Minnesota Vikings

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Minnesota Vikings
Gegründet 1961
Spielen in Minneapolis, Minnesota
Helm der Minnesota Vikings
Helm
Liga

National Football League (1961–heute)

Aktuelle Uniformen
Vikings16 three.png
Teamfarben Purpur, Gold, Weiß
Maskottchen Viktor the Viking, Ragnar
Personal
Besitzer Zygi Wilf
General Manager Rick Spielman
Head Coach Mike Zimmer
Teamgeschichte
  • Minnesota Vikings (1961–heute)
Spitznamen
The Vikes, The Purples
Erfolge
NFL-Gewinner (1) * 1969


Conference-Sieger (4)
Division-Sieger (19)
Play-off-Teilnahmen (28)
Stadien

Die Minnesota Vikings sind eine American-Football-Mannschaft der US-amerikanischen Profiliga National Football League (NFL) aus Minneapolis. Sie gehören gemeinsam mit den Chicago Bears, den Detroit Lions und den Green Bay Packers der Northern Division innerhalb der National Football Conference (NFC) an.

Das Team wurde 1961 als NFL-Team gegründet, nachdem es die Teilnahme an der American Football League (AFL) abgesagt hatte. Bis heute haben die Vikings keinen Super Bowl gewonnen, standen aber bereits vier Mal im Endspiel (Super Bowl IV, Super Bowl VIII, Super Bowl IX sowie Super Bowl XI). Der bislang einzige Titelgewinn datiert aus dem Jahr 1969, als die Mannschaft NFL-Meister wurde.

Die Vikings trugen ihre Heimspiele von 1982 bis 2013 im Hubert H. Humphrey Metrodome auf dem sogenannten Mall of America Field aus. Seit der Saison 2016 tragen die Vikings ihre Heimspiele im U.S. Bank Stadium aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1961–1967: Gründung und Startschwierigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1959 erwarben die Geschäftsmänner Bill Boyer, H. P. Skoglund und Max Winter eine Lizenz für die American Football League (AFL). Da die National Football League (NFL), zu dieser Zeit neue Teams für ihre Liga suchte, verwarf der Vorstand diese Anfang 1960 jedoch wieder. Das Team wurde 1961, welches von offizieller Seite als Gründungsjahr genannt wird, als Erweiterungsteam in die NFL aufgenommen.[1] Sie wurden in der 14. NFL-Saison der Western Conference zugewiesen. Aufgrund einer mit der NFL vereinbarten Klausel wurde Ole Haugsrud neben den Gründungsmitgliedern Mitbesitzer. Haugsrud verkaufte in den 1920er Jahren das Footballteam Duluth Eskimos zurück an die Liga, welche ihm im Gegenzug zehn Prozent eines zukünftigen NFL-Teams aus Minnesota versprach.

Die Vikings starteten gleich zu Beginn eine Marketing-Kampagne und verkauften in ihrem ersten Jahr rund 26.000 Dauerkarten, mit einem Zuschauerdurchschnitt von 34.586 Zuschauer.[2] Als Heimstadion wählte die Franchise das anfangs 40.800, später 47.900 Plätze fassende Metropolitan Stadium aus. Die Suche nach einem Head Coach gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht, bevor letztlich der ehemalige Quarterback der Philadelphia Eagles, Norm Van Brocklin, zum ersten Head Coach der Vikings ernannt wurde. Er setzte sich unter anderem gegen, den damals im College Football erfolgreichen, Ara Parseghian und seinen späteren Nachfolger, Bud Grant, durch.[3]

Das erste offizielle Spiel der Vikings endete mit einem 37:13-Sieg gegen die Chicago Bears. Vor allem der zuvor im NFL Draft ausgewählte Rookie Fran Tarkenton sorgte nach seiner Einwechslung mit vier geworfenen und einem erlaufenen Touchdown für viel positive Resonanz.[1] Der Anfangsschwung konnte aber nicht gehalten werden. Die folgenden sieben Spiele endeten für den NFL-Debütanten mit Niederlagen. Am Saisonende standen drei Siegen elf Niederlagen gegenüber. Ähnlich ging es auch die darauffolgenden Spielzeiten weiter.

1967 wechselte Fran Tarkenton zu den New York Giants. Im Gegenzug dazu erhielten die Vikings diverse Draftrechte der Giants für die darauffolgenden Jahre. So erwarb das Team 1967 Clinton Jones und Bob Grim, 1968 Ron Yary und 1969 Ed White. Wenige Tage darauf löste Bud Grant Norm Van Brocklin als Head Coach ab.

1968–1980: Erste Erfolge und vier Super-Bowl-Teilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Zeit verlagerten sich die Stärken der Minnesota Vikings vor allem auf die Defense, deren Mitglieder damals auch „Purple People Eaters“ (englisch für „Lila Menschenfresser“) genannt wurden.[4] 1968 zeigten sich damit die ersten Erfolge, als die Mannschaft erstmals den Einzug in die Play-offs erreichte. Im Jahr darauf gelang den Vikings mit zwölf Siegen gegenüber nur zwei Niederlagen sogar die beste Teamleistung der Saison 1969, ausschlaggebend war eine Siegesserie über zwölf Spiele. Diese Serie dauerte auch über die Play-offs an und bescherte dem Team seinen ersten und bislang einzigen Meisterschaftsgewinn sowie die Teilnahme am Super Bowl IV. Dort wurde das Team der Favoritenrolle allerdings nicht gerecht und unterlag gegen die Kansas City Chiefs mit 7:23. Die Chiefs erzielten in der ersten Hälfte drei Field Goals, zwei davon aus über 30 Yards Entfernung. Die Vikings warfen in diesem Spiel drei Interceptions und ließen drei Fumbles zu. Safety Karl Kassulke meinte nach dem Spiel, die Mannschaft hätte noch nie zuvor so viele mentale Fehler in einem Spiel gemacht.[5]

