Minseln

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Minseln
Ehemaliges Wappen von Minseln
Koordinaten: 47° 35′ 58″ N, 7° 47′ 28″ O
Höhe: 349 m ü. NN
Fläche: 9,44 km²
Einwohner: 1979 (Apr. 2015)
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 79618
Vorwahl: 07623

Minseln ist ein nördlicher Stadtteil von Rheinfelden im Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt nördlich von Rheinfelden auf dem Dinkelberg, umgeben von Äckern und Weiden im Dürrenbach-Tal. Es gliedert sich in die Ortslagen Unter-, Mittel- und Oberminseln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Minsilido wird der Ort erstmals 754 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt.

Die Ritter von Eptingen waren Besitzer des Fronhofs und damit die wichtigsten Grundherren des Dorfes. Dennoch gab es auch einen eigenen Dorfadel. Das Rittergeschlecht wird zwischen 1283 und 1358 erwähnt und ursprünglich waren ihre Angehörigen wahrscheinlich Ministeriale des Klosters St. Gallen.

Minseln gehörte früh zur Grafschaft Rheinfelden. Bei nahezu allen Kriegen am Hochrhein war der Ort ein Opfer von Plünderungen und Brandschatzungen. Aber vor allem im Dreißigjährigen Krieg während der Belagerung Rheinfeldens durch die Schweden (1634) musste Minseln schwer leiden.

Am 1. Januar 1972 trat Minseln im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg der Stadt Rheinfelden (Baden) bei.[1] Der bis dahin amtierende Bürgermeister Minselns, Paul Rombach, wurde Stellvertreter des damaligen Rheinfelder Bürgermeisters, Herbert King.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im örtlichen Rathaus bauten Mitglieder des 1986 gegründeten Fördervereins für die Einrichtung eines Heimatmuseums das Dachgeschoss zu einem Ausstellungsraum aus. Dort ist seit der Eröffnung im Jahr 2000 eine heimatkundliche Sammlung zu sehen, das Dinkelbergmuseum.[2] Die Schwerpunkte dieser Sammlung sind landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Gerätschaften vor und nach der Mechanisierung sowie Trachten und andere Kleidungsstücke. Regelmäßig werden Sonderausstellungen gezeigt.

In Minseln befindet sich die katholische Peter-und-Paul-Kirche. Der Rheinfelder Baumeister Anton Troger begann 1686 mit ihrem Bau; geweiht wurde sie am 31. August 1691. In den Jahren 1762/63 wurde ihr Inneres im Stil des Rokoko umgestaltet.

Die evangelische Johanneskirche wurde in den Jahren 1952/53 erbaut und am 3. April 1953 von Landesbischof Julius Bender geweiht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Minseln führt die K 6333, die von der Rheinfeldener Kernstadt nach Adelhausen führt; von dort führt die L 139 weiter nach Maulburg im Tal der Wiese.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Maler, Holzschneider und Dichter Alban Spitz wurde in Minseln geboren und wirkte dort. Nach ihm ist die örtliche Veranstaltungshalle benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 501.
  2. Chronik des Dinkelbergmuseums in Minseln