Mircea Krishan

Mircea Krishan (eigentlich Mircea Crișan, Pseudonym von Mauriciu Craus; * 8. August 1924[1][2] in Marmarosch oder bei Bukarest;[3] † 22. November 2013 in Düsseldorf[4]) war ein rumänisch-deutscher Schauspieler und Komiker.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mauricius Craus oder Kraus wurde geboren als Sohn des deutsch-jüdischen Schaustellers Simon Craus und der rumänischen Schaustellerin Carola Craus. In einem Eisenbahnwagen, möglicherweise in Siebenbürgen auf dem Weg nach Marmarosch, geboren, reiste er als Kind mit seinen Eltern im Zirkuswagen herum. Ab 1941 betätigte er sich als Schauspieler und Autor. Im Alter von 19 Jahren (um 1943) bekam er einen Job als Wurstverkäufer und debütierte schon damals, jedoch eher als Statist, am Baraşeum-Theater, dem heutigen Staatlichen Jüdischen Theater, in der Show Lozul cel Mare (Der Grosse Preis) von Scholem Aleichem.[5] Später studierte er Dramatische Kunst mit Maria Filotti an der staatlichen Schauspielschule in Bukarest. Zu seinen Rollen gehörten unter anderem Schwejk, Sancho Pansa und Tewje. In den 1950er und 1960er Jahren spielte er in mehreren rumänischen Filmkomödien und am Theater. Er war ab 1960 Volkskünstler in Bukarest und wurde im damaligen Ostblock zu einem bekannten Star; Chruschtschow soll ihn zur Privatvorstellung nach Moskau bestellt haben.[6]
Er nutzte sein zweites Gastspiel in der Music Hall Olympia in Paris, um sich 1968 in die Bundesrepublik Deutschland abzusetzen.[7] Ab 1969 war Mircea Krishan er zunächst langjähriger Sketchpartner von Rudi Carrell;[8] danach folgten elf Jahre mit Gisela Schlüter in Zwischenmahlzeit. Als Schauspieler war er in Fernsehserien wie Derrick, Polizeiruf 110 und Großstadtrevier zu sehen. Er spielte zwischen 1974 und 1987 auch in vier Episoden der Fernsehreihe Tatort. Zu seinen Filmen gehören Werner – Beinhart!, Schtonk! sowie Wie im Himmel, der 2005 für den Oscar als bester ausländischer Film nominiert war.
Krishan spielte zwischen 1993 und 1997 sowie von 1999 bis 2006 bei den Störtebeker-Festspielen, 2006 war er mit Meister Eder und sein Pumuckl auf Theatertournee. 2007 erhielt er in Hermannstadt den Kulturpreis der rumänischen Theaterunion (UNITER). Er sprach Deutsch, Rumänisch, Russisch, Französisch, Englisch, Bulgarisch, Italienisch und Tschechisch und lebte in Offenbach im hessischen Maintal.
Mircea Krishan heiratete 1979 in zweiter Ehe Ruth Goldstein und hatte ein Kind (Tefi). Er starb im November 2013 in Düsseldorf und wurde dort auf dem Jüdischen Friedhof beerdigt.[9]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1963–1982: Zwischenmahlzeit
- 1969–1973: Rudi Carrell Show
- 1974: Am laufenden Band
- 1974: Tatort – 3:0 für Veigl
- 1976: Derrick (Fernsehserie, Folge: Tod des Trompeters)
- 1976: Tatort – Annoncen-Mord
- 1978: St. Pauli-Landungsbrücken (Fernsehserie, eine Folge)
- 1986: Tatort – Riedmüller, Vorname Sigi
- 1987: Tatort – Pension Tosca oder Die Sterne lügen nicht
- 1990: Werner – Beinhart!
- 1992: Schtonk!
- 1993: Die Männer vom K3
- 1998: Die Wache
- 2001: Polizeiruf 110 – Seestück mit Mädchen
- 2002: Großstadtrevier
- 2004: Wie im Himmel
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Craus, Mauriciu. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 197.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ BILD-Zeitung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ BR-Online (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ Vgl. auch Hessisches Puppenmuseum ( des vom 3. Oktober 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Mircea Crişan nu mai spune bancuri... Evenimentul zilei, abgerufen am 28. November 2013 (rumänisch).
- ↑ „Ziar Piatra Neamt“ on line 28 November 2013
- ↑ Störtebeker Festspiele 2006 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ "Nur im Urlaub lachen die Deutschen gern", rügt Mircea Krishan ( vom 8. August 2014 im Internet Archive)
- ↑ Lippische Landeszeitung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ „Ziar Piatra Neamt“ on line 28 November 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Krishan, Mircea |
| ALTERNATIVNAMEN | Chrishan, Mercea; Crișan, Mircea; Kraus, Mauriciu (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | rumänisch-deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1924 |
| STERBEDATUM | 22. November 2013 |
| STERBEORT | Düsseldorf |