Das Team setzte seine Erfolgsserie fort und erreichte auch in den darauffolgenden zwei Spielzeiten jeweils die Play-offs. 1971 schaffte es Alan Page als erst dritter Defensiv-Spieler, den NFL Most Valuable Player Award verliehen zu bekommen. Da die Mannschaft den Abgang von Quarterback Fran Tarkenton in der Offense nicht kompensieren konnte, entschied man sich für einen Rück-Transfer. Die Vikings gaben Norm Snead, Bob Grim, Vince Clements und die Draftrechte in der ersten Runde für die folgenden zwei Jahre ab. Trotz der Rückkehr des Star-Quarterbacks schloss das Team enttäuschend mit einer 7-7-Bilanz ab, was vor allem am kaum vorhandenen Laufspiel lag. Der Vorstand reagierte und verpflichtete zu diesem Zweck den Rookie-Runningback Chuck Foreman. Der erwünschte Erfolg setze ein und so gelang dem Verein wieder der Einzug in die Play-offs. Dort besiegten die Vikings die Washington Redskins mit 27:20 und gewannen in der nächsten Runde gegen die Dallas Cowboys mit 27:10, was die zweite Super-Bowl-Teilnahme zur Folge hatte. Im Super Bowl VIII traf sie auf die zu dieser Zeit überragenden Miami Dolphins. Die Vikings setzten auf ihre starke Defense, was die Dolphins auszunutzen wussten. Mit einer Spielweise ähnlich den Kansas City Chiefs vier Jahre zuvor gelang es ihnen, eben jene zu knacken. Bereits im ersten Viertel gelangen ihnen zwei Touchdowns zur 14:0-Führung. Die Minnesota Vikings kamen nicht mehr zurück und mussten sich letztlich mit 24:7 geschlagen geben.

Im folgenden Jahr erreichten die Vikings erneut den Super Bowl. Es trafen die beiden besten Defenses aufeinander. Nach einem punktlosen ersten Viertel gelang es den Pittsburgh Steelers im zweiten Viertel durch einen seltenen Safety zwei Punkte zu erzielen. In der zweiten Spielhälfte machten die Steelers einen Touchdown, die Vikings konnten mit einem Touchdown nachziehen, da der Extrapunkt fehlschlug stand es im letzten Viertel 9:6 für die favorisierten Steelers. Nach einem weiteren Touchdown auf der Seite der Steelers war das Spiel entschieden und endete 16:6 für Pittsburgh.

Die Vikings starteten gut in die folgende Saison, das Duo Tarkenton und Foreman brachte dem Team eine breite Palette an Offensiv-Spielzügen. Tatsächlich startete die Mannschaft mit zehn Siegen in die Saison, am Ende verbuchte man zwölf Siege bei lediglich zwei Niederlagen. Der erneute Play-off-Einzug verlief diesmal allerdings weniger erfolgreich. Gegen die Cowboys setzte es durch einen Touchdown kurz vor Ende eine 14:17-Niederlage. Die Cowboys spielten zum allerersten Mal den Hail-Mary-Spielzug, der beim Stand von 14:10 den entscheidenden Touchdown einbrachte.[6]

Noch vor Beginn der Saison 1976 starb Mitbesitzer Ole Haugsrud. Seine Witwe übernahm seinen Platz im Vorstand.[7] Aus sportlicher Sicht lief es weiterhin erfolgreich, erneut wurden die Play-offs erreicht, am Ende standen elf Siegen zwei Niederlagen gegenüber. Am zweiten Spieltag spielte man gegen die Los Angeles Rams 10:10-Unentschieden, nachdem auch in der Overtime (dt. Nachspielzeit) kein Team punktete. In den Play-offs setzten sich die Vikings dann aber gegen ebendiese durch und standen das dritte Mal in vier Jahren im Super Bowl. Im Super Bowl XI traten sie gegen die Oakland Raiders an, die vor dem Spiel leicht favorisiert wurden. Am Ende verloren die Vikings deutlich mit 14:31 Punkten. Vor allem eine schlechte erste Hälfte und der Halbzeitstand von 0:16 waren für die Niederlage ausschlaggebend. Ende der 1970er Jahre erreichte die Mannschaft zwar noch zweimal die Play-offs, kam aber nicht mehr in den Super Bowl. Am 14. Dezember 1980 fand das letzte Spiel im in die Jahre gekommenen Metropolitan-Stadion statt, es endete mit einem 28:23-Sieg gegen die Cleveland Browns.

1981–1990: Umzug und Durststrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1981 zog das Team komplett um. In Eden Prairie, einer Kleinstadt unweit von Minneapolis, errichteten die Vikings ein Vereinsgelände. Neben einem neuen Trainingsgelände mit Umkleidekabinen zogen auch sämtliche Büros auf das Gelände um. Max Winter, dem Mitgründer und damaligem Vereinspräsidenten zu Ehren, erhielt es den Namen „Winter Park“.[7] Zur selben Zeit wurde auch das Hubert H. Humphrey Metrodome, kurz Metrodome, mit einer Kapazität von bis zu 64.000 Zuschauern fertiggestellt. Das erste Spiel der Vikings im neuen Stadion war ein Pre-Season-Spiel gegen die Seattle Seahawks, das mit 7:3 gewonnen wurde. Auch das erste offizielle Saison-Debüt verlief erfolgreich, gegen die Tampa Bay Buccaneers siegte die Mannschaft 17:10. Für die Play-offs reichte es am Ende jedoch nicht.

Am 6. August 1983 fand das erste offizielle NFL-Spiel in Europa statt. Im Rahmen eines Pre-Season-Spiels trafen die Vikings auf die St. Louis Cardinals, gespielt wurde im Wembley-Stadion in London. Das Spiel endete mit einem 28:10-Sieg der Vikings. Aufgrund des großen Erfolges führte man drei Jahre später den American Bowl ein. Im Januar 1984 trat Head Coach Bud Grant zurück. Zuvor gelangen ihm in 17 Spielzeiten zwölf Mal der Einzug in die Play-offs, sowie vier Mal die Teilnahme am Super Bowl.

Seinen Platz als Head Coach übernahm Les Steckel. Mit 38 Jahren war er der damals jüngste Cheftrainer der NFL. Steckel war die letzten fünf Jahre als Offensiv-Assistent der Vikings tätig. Die Vikings drifteten mit dem neuen Coach in eine schwere Krise, von 16 Spielen wurden 13 verloren. Am Ende der Saison 1985 wurde Steckel nach nur einer Saison entlassen. Bud Grant übernahm zum zweiten und letzten Mal das Traineramt.

