelmstraße Nr. 54: Der Berliner Dienstsitz des BMEL. Ein Haus – Mehr als 100 Jahre Geschichte, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.), S. 31, Berlin: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, 2019.