Mirna Funk

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Mirna Funk (2020)

Mirna Funk (* 1981 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funk wurde 1981 in Ost-Berlin geboren. Ihr Urgroßvater war der Schriftsteller und Übersetzer Stephan Hermlin. 1988 verließ ihr jüdischer Vater nach der Scheidung der Eltern die DDR.[1] Nach dem Abitur, das sie 2001 mit einem Notendurchschnitt von 3,3 ablegte, studierte sie Kommunikationsmanagement an einer Fachhochschule und anschließend Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität in Berlin.

Funk arbeitete zunächst für verschiedene Unternehmen und Kommunikationsagenturen und ist heute als freie Autorin und Journalistin für verschiedene deutsche Zeitungen und Zeitschriften tätig. Seit September 2018 ist Funk Kolumnistin bei der deutschen Vogue und schreibt über jüdisches Leben heute. Infolge des Porträts Wir lebenden Juden in der Zeit begleitete der Filmemacher und Journalist Uri Schneider Funk für seinen Dokumentarfilm Jude. Deutscher. Ein Problem? in Berlin und Tel Aviv.[2][3]

2011 schrieb sie ihren ersten, unveröffentlichten Roman.[4] 2015 erschien im S. Fischer Verlag ihr viel besprochener Debütroman Winternähe, der mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet und ins Niederländische übersetzt wurde.[5][6] Das Werk war ebenfalls für den aspekte-Literaturpreis 2015 sowie den Ulla-Hahn-Autorenpreis nominiert[7][8] und gelangte im Oktober 2015 auf Platz 5 der Radio-Eins-Bücherliste.[9][10]

Für ihr 2018 vom Bayerischen Rundfunk produziertes Hörspiel Auf einem einzigen Blatt Papier[11] komponierte Malakoff Kowalski die Musik. Funk und Kowalski schrieben zusammen den Titelsong Upside down.

Funk lebt als alleinerziehende Mutter einer Tochter[12] in Berlin und Tel Aviv.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab Funk ein Interview mit Edition F, in dem sie erklärte, man müsse „eine feministische Terrorgruppe gründen, um die alten weißen Männer aus dem Weg zu schaffen“. Der Satz wurde von Jens Jessen in der Zeit kritisiert und als Beispiel für eine feindselige und zu Pauschalisierung neigende Tendenz im Feminismus gesehen.[13]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf einem einzigen Blatt Papier. Hörspiel. Bayerischer Rundfunk, München 2018.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aufenthaltsstipendium in Amsterdam, Niederlande, Dutch Literature Fond, April–Mai 2016
  • Aufenthaltsstipendium in Antwerpen, Belgien, PEN Belgien, Juni 2016
  • Aufenthaltsstipendium in Tampere, Finnland, Goethe-Institut Finnland, Oktober 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mirna Funk – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Wilhelm: Johnson-Preisträgerin packt mit ihrem Debüt ein brisantes Thema an. (PDF) In: Nordkurier. 20. Juli 2015, abgerufen am 30. September 2019. Abrufbar unter 2015 – Mirna Funk. Förderpreisträgerin für ihren Debütroman "Winternähe". In: humanistisch.de. 16. Juli 2020, abgerufen am 24. September 2020 (siehe „Mirna Funk Nordkurier Preisträgerseite“).
  2. Mirna Funk: Jüdische Kultur: Wir lebenden Juden. In: Die Zeit. 31. Juli 2016, abgerufen am 24. September 2020.
  3. Uri Schneider: Jude. Deutscher. Ein Problem? (ARD/SWR). Abgerufen am 26. Mai 2022.
  4. Lisa van Houtem: Zwischen Berlin und Tel Aviv – Buchautorin Mirna Funk. In: femtastics. 7. Februar 2016, abgerufen am 23. September 2020.
  5. 2015 – Mirna Funk. Förderpreisträgerin für ihren Debütroman „Winternähe“. In: Uwe-Johnson-Preis. 13. Juni 2017, abgerufen am 24. September 2020.
  6. Mirna Funk erhält Uwe Johnson Förderpreis. In: Börsenblatt. 21. Juli 2015, abgerufen am 24. September 2020.
  7. ZDF "aspekte"-Literaturpreis 2015: Sechs Bücher im Finale – Bekanntgabe am 9. Oktober in der ZDF-Kultursendung "aspekte". In: Presseportal.de. 13. September 2015, abgerufen am 24. September 2020.
  8. Ulla-Hahn-Autorenpreis 2016: Die Nominierungen. Website des Ulla-Hahn-Hauses. Abgerufen am 3. Oktober 2016.
  9. Die radioeins-Bücherliste. In: Radio Eins. 7. September 2015, archiviert vom Original am 18. September 2015; abgerufen am 12. Oktober 2015 (Archivversion weist 5. Platz für die Vorwoche des 7. September aus, eine Archivversion für Oktober existiert nicht).
  10. Uri Schneider: Jude. Deutscher. Ein Problem? (ARD/SWR) – Auf der Suche nach der Identität (Memento vom 3. Oktober 2016 im Internet Archive) Medienkorrespondenz vom 26. September 2016. Abgerufen am 3. Oktober 2016
  11. Mirna Funk: Hörspiel – Funk: Auf einem einzigen Blatt Papier. In: Bayern 2. 24. September 2018, abgerufen am 24. September 2020 (Hörspiel).
  12. Teresa Buecker: Samenspende, Adoption, Single-Mamas – ein neues Kinderbuch soll die Vielfalt von Familien erklären. In: Edition F. 2. Oktober 2018, abgerufen am 16. August 2019.
  13. Jens Jessen: MeToo-Debatte: Der bedrohte Mann. In: Die Zeit. 5. April 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 1. Dezember 2019]).