Grant schloss seine insgesamt 18. Saison bei den Minnesota Vikings mit sieben Siegen zu neun Niederlagen ab und verpasste damit die Play-offs. Am Ende der Saison verabschiedete er sich endgültig aus dem Traineramt. Insgesamt kam er auf 158 Siege und war damals auf Platz sechs der erfolgreichsten Trainer überhaupt. Sein Nachfolger wurde Jerry Burns, der die letzten 17 Jahre als Offensive Coordinator bei den Vikings tätig war. Starke Leistungen des Quarterbacks Tommy Kramer brachten dem neuen Head Coach die erste positive Saison-Bilanz seit vier Jahren, das Team schloss mit einer Bilanz von 9-7 ab. Im Jahr darauf erreichte Burns mit seinem Team bereits wieder die Play-offs. Auch in der von Streiks geprägten Saison 1987 erreichten die Vikings wieder die Play-offs und drangen bis in das NFC Championship Game vor. Eine Minute vor Ende des Spiels lag Minnesota mit 10:17 zurück, konnte sich allerdings bis zur gegnerischen 6-Yards-Linie durchsetzen. Den entscheidenden Pass ließ Darrin Nelson in der Endzone fallen und damit endgültig alle Super-Bowl-Träume platzen.

Nach Saisonende stießen vier neue Personen, Wheelock Whitney, Jr., Jaye Dyer, Irwin L. Jacobs und Carl Pohlad, zum Vorstand hinzu. Ein Jahr später ging ein besonderer Transfer in die Geschichtsbücher der NFL ein, auch Herschel Walker Trade (dt. Herschel-Walker-Transfer) genannt. Im Zuge des Transfers bekamen die Vikings Runningback Herschel Walker sowie diverse Draftrechte für das Jahr 1990 und 1991. Im Gegenzug gaben sie Issiac Holt, David Howard, Darrin Nelson, Jess Solomon, Alex Stewart sowie ihre besten Draftrechte für die nächsten drei Jahre an die Dallas Cowboys ab.[8] Der Transfer gilt als einer der bedeutendsten in der NFL überhaupt.[9] Durch die vergebenen Draftrechte entgingen den Vikings unter anderem Runningback Emmitt Smith sowie Safety Darren Woodson, die von den Dallas Cowboys mit Minnesotas ursprünglichen Draftrechten ausgewählt wurden. Walkers Performance blieb klar unter den Erwartungen, nach drei Spielzeiten wurde er an die Philadelphia Eagles verkauft. Die Cowboys hingegen errangen zu dieser Zeit mit den erworbenen Spielern drei Mal den Super Bowl.

1991–2001: Die Ära Green[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 1991 wurde Roger Headrick zum neuen Präsidenten der Minnesota Vikings gewählt und stellte nun zusammen mit Philip Maas das Präsidium. Noch vor Jahresende trat Head Coach Jerry Burns von seinem Amt zurück. In seiner Zeit bei den Vikings gelangen ihm insgesamt 52 Siege bei 43 Niederlagen. Er erreichte mit seinem Team in fünf Jahren drei Mal die Play-offs, eine Super-Bowl-Teilnahme blieb ihm jedoch verwehrt. Durch eine Neustrukturierung des Vorstands wurde vorerst kein neuer Coach bestimmt. Erst im Januar 1992 wurde Dennis Green als neuer Trainer vorgestellt. In den folgenden zehn Jahren kam der ehemalige College-Football-Coach zwar auf acht Play-off-Teilnahmen, zu einer Teilnahme am Super Bowl reichte es aber nicht. Zweimal war das Team nur hauchdünn davon entfernt, doch beide Male scheiterte es im NFC Championship Game. Vor allem in der Saison 1998 kam dies überraschend, da man die Regular Season (NFL) mit nur einer Niederlage abschloss. Höhepunkt der Saison war ein 50:10-Sieg am vorletzten Spieltag. Eine feste Größe war in dieser Saison vor allem Quarterback Randall Cunningham, der seine stärkste Saison spielte. Tatsächlich erreichten sie insgesamt 556 Punkte, erzielten stets über 24 Punkte in einem Spiel. Die Cardinals spielte man in den Play-offs mit 41:21 regelrecht an die Wand und trat eine Woche später gegen die Atlanta Falcons an. Ein Fieldgoalversuch aus 38 Yards von Kicker Gary Anderson blieb zwei Minuten vor Ende erfolglos und ließ die Falcons im Gegenzug gleichziehen. Trotz einer überragenden Offense entschied sich Coach Green, die restliche Spielzeit ablaufen zu lassen, anstatt noch in der regulären Spielzeit einen Punkt zu versuchen. Dies rächte sich, Atlanta erzielte mit einem Field Goal aus ebenfalls 38 Yards Entfernung das 30:27 und entschied das Spiel somit zu ihren Gunsten.

Cunningham konnte nicht mehr an seine Erfolge in der Vorsaison anschließen und wurde in der Saison 1999 von Jeff George verdrängt. Dabei gelang ihm nach einem schwachen Saisonstart noch die Wende und er sicherte seinem Team die Wildcard-Play-offs. Nach einem Sieg über die Cowboys traten die Vikings gegen die St. Louis Rams an, die einen Rückstand in der zweiten Hälfte in einen 49:37-Sieg umwandelten. Die Rams entschieden letztlich auch den Super Bowl XXXIV für sich. Zur Jahrtausendwende erreichten die Vikings bereits zum fünften Mal in Serie die Play-offs, mussten dort allerdings gegen die New York Giants eine historische 0:41-Niederlage hinnehmen. Runningback Robert Smith, zu dieser Zeit eine feste Größe in Minnesota, erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Ein Spiel der Vikings im Jahre 1999

Die Saison 2001 wurde zunächst von einem tragischen Todesfall überschattet, als Korey Stringer einen Hitzeschlag erlitt.[10] Am Ende schloss die Mannschaft mit nur fünf Siegen gegenüber elf Niederlagen ab, unter anderem bescherte man den Carolina Panthers den einzigen Sieg in dieser Saison. Ein Spiel vor Ende der Spielzeit entließ man Head Coach Dennis Green auf eigenen Wunsch aus seinem Vertrag. Green hatte sich bei den Vikings eine breite Fanbasis aufgebaut, erreichte dennoch bis zum Schluss kein einziges Mal den Super Bowl. Auch das letzte Spiel der Saison 2001 unter seinem Nachfolger Mike Tice gegen die Baltimore Ravens ging verloren.

2002–2006: Defensiv-Probleme und verpasste Play-offs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2002 wurde Mike Tice offiziell zum Head Coach ernannt. Tice war der erst sechste Head Coach der Vikings, jedoch der erste, der selbst in Minnesota gespielt hat. An die Erfolge der letzten Jahre konnte Tice zunächst nicht anknüpfen. Mit einem Saison-Endstand von 6:10 verpasste man die Play-offs deutlich. Die Folge-Saison 2003 verlief mit einem überraschenden 6:0-Start weitaus erfolgreicher. Das Team hielt seine Form aber nicht und brach ein, bei einer Bilanz von neun Siegen bei sechs Niederlagen vor dem letzten Spieltag hing alles von der Partie gegen die Arizona Cardinals ab. Fünf Sekunden vor dem Ende des Spiels gelang den Cardinals beim Spielstand von 11:17 ein 28-Yards-Touchdownpass – Endstand 18:17. Die Vikings wurden hinter den Green Bay Packers zweiter in ihrer Division, die mit einem Sieg mehr in die Play-offs einzogen. Die Vikings hingegen verpassten erneut die Endrunde.

2004 lief die Regular Season mit acht Siegen und ebenso vielen Niederlagen zwar schlechter als im Vorjahr, die Play-offs erreichten sie dennoch. Wie bereits 2003 erwischte die Mannschaft einen tollen Start und setzte sich mit 5-1 ab, von den restlichen zehn Spielen endeten aber nur drei weitere Partien siegreich. Quarterback Daunte Culpepper warf 4.417 Yards – der Saisonhöchstwert. Er erspielte zusätzlich 39 Touchdowns und kam insgesamt auf 5.123 Yards. In den Play-offs besiegten sie zunächst die Green Bay Packers mit 31:17, verloren in der Runde darauf mit 14:27 gegen die Philadelphia Eagles.

Im Mai 2005 verkaufte der bisherige Eigentümer McCombs das Team an eine Investorengruppe unter der Leitung von Zygi Wilf.[11] Zunächst war Reggie Fowler als neuer Eigentümer gedacht, mit ihm kam jedoch kein Vertrag zustande.[12] Zur selben Zeit verließ Wide Receiver Randy Moss das Team in Richtung Oakland. Minnesota bekam im Gegenzug den Linebacker Napoleon Harris sowie die Draftrechte für die erste und siebte Runde in der folgenden NFL Draft. Der Gedanke dahinter war ursprünglich, die Gehaltskosten zu senken, da die Vikings irrtümlich dachten, nahe an der Obergrenze der Salary Cap zu sein. Tatsächlich geriet man durch den Verkauf von Moss aber nahe ans untere Ende. Zu diesem Zwecke verpflichtete man fünf neue Defensiv-Spieler, um die schwächelnde Verteidigung aufzuwerten.

Die Transfers sahen zu Beginn nach Fehlgriffen aus. Nach sieben Spieltagen stand man bereits bei fünf Niederlagen. Zusätzlich verletzte sich Quarterback Culpepper am Knie und musste die restliche Saison pausieren. Bis dahin warf er doppelt soviele Interceptions wie Touchdowns. Er wurde durch Brad Johnson ersetzt. Johnson führte das Team direkt zu sechs Siegen in Folge. Erst die Pittsburgh Steelers, die späteren Super-Bowl-Sieger, unterbrachen die Siegesserie. Man beendete die Saison positiv mit insgesamt neun Siegen. Durch das erneute Verpassen der Play-offs wurde Mike Tice entlassen.

Brad Childress wurde neuer Head Coach. Die Saison verlief von Anfang an nicht wie gewünscht. Zwar startete man mit zwei knappen Siegen, musste dann allerdings zwei Niederlagen hinnehmen. Einer der Saison-Höhepunkte war das Spiel gegen die Detroit Lions in Woche fünf. Bis zum letzten Viertel lag man noch mit 3:17 zurück. Eine Aufholjagd, unter anderem mit zwei Defensiv-Touchdowns, sorgte zum Schluss für einen 23:17-Sieg. Die Play-offs wurden mit einer 6-10-Bilanz deutlich verpasst, die erste Saison unter Childress war somit nur wenig von Erfolg gekrönt.

Ab 2007: Jüngere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als siebtschlechteste Mannschaft der Vorsaison erhielt Minnesota im NFL Draft den siebten Pick und wählte Runningback Adrian Peterson. Bereits in seinem ersten Spiel fing er einen 60-Yards-Touchdownpass. In Woche neun brach er Jamal Lewis Rekord, als er gegen die Chargers 296 Yards in einem Spiel lief. Trotz des Neuzugangs schloss das Team die Saison lediglich ausgeglichen ab und verpasste erneut die Play-offs.

2008 starteten die Vikings einen neuen Anlauf. In der 13. Woche gelang Quarterback Gus Frerotte ein 99-Yards-Touchdownpass auf Wide Receiver Bernard Berrian, der längste Spielzug in der Geschichte der Vikings. Runningback Adrian Peterson kam auf 1.760 erlaufene Yards, was den Ligahöchstwert bedeutete. Am Ende gelang mit zehn Siegen bei 16 Spielen nach vier Jahren wieder der Einzug in die Play-offs. Dort war die Mannschaft der Philadelphia Eagles der erste Gegner. Die Vikings hielten über lange Strecken mit, mussten sich letztlich aber mit 14:26 geschlagen geben.

Am 18. August 2009 unterschrieb Quarterback Brett Favre einen Zweijahresvertrag bei den Minnesota Vikings und trat erneut von seinem Rücktritt zurück. Die Fans blickten hoffnungsvoll auf eine neue „Brett-Favre-Ära“. In Woche vier besiegten sie die Green Bay Packers mit 30:23, womit Favre der erste Spieler ist, der gegen jede NFL-Mannschaft mindestens einmal gewann. Rund 30 Millionen Zuseher verfolgten das Spiel vor ihren Fernsehgeräten.[13] Die Bilanz von 12-4 berechtigte die Vikings zum zweiten Mal in Folge zur Teilnahme an den Play-offs, wo die Mannschaft gegen die Dallas Cowboys antrat. Mit einem 34:3-Sieg erreichte das Team zum ersten Mal seit neun Jahren wieder das NFC Championship Game. Dort traten sie gegen die New Orleans Saints an, gingen anfangs zweimal in Führung, gaben diese aber leichtfertig wieder her. Ein Pass von Favre kurz vor Spielende wurde abgefangen. Die Saints retteten sich in die Overtime und erzielten dort das entscheidende 40-Yards-Field Goal zum 31:28.[14]

Die Vikings starteten mit drei Pre-Season-Siegen in die Saison 2010. In ihrem ersten Spiel der Regular Season trafen sie erneut auf die New Orleans Saints. In einer ausgeglichenen Partie siegten die Saints mit 14:9. Den einzigen Touchdown für die Vikings erzielte dabei Visanthe Shiancoe nach einem 20-Yards-Pass. Nach zehn absolvierten Spielen stand das Team bereits bei sieben Niederlagen. Am 22. November 2010, ein Tag nach einer 3:31-Niederlage gegen die Rivalen Green Bay Packers, wurde Brad Childress seines Amtes enthoben. Leslie Frazier, bis dahin Defensive Coordinator, sprang als Interim-Trainer ein.[15] Die ersten beiden Spiele unter Frazier, auswärts gegen die Washington Redskins und daheim gegen die Buffalo Bills, konnten die Vikings für sich entscheiden. Am 11. Dezember stürzte die Dachkonstruktion des Metrodome unter den Schneelasten zusammen, nachdem innerhalb von 24 Stunden über 40 Zentimeter Schnee gefallen waren. Das bereits zuvor aufgrund von Witterungsbedingungen verschobene Spiel gegen die New York Giants wurde nach Detroit ins Ford Field verlegt sowie das letzte Heimspiel eine Woche darauf in das TCF Bank Stadium, das Stadion des ansässigen College-Teams. Beide Spiele verloren die Vikings, womit sie bereits vorzeitig keine Chance mehr auf eine Teilnahme an den Play-offs hatten.[16] Anfang Januar verkündete Zygi Wilf, dass Leslie Frazier weiterhin Head-Coach bleibt.[17]

Nach dem endgültigen Karriereende von Brett Favre standen die Vikings ohne Starting-Quarterback da. Der verpflichtete Rhett Bomar wurde, nachdem er wegen Trunkenheit am Steuer erwischt wurde, gefeuert. Da weder Christian Ponder noch Joe Webb über ausreichend Spielpraxis verfügten, wurde vor der Saison der erfahrene Donovan McNabb verpflichtet. Die Verpflichtung stellte sich jedoch als Fehlgriff heraus, bereits nach sechs Wochen saß er auf der Bank und Anfang Dezember wurde McNabb wieder entlassen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Play-offs für die Vikings schon unerreichbar. Weder Ponder noch Webb konnten das Team auf die Erfolgsspur zurückführen. Letztlich beendeten die Vikings die Division mit 13 Niederlagen bei nur drei Siegen auf den letzten Platz.

In der Saison 2012 verpasste Adrian Peterson den Rekord für gelaufene Yards in der Regular Season von Eric Dickersons aus dem Jahre 1984 um neun Yards, Peterson schaffte 2.097 Yards.[18] Dem Team gelang es, sich am letzten Spieltag mit einem Sieg über die Green Bay Packers einen Wildcard-Platz für die Play-offs zu sichern. Dort trafen die Vikings erneut auf die Packers und verloren mit 10:24.[19] Ponder, der während der gesamten Saison der Starting-Quarterback war, fiel vor dem Spiel verletzungsbedingt aus.

Die Saison 2013 war die letzte Saison der Vikings im Metrodome. Man startete erneut mit Christian Ponder als Starting-Quarterback in die Spielzeit. Durch enttäuschende Leistungen und Verletzungen übernahm allerdings früh Matt Cassel, der als Backup verpflichtet wurde, seine Position. Kurz darauf wurde auch Josh Freeman geholt, der aber auch nicht überzeugen konnte. Die fehlende Konstanz auf dieser Position, sowie die Verletzung von Adrian Peterson schwächten die als stärker eingestuften Vikings spürbar. Ihre Saison endete mit 5 Siegen, 10 Niederlagen und einem Unentschieden gegen die Green Bay Packers auf dem letzten Platz der NFC North. Kurz nach dem letzten Spiel wurde Head-Coach Frazier entlassen.

Zur Saison 2014 tragen die Vikings ihre Heimspiele für zwei Saisons im TCF Bank Stadium aus, um danach in ihr neues Stadion, das U.S. Bank Stadium, zu ziehen. Als neuer Head Coach wurde Mike Zimmer von den Cincinnati Bengals verpflichtet.[20] Matt Cassel übernahm den Job des Starting-Quarterbacks, musste diesen aber schon nach drei Spielen aufgrund eines gebrochenen Fußes an Rookie Teddy Bridgewater abgeben. Infolge einer Anklage wegen Kindesmisshandlung wurde Runningback Adrian Peterson bereits nach dem ersten Spiel von den Vikings beurlaubt und danach von der NFL suspendiert.[21] Trotz dieser Rückschläge und wegen der guten Leistungen der Rookies wurde die Saison mit 7 Siegen und 9 Niederlagen auf Platz 3 der NFC North abgeschlossen, wobei man sich in einigen Spielen nur knapp geschlagen geben musste.

Am 3. Januar 2016 konnten sich die Vikings zum ersten Mal seit 2009 den Sieg in der NFC North sichern. Im Saisonfinale schlugen die Vikings ihren Divisionsrivalen Green Bay Packers mit 20:13. Die Vikings beendeten die Saison 2015 mit einem 11-5 Rekord und zogen dadurch in die Wild Card Round ein. Allerdings verloren sie diese nach einem verpassten 27-Yard Field Goal von Blair Walsh gegen die Seattle Seahawks mit 10:9.

Die Saison 2016 begann für die Vikings denkbar schlecht, als sich Quarterback Teddy Bridgewater noch in der Preseason eine schwere Knieverletzung zuzog und für die gesamte Spielzeit ausfiel. Als Ersatzmann wurde Sam Bradford von den Philadelphia Eagles geholt, der das Team prompt zu fünf Siegen in Folge führte, und das trotz des Ausfalls von Star-Running Back Adrian Peterson ab der dritten Woche. Danach ging es jedoch stark bergab und das Team holte von den restlichen elf Partien lediglich noch drei Siege. Mit einem 8-8 Rekord verpassten die Vikings auch den Einzug in die Play-offs. In der Offseason trennte sich das Team von Adrian Peterson, der seit seiner Rookie-Saison 2007 in Minnesota gespielt hatte. Als Free Agent nahmen ihn daraufhin die New Orleans Saints unter Vertrag.

Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Minnesota Vikings

Quarterbacks

Running Backs

Wide Receiver

Tight Ends

Offensive Linemen

Defensive Linemen

Linebacker

Defensive Backs


Special Teams

Reserve/Verletzt


Practice Squad


Adrian Peterson zählt zu den besten Runningbacks der Liga und hält zahlreiche Rekorde.

Besondere Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vikings in der Pro Football Hall of Fame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Spieler, Trainer oder Funktionäre der Minnesota Vikings wurden in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen:[22]

Trikotnummer Name Position Für Minnesota Aktiv Jahr der Aufnahme
39 Hugh McElhenny RB 1961–1962 1970
10 Fran Tarkenton QB 1961–1966,
1972–1978
1986
58 Jim Langer C 1980–1981 1987
88 Alan Page DT 1967–1978 1988
3 Jan Stenerud K 1984–1985 1991
Bud Grant Head Coach 1967–83, 1985 1994
Jim Finks Funktionär 1964–1973 1995
22 Paul Krause S 1968–1979 1998
73 Ron Yary T 1968–1981 2001
44 Dave Casper TE 1983 2002
81 Carl Eller DE 1964–1978 2004
1 Warren Moon QB 1994–1996 2006
65 Gary Zimmerman T 1986–1992 2008
64 Randall McDaniel G 1988–1999 2009
93 John Randle DT 1990–2000 2010
56 Chris Doleman DE 1985–93, 1999 2012
80 Cris Carter WR 1990–2001 2013
53 Mick Tingelhoff C 1962–1978 2015
4 Brett Favre QB 2009–2010 2016
7 Morten Andersen K 2004 2017

Zurückgezogene Trikotnummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese sechs Trikotnummern wurden bislang zu Ehren besonderer Spieler gesperrt:[23]

Retired Numbers der Minnesota Vikings
Nr. Spieler Position Zeitraum Seit wann
10 Fran Tarkenton QB 1961–1978 Okt. 1979
53 Mick Tingelhoff C 1962–1978 Nov. 2001
70 Jim Marshall DE 1961–1979 Nov. 1999
77 Korey Stringer1 T 1995–2000 Nov. 2001
80 Cris Carter WR 1990–2001 Nov. 2003
88 Alan Page DT 1967–1978 Sep. 1988
1 Postum geehrt.

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Head Coaches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mike Zimmer, der Head Coach der Vikings seit 2014.
# Name Zeitraum Regular Season Play-offs Erfolge/Auszeichnungen Referenz
Spiele S N UE Gewonnen% Spiele S N
Minnesota Vikings
1 Norm Van Brocklin 1961–1966 84 29 51 4 .363 [24]
2 Bud Grant* 1967–1983 243 151 87 5 .635 22 10 12 AP NFL Trainer des Jahres (1969)
Pro Football Weekly NFL Trainer des Jahres (1969)
Sporting News NFL Trainer des Jahres (1969)
UPI NFL Trainer des Jahres (1969)
NFL Championship (1969)
[25]
3 Les Steckel* 1984 16 3 13 0 .188 [26]
Bud Grant* 1985 16 7 9 0 .483 [25]
4 Jerry Burns* 1986–1991 95 52 43 0 .547 6 3 3 [27]
5 Dennis Green 1992–2001 159 97 62 0 .610 12 4 8 UPI NFC Trainer des Jahres (1992) [28]
6 Mike Tice*1 2001–2005 65 32 33 0 .492 2 1 1 [29]
7 Brad Childress* 2006–2010 74 39 35 0 .527 3 1 2 [30]
8 Leslie Frazier*2 2010–2013 54 21 32 1 .396 1 0 1 [31]
9 Mike Zimmer* 2014– 48 26 22 0 .542 1 0 1 [32]
1 Mit der ersten negativen Bilanz von 5-10 seit 10 Jahren für die Franchise wurde Greens Vertrag vor dem letzten Spiel der Saison 2001 aufgelöst. Der Assistant Trainer Mike Tice übernahm für das letzte Spiel die Mannschaft. Tice wurde danach am 10. Januar 2002 zum neuen Head Coach ernannt.
2 Nach 10 Spielen in der Saison 2010 und einer Bilanz von 3–7, wurde Childress als Head Coach entlassen und durch den Assistant Trainer Leslie Frazier als Interim Trainer ersetzt. Frazier wurde danach am 3. Januar 2011 zum neuen Head Coach ernannt.
# Reihenfolge der Trainer
Spiele Spiele als Trainer
S Siege
N Niederlagen
UE Unentschieden
Gewonnen% Siegquote
* Ausschließlich bei den Vikings als Head Coach aktiv

Aktueller Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainer der Minnesota Vikings
Front Office

Head Coaches

Trainer der Offense

  Trainer der Defense

Trainer der Special Teams

Stärke und Kondition

Coaching Staff
Management

Fans und Außendarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vikings-Cheerleader während eines Auftritts in Afghanistan

Spielbegleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2008 wurde die sogenannte Skol Line eingeführt, die sich während der Heimspiele sowie auch in externen Events um die Animation der Fans kümmert.[33] Sie besteht aus 22 Personen, darunter aktive Musikanten, und ist mit einer Vielzahl an Instrumenten ausgerüstet.

Die teameigene Cheerleadingabteilung wurde 1984 unter dem Namen Minnesota Vikings Cheerleaders offiziell eingeführt (siehe National Football League Cheerleading). Tatsächlich erfreut sich die MVC, wie sie abgekürzt genannt wird, großer Beliebtheit. Jährlich erscheinen Sammelkarten und Kalender mit der aktuellen Besetzung.[34] Im Rahmen von Wettbewerben wurden zudem bereits einige Preise gewonnen, zuletzt 2009 bei den United Performing Association’s Americup Cheer & Dance National Championships.[35]

Zuschauerzuspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2009 besuchten durchschnittlich 63.775 Zuschauer die Heimspiele der Vikings, was einer Auslastung von 99,5 Prozent entspricht.[36] Insgesamt verkauften die im 5,1 Millionen Einwohner-Staat Minnesota ansässigen Vikings 510.203 Karten. Im Vergleich zum Vorjahr wurden somit rund 7.000 Karten mehr verkauft, die Auslastung stieg um 0,7 Prozent. Im Vergleich mit den anderen NFL-Teams lagen die Minnesota Vikings gemessen an der Anzahl der verkauften Karten auf Platz 23.

Die Spielzeit 2010 verbuchte wiederum einen Zuschauerrückgang, was allerdings dem allgemeinen Trend der Saison entspricht. Durchschnittlich kamen nur noch 58.751 Zuschauer zu den acht Heimpartien in den Metrodome. Mit rund 470.000 verkauften Karten insgesamt liegt man um 40.000 unter dem Vorjahreswert. Im Ligavergleich fielen die Vikings um fünf Plätze.[37]

In der Spielzeit 2013, dem Jahr vor dem temporären Umzug in das TFC Bank Stadium, betrug der Zuschauerschnitt 64.019 Zuschauer, damit belegten sie den 22. Rang.[38] Durch das deutlich kleinere Fassungsvermögen des Übergangsstadions fiel der Schnitt 2014 auf 52.238.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Minnesota Vikings unterhalten gemeinsam mit der University of Minnesota eine Pädiatrie zur Vorbeugung und Behandlung von Influenza-Viren.[39] Für dieses sowie auch andere Projekte sammelte der Vikings Children’s Fund mittlerweile bereits über 7,5 Millionen Dollar.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hubert H. Humphrey Metrodome wurde im Frühjahr 2014 abgerissen
Seit 2016 spielen die Vikings im neugebauten US Bank Stadium

Das sechs Jahre vor der Gründung der Vikings erbaute Metropolitan Stadium diente die ersten 20 Jahre als Heimstadion. Es fasste bei seiner Eröffnung 18.000 Sitzplätze und wurde mit dem Einzug der Vikings auf 30.000 Sitzplätze ausgebaut. Das Stadion wurde bis zu seinem Abriss 1985 auf eine Zuschauerkapazität von 48.446 erhöht, ehe es für die Mall of America weichen musste. Sowohl die Minnesota Twins als auch die Vikings, die sich die ganzen 20 Jahre über das Stadion teilten, zogen bereits 1981 in den neu eröffneten Hubert H. Humphrey Metrodome um. Der Neubau kostete rund 68 Millionen US-Dollar und wurde von den Bürgern einstimmig bejaht.[40] Er umfasste bei American-Football-Spielen über 64.000 Sitzplätze und war, im Gegensatz zum Metropolitan Stadium, vollständig überdacht.

Ab dem Jahr 2007 standen Planungen einer neuen, ausschließlich für die Minnesota Vikings zur Verfügung stehenden Arena im Raum. Das Projekt trug den Namen Vikings Stadium und sollte ursprünglich zur Saison 2011 fertig werden. Die Planungen sahen rund 73.000 Plätze vor.[41]

2012 forcierten die Vikings ihre Pläne zum Stadionneubau. Nach einer Übereinkunft mit dem Gouverneur von Minnesota, Mark Dayton, und dem Bürgermeister von Minneapolis, R. T. Rybak, entstand an der Stelle des Metrodome ein neues Stadion. Die Kosten lagen bei rund einer Milliarde US-Dollar. Als Bedingung für die Vereinbarung haben die Vikings die Hälfte der Bau- und Betriebskosten übernommen sowie einen Mietvertrag über 30 Jahre unterschrieben.[42] Die Bauarbeiten begannen, leicht verzögert, im November 2013[43] und dauerten bis Juli 2016. In den Spielzeiten 2014 und 2015 wurden die Spiele übergangsweise im TCF Bank Stadium ausgetragen. Nach dem Auszug der Vikings aus dem Metrodome wurde die alte Spielstätte von Januar bis April 2014 abgerissen.[44]

Mitte Juni 2015 wurde bekannt, dass das US-amerikanische Finanzunternehmen U.S. Bancorp mit Sitz in Minneapolis die Namensrechte an der neuen Heimat der Vikings erworben hat, wodurch das Stadion nun den Namen U.S. Bank Stadium trägt. Der Vertrag hat eine jährliche Höhe von 7,8 Millionen US-Dollar bei einer Laufzeit von 25 Jahren. Insgesamt umfasst die Vereinbarung damit eine Summe von fast 200 Millionen US-Dollar.[45]

Wirtschaftliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wert des Teams (in Mio. US-Dollar)[46]
2006ff: Nach Schätzung der Forbes 2016.
2005: Letzter Eigentümerwechsel.

Der Wert der Minnesota Vikings beträgt derzeit rund 2,2 Milliarden US-Dollar, womit sie von 32 Teams in der NFL auf Platz 17 liegen. Seit 2012 legen die Vikings signifikant zu, innerhalb von zwei Jahren stieg der finanzielle Wert des Franchise um gut 350 Millionen Dollar. Grund für den starken Zugewinn ist vor allem die Lösung des Stadionproblems, das den Teamwert die Jahre davor deutlich runtergedrückt hat. Fiel bis 2011 ein überdurchschnittlich großer Anteil auf die Franchise an sich, gleicht sich dieser Umstand durch das neue Stadion und die damit verbundene verbesserte Infrastruktur jetzt wieder an.

Bemerkenswert ist die Entwicklung vor und nach dem Eigentümerwechsel. Bis 2010, fünf Jahre nach der Übernahme von Zygi Wilf (in der Tabelle farbig hervorgehoben), hat sich der Wert lediglich um rund 150 Millionen Dollar erhöht, während er sich im gleichen Zeitraum vor der Übernahme mit über 300 Millionen Dollar beinahe verdoppelt hat. Gezeichnet durch das schlechte Wirtschaftsjahr und die unklare Zukunft fiel er 2010 auf den tiefsten Wert seit vier Jahren. Erst nach der Abzahlung diverser Schulden des früheren Eigentümers sowie dem bereits erwähnten Stadionbau konnte Wilf den Teamwert wieder erhöhen.

Die Minnesota Vikings erzielten in der Saison 2013 einen Ertrag von fünf Millionen US-Dollar.[47] Insgesamt konnte das Team 250 Millionen US-Dollar einnehmen.[47]

Im Juni 2010 nahmen die Vikings einen Kredit über 135 Millionen US-Dollar auf, um bestehende Schulden begleichen zu können.[48] Das Team nahm bereits fünf Jahre zuvor, bei ihrer Übernahme, einen Kredit über 175 Millionen Dollar auf. Sämtliche Schulden hätten laut Quellenangaben bereits vor der Übernahme von Wilf bestanden.

Die aktuellen Hauptsponsoren der Vikings sind unter anderem Verizon und Pepsi sowie U.S. Bancorp.[46]

Logo und Uniformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Version des Vikings-Helms

Weder das Logo noch die Uniformen der Minnesota Vikings haben sich seit der Gründung 1961 großartig verändert. Das weiße Wikingerhorn sowie der blonde Normanne sind die primären Logos der Vikings.

Die Vikings tragen einen purpurnen Footballhelm mit einem aufgemalten Wikingerhorn an jeder Seite, welches bei seiner Mündung in den Helm in Gold verläuft. 2006 wurde das Horn neugeformt, um es realistischer wirken zu lassen. Die Uniform ist eine Kombination von weißen Hosen und purpurnen Hemden, versehen mit Gold. Zwischen 1962 und 1964 trug man die Farbkombination umgekehrt (purpurne Hosen, weiße Hemden) – mittlerweile wird diese als Ersatzuniform verwendet. Im Laufe der Jahrzehnte wurden abwechselnd immer wieder kleine Änderungen durchgeführt, wie zum Beispiel die Farbänderung der Facemask von Grau zu Weiß (1980) sowie später in Purpur (1985) und der Aufdruck des Normannen auf die Schulterpartie (1996). Bis 1984 trug das Team zu den Uniformen außerdem schwarze Schuhe. 2006 wurden diese wieder eingeführt. Im selben Jahr wurde die Uniform grundlegend neu geformt, wobei die Farbkombination dieselbe blieb. Das neue Design enthält allerdings weitaus mehr Gold, vorwiegend als Abgrenzungslinien.

Maskottchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Minnesota Vikings führten erstmals 1970 ein Maskottchen ein. „Hub Meeds“, ein verkleideter Wikinger, begleitete die Vikings beinahe 20 Jahre. Ab 1994 war „Ragnar“ das offizielle Maskottchen. Angelehnt an den legendären Wikingerkönig Ragnar Lodbrock fuhr er vor jedem Heimspiel auf seinem Motorrad in das Stadion. Weil sich die Vikings und der Ragnar-Darsteller nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten, endete 2015 die Ragnar-Ära in Minnesota nach 21 Jahren.[49] Anfang der 1990er entstand „Vikadontis Rex“, ein purpurfarbener Dinosaurier, der speziell für Kinder entwickelt wurde. Er wurde zur Jahrtausendwende allerdings wieder abgesetzt.

Um erneut ein jüngeres Publikum anzusprechen, wurde 2007 das Maskottchen Viktor the Viking eingeführt.[50] Viktor the Viking ist ein blonder, muskulöser Normanne mit einem übergroßen Hörnerhelm. Er trägt auf seinem Trikot die Nummer 1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Minnesota Vikings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Minnesota History. In: bigplay.ch. Abgerufen am 28. Januar 2017.
  2. profootballhof.com Geschichte der Vikings auf profootballhof.com (englisch) Zugriff am 7. Juni 2010
  3. scout.com Team Timeline – Zeitscheibe der Vikings (englisch).
  4. scout.com Bericht zum Mythos der „Purple People Eaters“ (englisch)
  5. Shelby Strother, The Super Bowl: Celebrating a Quarter-Century of America’s Greatest Game. ISBN 0-671-72798-2.
  6. profootballhof.comInterview mit QB Roger Staubach Zugriff am 9. Juni 2010
  7. a b minnesotavikings.com Geschichte des Teams Zugriff am 27. Juli 2010
  8. vikingupdate.com Der Herschel Walker Trade zusammengefasst (englisch).
  9. profootballhof.com Die größten Transfers der NFL-Geschichte (englisch).
  10. New York Times.com Hitzetote im American Football Zugang am 10. Juni 2010
  11. New York Times.com Vikings’ Owner Makes a Name for Himself (englisch) Zugriff am 9. Juni 2010
  12. jrank.org Biographie von Reggie Fowler Zugriff am 9. Juni 2010 (englisch).
  13. usatoday.com Brett Favre’s Lambeau return outshines World Series in TV ratings (englisch) Zugriff am 9. Juni 2010
  14. sport1.de Saints schreiben Geschichte Zugriff am 9. Juni 2010
  15. espn.com Vikings fire coach Brad Childress
  16. examiner.com Vikings lose to Giants in Detroit, and are out of the playoffs
  17. focus.de Frazier bleibt Trainer der Minnesota Vikings
  18. Getrübte Freude bei den Vikings. In: Neue Zürcher Zeitung. 31. Dezember 2012, abgerufen am 3. Januar 2013.
  19. NFL-Viertelfinale mit Houston und Green Bay. In: derStandard.at. 6. Januar 2013, abgerufen am 6. Januar 2013.
  20. Vikings hire Mike Zimmer as coach. 16. Januar 2014, abgerufen am 1. Oktober 2015 (englisch).
  21. Vikings beurlauben Adrian Peterson. In: focus.de. 17. September 2014, abgerufen am 1. Oktober 2015.
  22. Pro Football Hall of Fame Hall of Famers nach Teams Zugriff am 4. Juni 2010
  23. sportsecyclopedia.com Eintrag über die Minnesota Vikings (englisch) Zugriff am 9. Juni 2010
  24. Statistiken von Norm Van Brocklin. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  25. a b Statistiken von Bud Grant. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  26. Statistiken von Les Steckel. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  27. Statistiken von Jerry Burns. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  28. Statistiken von Dennis Green. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  29. Statistiken von Mike Tice. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  30. Statistiken von Brad Childress. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  31. Statistiken von Leslie Frazier. Abgerufen am 22. Oktober 2015.
  32. Statistiken von Mike Zimmer. Abgerufen am 31. März 2017.
  33. vikings.com Die Skol Line auf vikings.com Zugriff am 2. August 2010
  34. Minnesota Vikings History (Memento vom 4. Dezember 2010 im Internet Archive)
  35. vikings.com Cheerleader Programm auf vikings.com Zugriff am 2. August 2010
  36. espn.com Zuschauerzahlen der NFL in der Saison 2009 Zugriff am 2. August 2010
  37. espn.com Zuschauerzahlen der NFL in der Saison 2010
  38. NFL Attendance – 2013. In: ESPN. Abgerufen am 15. September 2014 (englisch).
  39. Vikings Children’s Fund. In: vikings.com. Abgerufen am 2. August 2010 (englisch).
  40. Ballparks.com Hubert H. Humphrey Metrodome (englisch) Zugriff am 9. Juni 2010.
  41. Minnesota Vikings Lose New Stadium Vote (Memento vom 11. Mai 2010 im Internet Archive)
  42. Gesetzesentwurf für Vikings-Stadion. In: stadionwelt.de. Abgerufen am 19. Juli 2012.
  43. Richard Meryhew: Groundbreaking for Vikings stadium set for October 2013. StarTribune, 7. Dezember 2012, abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch): „Officials project an October 2013 start for construction on the new 65,000-seat stadium“
  44. Metrodome Demolition Reaches Completion Early. In: minnesota.cbslocal.com. 17. April 2014 (englisch).
  45. stadionwelt.de: Kreditinstitut kauft Namensrecht für Vikings Stadium Artikel vom 16. Juni 2015
  46. a b Forbes.com Der Wert der Vikings 2016 (englisch). Zugriff am 31. März 2016.
  47. a b forbes.com Finanzielle Aspekte der NFL-Vereine Zugriff am 2. August 2010
  48. sportsbusinessjournal.com Vikings complete refinance of Wilf’s acquisition debt (englisch) Zugriff am 2. August 2010
  49. Minnesota lose mascot as Ragnar the Viking demands $20,000 per NFL game. Abgerufen am 17. September 2017.
  50. bizjournals.com Neues Vikings Maskottchen (englisch) Zugriff am 4. Juni 2010